D. Sablu - No True Silence

Der Ga­ra­gen­spe­zi D. Sab­lu aus New Or­leans hin­ter­ließ schon durch­weg po­si­ti­ve Ein­drü­cke mit ei­ner Rei­he von De­mos und Tapes in den Jah­ren 2020-2022. Auf sei­nem Lang­spiel­de­büt via Yes We Can­ni­bal kommt sei­ne Vi­si­on aber erst­mals so rich­tig fo­kus­siert rü­ber, spannt da­bei sti­lis­tisch ei­nen recht groß­zü­gi­gen Bo­gen et­wa vom leicht in Rich­tung Noi­se Rock/​Postcore ten­die­ren­den Ope­ner Bom­ber Stomp hin zu ul­tra-straigh­ten Ga­ra­ge Punk-Smas­hern wie Too Much Of The News oder dem Dead Boys-in­fi­zier­ten Stuck In A Rut. Ins­ge­samt hat das so ei­nen ge­wis­sen Kid Chro­me, Sau­na Youth- oder Teen­an­ger-Vi­be, macht aber ger­ne auch mal Ab­ste­cher in de­fi­ni­ti­ves Hard­core Punk-Ter­ri­to­ri­um et­wa in den De­to­na­tio­nen Scan­da­lous und World Peace. Was auch im­mer D. Sab­lu hier an­fasst wird zu Gold oder we­nigs­tens zu Kup­fer auf die­sem Al­bum. Nicht zu­letzt füh­le ich mich auch sehr po­si­tiv an die jüngs­te EP von Jean Mi­gnon er­in­nert.

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Bootlicker - 1000 Yd. Stare

Boot­li­cker aus Vic­to­ria, Bri­tish Co­lum­bia, Ka­na­da sind und blei­ben ei­ne Ur­ge­walt an der vor­ders­ten Front des halb­wegs kon­tem­po­rär aber glei­cher­ma­ßen aus­ge­spro­chen old­school klin­gen­den Hard­co­re­punks mit ei­ner aus­ge­präg­ten Ga­ra­gen­kan­te und ei­nem leich­ten Sprit­zer Oi!, reich­hal­tig an grif­fi­gen Hooks und durch­schla­gen­den Riffs. Nur die bes­ten Re­fe­ren­zen fal­len mir da­zu ein, mit­un­ter auch so fa­mo­se Bands wie die frü­hen Elec­tric Chair, Chain Whip, Il­li­te­ra­tes, Hood Rats, Cri­sis Man, Head­cheese und Im­plo­ders.

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Goblin Daycare - Agitprop Hotline!

Die De­büt-EP die­ser Egg­punk-Krie­ger aus Is­tan­bul ge­hör­te klar zu mei­nen Fa­vo­ri­ten des Gen­res im letz­ten Jahr und ih­re so­eben er­schie­ne­ne ers­te Lang­spiel­kas­set­te knüpft naht­los an den bo­den­lo­sen Spaß des Vor­gän­gers an. Will hei­ßen: Un­wi­der­steh­lich cat­chy-quir­lig-ver­schraub­te Ga­ra­ge-/Syn­th­punk-Klop­per in ei­nem sehr ähn­li­chen Be­wusst­seins­zu­stand zu so Haus­num­mern wie Pri­son Af­fair, Set-Top Box, Beer und Ghoulies! Al­les dar­an klingt für mich nach Mu­sik.

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Bermuda Squares - Outsider

Noch ein stol­zer Fang hat hier mal wie­der das hy­per­sen­si­ble Früh­warn­sys­tem des Ga­ra­ge Punk-Über­la­bels Feel It Re­cords aus Cin­cin­na­ti, Ohio aus­ge­löst. Die Band aus Min­nea­po­lis teilt sich un­ter an­de­rem Mit­glie­der mit Green/​Blue, Ci­tric Dum­mies und noch ei­nen gan­zen Hau­fen an­de­rer mehr oder we­ni­ger ein­schlä­gi­ger Bands und ver­sprüht auf ih­rer De­büt-LP ei­nen ul­tra­ein­gän­gi­gen '77er Vi­be, der naht­los die Wel­ten der frü­hen US- und UK-Sze­ne ver­eint, et­wa wie ei­ne Ver­schmel­zung von Di­ckies, Dead Boys und Ad­verts, aber auch jün­ge­re Bands bie­ten sich als Re­fe­ren­zen an wie et­wa Shop Talk, The Ce­le­bri­ties, Tom­my and the Com­mies, Sick Thoughts, Bad Sports und Tro­pi­ca­na.

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Silicone Values - Who Do You Hate? /​ Spirit Of The Age

Weiß ja nicht ob ihr's schon mit­be­kom­men habt, aber die­se chro­nisch unter'm Ra­dar agie­ren­de Band aus Bris­tol hat zu­letzt auf dem fran­zö­si­schen La­bel SDZ Re­cords ei­ne Com­pi­la­ti­on-LP ver­öf­fent­licht, die sechs der sie­ben bis­he­ri­gen Sin­gles der Band ver­eint und au­ßer­dem auch drei neue Tracks mit­bringt. Al­so der per­fek­te Ein­stieg für je­ne, die noch nicht un­heil­bar die­ser Band ver­fal­len sind! Aber wie auch im­mer, jetzt ist auch schon wie­der die neu­es­te in ih­rer phä­no­me­na­len Rei­he von di­gi­ta­len Sin­gles am Start und wie al­les was die Band bis­her an­ge­fasst hat, sind auch die­se zwei Songs jetzt schon In­stant-Klas­si­ker des end­los char­man­ten Me­kons-, De­spe­ra­te Bicy­cles- und Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-ge­tränk­ten old­school DIY Punk von un­ver­wech­sel­bar bri­ti­scher Prä­gung.

NTSC>PAL - Full Of Spots

Lasst euch nicht täu­schen von die­sem fake-NTSC>PAL, denn in Wirk­lich­keit ist es nur Bil­liam in ei­nem NTSC>PAL-Kostüm. Schö­ner Ver­such, bei­läu­fig Screa­mers zu er­wäh­nen… nu ja, ich sag mal da­für lässt sich plau­si­bel ar­gu­men­tie­ren aber letzt­end­lich, wenn man mal von der Ne­ben­säch­lich­keit nicht-vor­han­de­ner Gi­tar­ren auf die­ser Plat­te ab­sieht, kann Bil­liam auch hier gar nicht an­ders als nur wie er selbst zu klin­gen und selbst­re­dend klingt der Scheiß ein­fach sau­mä­ßig gut.

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Plexi Stad - Siren Dance

Nach­dem ih­re durch­aus schon star­ke De­büt-EP die Band aus Ant­wer­pen noch stär­ker aus ei­nem ga­ra­gi­gen Win­kel prä­sen­tier­te, springt der Nach­fol­ger kopf­über in ei­ne Post Punk-Äs­the­tik, die sich klar ei­ni­ges bei Ja­mes Chan­ce und dem fun­ky En­de des al­ten No Wa­ve-Spek­trums ab­ge­schnit­ten hat. Glei­cher­ma­ßen lässt sich aber auch ei­ne kla­re Ver­wandt­schaft zur ak­tu­el­len Ber­li­ner Sze­ne fest­stel­len, ins­be­son­de­re zu so Bands wie Pi­ge­on und Li­iek. Ich den­ke es ist dann auch über­haupt kein Zu­fall, dass der Krem­pel als 7" beim Ber­li­ner Spe­zia­lis­ten Man­gel Re­cords er­schie­nen ist.

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O.R.F. - O.R.F.1

Fan­ta­bu­lö­ses neu­es Ga­ra­ge-/Syn­th-/Elek­tro­punk-Ge­döns aus Graz, das mit mi­ni­ma­len Mit­teln doch tat­säch­lich ein paar fri­sche und bis­lang un­ge­hör­te Im­pul­se in den gan­zen Egg­punk-Clust­er­fuck ein­bringt. In ei­ni­gen Mo­men­ten kann ich gar nicht an­ders, als den Scheiß hier auf den Na­men Big Bl…Egg zu tau­fen! Dem zum Trotz gibt es hier aber glei­cher­ma­ßen auch reich­lich fluf­fi­ge Pop­me­lo­dien zu be­stau­nen. Dann wä­re da noch die Sa­che mit dem Raus­schmei­ßer-Track Frei­bad Fürs­ten­wald, der… ähm, re­cher­chiert das mal sel­ber nach, oder noch bes­ser, lasst es sein. Ist nichts für schwa­che Ner­ven.

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Machiavellian Art - Population Control

Die Band aus Wal­sall, UK kon­fron­tiert uns hier mit ei­nem ab­sicht­lich über­wäl­ti­gen­den, kom­pro­miss­lo­sen und ma­xi­mal ver­siff­ten Klum­pen aus dis­so­nan­tem und zeit­wei­se mo­no­to­nem Lärm, an­ge­sie­delt ir­gend­wo an den streit­lus­ti­ge­ren Tel­ler­rän­dern von Post Punk, Noi­se Rock und Post­co­re. In­ter­es­san­ter­wei­se sind die meis­ten Ver­glei­che, die mir da­zu ein­fal­len, schon et­was an­ge­staubt und er­in­nern mich dar­an, was für ei­ne un­er­war­tet pro­duk­ti­ve De­ka­de die 2010er Jah­re für rau­en Noi­se Rock wa­ren, ein Gen­re in dem ich ak­tu­ell eher we­nig auf­re­gen­des fin­den kann nach die­ser zwei­ten gol­de­nen Ära mit Bands wie den frü­hen Metz, USA Nails, Kee­pers, Over­ti­me, De­ath Pa­nels, Greys oder - zum En­de der De­ka­de hin - Van­gas, Tu­nic und John (timestwo). Ei­ni­ge da­von ha­ben sich bis heu­te ge­hal­ten. An­de­rer­seits er­in­nert mich der kon­stan­te, dich­te Ne­bel aus dis­so­nan­ten Noi­se-Tex­tu­ren stark an die kurz­le­bi­ge US Post Punk-Sen­sa­ti­on Da­sher und der Sa­xo­phon­ein­satz wie­der­um hat et­was von Ne­ar­ly Dead, der re­la­tiv ob­sku­ren aus­tra­li­schen Post Punk-Grup­pe Fun­gus Brains oder, wenn ein paar un­ty­pisch me­lo­di­sche Ober­tö­ne da­zu kom­men wie in Crime, füh­le ich mich an das eben­falls aus­tra­li­sche Post Punk /​ Pro­to-Noi­se Rock-Boll­werk X er­in­nert.

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Monda - Stiff Jumbo

Die neu­es­te in ei­nem, um es mal ganz platt zu sa­gen, ab­so­lut un­durch­dring­ba­ren Di­ckicht an Ver­öf­fent­li­chun­gen, die sich über die letz­ten paar Jah­re auf der Band­camp-Sei­te die­ser Band ak­ku­mu­liert ha­ben, lie­fert ein far­ben­fro­hes Spek­ta­kel kur­zer und ein­gän­gi­ger Tu­nes mit ei­ner ma­xi­ma­len Spiel­zeit von ge­nau ei­ner Mi­nu­te. Vier­zig Songs wer­den hier in deut­lich un­ter ei­ner hal­ben Stun­de ab­ge­feu­ert ir­gend­wo zwi­schen den Ko­or­di­na­ten von Ga­ra­ge Punk, Power Pop, old­schoo­li­gem In­die Rock und Fuzz Punk. Ziem­lich ein­deu­tig weht hier die Fah­ne al­ter DIY Punk- und In­die Rock-Hel­den wie den frü­hen Gui­ded By Voices, Fast­backs und M.O.T.O, glei­cher­ma­ßen bie­tet sich aber auch ein bun­ter Strauß jün­ge­rer Bands als Ver­glei­che an, et­wa Boo­ji Boys, Print Head, Va­guess und Da­ten­ight.

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