Brandy - The Gift Of Repetition

Es ist ab­so­lut pas­send, dass der ers­te Zwölf­zöl­ler auf dem US Ga­ra­ge-Über­la­bel To­tal Punk Re­cords mit ei­nem häm­mern­den Groo­ve á la ISS be­ginnt, war doch de­ren kürz­lich er­schie­ne­ne EP die ver­mut­lich letz­te 7", die je­mals auf La­bel er­schie­nen ist - der Über­gang in ei­ne neue To­tal Punk-Ära könn­te al­so kaum smoot­her und wir si­cher sein, dass der Geist hin­ter die­sem La­bel trotz ei­ner Än­de­rung fes For­mats der glei­che ge­blie­ben ist. Ein biss­chen er­wach­sen ge­wor­den, viel­leicht. Die New Yor­ker Ga­ra­ge Noi­se-Com­bo Bran­dy klingt hier kom­pak­ter und kraft­vol­ler als je zu­vor, nach­dem sie sich ja schon an ei­nem bril­li­ant ro­hen De­büt­al­bum und ei­ner wei­te­ren 7" die Zäh­ne aus­ge­bis­sen hat­ten - ra­tet mal auf wel­chem La­bel die letz­te­re er­schie­nen ist… Eben­falls deut­li­cher als zu­vor schält sich dies­mal ein ge­wis­ser Feed­ti­me-Ein­fluss her­aus, wäh­rend ih­re abs­trak­te­ren Mo­men­te mal ei­nen leich­ten Spray Paint-Vi­be ent­wi­ckeln. Ganz be­son­ders füh­le ich mich aber an ak­tu­el­le Post Punk Acts wie Know­so oder NAG er­in­nert - bei­de hat­ten eben­falls schon Plat­ten auf To­tal Punk raus. Be­mer­kens­wert, wie vie­le Krei­se sich mit die­ser Ver­öf­fent­li­chung schlie­ßen.

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Satanic Togas - X-Ray Vision

Gleich noch mal ein Re­lease aus dem hau­se Sa­tan. Vie­len dank, Sa­tan. Hier bei 12XU sind wir sind gro­ße Fans ih­res Schaf­fens. Der neu­es­te Lang­spie­ler auf Sydney's aus­ge­zeich­ne­ten La­bel Wart­t­man inc. macht je­den­falls mal wie­der rich­tig lau­ne mit zwan­zig mi­nu­ten za­cki­gem und an­ge­mes­sen schrä­gem Ga­ra­ge Punk, der schon ei­ni­ges ge­mein­sam hat mit an­de­ren Wart­t­man-Bands á la Re­se­arch Re­ac­tor Corp., Dot.com oder Set-Top Box. Da­von ab er­scheint auch ein Ver­gleich zu frü­hen Useless Ea­ters oder Aus­mu­te­ants nicht zu weit her­ge­holt.

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OK Satán - Expanded Horizon

Hier ist ein Pfund ul­tra-simp­les, Drum Ma­chi­ne-ge­trie­be­nes Ga­ra­ge­punk-Ge­döns von ei­nem Ko­pen­ha­ge­ner Duo, das aus­schließ­lich auf un­se­re nie­de­ren In­stink­te ab­zielt. Sti­lis­tisch kann man das ir­gend­wo in der Nach­bar­schaft von Buck Bil­oxi and the Fucks, S.B.F. und Dr. Mix & The Re­mix ein­ord­nen - je­weils in ei­ner noch­mal deut­lich pri­mi­ti­ve­ren Ab­art. Per­fekt, ge­fällt.

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Bootlicker - How To Love Life 7"

Mal wie­der was neu­es von den Punks aus Van­cou­ver. Ihr wisst was es zu er­war­ten gibt und sie wis­sen wie man ab­lie­fert. Sechs ta­del­lo­se Krach­aus­brü­che aus re­la­tiv old­schoo­li­gem, schnör­kel­lo­sem Hard­core­punk mit Ga­ra­gen­zu­satz.

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Girls In Synthesis - Now Here's An Echo From Your Future

Nach­dem die Lon­do­ner über die letz­ten paar Jah­re ver­teilt be­reits ei­nen gan­zen Arsch voll EPs raus­ge­hau­en ha­ben und ihr Sound da­bei zu­neh­mend an Rei­fe ge­won­nen hat, ist es jetzt auch kei­ne be­son­de­re Über­ra­schung, dass ihr De­büt­al­bum ei­ne durch­weg stim­mi­ge An­ge­le­gen­heit ist, die ei­ge­ne For­mel aus Post Punk-, Noi­se Rock- und Post­core-Ele­men­ten zu ei­ner sau­ber ro­tie­ren­den Prä­zi­si­ons-Ma­schi­ne per­fek­tio­niert, wäh­rend die Band wei­ter­hin vor­sich­tig ih­ren Ho­ri­zont er­wei­tert - wie et­wa mit dem ge­wis­sen Wire meets Big Black-Vi­be in Set Up To Fail oder den tris­ten, an frü­he Uni­form er­in­nern­den Doom­scapes in Hu­man Frail­ty.

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Rancher - Choke

Das Elek­tro­punk-/noi­se-Duo aus Ri­ver Falls, Wis­con­sin legt hier ei­ne wei­te­re le­cke­re EP vor, auf der sie er­neut ganz schön da­nach klin­gen als schwenk­ten Big Black kom­plett auf elek­tri­sche Klang­er­zeu­gung um und mach­ten dann ge­mein­sa­me Sa­che mit den Pri­mi­ti­ve Cal­cu­la­tors, be­waff­net mit Kra­wall­werk­zeu­gen aus dem Bau­markt an­stel­le von Gi­tar­ren.

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I Am The Fly - I Am The Fly 7"

Nun, ei­gent­lich ra­te ich ja mit gu­tem Grund da­von ab, mich mit phy­si­schen Ton­trä­gern zu be­mus­tern, weil das in ge­fühl­ten 99% der Fäl­le ein­fach ei­ner rei­nen Ver­schwen­dung von Geld und na­tür­li­chen Res­sour­cen gleich­kommt. Di­gi­ta­le Files las­sen sich ein­fa­cher ent­sor­gen. Aber wie dem auch sei, was da von ei­nem Duo aus der mehr oder we­ni­ger di­rek­ten Nach­bar­schaft auf schwar­zem PVC her­ein­ge­flat­tert kam hat dann doch mal ein un­er­war­te­tes Maß an Charme und Klas­se - or­dent­lich vor­wärts ge­trie­be­ner Syn­th­punk, wie man ihn in jün­ge­rer Zeit viel­leicht mit Bands wie Le Prince Har­ry, Clar­ko, Power­plant oder R. Clown as­so­zi­ie­ren möch­te, in­klu­si­ve eng­li­scher Ly­rics aus der Klaus Mei­ne-Grab­bel­kis­te, was letzt­end­lich nur noch wei­ter zum put­zi­gen DIY-Cha­rak­ter der drei Songs bei­trägt.

Cells - They Drew First Blood

Ei­ne neue EP von Ma­es­tro Voltaire's zweit­be­kann­tes­ten Pro­jekt Cells. Muss ich da­zu über­haupt noch was sa­gen? Sie­ben neue Häpp­chen hirn- und fuz­zge­fick­ter Hard­core­punk-Glück­se­lig­keit.

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Clock Of Time - Pestilent Planet

Mal wie­der ei­ne wei­te­re Ber­li­ner Band, de­ren Mit­glie­der zu­vor be­reits in an­de­ren Ecken des 12XUniversums Wel­len ge­schla­gen ha­ben, und zwar in Bands wie Di­ät, Aus­mu­te­ants und Vexx, wo­bei Di­ät aber der na­he­lie­gends­te Ver­gleich da­von ist - viel­leicht mit ei­nem et­was aus­ge­präg­te­ren 80er De­ath Rock vi­be. Au­ßer­dem gibt's Ähn­lich­kei­ten et­wa zu ei­ner ver­lang­sam­ten In­kar­na­ti­on der Pret­ty Hurts, zu Cri­mi­nal Code oder den ös­ter­rei­chi­schen Kol­le­gen Red Ga­ze zu be­rich­ten.

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Help - 2053

Ih­re De­büt-EP vor ei­nem Jahr war ja schon ein aus­ge­zeich­ne­tes Stück zeit­ge­nös­si­scher Kra­wall, aber was die Band aus (ver­mut­lich) Port­land für den neu­en Lang­spie­ler auf die Bei­ne stellt ist da noch mal ei­ne ganz un­er­war­te­te Wucht aus Noi­se Rock und Post­core des höchs­ten Ka­li­bers. Was den all­ge­mei­nen Sound an­geht, ste­hen sie de­fi­ni­tiv mit bei­den Fü­ßen in der Ge­gen­wart und er­in­nern mich an Ge­nos­sen wie Tu­nic, De­ath Pa­nels, John (timest­wo), USA Nails oder Girls In Syn­the­sis. Auch wenn die­se Plat­te nicht wirk­lich neue Pfa­de er­schließt, wird da­für aber wirk­lich al­les zu Gold, was Help hier an­fas­sen - da­bei hilft si­cher auch die Tat­sa­che, dass für je­den Song ei­ne smar­te und trag­fä­hi­ge Kom­po­si­ti­on als Fun­da­ment dient. Ein per­fek­ter Stru­del aus an­triebs­star­ken Rhyth­men, ul­tra­fie­sen Bass­groo­ves, un­heil­vol­len Kra­che­rup­tio­nen und - wie man es schon auf der EP be­stau­nen durf­te - ei­nem mit Be­dacht do­sier­ten und des­halb be­son­ders ef­fek­ti­ven Sinn für Me­lo­die, wel­cher das gan­ze Dra­ma noch mal lo­cker aufs nächs­te Le­vel zu he­ben ver­mag.

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