Fernando And The Teenage Narcs – Last Dance With Mary Jane (Cuz I’m Bustin‘ Dope Smokers)

Fernando And The Teenage Narcs - Last Dance With Mary Jane (Cuz I'm Bustin' Dope Smokers)

Bei Fer­nando And The Teenage Narcs han­delt es sich um nicht weni­ger als das Solo­pro­jekt von Vinny Vaguess, bes­ser bekannt aus sei­ner Band Vaguess. Auf sei­ner bereits zwei­ten EP in die­sem Jahr gibt es mal wie­der den erwar­tungs­ge­mäß gei­len, wun­der­bar beschä­dig­ten Garage Punk zu hören.



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Traumatologia – C​.​C.

Traumatologia - C​.​C.

Die aktu­elle digi­tale Sin­gle vom New Yor­ker Solo­künst­ler Zol­tán Sindhu aka Trau­ma­to­lo­gia (der wie’s scheint auch bei den Indie­ro­ckern Pom Pom Squad für den Bass zustän­dig ist) kommt nach zwei auf den ers­ten Blick deut­lich nebu­lö­se­ren, von dich­ten Nebel­wän­den, sinis­te­ren Stim­men und ver­dräng­ten Erin­ne­run­gen durch­zo­ge­nen EPs gera­dezu vor wie eine Pop­sin­gle. Greif­ba­rer als bis­her gewohnt, ver­lie­ren die zwei neuen Songs aber kei­nes­wegs ihren Blick auf die dunk­len Orte der Psy­che, die nach wie vor zwi­schen den Schich­ten aus Noise und Melo­dien ihr Unwe­sen trei­ben.

Die ers­ten bei­den EPs waren wie ein schwar­zer Abgrund, in den man erst mal ver­sin­ken, sich an die Dun­kel­heit gewöh­nen musste um die Schön­heit darin zu erken­nen. Hier nähert sich Sindhu schein­bar von der ande­ren Seite her. Die Musik wirkt im ers­ten Moment ein­la­dend und far­ben­froh, offen­bart erst nach und nach die Risse, den Ver­fall, die Wun­den die sich dahin­ter ver­ber­gen. Alle drei bis­he­ri­gen EPs tra­gen diese Gegen­sätz­lich­keit in sich, ohne jemals stump­fen Elends­tou­ris­mus zu betrei­ben. Es ist die mal offen­sicht­li­che, mal im Dun­keln ver­bor­gene Wärme und Mensch­lich­keit, die mich an die­ser Musik so fas­zi­niert und sie aus der gro­ßen Masse her­vor­hebt.

Trau­ma­to­lo­gia gehört der­zeit zu den inter­es­san­tes­ten Pro­jek­ten im Dunst­kreis von Noise, Ambi­ent und elek­tro­ni­schen Klän­gen. Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise noch gehen wird.

Powerplant – Quiet At Night

Powerplant - Quiet At Night

Mit ein biss­chen Ver­spä­tung poste ich dann mal noch das bereits im Herbst erschie­nene zweite Tape des Garage-/Syn­th­punk-Pro­jekts aus Lon­don. Den von mir schon anläss­lich der letz­ten EP bemüh­ten Ver­gleich zu Digi­tal Lea­ther meets Aus­mu­te­ants meets Gior­gio Mur­de­rer finde ich immer noch sehr tref­fend.



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Video Duct – Small Pets And Kitchenettes

Video Duct - Small Pets And Kitchenettes

Hier ist mal wie­der ein kru­der Bro­cken Lärm für fort­ge­schrit­tene Hörer. Oder für Hörer mit fort­ge­schrit­te­nem Dach­scha­den. Aus Colum­bia, Mis­souri kommt diese Band und erzeugt auf ihrem aktu­el­len Tape ein ange­piss­tes LoFi-Spek­ta­kel aus Noise, Garage und expe­ri­men­tel­lem Chaos, zwi­schen alten Bands á la Flip­per, Swell Maps und aktu­el­le­ren Ver­tre­tern wie Soup­cans oder City Yelps.



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Bikini Cops – Three 7″

Bikini Cops - Three 7"

Auch EP Num­mer drei der Bikini Cops aus Perth ist mal wie­der eine gebün­delte Gara­ge­punk-Atta­cke die­ser spe­zi­ell aus­tra­li­schen Mach­art, die ein­fach nur dumm und gera­de­aus rocken will, sich nicht so sehr um Fein­hei­ten schert. Wird nie alt, sowas. Oder viel­leicht wird es doch alt und ich merk’s nicht weil ich selbst schon lang­sam am ver­we­sen bin? Ja, ich glaub das ist es. Trotz­dem geil!


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Fluid To Gas – …On Air

Fluid To Gas - ...On Air

Fluid To Gas aus Bonn haben ihren Post­core schon gespielt zu einer Zeit, da wusste meine dumme, kleine Teen­ager­seele noch gar nicht was Post­core ist. Oder Hard­core über­haupt. Punk? War ein Begriff, aber ich noch nicht auf den Geschmack gekom­men.

Das letzte Album der Band war von 2006. Hätte ich eigent­lich mit­krie­gen kön­nen. Dum­mer­weise war ich da mit ganz ande­ren Pro­ble­men beschäf­tigt, hatte gerade meine Plat­ten­samm­lung ver­kauft, erholte mich lang­sam von einem sowohl Psy­chi­schen als auch mate­ri­el­len Zusam­men­bruch, über­nach­tete auf ’ner Iso­matte in einem Büro und fragte mich, wie zum Hen­ker ich jetzt wie­der ein fes­tes Dach über’m Kopf orga­ni­siert bekomme. Keine Kapa­zi­tä­ten frei um eine wenig bekannte Band aus der ehe­ma­li­gen Haupt­stadt für mich zu ent­de­cken.

Schlech­tes Timing zum drit­ten: Zehn Jahre spä­ter ver­öf­fent­li­chen Fluid To Gas eine neue EP, zu einer Zeit, in der sich das Ziel­pu­bli­kum für klas­si­schen Post­core prak­tisch in Luft auf­ge­löst hat. Oder auch gutes Timing: Ich bin noch da und höre jetzt zum ers­ten mal zu. Und mit dem, was ich da höre kann ich mich durch­aus anfreun­den. Post­core, der alten Män­nern Spaß macht und auch ein biss­chen so klingt als wäre die Zeit irgend­wann in den Neun­zi­gern ste­hen geblie­ben. Zum Bei­spiel hat das so eini­ges von Shud­der To Think, von Jaw­box, Smart Went Crazy oder Q And Not U, plus ver­ein­zelte Ein­spreng­sel vom Emo­core der ers­ten und zwei­ten Welle. Geht klar, das. Und in zehn Jah­ren gerne wie­der!


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Dairy Classics – Early Adopters

Dairy Classics - Early Adopters

Kru­des Zeug mal wie­der aus der wacker den Umstän­den trot­zen­den Lon­do­ner DIY-Szene. Dairy Clas­sics spie­len eine Vari­ante des Post­punk, die sich der Repe­ti­tion, der weit­ge­hen­den Melo­die­ver­wei­ge­rung und den in letz­ter Zeit ja häu­fi­ger zu ver­neh­men­den Anklän­gen an die alte No Wave-Schule ver­schrie­ben hat. Hät­ten The Fall ihre Anfänge nicht im Man­ches­ter der spä­ten Sieb­zi­ger genom­men son­dern in New York, könnte das durch­aus ähn­lich klin­gen.



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Co-op – 2nd View

Co-op - 2nd View

Ver­dammt gei­les Zeug fabri­zie­ren Co-op aus Van­cou­ver da auf ihrem zwei­ten Tape. Post- und Art­punk kommt einem da ent­ge­gen, mit einem gekonn­ten Spiel aus Melo­die und Dis­so­nanz, Noise-las­ti­ger Gitar­ren­ar­beit und einer stark psy­che­de­li­schen Geschmacks­note. Beson­ders in der ers­ten Hälfte die­ser EP klingt das ein biss­chen als wür­den Wire durch die Noise-Tex­tu­ren der frü­hen Sonic Youth gefil­tert. Im zwei­ten Teil fühle ich mich dann zuneh­mend and die abs­trak­ten, schlep­pen­den aber hoch­kon­zen­trier­ten Song­kon­strukte von Beha­vior erin­nert. Trotz aller Dis­so­nanz, krum­men Tak­ten und sons­ti­gen Sper­rig­kei­ten blei­ben die sechs Songs aber erstaun­lich grif­fig und zugäng­lich. Viel­leicht ist das die Wir­kung des Gesangs von Evan Gray, der als Gegen­pol zu all dem eine unglaub­li­che Ruhe ver­strömt, den Hörer an die Hand nimmt und sicher durch die ver­schlun­ge­nen Win­kel der Musik führt.



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Alien Nosejob – Panel Beat

Alien Nosejob - Panel Beat

Irgendwo im Aus­tra­li­schen Nie­mands­land liegt das keine 2000 See­len große Kaff Clu­nes. Aber über­all wo man in Aus­tra­lien eine Tank­stelle und zwei Häu­ser mit ’nem feuch­ten Kel­ler fin­det, gibt’s auch eine Gara­gen­band. Die in Clu­nes nennt sich Alien Nose­job und hat sich Sound­mä­ßig mehr als nur eine Scheibe bei den Aus­mu­te­ants abge­schnit­ten, bis hin zum Gesang, der Aus­mu­te­ants-Front­mann Jake Robert­son so zum ver­wech­seln ähnelt, das ich zuerst glaubte ein wei­te­res Sei­ten­pro­jekt von ihm zu hören. Da die Band des letzt­ge­nann­ten aber schon län­ger nichts mehr von sich gege­ben hat, geht das als Ersatz­droge mal so was von klar.


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Scul Hazzards – Epitaph; reset

Scul Hazzards - Epitaph; reset

Die Noi­sero­cker aus Mel­bourne haben sich schon vor län­ge­rer Zeit auf­ge­löst und ihre letz­ten Auf­nah­men aus dem Jahr 2015 gam­mel­ten bis­her unver­öf­fent­licht vor sich hin. Erst vor kur­zem wurde das Zeug dann via Band­camp zugäng­lich gemacht und her­aus­ge­kom­men ist ein durch­weg star­kes, letz­tes Album. Vinyl­be­vor­zu­ger dür­fen schon mal nach dem ange­kün­dig­ten Release auf Reju­vina­tion Records Aus­schau hal­ten.



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