Die letztjährige Epoxy River and Super Pool LP dieser mutmaßlichen Ein-Mann-Band aus Evesham, New Jersey war bereits ein massiver Qualitätssprung und erneut markiert auch dieser neue Langspieler eine stetige Verfeinerung, auf welchem Window Phase sich wieder etwas von den spät-2000er Fuzz Punk- und Noise Pop-Versatzstücken entfernen, die noch die letzte LP dominierten, und sich stattdessen umso mehr in eine oldschoolige von '80er und '90er College- und Indie Rock informierte Ästhetik reinlehnen mit Sounds die von klassischen Dinosaur Jr. und Sebadoh, Bitch Magnet und frühen Seam reichen hin zu '90er Standardinventar á la Superchunk und Polvo, mit einer ganz subtilen Note von 2nd wave Emo obendrein und nicht zuletzt auch einem zunehmenden Einfluss von Hardcore-basierten '80er Proto-Noise Rockern der Sorte Flipper, Big Black, Drunks With Guns und No Trend, insbesondere im Endspurt dieser Platte. Diesen Songs wohnt eine unberechenbare Qualität inne und eine aus allen Nähten platzende explosive Energie, eine unverblümte Freude daran, eine so euphorische wie auch kantige, überlebensgroße wie anachronistische Sorte von Lärm in den Äther zu pumpen, der heutzutage wundervoll aus der Zeit gefallen wirkt und auf ganz entzückende Weise noch weiter aus der Balance geworfen wird von den markerschütternden Schreien eines Typen der sich hier nicht mit halben Sachen zufrieden gibt, so viel ist klar.
Wow, eine neue Eye Ball-EP die über vier Minuten lang ist... absolut episch im Vergleich zur letzten EP Of The Northern Americas, die uns drei Songs in unter einer Minute unterbreitete. Wie auch immer, diese vier neuen Songs haben alles von der unvorhersehbaren, chaotischen Brillianz mit der sich die Band in unsere Herzen gespielt hat und nicht zuletzt diesem sicheren Händchen für eingängige, melodische Songminiaturen, präsentiert in einem fuzzigen LoFi-Sound der für ihre kurzen Fuzz Pop-Songexplosionen wie maßgeschneidert wirkt.
Die neueste EP der Band aus Montreal ist erneut eine unwiderstehliche Tüte voller Süßwaren, die scheinbar einige Inspiration aus den melodischeren Strängen von '80er Punk irgendwo zwischen Fastbacks, späteren Naked Raygun und Hüsker Dü beziehen, aber auch solche Indie Punk Rock-Revivalisten der letzten Dekade wie Milk Music, California X, Milked oder Kicking Spit sind da nicht allzu weit hergeholt. Diesmal lassen sie uns zwar ein bisschen warten - genauer gesagt bis zum abschließenden Song - bevor sie sich so richtig in ihr charakteristisches Heavy Metal-Riffing stürzen das schon die magische Zutat auf der brillianten letzten EP war, aber dass darf eigentlich auch kein bisschen von dem eimerweise Glück ablenken, das die vorausgehenden Songs bis dahin schon verursacht haben.
Zulo aus Rosario, Argentinien haben bereits eine respektable Reihe an LPs und EPs akkumuliert mit einem wandlungsfähigen Sound zwischen den Eckpunkten von fuzzy-psychedelischem Garage Punk, Noise- und Power Pop, aber noch nie zuvor haben ihre Songs ein solch konsistent hohes Niveau erreicht wie auf ihrem neuesten Langspieler, auf dem sie noch mehr als zuvor ihre abgespaceten Tendenzen zu Schau stellen und ihre eingängigen Tunes in einem psychedelischen Nebel verhüllen, der an einigen Stellen ebenso an alte Haudegen wie Telescopes, Spacemen 3 oder Flying Saucer Attack erinnern mag wie auch an jüngere Phänomene wie Honey Radar, Far Corners, Germ House oder Violent Change.
Diese New Yorker Band lässt ausgezeichneten Lärm vom Stapel auf ihrer vermutlich zweiten EP bisher, acht kurz angebundene Eruptionen aus catchy Fuzz-lastigem Garage- und aldmodischem DIY punk, der einerseits mit einem ausgeprägten 2010er Vibe etwa an Tyvek, Parquet Courts erinnert oder vielleicht auch eine rustikale Lo-Fi-Inkarnation der Wimps, andererseits aber auch berechtigte Vergleiche zu alten KBD-mäßigen Acts wie The Endtables oder The Mentally Ill hervorruft. Außerdehm ist da eine unübersehbarer Desperate Bycicles-Energie zu spüren und was jüngere Zeiterscheinungen angeht, bin ich mir sicher dass diese Songs zum Beispiel Freunden der letzten Winston Hytwrs Perfect Harmony EP einen neuen Kick liefern können.
Sex Mex waren eine echte Konstante in den letzten paar Jahren und eine Bank, wenn es um einfach gestrickten, melodischen Fuzz- und Garage Punk geht, der sich nicht weit aus dem Fenster seiner zeitbewährten Gewinnerformel hinauslehnt aber auch noch nie enttäuscht hat, immer auf Kurs gehalten von der Qualität des Songmaterials und zweifellos handelt es sich bei der neuesten EP um eins der stärksten Bündel, die sie bislang auf uns losgelassen haben - erneut ein schnörkelloser Leckerbissen des Synth-veredelten, euphorischen Garage Pop.
Das ist mal ein irsinnig beeindruckendes Debüt dieser von Tokyo aus agierenden Band, die darauf einen perfekten Sturm entfesselt aus melodischem und gleichermaßen antriebsstarkem Noise Pop und Garage Punk mit einer unberechenbar freidrehenden kreativen Energie in seinem Kern, wo keine zwei Songs sich allzu sehr ähneln und das Ganze dennoch wie aus einem Guss erscheint wenn sie sich durch neun Instanzen von eingängigem Lärm iterieren, der so ungefähr zwischen den straighteren Klängen etwa von Dark Thoughts, Sonic Avenues, Bad Sports oder frühen Terry Malts einerseits alterniert, und den deutlich abgefahrer agierenden melodischen Attacken wie wir sie zuletzt etwa von Eye Ball und The Dumpies gehört haben.
Nur wenige Wochen nach ihrem Debüt nimmt die zweite EP vom neuen Synth Punk-Projekt des Beta Máximo-Typen die Fäden genau da wieder da auf, wo der Vorgänger aufhörte und dennoch sind da ein paar nette Überraschungen und Experimente an Bord, die wir bisher so noch nicht von ihm gehört haben wie etwa die luftigen Synth-Polyrhytmen in den Strophen von El Fin De Los Dias, die SYT von ihrer nebulösesten, ungreifbarsten Seite zeigen, nur um dann im Chorus nahtlos in einen ihrer unmittelbar eingängigsten Momente überzugehen.
Vom ersten Moment an versprüht die Debüt-EP dieser Band aus Eugene, Oregon einen gewissen Vibe, der mich an eine Reihe von kurzlebigen Bands in Spektrum von so melodischem wie auch lärmigem Punkrock in den frühen 2010ern wie Milk Music, Fins und Darma Dogs erinnert aber auch ein paar ungleich jüngere Erscheinungen wie Jolana Star und Psychic Dogs, die neues Leben in einen zeitlosen Sound aus unterschwellig Post Punk-angehauchten eingängigen Punksongs, die der klassischen Homestead-, SST- und Touch & Go-Ära tribut zollen. Jetzt darf man also auch Liquid Cross dazu zählen, aber obendrein schwingt hier auch noch ein beachtenswerter Hauch von frühen Protomartyr, insbesondere ihrer zweiten und dritten LP mit, nicht zuletzt auch aufgrund der Stimme des Sängers, die eine ähnlich überdrüssige und melancholische Qualität channelt wie der Protomartyr-Frontmann Joe Casey.
Nachschub an aufregendem Eggpunk der minimalistischen und Fuzz-verliebten Machart erreicht uns von dieser britischen Band, deren Songs auf den ersten Blick nicht groß mit den gängigen Mustern des Genres brechen, aber wen fucking interessiert's wenn jeder einzelne davon mit solch einer blinden Intuition präzise jeden Nagel auf den Kopf trifft in einer unfehlbaren Abfolge von zackigen, saumäßig eingängigen Fuzz Pop-Attacken, die mir eine Mischung etwa aus Elvis 2, Kid Chrome, Power Pants, S.B.F. and Satanic Togas ins Gedächtnis rufen.