Ist das tatsächlich schon die dritte Dragnet LP? Mann wie die Zeit vergeht! Aus irgendwelchen Gründen (Zeit und Energie vermutlich) hab ich der Band bisher nicht das volle Blog-Spotlight gegeben, das sie eigentlich verdient hätten und jetzt ist ein guter Zeitpunkt das nachzuholen, klingt die Band aus Melbourne mit Mitgliedern unter anderem von Vintage Crop, Gonzo und Teen Line doch tighter, runder, wacher und mehr auf-den-Punkt als je zuvor auf ihrer neuen LP. Die hat einerseits diesen leichten Hauch von Uranium Club der sich ja auch schon seit jeher durch das schaffen der erwähnten Vintage Crop zieht, aber hier ist auch genau so viel von einer markant verschrobenen, Synth-verschwurbelten, Eggpunk-mäßigen Energie an Bord die sich irgendwo zwischen den Stühlen von Bands wie alten Ausmuteants, US-Bands wie Smirk und Cherry Cheeks, Australiern wie Ghoulies, Aborted Tortoise und Electric Prawns 2 ausbreitet.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die neue LP dieser Band aus Portsmouth, New Hampshire dermaßen wuchtig bei mir einschlägt, was für eine massive Steigerung von so ziemlich allem, was sie bisher so gemacht haben! Gleich von Start weg etabliert der Opener Brain Feeder eine beachtlichen Vorschub mit einem Sound, in dem wuchtige Grooves und glitzernde, melodische Texturen kollidieren in einer Mischung aus Post-, Garage Punk und einer kleinen Dosis Postcore. Im weiteren Verlauf wird die Formel hier weiter erforscht und expandiert, ihre treibende Energie verstärkt und untermauert von teils erstaunlich simpler, oft aber auch ausgesprochen filigraner, immer perfekt ausbalancierter Songarchitektur.
Die Debüt-EP dieser Band aus Boston, Massachusetts suhlt sich regelrecht in einer unverfrohren altmodischen Pfütze aus oldschool Punk, Hard- und Postcore mit einer unterschwelligen Garage-Kante, einem Klangkostüm das so einige Akteure der frühen D.C. Postcore-Ära wie Gray Matter, Government Issue, Embrace, Rites Of Spring, Fire Party aber auch etwas abseitigere Westküsten-Bands á la Really Read, Tragic Mulatto und frühe Saccharine Trust heraufbeschwört, ausbalanciert mit ein paar leichtfüßigeren, straighter rockenden Momenten, die ein bisschen an klassische Germs- und Adoloscents-Schule denken lassen.
Okay, hier ist wieder mal eine dieser auf französisch singenden (aber in diesem fall scheinbar nicht französischen), Oi-injizierten Garage Punk-Bands und ich habe nichts wirklich neues darüber zu sagen, aber auch überhaupt nichts dran zu kritisieren denn die Qualität ist hier problemlos auf einer Höhe mit dem besten des Genres und Freunde von so Bands á la Telecult, Stalled Minds, Distance, Nightwatchers, Litovsk oder, erst kützlich, Laxisme werden auch an dieser Platte ihren Spaß haben.
Na das ist ja mal durchweg appetitlicher Lärm der uns hier von einem Typen oder einer Band aus Indonesien erreicht, vier komplett überbelichtete und ausgesprengte Krawallattacken irgendwo zwischen den Eckpunkten von abgespacetem Art Punk aus der MX-80 und Chrome-Mottenkiste, japanischem Psych- und Garage Punk á la ’80er High Rise oder was auch immer für ein Les Rallizés Dénudés-Bootleg gerade griffbereit ist, gewürzt mit einem gesunden Schuss von breitbeinigem Motörpunk.
Gripper aus Philadelphia haben da ja mal eine ganz vorzügliche Debüt-EP kreiert, die auf gewisse Art den unverblümt Hard-rockigen Spaß und die Power Pop-Hooks der frühen Sheer Mag Singles channelt, dabei aber weitgehend deren Southern Rock-Schnörkel umgeht und alle Basics perfekt auf der Reihe hat in einem tadellosen Bündel von zwei unverschämt infektiösen Power Pop-Juwelen und zwei ebenbürtig schreddernden, angemessen schmierigen Garage Punk-Sprengsätzen.
Nach sechsjähriger Stille kommt jetzt wie aus dem Nichts die zweite 7″ dieser Belgier über die lokale Garage Punk-Institution Belly Button Records angerollt und mein lieber Hund, ist das mal ein Knall des zeitgenössischen Lärms, der gleichermaßen von so Garage Punk-Klugscheißern wie Uranium Club und Vintage Crop inspiriert scheint wie auch dem Sprechgesang und den durchdachten Arrangements des US Post Punk/Postcore-Phänomems Straw Man Army, auch wenn es hier lyrisch, passend zur Musik, ungleich leichtfüßiger zugeht. Abrundend ist noch ein leichter Touch von Tyvek oder UV Race am Start, der sich im laufe der EP zunehmend einschleicht. Ich finde das ist eine perfekte kleine 7″. Ich bin so bereit für die nächste, die nach meinen Berechnungen so etwa um 2031 landen sollte.
Catchy Garage Punk Shit erster Güte aus Sydney, der sich in vier Songs durch recht vielfältige Styles durchplündert. POSIWID und der Opener What A Time To Be Alive kommen dabei rüber wie ein Mix aus dem fuzzigen Power Pop von Sex Mex und der quirligen Egg-/Synthpunk-Action der Ghoulies, wohingegen der Synth-/Electro Punk von The Game an alte Digital Leather-Schinken erinnert sowie jüngere Zeiterscheinungen á la Spyroids und O-D-Ex. Der Rausschmeißer-Track B-52’s Tattoo könnte darauf auch der unbändigen Fantasie der texanischen Garage Punk-Exzentriker Trashdog ensprungen sein. Oh und war da nicht noch so eine Hundeband? Ja stimmt, ich denke an Melbourne’s wunderbar trashige Garage-/Synth Punk-Explosion Metdog!
Neuer Scheiß von Mark Ryan (hochgeschätzt als Teil von Marked Men, Mind Spiders und Radioactivity) und seiner aktuellen Band, dem Electro-/Synth Punk-Projekt O-D-EX (oder ist es neuerdings einfach Odex?). Nachdem jeweils ein vorangegangener Kurz- und Langspieler aus dem letzten Jahr noch eine eher kühle und minimalistische Synth Wave-Ästhetik versprühten, öffet das aus Ryan und Micah bestehende Duo ihren Sound wieder zu einer vergleichsweise warmen, melodischen und insgesamt greifbareren Richtung, die in der Tat ein bisschen klingt wie ein perfekter Mittelweg zwischen den erwähnten Vorgängern und den stärker Richtung Garage Punk tendierenden alten Mind Spiders-Platten.
Streng geheime Nichos sind meine Lieblingssorte von Nichos, ich nehm Pommes dazu, danke! Oh, Dining Nothing, ist das so? Na gut dann halt nicht. Wie auch immer, Sin und Muerte sind auch klar auf meiner Agenda, zusammen mit Bier, Schmutz und Satan. Ist mir sofort sympathisch, diese Band aus Rosario, Argentinien und die Musik tritt auch Arsch! Das ist ganz exquisiter, noise-versiffter oldschool Post Punk, der abwechselnd mal an so Bands wie Nag, Impotentie, Labor und das frühere schaffen etwa von Institute, Low Life und Constant Mongrel erinnern mag, vielleich zusätzlich mit einer Note von hochentflammbarem Garage Punk á la Jean Mignon, besonders im erwähnten Dining Nothing.