Eat - Dance and Die /​ Shit

Eat - Dance and Die / Shit

Gleich zwei schön gestörte Tapes hat zuletzt diese Band aus Phil­adel­phia raus­ge­hauen, voll­ge­macht mit kru­dem Dreck, der sich gut mit so man­chen Pio­nie­ren des Art­punk, No Wave und Proto-Noi­se­rock asso­zi­ie­ren lässt. Irgendwo zwi­schen Feed­time-Mono­to­nie und Flip­per-Hirn­fick; außer­dem steht das z.B. MX-80, Ment­ally Ill, Mem­bra­nes und Half Japa­nese nicht allzu fern.

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Co-op - III

Co-op - III

Nach der ziem­lich gei­len EP vor andert­halb Jah­ren war es man höchste Zeit für neues Mate­rial der Band aus Van­cou­ver. Das wirkt im Gesamt­ein­druck etwas unfo­kus­sier­ter, was wohl vor allem an den drei Instru­men­tal­stü­cken und Inter­lu­des liegt, die den Fluss des Albums eher unter­bre­chen als ihm dien­lich zu sein. Lässt man eben jene aus, bleibt eber erneut eine aus­ge­zeich­nete EP übrig. Wie gehabt trifft in ihrem Art- und Post Punk ela­bo­rierte Song­ar­chi­tek­tur auf Wire-Mini­ma­lis­mus und psy­che­de­li­sche Zuta­ten, die mich an Paint Thin­ner erin­nern. Ande­rer­seits kann es auch mal ein wenig nach Bam­bara oder Pro­tomar­tyr in ihren etwas kan­ti­ge­ren Momen­ten klin­gen.

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Drahla - Useless Coordinates

Drahla - Useless Coordinates

Die Post-/Art­punk-Kapelle aus Leeds hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ja schon mit drei EPs für reich­lich Auf­se­hen gesorgt und sich dabei qua­li­ta­tiv mit jeder Ver­öf­fent­li­chung deut­lich gestei­gert - und dabei war schon die erste davon sau­gut. Die­ser Auf­wärts­trend wird auch mit ihrem Lang­spiel­de­büt fort­ge­führt, des­sen Song­struk­tu­ren und Arran­ge­ments so per­fekt aus­ba­lan­ciert, bis ins kleinste Detail aus­for­mu­liert und effek­tiv rüber kom­men wie kaum etwas, das ich in letz­ter Zeit zu Gehör bekam. Zum Ein­stieg gibt es wie­der die von den EPs bekann­ten Sonic Youth-Gitar­ren zu hören, man kann leichte Anflüge von Jaw­box oder aktu­el­le­ren Noi­sero­ckern wie Tunic ver­nah­men. Von all dem ent­fer­nen sie sich aber zuneh­mend im Laufe des Albums. Stel­len­weise erin­nert mich der Sound dann stark an die New Yor­ker Pill, aller­dings ver­schweißt mit dem kräf­ti­gen Motor von Drive Like Jehu. Starke Platte.

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Oranges - Hey Zeus

Oranges - Hey Zeus

Diese saustarke Aus­gra­bung hab ich mal wie­der dem guten RRRie­cher der Mann­heim-Con­nec­tion zu ver­dan­ken. Das schnell und dre­ckig auf­ge­nom­mene Debüt­al­bum der Oran­ges aus Dub­lin über­zeugt mit einem wun­der­bar unge­schlif­fe­nen, abs­trakt-mini­ma­lis­ti­schen Post­punk-Sound und einem fuz­zi­gen Gara­gen­fak­tor. Da kann man sich hin und wie­der an The Fall, frühe Swell Maps oder 80er Half Japa­nese erin­nert füh­len, noch mehr aber an gegen­wär­tige Ver­tre­ter wie Tyvek, Ita­lia 90, City Yelps oder ganz frühe Pro­tomar­tyr. Runde Sache.

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Protruders - Poison Future

Protruders - Poison Future

Nach einer Hand­voll selbst­ver­öf­fent­lich­ter Tapes und EPs über­rascht die neue Mini-LP auf Feel It Records der Gara­ge­punks aus Toronto mit einem aus­ge­präg­ten Art-/Pro­to­punk-Vibe. Modern Lovers fal­len mir da am pro­mi­nen­tes­ten auf und in der Gegen­wart schla­gen unter ande­rem David Nance und Apa­che Dro­pout in eine ähn­li­che Kerbe. Keine welt­be­we­gende Neu­heit also, aber nichts desto Trotz sehr, sehr gut.

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Tics - Agnostic Funk

Tics - Agnostic Funk

Auch wenn ich damit wohl etwas spat dran bin (jau, mein Blog­rück­stand ist schreck­lich gerade) muss dies Platte noch unbe­dingt hier rein. War der Vor­gän­ger noch ein ein­zi­ges, wenn auch end­los char­man­tes und span­nen­des Chaos, fließt der ambi­tio­nierte Art- und Post Punk der Köl­ner auf ihrem zwei­ten Album zu einer kom­pak­te­ren, aber nach wie vor unvor­her­seh­ba­ren Form zusam­men; der titel­ge­bende Funk spielt natür­lich auch wie­der eine zen­trale Rolle. Aktu­ell klin­gen die wie nie­mand anders.

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The Snakes - The Snakes

The Snakes - The Snakes

Wie gewohnt kommt auch mit die­ser Scheibe wie­der sau­bere Qua­li­tät aus dem Hause Anti Fade - bei der Bude kann man eigent­lich nichts falsch machen. The Snakes sind eine noch ganz fri­sche Band aus Mel­bourne und ihr Debüt­al­bum gefällt ganz aus­ge­zeich­net mit einem ein­falls- und abwechs­lungs­rei­chen Sound aus Garage- und Art­punk, der gekonnt eine Brü­cke schlägt von Bands der gegen­wär­ti­gen Schule á la UV Race, Shark Toys oder Aus­mu­te­ants hin zu diver­sen Haus­num­mern von ges­tern; pri­mär wären da vor allem frühe The Fall und Devo zu nen­nen.

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Freak Genes - III

Freak Genes - III

Ich dachte eigent­lich, dass ich das letzte Album Quack Quack des ultra­sym­pa­thi­schen Duos hier irgend­wann schon gepos­tet hätte. Aber nein, das muss ich sei­ner­zeit mal wie­der ver­peilt haben. Dann hol ich's halt anläss­lich ihrer neuen LP nach. Darf ich vor­stel­len: Freak Genes, ein bri­ti­sches Duo bestehend aus Andrew Ander­son, der auch bei den Hip­shakes und den famo­sen Proto Idiot mit­mischt und Char­lie Mur­phy, den man viel­leicht von den eben­falls sehr geschätz­ten Red Chords kennt. Was die zusam­men fabri­zie­ren klingt aber nach kei­ner die­ser Bands. Dafür setzt es eine hoch­gra­dig ver­schro­bene Mischung aus ver­schram­mel­tem Fuzz-/Ga­ra­ge­pop und ver­spul­tem Elek­tro-/Syn­th­punk. Seit der letz­ten Platte hat sich der Fokus klar zuguns­ten der elek­tri­schen Sounds ver­scho­ben. Da haben einer­seits sicher uralte bekannte wie Despe­rate Bicy­cles, Tele­vi­sion Per­so­na­li­ties oder die der­zeit schein­bar mal wie­der als sehr schick gel­ten­den Devo als Inspi­ra­tion gedient. Manch­mal drängt sich mir der Begriff Bub­ble­gum Sui­cide gera­dezu auf. Und aktu­ell könnte man da Par­al­le­len zu Won­der Bread, ISS, Buck Goo­ter oder Wha­te­ver Brains drin erken­nen.

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(The Minneapolis) Uranium Club (Band) - The Cosmo Cleaners: The Higher Calling Of Business Provocateurs

(The Minneapolis) Uranium Club (Band) - The Cosmo Cleaners: The Higher Calling Of Business Provocateurs

Auch das dritte Album von Ura­nium Club ist erwar­tungs­ge­mäß all Knül­ler no Fül­ler. Ich glaub es wäre über­trie­ben, ange­sichts der gro­ben Masse an sau­gu­ten, jun­gen wie auch älte­ren akti­ven Gara­gen­bands eine davon als die beste zu küren, aber es läst sich kaum bestrei­ten dass Ura­nium Club die letz­ten vier Jahre lang sowas von in der Zone sind, mit einem bereits voll aus­ge­reif­ten Sound erst­mals an die Öffent­lich­keit tra­ten und seit­dem schein­bar ein­fach nichts falsch machen kön­nen. In ihrer spe­zi­el­len Nische aus bor­der­line-vir­tuos dar­ge­bo­te­nem, schlau arran­gier­tem und fies abgroo­ven­dem Gara­ge­punk mit einem Hauch von Art­punk macht ihnen der­zeit nie­mand was vor.

Ansons­ten herrscht hier über­we­gend busi­ness as usual - die Rezep­tur wurde wie­der inkre­men­tell ver­fei­nert und ein paar klei­nere Expe­ri­mente wie etwa die schrä­gen Sam­ples im Ope­ner sind neu. Die auf­fäl­ligste Ver­än­de­rung betrifft aber die Lyrics. Die sind zwar immer noch weit­ge­hend von absur­dem bis schwar­zem Humor durch­zo­gen, kön­nen aber neu­er­dings auch ein­fach mal voll­kom­men iro­nie­frei tief­schwarz und resi­gniert rüber­kom­men. So klingt es, wenn Humor als Bewäl­ti­gungs­stra­te­gie nicht mehr greift und das Lachen zeit­wei­lig im Halse ste­cken bleibt. Will­kom­men im Club.

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Paint Thinner - The Sea Of Pulp

Paint Thinner - The Sea Of Pulp

Wow! Was ein gesun­des Mini­mum an Pro­duk­ti­ons­auf­wand für einen Unter­schied machen kann, beweist der erste Lang­spie­ler von Paint Thin­ner aus Detroit. Die gefie­len mir bereits auf ihrem Demo vor ca. drei Jah­ren aus­ge­spro­chen gut. Aber kamen mir damals als Ver­gleich noch eher Wire so anno Chairs Mis­sing in den Sinn, klingt das hier etwas weni­ger nach Ur-Post­punk und Art­punk, dafür stär­ker nach Ur-Psy­che­de­lic- und Spa­ce­rock, nach Pink Floyd der (mal ehr­lich, ein­zig wah­ren) Syd Bar­ret-Ära und frü­hen Hawk­wind. Und das mit­un­ter auch bei den Songs, die bereits auf dem Demo ent­hal­ten waren. Ver­ein­zelt kann auch ein wenig Surf-Twang etwa an Crys­tal Stilts erin­nern. Aber zu kei­nem Zeit­punkt lässt The Sea Of Pulp zwei­fel daran auf­kom­men, dass in ihm ein Herz aus Punk schlägt. Die Platte ist ein Kil­ler und mit Fell Flat ist (erneut) einer der stärks­ten Songs an Bord, die mir in letz­ter Zeit so unter­ka­men.

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