Smirk - Material

Neu­er Scheiß von Nick Vica­rio aka Smirk, be­kannt von ein­schlä­gi­gen Haus­num­mern wie Pu­blic Eye, Cri­sis Man und Ce­men­to. Sei­ne zwei­te LP setzt naht­los das ek­lek­ti­zis­ti­sche Post- und Ga­ra­ge Punk-Spek­ta­kel fort, das sich aus ei­ner vol­len Grab­bel­kis­te von Punk-Samples be­dient und da­bei flüch­ti­ge Ähn­lich­kei­ten zu ei­nem ge­misch­ten Hau­fen von Bands wie ISS, In­sti­tu­te, Ali­en No­se­job, Cher­ry Cheeks, Ura­ni­um Club, Rea­li­ty Group oder Marb­led Eye auf­weist.

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Rider/​Horse - Feed 'Em Salt

Zwei­te LP des Du­os be­stehend aus nie­mand ge­rin­ge­rem als Spray Paint's Co­ry Plump so­wie ei­nem mys­te­riö­sen Chris, der ir­gend­wann mal in ir­gend­ei­ner Form mit Les Sa­vy Fav, Trans Am und Sce­ne Crea­mers un­ter ei­ner De­cke ge­steckt hat. Ge­lie­fert wird Nach­schub von der süch­tig ma­chen­den Me­lan­ge aus Post Punk und Noi­se Rock mit dem star­ken In­dus­tri­al-Bei­geschmack, glei­cher­ma­ßen ex­pe­ri­men­tell wie auch hyp­no­tisch und mit­rei­ßend. Viel­leicht liegt's hier vor al­lem am Mix und Mas­te­ring, aber das Klang­spek­trum er­scheint hier deut­lich ent­schlackt im Ver­gleich zum Vor­gän­ger, die all­ge­mei­ne Stim­mung we­ni­ger klaus­tro­pho­bisch mit reich­lich Luft zum At­men. Im­mer noch sind reich­lich Swell Maps-, oder al­ter­na­tiv, Exek-Vi­bes am Start hier aber auch ei­nen An­flug von Pro­tom­ar­tyr hat das in Rot­ting Pro­fits, ein paar Echos von Wire in Flo­ri­da Ga­so­li­ne

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Snooper - Town Topic

Drei fünf­tel der EP wa­ren ja schon tröpf­chen­wei­se in der Form von De­mos und di­gi­ta­len Sin­gles ans Licht ge­tre­ten. Jetzt gibt es die vol­le EP zu be­stau­nen von die­sem Pro­jekt aus Nash­ville, das ein­deu­tig sei­ne ei­ge­ne klei­ne Ni­sche im recht vol­len Pool von ei­er­mä­ßi­gen Acts ge­fun­den hat mit sei­nen auf mi­kro­sko­pi­schen Maß­stab ein­ge­schrumpf­ten, schram­me­li­gen Ga­ra­ge Punk-Ex­plo­sio­nen… ein biss­chen wie ei­ne su­per­klein­lau­te In­kar­na­ti­on von R.M.F.C. mit wei­te­ren Ge­schmacks­zu­sät­zen aus dem Print Head-, Neo Ne­os- oder Erik Ner­vous-La­ger.

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Pisse - Lambada

Hat ja si­cher schon je­der mit­ge­kriegt, aber ei­nen neu­en Ton­trä­ger der ein­zi­gen deut­schen Punk­band die ich ken­ne kann ich na­tür­lich nicht un­er­wähnt las­sen - auch wenn ich da­zu nicht viel zu er­zäh­len hab au­ßer dass Pis­se halt ein­fach Pis­se sind und ihr Mit­tel­strahl im­mer noch so treff­si­cher wie we­nig an­de­re auf das lang­sa­me Ver­re­cken der mensch­li­chen See­le in hie­si­ger Ge­sell­schaft fo­kus­siert ist, oh­ne da­bei aber die Aus­wüch­se in ei­ge­nen Krei­sen tro­cken da­von kom­men zu las­sen. Das gan­ze zu Mu­cke im Span­nungs­feld von Post- und Ga­ra­ge Punk, die ein­fach mal gar nicht zum Fremd­schä­men ist. Nicht mal im Raus­schmei­ßer Fa­vo­rit, der den Syn­th-Mi­ni­ma­lis­mus von Sui­ci­de durch ei­ne deut­sche Schla­ger­höl­le schleift.

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Famous Logs in History - Fancy!

Auf der jüngs­ten Kas­set­te die­ser New Yor­ker springt der Fun­ke so­fort über an­läss­lich schrul­li­ger Power­pop-Klän­ge, die an­mu­ten wie ei­ne et­was new-wa­vig an­ge­hauch­te Me­lan­ge aus frü­hem, me­lo­di­schem, über­wie­gend bri­ti­schem Post Punk ir­gend­wo in der er­wei­ter­ten Nach­bar­schaft von so al­tem Krem­pel wie De­spe­ra­te Bicy­cles. Me­kons, Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties und Swell Maps.

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The Blinds - Endless Fascination

Die 2017er De­büt-EP die­ser Band aus Mel­bourne hat sich in mei­ne Syn­ap­sen ein­ge­brannt als ei­nes der be­ein­dru­ckends­ten Ar­te­fak­te aus den Ga­ra­ge-/Post-/Art Punk-Sphä­ren ih­rer Zeit. Schlap­pe fünf Jah­re spä­ter gibt es jetzt ei­nen Nach­fol­ger zu be­gut­ach­ten und es fin­det sich dar­auf er­war­tungs­ge­mäß ein et­was ge­ord­ne­te­res Klang­bild, aber im­mer noch vol­ler Am­bi­ti­on und Über­ra­schun­gen. Wie ge­habt scheint das reich­lich In­spi­ra­ti­on von Wire's Chairs Miss­ing und Pink Floyd der frü­hen Syd Bar­ret-Ära zu schöp­fen, ver­la­gert dies­mal aber das Ge­wicht deut­lich in Rich­tung Post Punk, was manch­mal auch et­was von ei­ner nerdi­ge­ren Va­ri­an­te der B-Boys oder Go­to­beds hat. Els­whe­re, der ge­rad­li­nigs­te und ein­la­dends­te Mo­ment der EP, ist hin­ge­gen ei­ne me­lo­disch lär­men­de old­school In­die­rock-Hym­ne wie sie ei­nem heu­te viel zu sel­ten be­geg­net.

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Peace De Résistance - Bits and Pieces

Als die ver­zau­bern­de 2020er De­büt-EP die­ses New Yor­ker Ty­pen ge­lan­det war, hat­te ich noch kei­nen blas­sen Schim­mer, wer hin­ter die­sen ent­rück­ten Klän­gen ste­cken könn­te. Stellt sich her­aus: Es ist nie­mand ge­rin­ge­res als Mo­ses Brown, an­der­wei­tig be­kannt als die Front­sau von In­sti­tu­te. Macht ir­gend­wie Sinn, rück­bli­ckend… kei­ne Ah­nung war­um ich da nicht selbst drauf ge­kom­men bin. Auf dem ers­ten Lang­spie­ler ent­fal­tet sich jetzt ein et­was voll­kör­ni­ger, aber nach wie vor ziem­lich mi­ni­ma­lis­ti­scher Sound in vol­ler Band­be­set­zung, der ein­fach wun­der­bar fehl am Platz wirkt - ei­ne ne­bu­lö­se Zeit­kap­sel fal­scher Er­in­ne­run­gen, die frü­he Strän­ge des Pro­to-, Art- und Post Punk zu ei­nem plau­si­bel wir­ken­den Man­de­la-Ef­fekt ver­webt.

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Vision 3D - Hypnose

Ein or­dent­lich sen­sa­tio­nel­les Ding hat die­se Band aus dem bel­gi­schen Tour­nai mei­nes Er­ach­tens mit ih­rem zwei­ten Lang­spie­ler ge­dreht. Vom ers­ten Mo­ment an füh­le ich mich an so viel gu­ten, so­wohl al­ten als auch neu­en Scheiß an den Schnitt­stel­len von Art-, Post- und Ga­ra­ge Punk er­in­nert, kom­plet­tiert von ei­ner wür­zig-dis­so­nan­ten No Wa­ve und Noi­se Rock-Kan­te. Manch­mal klingt das et­was nach Angst, die mit dem sim­plis­ti­schen Beat von Man Si­zed Ac­tion und et­was frü­her The Fall-Schram­mels­elig­keit ver­schmel­zen. An an­de­ren Stel­len bil­de ich mir ein, Echos von Mem­bra­nes, Gordons oder Swell Maps wahr­zu­neh­men aber ge­nau so gut kann man auch Ver­bin­dun­gen zu ge­gen­wär­ti­gen Acts à la Ho­ney Ra­dar, Toe Ring, Li­thics, Germ House, Shark Toys und Subt­le Turn­hips irgnd­wo da drin wie­der­fin­den.

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Society - All Flies Go To Hell

Vier­ein­halb spa­ßi­ge Schram­mel­or­gi­en der stark Pro­to Punk-in­spi­rier­ten Mach­art von ei­nem­Ty­pen, der zu­fäl­lig auch bei Toe Ring mit am Werk ist. Das Zeug klingt ein biss­chen nach 'ner Mi­schung aus Peace De Re­sis­tance, Woo­len Men und Ho­ney Ra­dar plus ei­nem Hauch von Mo­dern Lo­vers.

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Rogue - Rogue

Qua­li­tät aus dem Hau­se Phan­tom Re­cords mal wie­der und bei den Tä­tern han­delt es sich schon wie­der um ei­ne die­ser Ber­li­ner Bands für die ich lang­sam mal Men­gen­ra­batt ver­han­deln soll­te. Post Punk, ja wer hät­te es denn ge­dacht? Sol­cher, der sei­ne Her­kunft mit Wür­de trägt, da­bei aber je­des mal ei­nen ei­ge­nen krea­ti­ven Spin mit­bringt. Fun­ky und doch mit or­dent­lich knir­schen­dem Dreck im Ge­trie­be. Be­son­ders pro­mi­nent ist hier ein ge­wis­ser Surf­rock-Vi­be, den sie mut­wil­lig wie ein Brech­ei­sen zwi­schen die Spei­chen wer­fen, was ein paar spa­ßi­ge Stunts und Ma­nö­ver zur Fol­ge hat. Auch et­was durch ei­nen Gun Club-meets-The Fall-Fleisch­wolf ge­zo­ge­ner Rocka­bil­ly ist da mit von der Par­tie. Mein per­sön­li­cher Fa­ve hier ist ei­ne fei­nes Ge­schoss na­mens An­ger­man, wel­ches das Spiel von Zu­cker­brot und Peit­sche, aus dis­so­nan­tem Noi­se und Me­lo­die, ganz per­fi­de auf die Spit­ze treibt.

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