Shimmer Bed - Aquaria, Escapism & Other Favorites

Die Dis­ko­gra­fie des Ga­ra­gen­pro­jekts Shim­mer Bed aus Los An­ge­les ist ehr­lich ge­sagt et­was zu um­fang­reich als dass ich ge­ra­de tie­fer drin rum­wüh­len möch­te, aber ge­nau des­halb ist die­se tol­le Com­pi­la­ti­on­kas­set­te des spa­ni­schen La­bels Dis­cos Pero­qué­bi­en so ein will­kom­me­nes Ge­schenk, das mich jetzt erst­mals mit dem Ty­pen be­kannt macht. In der Span­ne von wuch­ti­gen 22 Songs wer­den wir Zeu­gen ei­nes be­mer­kens­wert brei­ten Spek­trums an Klän­gen von oft recht schrä­gem Be­droom Ga­ra­ge Punk, der mal an die Me­lo­diö­si­tät von Va­guess er­in­nert, an den Noi­se Pop von Jah Hell oder die ver­spiel­ten Ent­wür­fe von Dee Bee Rich, Nuts oder Pr­i­son Af­fair - bis hin zu Psy­che­de­lic Pop á la Rat Col­ums oder di­ver­sen 80er Fly­ing Nun Acts. Und zwi­schen­drin ist dann auch noch Zeit für ein paar Noi­se-las­ti­ge Post Punk-Skiz­zen.

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Eugh - Cassingle #1

Neu­er Scheiß von dem Ga­ra­gen­pro­jekt aus Mel­bourne im Dunst­kreis der Kit­chen Peop­le. Die A-Sei­te prä­sen­tiert ein glit­zern­des, et­wa an Li­quids, Sa­ta­nic To­gas oder Da­tenight er­in­nern­des Power­pop-Ju­wel. Die B-Sei­te wie­der­um setzt dann die gro­be Rich­tung der ers­ten EP fort mit schnu­cke­li­gem aber schwung­vol­lem Ga­ra­ge Punk, den man auch Bands wie R.M.F.C., Set-Top Box oder Re­se­arch Re­ac­tor Corp. in die Schu­he schie­ben könn­te.

Sick Thoughts - Poor Boys /​ Drug Rock

Ist die letz­te Ver­öf­fent­li­chung des Ga­ra­gen­boll­werks aus New Or­leans wirk­lich erst zwei­ein­halb Jah­re her? Fühlt sich deut­lich län­ger an. Aber egal, die ers­ten neu­en Tö­ne seit ei­ner gan­zen Wei­le von Drew Owen und Co. klin­gen kein biss­chen ab­ge­stan­den, son­dern elek­tri­fi­zie­rend wie eh und je - die nack­te Es­senz von '77er- und Ga­ra­ge Punk her­un­ter­ge­kocht zu zwei hoch­kon­zen­trier­ten Ad­re­na­lin­sprit­zen.

Tommy Cossack - Work From Home

…und gleich noch mal ein hal­bes Pfund kom­pe­ten­ter Ga­ra­ge-/Syn­th Punk von ir­gend 'nem bri­ti­schen Ty­pen, ob­wohl das hier eher nach et­was aus dem aus­tra­li­schen Wart­t­man Inc.-Gehege riecht, ins­be­son­de­re nach Set-Top Box, R.M.F.C. oder Sa­ta­nic To­gas, plus et­was von dem un­ver­meid­li­chen Aus­mu­te­ants-Aro­ma.

Freak Genes - Power Station

Auf dem vier­ten Lang­spie­ler des bri­ti­schen Du­os, be­stehend aus je­weils ei­nem Red Cord und ei­nem Pro­to Idi­ot, sind die bei­den mit ei­nem recht kom­pro­miss­lo­sen Syn­th­punk-Sound un­ter­wegs - kar­ger und stur­köp­fi­ger als je zu­vor - und es funk­tio­niert da­bei auch noch un­ver­schämt gut, wie sie ei­nen mi­ni­ma­lis­ti­schen Knal­ler nach dem an­de­ren aus ver­spul­ten Bleeps und Lo­Fi-Schlag­werk ab­feu­ern.

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Metdog - Metdog Blues

Spa­ßi­ger und ein­falls­rei­cher Ga­ra­ge Punk aus Mel­bourne, der sich klar auf der eieri­gen sei­te des Gen­re­spek­trums be­fin­det (Mann, ei­genltich woll­te ich die­ses Fett­näpf­chen die­sen Ei­er­be­cher im­mer ver­mei­den, aber hier kann ich ein­fach nicht an­ders…) und et­was rü­ber­kommt als wür­den Eric Ner­vous, R.M.F.C. oder Neo Ne­os die al­ten Schin­ken von The Dead Milk­men co­vern.

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Expert - Phylaxis

Ex­zel­len­ten Post Punk der mo­de­rat düs­te­ren Mach­art mit leich­ten Spu­ren von Post­core, Math- und Noi­se Rock setzt uns die ers­te EP die­ser Aus­tra­li­er vor. Ein biss­chen wie ei­ne Kreu­zung aus B-Boys, Girls In Syn­the­sis und Rank/​Xeros… aber eben­falls nicht ganz un­ähn­lich zu Bands wie Vi­deo, Pu­blic Eye, Tu­nic oder The Est­ran­ged.

Nopes - Djörk

Drit­ter Lang­spie­ler der Band aus Oak­land und er­war­tungs­ge­mäß ist das mal wie­der ziem­lich gei­ler Scheiß hier. Ich find's im­mer noch ab­so­lut be­mer­kens­wert wie das, was mal als ei­ne Art Hüs­ker Dü-Ver­schnitt los­ging sich zu ei­ner der kraft­volls­ten, ei­gen­stän­digs­ten und so­fort wie­der­erkenn­ba­ren Bands der letz­ten Jah­re ent­wi­ckelt hat, die schein­bar oh­ne gro­ße Mü­he die ro­hen En­er­gien von Hard- & Post­core, Noi­se Rock und Ga­ra­ge Punk zu ei­nem wun­der­bar rau­bei­ni­gen, un­be­re­chen­ba­ren Biest ver­kan­tet.

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Foil & Silvie S - Split

Net­tes klei­nes Split-Tape. Foil aus Kan­sas Ci­ty war mir bis­her noch nicht be­kannt, aber die drei Songs von dem Ty­pen re­gen so­fort die Durch­blu­tung an mit ei­ner schön knar­zi­gen, ro­hen und et­was an­ge­schräg­ten her­an­ge­hens­wei­se an Hard­core Punk.
Sil­vie S hin­ge­gen ist ein wei­te­rer Ali­as für den sonst als Bil­liam ge­läu­fi­gen Aus­tra­li­er, der schein­bar auch bei Dot.com und Dis­co Junk be­tei­ligt ist. Von ihm gibt es hier drei wei­te­re klei­ne Spaß­ka­no­nen in sei­nem ver­trau­ten Style aus mi­ni­ma­lis­ti­schem Ga­ra­ge- und Syn­th Punk.

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ISS - Spikes

Mal wie­der ei­ne ast­rei­ne EP des Elec­tro-/Sam­ple-/Mas­hup Punk Du­os ISS auf der sie ne­ben ih­rem ver­trau­ten Sound auch mal in ast­rei­nen Hard­core­punk (in Fa­ce­mask) ab­ste­chen. Ich glau­be das gab's von ih­nen bis­her noch nicht und es funk­tio­niert ganz vor­züg­lich hier.

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