Fragile Rabbit – Fragile Rabbit

Fragile Rabbit - Fragile Rabbit

Erin­nert sich noch wer an Bles­sed State? Diese Band aus Nort­hamp­ton, deren ansons­ten recht strai­gh­ter Hard­core-Sound durch eine uner­war­tete Vor­liebe für Dino­saur Jr.-artige Gitar­ren­leads und -solos auf­fiel? Keine Ahnung ob die Band noch exis­tiert, jeden­falls spie­len zwei der Mit­glie­der von denen jetzt bei Fra­gile Rab­bit, außer­dem gibt es per­so­nelle Über­schnei­dun­gen mit den Indie­ro­ckern Left & Right. Nix mehr mit Hard­core hier, der melo­di­sche Lärm mit J. Mascis-Bezug darf dies­mal sei­nen freien Lauf neh­men. Außer­dem liegt man auch nicht ganz falsch, fühlt man sich etwa an sich an Cali­for­nia X oder die Debüt-EP von Milk Music erin­nert.

Monster Treasure – II

Monster Treasure - II

Das Debüt­al­bum der Band aus dem Kali­for­ni­schen Stock­ton vor drei Jah­ren war ja schon eine sehr, sehr hörens­werte Ange­le­gen­heit, aber was das Trio auf Album Num­mer zwei ablie­fert ist pure Fuzz-/Noi­se­pop-Per­fek­tion, die sich in zehn tadel­lo­sen Song­per­len wie Honig über den Hörer ergießt, dabei aber auch ordent­lich auf den Putz haut. Der Sound weißt Ähn­lich­kei­ten zu den auf dem glei­chen Label ver­öf­fent­li­chen­den Lon­do­nern Slow­coa­ches auf, wird aber noch um deut­li­che Shoegaze-Ein­flüsse ver­fei­nert. Die melo­di­sche Finesse von Chap­ter­house trifft auf Swer­ve­d­ri­vers unbe­ding­ten Wil­len zum rocken­den Lärm. Wider­stand zweck­los.



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Upper Wilds – Guitar Module 2017

Upper Wilds - Guitar Module 2017

Das lau­teste Popal­bum die­ses Jah­res kommt von einem New Yor­ker Pro­jekt. Dahin­ter steckt nie­mand weni­ger als Dan Friel, einst­mals Sän­ger, Gitar­rist und Elek­tro­schrau­ber bei den Psych­de­lic-Synth-Noi­se­pop­pern Parts & Labor. Gui­tar Module 2017 hat er noch im Allein­gang ein­ge­spielt, aber inzwi­schen sind Upper Wilds eine rich­tige Band. Hier mach Friel so ziem­lich alles, wofür man P&L in der Ver­gan­gen­heit lieb­ge­won­nen hatte, nur viel mehr davon. Der Lärm der frü­hen Alben trifft auf die eupho­ri­schen Melo­dien und den Psy­che­de­li­schen Unter­ton der letz­ten zwei Lang­spie­ler. Zu den über­le­bens­gro­ßen, fast schon ins absurde über­höh­ten Gitar­ren­wän­den gesel­len sich hier ebenso derbe ver­zerrte Drum-Sam­ples und über­haupt sind Upper Wilds noch viel, viel lau­ter als Parts & Labor es jemals waren. Men­schen die weder Lärm noch Melo­dien mögen, rate ich nach­drück­lich vom Genuss die­ser Platte ab.



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Flemmings – Heads And Tails

Flemmings - Heads And Tails

Die Band aus Lon­don setzt auf ihrer drit­ten EP den Trend fort, mit jeder Ver­öf­fent­li­chung etwas lau­ter zu wer­den. Fuzz Punk und Noise Pop gibt’s dar­auf zu hören, der einer­seits an jün­gere Bands wie Play­longue, Ter­ro­rista, Solids oder die erste Milk Music EP erin­nert, aber auch Anklänge an Klas­si­ker von Hüs­ker Dü, Sonic Youth oder Dino­saur Jr erken­nen lässt.


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Terry Malts & Kids On A Crime Spree – Our Love

Terry Malts & Kids On A Crime Spree - Our Love

Zwei Grö­ßen des zeit­ge­nös­si­schen Noise-, Fuzz- und Power­pops ver­sam­meln sich auf die­ser schi­cken 10″ Split-EP aus dem Hause Emo­tio­nal Response. Kids On A Crime Spree tra­gen dazu zwei psy­che­de­li­sche Pop­num­mern bei, die knie­tief im Reverb der Phil Spec­tor-Grö­ßen­ord­nung getränkt sind. Terry Malts machen das, was sie am bes­ten kön­nen und prä­sen­tie­ren zwei unwi­der­steh­li­che Ohr­wür­mer, die wie­der deut­lich mehr Beiß­kraft zei­gen als das etwas Hand­zahme letzte Album.


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Pardoner – Uncontrollable Salvation

Pardoner - Uncontrollable Salvation

Meine Fresse, was ist denn diese Woche los? Mit dem Debüt­al­bum von Par­do­ner aus San Fran­cisco ist auch schon wie­der die nächste Ham­mer­platte am Start. Den eigen­wil­li­gen Lärm, der einem dar­auf ent­ge­genn springt, könnte man als eine Ver­schmel­zung vom Indie Rock und Post­core der alten 90er Schule, Noise Pop und Fuzz­punk beschrei­ben, ange­rei­chert um deut­li­che Spu­ren von Post Punk und Shoegaze. Selbst geben die Jungs Polvo als ihren wich­tigs­ten Ein­fluss an und das ist auch nicht ganz von der Hand zu wei­sen. Ich denke dabei aber eher an jün­gere Bands wie Ovlov, Happy Diving, Never Young und The Goto­beds; außer­dem finde ich Anklänge an Swer­ve­d­ri­ver und ein klei­nes biss­chen Slint wie­der. Aber allen Ver­glei­chen zum Trotz muss man ihnen doch zuge­ste­hen, ihre durch­aus eigene Nische gefun­den zu haben. Und das Song­ma­te­rial: Durch­weg hoch­wer­tig. Eine von Anfang bis Ende saustarke Platte, die sich kei­nen ein­zi­gen Fehl­tritt leis­tet.



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Small Black Reptile – Find My Arm

Small Black Reptile - Find My Arm

Sehr schöne digi­tale Debüt-Sin­gle einer Band aus Bal­ti­more. Track Num­mer eins ist abso­lut tadel­los aus­ge­führ­ter, fuz­zlas­ti­ger Indie­rock und Noi­se­pop. Nicht weni­ger über­zeu­gend ist die B-Seite (nennt man das noch so, bei digi­ta­len Files?) mit ihrem wun­der­bar ver­ne­bel­ten Dream-/Shoegaze Pop.

Ghost Car – Stuck In The Mud 7″

Ghost Car - Stuck In The Mud 7"

Tol­ler Sie­ben­zöl­ler einer Band aus Lon­don. Die A-Seite begeis­tert mit ver­träum­tem Noise-/Fuzz­pop und einem leich­ten Shoegaze-Vibe. Die B-Seite ist dann ein simp­ler aber gekonnt dar­ge­bo­te­ner Gara­ge­ro­cker mit psy­che­de­li­schem Unter­ton. Nicht nur für Orgel-Lieb­ha­ber zu emp­feh­len.


Feature – Banishing Ritual

Feature - Banishing Ritual

Drei Jahre nach der exzel­len­ten Split 7″ mit Slow­coa­ches ist jetzt das Lang­spiel­de­büt des Lon­do­ner Trios (unter ande­rem ist hier Jen Cal­leja von Sauna Youth am Werk) zu bekom­men. Und das Teil weiß sehr zu gefal­len mit sei­nem son­ni­gem Fuzzpunk/​Noisepop und kan­tig-gara­gi­gem Post­punk, dem die gekonn­ten Gesangs­har­mo­nien eine beson­dere Ele­ganz ver­lei­hen.



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Piles – Expeller

Piles - Expeller

Je nach Auf­fas­sung ist das der zweite oder dritte, oder auch gar kein Lang­spie­ler der Band aus Mil­wau­kee (nicht zu ver­wech­seln mit den eben­falls groß­ar­ti­gen Noi­sero­ckern Pile aus Bos­ton). Nennt es Post­punk, Noi­se­pop, Fuzz­punk, Noi­se­gaze oder Dream­punk. Jeden­falls kommt ihr melo­dielas­ti­ger Lärm mit sei­ner unwahr­schein­li­chen Ver­knüp­fung von trei­ben­der Punk-Ener­gie und ver­träum­ten Tex­tu­ren hier wie­der an den hohen Ener­gie­le­vel ihrer unge­stü­men ers­ten EP (mein bis­he­ri­ger Favo­rit von der Band) ran, erklimmt aber im Song-Niveau ein neue Stufe für die Band. So durch­gän­gig kom­pakt und aus­ge­reift haben sie bis­her noch nie geklun­gen.



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