Dead Finks - The Death and Resurrection of Johnathan Cowboy

Nach ei­nem et­was in­kon­sis­ten­ten De­büt-Tape im letz­ten Jahr kommt die neue LP die­ser Ber­li­ner Band mit ei­nem deut­lich ge­reif­ten Post­punk-Sound da­her, dem ein star­ker Roots- und Folk-Ein­fluss in­ne­wohnt und ein all­ge­mei­ner Vi­be der mich et­wa an den Ame­ri­ca­na-/Cow­punk von Angst er­in­nert, an Post-Mi­ami Gun Club und an So­lo­zeug von Rikk Agnew, wäh­rend man in der Ge­gen­wart Ver­glei­che et­wa zu Jack­son Reid Briggs & The Hea­ters oder Low Life zie­hen mag. Au­ßer­dem schwingt in Songs wie Re­ani­ma­ti­on, Pis­sing und Look Of Dis­gust so ei­ne Bri­tish In­va­si­on-mä­ßi­ge Me­lan­cho­lie mit, die et­wa an The Re­so­nars oder The Be­vis Frond er­in­nert. Al­so an­ders aus­ge­drückt: Das sind ganz und gar nicht die üb­li­chen Grund­zu­ta­ten für ein Pun­k­al­bum, was den Krem­pel ja auch wie Arsch auf Ei­mer für den kom­men­den EU-Re­lease an der ers­ten The­ke prä­de­sti­niert.

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Meal - Jimmy

Das ir­gend­wo in New York /​ New Jer­sey um­trie­bi­ge La­bel Sta­te Cham­pion Re­cords hat mal wie­der ei­ne gei­le Kas­set­te für uns auf La­ger von ei­ner Band aus Hel­sin­ki, die dar­auf ei­nen voll aus­ge­form­ten Sound ge­ne­riert, der nach so viel gu­tem Zeug klingt dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich an­fan­gen soll. Zum Ein­stieg hat das et­was von ei­ner Fu­si­on aus et­was dunk­le­rem Post Punk et­wa der Ran­k/­Xerox- oder Pi­geon-Mach­art und Rich­tung Art Punk schie­len­den Ga­ra­ge- und Post Punk-Acts der Sor­te Pat­ti, Li­thics, Rea­li­ty Group, Vin­ta­ge Crop oder Yam­me­rer. In den mitt­le­ren zwei Songs macht sich dann ein re­lax­te­rer Vi­be mit leich­ter In­die Rock-Ten­denz breit, was z.B. an Go­to­beds, Slee­pies, Tape/​Off oder B-Boys er­in­nern mag und im Raus­schmei­ßer-Song Plastic Ma­ri­ne fin­den bei­de Ten­den­zen dann zur per­fek­ten Sym­bio­se zu­sam­men.

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Las Hiedras - Contradicciones

Ei­ne sehr coo­le klei­ne De­büt­ver­öf­fent­li­chung von ei­ner Band aus Bue­nos Ari­res. Al­les dreht sich um ei­nen mehr oder we­ni­ger old­schoo­li­gen, Sa­xo­phon-ver­edel­ten und va­ge an die Down­town Boys er­in­nern­den Ga­ra­ge- und Art Punk-Sound, der auch ein paar Ab­ste­cher et­wa in die Post­punk-Zo­ne oder '77-ge­tränk­ten Power­pop zu­lässt, was die Sa­che im­mer span­nend hält. Noch geht nicht je­der Ver­such zu 100% auf (Ya no soy hat als Song ein­fach zu we­nig Fett auf den Rip­pen), aber das meis­te fluppt doch ganz vor­züg­lich.

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Coach - Coach

Ei­ne rau­bei­ni­ge aber auch ziem­lich me­lo­di­sche Wall Of Sound er­rich­tet das De­büt­al­bum die­ser Band aus Aar­hus, ein Klang­bild zwi­schen den Wel­ten von Noi­se Pop, Art- und Post Punk, glei­cher­ma­ßen an Tek­s­ti TV 666 und The Men der Open Your He­art-Ära er­in­nernd, an 80er So­ni­cY­outh-is­men und nicht oh­ne ei­ne ge­wis­se MX-80-Kan­te. Als ob das al­les noch nicht ver­lo­ckend ge­nug wä­re, macht oben­drein noch ei­ne ru­he­lo­se Blä­ser­sek­ti­on jeg­li­chen Wi­der­stand zweck­los.

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Waste Man - One Day It'll All Be You

Mit ih­rem zwei­ten Lang­spie­ler ha­ben sich Was­te Man aus New Or­leans fast kom­plett von dem Hard­core-Fak­tor ge­löst, der auf ih­rem saustar­ken 2018er Tape A New Ty­pe Of Worry noch al­les zu­sam­men hielt. Was nicht hei­ßen soll, dass ih­re neu­es­te LP we­ni­ger span­nend wä­re, ganz im Ge­gen­teil: Das hier ist ihr bis­lang ehr­gei­zigs­ter und glei­cher­ma­ßen reifs­ter Out­put ge­wor­den. Ei­ne un­vor­her­seh­ba­re Ab­fahrt, die auf dem Weg mal bei so Schlau­mei­er-Ga­ra­ge Punk á la Vin­ta­ge Crop, Dumb und Ura­ni­um Club an­eckt, von dort ei­nen Bo­gen über Art Punk der Sor­te Li­thics oder Pat­ti, hin zu mo­der­nem Post Punk der Pu­blic Eye-, Go­to­beds- und Bam­ba­ra-Schu­le auf­spannt. Gleich­zei­tig strahlt das gan­ze aber auch noch ein paar old­schoo­li­ge­re Vi­bes ab - leich­te Echos von Wire und Sac­cha­ri­ne Trust sind da­bei am deut­lichs­ten aus­zu­ma­chen.

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DWP - DWP

DWP ist das ak­tu­el­le So­lo­pro­jekt von Sloa­ne Flash­man, der sich in der Ver­gan­gen­heit auch bei der Post­punk-For­ma­ti­on Nail Po­lish an der Gi­tar­re zu schaf­fen mach­te. Wer be­reits mit de­ren ex­pe­ri­men­tel­lem, No-Wa­ve in­spi­rier­tem Krach ver­traut ist, ahnt si­cher schon, dass es auch auf die­ser EP wie­der et­was aben­teu­er­li­cher zu­geht. In­ner­halb von acht abs­trak­ten, mo­no­to­nen Skiz­zen ent­fal­tet sich hier ei­ne ex­pe­ri­men­tel­le Art Punk-Klang­land­schaft, die - ne­ben vie­len an­de­ren Din­gen - schein­bar zu glei­chen Tei­len Ein­flüs­se von Sui­ci­de, Wire und Glenn Bran­ca in sich auf­ge­so­gen hat.

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Germ House - World's A Chore

Wie­der mal ei­ne tol­le EP von Germ House, ei­nem So­lo­pro­jekt von Jus­tin Hub­bard aus Rho­de Is­land, der zu­fäl­lig auch bei Far Cor­ners sei­ne Fin­ger im Spiel hat. Die drei neu­en Songs strah­len er­neut den ver­trau­ten Lo-Fi Charme aus und de­cken ei­ne Band­brei­te ab, die von kan­ti­gem Post Punk - wel­cher si­cher ein paar Ein­flüs­se bei The Fall oder De­spe­ra­te Bicy­cles auf­ge­so­gen hat - hin zu klas­si­schem Ga­ra­ge Rock und ge­gen­wär­ti­gem Ga­ra­ge Punk reicht. Gleich­zei­tig of­fen­bart das gan­ze aber auch ein pa­ra­do­xes Ohr­wurm­po­ten­zi­al und ei­nen ver­spiel­ten Vi­be, der mich an The Woo­len Men den­ken lässt.

Vintage Crop - Serve To Serve Again

Mit Blick auf die bis­he­ri­ge Dis­ko­gra­fie wa­ren mei­ne Er­war­tun­gen an den drit­ten Lang­spie­ler der Grup­pe aus Mel­bourne nicht ge­ring… und Über­ra­schung: Es ist in der Tat ei­ne wei­te­re aus­ge­spro­chen star­ke Plat­te da­bei her­aus ge­kom­men, die es sich in die­ser spe­zi­el­len Ni­sche an der Schnitt­stel­le von schlau­em Ga­ra­ge-, Post- und Art Punk ge­müt­lich macht. An­ge­mes­se­nes Qua­li­täts­fut­ter für Freun­de von Ura­ni­um Club, Pinch Points, Rea­li­ty Group… auch ein biss­chen Sau­na Youth oder Pat­ti sind hier mit an Bord.

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Pork Belly - Jinx & Chew

Viel­ver­spre­chend und macht Spaß, die­se ers­te di­gi­ta­le Sin­gle ei­ner Band aus San Fran­cis­co. Post- und Art Punk von die­ser et­was schrä­gen und ver­spiel­ten Mach­art, die et­wa bei Freun­den von Pat­ti, Ro­lex, Rea­li­ty Group oder Emer­gen­cy Con­ta­ct si­cher auf Zu­stim­mung sto­ßen wird.

Glen Schenau - Jhumble​/​​Jearnest 7"

Glen Schen­au, man­chen si­cher be­kannt als der Front­mann der Kult­band Kitchen's Floor aus Bris­bane, hat so­lo bis­her zwei EPs von eher Rich­tung Avant­gar­de schie­len­dem Art Rock ver­öf­fent­licht, der schon al­lei­ne auf­grund sei­ner all­ge­mei­nen Schräg­heit über­zeug­te - durch­zo­gen von dis­so­nant-hy­per­ak­ti­ver Schram­me­lei, wie ei­ne fun­ky ka­put­te Al­ter­na­tiv­rea­li­täts-Va­ri­an­te von The Wed­ding Pre­sent und end­gül­tig über die Klip­pe ge­scho­ben von sehr nach Töp­fen, Pfan­nen und Plas­tik­ei­mern klin­gen­der Per­cus­sion. Letz­te­res weicht auf sei­ner neu­es­ten 7" ei­nem her­kömm­li­chen Drum­kit und vol­lem Bandsound, der ins­ge­samt in ei­ne ge­ring­fü­gig we­ni­ger ex­pe­ri­men­tel­le, deut­lich gref­ba­re Form an den Tel­ler­rän­dern von Post Punk, Noi­se Rock und 90er In­die­rock mor­pht, oh­ne dass da­bei die Ver­spielt­heit und krea­ti­ve En­er­gie der Vor­gän­ger auf der Stre­cke blie­be. Melk­bel­ly trifft auf Live Skull? Nee, das trifft die­sen Na­gel nicht so ganz den Kopf… aber auch kei­nes­wegs kom­plett da­ne­ben.