Diese New Yorker Band ist schon eine Weile unterwegs, gewann aber erst mit der exzellenten 2024er EP Zinger wirklich meine Aufmerksamkeit, die erfolgreich den Charakter ihrer noch etwas schlafferen, unaufgeräumten frühen Platten zu einem ungleich aufregenderen, kohärenten Paket verschnürt hat. Ihre neueste EP verfolgt weiter diese angenehm anachronistische Laufbahn, fuzzy Garage Punk mit viel von spät-'80er bis mitt-'90er College-/Indie Rock- und (Proto-)Grunge geprägtem Geschrammel zu verschmelzen, wenngleich auch der zweite Track Cutie mich kurz etwas zweifeln ließ, der einfach etwas zu wenig Bindegewebe einbringt um Sinn zu ergeben und diesen fragilen, unförmigen Organismus wirklich zum Leben zu erwecken. Aber wie auch immer, alles was darauf folgt fühlt sich ungleich organischer und besser durchdacht an auf dieser Platte und wenn diese spezielle Sorte von oldschool Slacker Punk deine Baustelle ist, ist auch das hier ein würdiger neuer Koffeinkick!
Irgendein Typ aus Cincinnati hat fünf so berauschende wie explosive Garage Punk, Power- und Noise Pop-Nuggets für uns auf dieser Debüt-EP, die eingerahmt ist von zwei unbestreitbaren KO-Schlägen grob im Fahrwasser von alten Marked Men, Sonic Avenues, frühen Mind Spiders, Bad Sports oder Steve Adamyk Band, wohingegen die Songs in der Mitte sich dann eher in einen relaxteren Midtempo-Areal gemütlich machen mit ein bisschen Surf Twang, den sie in Dock mit einem Fundament aus '90er Indie-/Slacker Rock verschmelzen, einem Hauch von '80er Flying Nun Pop in Acid Angel und auch der Psychic TV-Coversong God Star pisst nicht neben die Schüssel. Alles in allem eine durchweg erfreuliche Angelegenheit, da kann ich auch noch mehr von haben.
Eine Reihe von Veröffentlichungen weitgehend geprägt von Neuaufnahmen alter Songs wies zuletzt schon darauf hin, dass Lansing, Michigan's ausgesprochen produktive Schöpfer ausgefranster Noise Pop, Fuzz- und Garage Punk-Miniaturen stark an einem weichen Update ihres Sounds interessiert waren und entsprechend dieser Tendenz, beginnt auch ihre neueste EP mit einer Neuinterpretation - ihrer wohl drastischsten bisher - ihres alten Highlights ABV, die hier mal deutlich die Beine ausstreckt, das Tempo drosselt und damit die melodischen Qualitäten des Materials stärker in den Mittelpunkt rückt, ohne dabei etwas von ihrer alten Magie zu verlieren. Der Krempel hier klingt nach wie vor unverkennbar nach einer Snarewaves-Platte, wenn auch einer etwas aufgeräumteren, weniger hektischen Version davon, die mehr Luft zum Atmen lässt sowohl in den Performances als auch der etwas transparenteren Produktionsästhetik. Guter Scheiß wie immer, freu mich auf mehr davon!
Hard Looks aus Springfield, Illinois haben hier eine unverschämt ansprechende, süchtig machende Debüt-EP hervorgezaubert die, ungeachtet eines subtil Rudimentary Peni-mäßigen Death Rock-Vibes im Opener The Stain, es sich doch schnell gemütlich macht in einer oldschooligen Nische klar beeinflusst von den melodischeren Randbereichen der Punklandschaft in den mittleren bis späten '80er Jahren, mit einer guten Dosis von prä-'90er Pop Punk-Handwerk etwa der Fastbacks-Schule, noch unbelastet von der faden Gleichförmigkeit einer späteren Ära und stattdessen geerdet in geschmackvollen Tugenden von ultraklassischer Pop-Songkunst. Als ein ungleich jüngerer Vergleich würden sich aber auch ganz gut die noch relativ frischen EPs von Psychic Armour aus Montreal anbieten, zumindest wenn man sich bei denen die altertümlichen Heavy Metal-Versatzstücke wegdenkt.
Die letztjährige Epoxy River and Super Pool LP dieser mutmaßlichen Ein-Mann-Band aus Evesham, New Jersey war bereits ein massiver Qualitätssprung und erneut markiert auch dieser neue Langspieler eine stetige Verfeinerung, auf welchem Window Phase sich wieder etwas von den spät-2000er Fuzz Punk- und Noise Pop-Versatzstücken entfernen, die noch die letzte LP dominierten, und sich stattdessen umso mehr in eine oldschoolige von '80er und '90er College- und Indie Rock informierte Ästhetik reinlehnen mit Sounds die von klassischen Dinosaur Jr. und Sebadoh, Bitch Magnet und frühen Seam reichen hin zu '90er Standardinventar á la Superchunk und Polvo, mit einer ganz subtilen Note von 2nd wave Emo obendrein und nicht zuletzt auch einem zunehmenden Einfluss von Hardcore-basierten '80er Proto-Noise Rockern der Sorte Flipper, Big Black, Drunks With Guns und No Trend, insbesondere im Endspurt dieser Platte. Diesen Songs wohnt eine unberechenbare Qualität inne und eine aus allen Nähten platzende explosive Energie, eine unverblümte Freude daran, eine so euphorische wie auch kantige, überlebensgroße wie anachronistische Sorte von Lärm in den Äther zu pumpen, der heutzutage wundervoll aus der Zeit gefallen wirkt und auf ganz entzückende Weise noch weiter aus der Balance geworfen wird von den markerschütternden Schreien eines Typen der sich hier nicht mit halben Sachen zufrieden gibt, so viel ist klar.
Wow, eine neue Eye Ball-EP die über vier Minuten lang ist... absolut episch im Vergleich zur letzten EP Of The Northern Americas, die uns drei Songs in unter einer Minute unterbreitete. Wie auch immer, diese vier neuen Songs haben alles von der unvorhersehbaren, chaotischen Brillianz mit der sich die Band in unsere Herzen gespielt hat und nicht zuletzt diesem sicheren Händchen für eingängige, melodische Songminiaturen, präsentiert in einem fuzzigen LoFi-Sound der für ihre kurzen Fuzz Pop-Songexplosionen wie maßgeschneidert wirkt.
Die neueste EP der Band aus Montreal ist erneut eine unwiderstehliche Tüte voller Süßwaren, die scheinbar einige Inspiration aus den melodischeren Strängen von '80er Punk irgendwo zwischen Fastbacks, späteren Naked Raygun und Hüsker Dü beziehen, aber auch solche Indie Punk Rock-Revivalisten der letzten Dekade wie Milk Music, California X, Milked oder Kicking Spit sind da nicht allzu weit hergeholt. Diesmal lassen sie uns zwar ein bisschen warten - genauer gesagt bis zum abschließenden Song - bevor sie sich so richtig in ihr charakteristisches Heavy Metal-Riffing stürzen das schon die magische Zutat auf der brillianten letzten EP war, aber dass darf eigentlich auch kein bisschen von dem eimerweise Glück ablenken, das die vorausgehenden Songs bis dahin schon verursacht haben.
Zulo aus Rosario, Argentinien haben bereits eine respektable Reihe an LPs und EPs akkumuliert mit einem wandlungsfähigen Sound zwischen den Eckpunkten von fuzzy-psychedelischem Garage Punk, Noise- und Power Pop, aber noch nie zuvor haben ihre Songs ein solch konsistent hohes Niveau erreicht wie auf ihrem neuesten Langspieler, auf dem sie noch mehr als zuvor ihre abgespaceten Tendenzen zu Schau stellen und ihre eingängigen Tunes in einem psychedelischen Nebel verhüllen, der an einigen Stellen ebenso an alte Haudegen wie Telescopes, Spacemen 3 oder Flying Saucer Attack erinnern mag wie auch an jüngere Phänomene wie Honey Radar, Far Corners, Germ House oder Violent Change.
Diese New Yorker Band lässt ausgezeichneten Lärm vom Stapel auf ihrer vermutlich zweiten EP bisher, acht kurz angebundene Eruptionen aus catchy Fuzz-lastigem Garage- und aldmodischem DIY punk, der einerseits mit einem ausgeprägten 2010er Vibe etwa an Tyvek, Parquet Courts erinnert oder vielleicht auch eine rustikale Lo-Fi-Inkarnation der Wimps, andererseits aber auch berechtigte Vergleiche zu alten KBD-mäßigen Acts wie The Endtables oder The Mentally Ill hervorruft. Außerdehm ist da eine unübersehbarer Desperate Bycicles-Energie zu spüren und was jüngere Zeiterscheinungen angeht, bin ich mir sicher dass diese Songs zum Beispiel Freunden der letzten Winston Hytwrs Perfect Harmony EP einen neuen Kick liefern können.
Sex Mex waren eine echte Konstante in den letzten paar Jahren und eine Bank, wenn es um einfach gestrickten, melodischen Fuzz- und Garage Punk geht, der sich nicht weit aus dem Fenster seiner zeitbewährten Gewinnerformel hinauslehnt aber auch noch nie enttäuscht hat, immer auf Kurs gehalten von der Qualität des Songmaterials und zweifellos handelt es sich bei der neuesten EP um eins der stärksten Bündel, die sie bislang auf uns losgelassen haben - erneut ein schnörkelloser Leckerbissen des Synth-veredelten, euphorischen Garage Pop.