Antibodies - LP 2021

Ihr drit­ter "Lang"-spieler prä­sen­tiert die Band aus Char­lot­tes­town, Ka­na­da auf die ge­wohnt fri­sche, durch­weg lie­bens­wer­te Art mit ei­nem wei­te­ren old­schoo­li­gem Bat­zen an ge­ring­fü­gig noi­sy ver­dreck­tem, spa­ßi­gen und im­mer leicht schrä­gen Hard­core Punk, der über ei­ne an­ge­nehm kur­ze Lauf­zeit im­mer die Span­nung zu hal­ten ver­mag.

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Imploders - Imploders

Wenn du dei­nen Hard­core Punk so wild, catchy und un­schul­dig magst wie 1981 an der US West­küs­te im Sech­ser­pack ver­schweißt und seit­her un­ge­öff­net… wir hät­ten da was neu­es für dich. Aus To­ron­to kommt der Krem­pel und die fünf Songs klin­gen da­bei kei­nes­wegs ana­chro­nis­tisch son­dern ver­sprü­hen mit dem ge­wis­sen Sprit­zer von zeit­lo­sem KBD- und Ga­ra­ge Punk so ei­nen Vi­be, nicht ganz un­ähn­lich zu ak­tu­el­len Bands á la Laun­cher, Frea­kees, Li­quid As­sets oder Ce­ment Shoes.

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Deck In The Pit - In A Lane

Ganz schön schrä­ger Scheiß, die­se Ar­chiv-Ver­öf­fent­li­chung der gesamten/​einzigen Ton­do­ku­men­te ei­ner kurz­le­bi­gen Band aus Bris­bane, die ir­gend­wann im oder um das Jahr 2016 ent­stan­den sind. Da braucht es kein Ge­nie um so­fort zu er­ken­nen, dass es sich nur um ei­ne wei­te­re Band des ex­zen­tri­schen Avant­gar­de-Sai­ten­quä­lers Glen Schen­au han­deln kann - auch als Teil von Kit­chens Floor be­kannt - ver­stärkt um je­weils ei­nen Ty­pen von Syd­ney 2000 und Piss Pain. De­ren Be­tei­li­gung ist es dann ver­mut­lich auch, was die­se Plat­te fast schon zu­gäng­lich er­schei­nen lässt. Mit zu­gäng­lich mei­ne ich in et­was kon­kre­ter: Et­wa so zu­gäng­lich, wie frü­he The Fall- oder Mem­bra­nes-Plat­ten zu­gäng­lich sind. Fin­dest du so­was zu­gäng­lich? Dann das hier be­stimmt auch!

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Tommy Cossack - Tommy Cossack

Nach­dem ei­nem sau­mä­ßig Lau­ne ma­chen­dem De­büt-Tape die­ses Lon­do­ners klingt des­sen Nach­fol­ger - ein chao­ti­scher Misch­masch aus wie­der auf­ge­wärm­ten al­ten De­mos und zwei neu­en Tracks - frag­los et­was zer­frans­ter und un­fo­kus­sier­ter im di­rek­ten Ver­gleich da­zu, weiß aber den­noch amt­lich Är­sche zu tre­ten. Er­neut ist das ein aus­ge­spro­chen nied­li­cher Bat­zen an ver­spul­tem Ga­ra­ge Punk, dem trotz sei­ner bri­ti­schen Her­kunft doch eher ein aus­tra­li­scher Vi­be in­ne­wohnt und der et­wa an Set-Top Box, R.M.F.C. und Sa­ta­nic To­gas den­ken läst, au­ßer­dem die un­aus­weich­li­chen Aus­mu­te­ants-/A­li­en No­se­job-Re­fe­ren­zen pro­vo­ziert und si­cher auch ein paar Krü­mel Useless Ea­ters durch die Na­se ge­zo­gen hat.

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Fashion Pimps & The Glamazons - Fashion Pimps & The Glamazons

Ei­ne Band aus Cleve­land, Ohio er­zeugt auf ih­rer ers­ten EP ei­nen rau­en, dis­so­nan­ten Mix aus Noi­se Rock und Post Punk mit ei­ner schar­fen Ga­ra­gen­kan­te, was sie auf der mu­si­ka­li­schen Land­kar­te in et­wa zwi­schen so Bands wie The Cow­boy, Spray Paint, Flat Worms and Plax ver­or­ten lässt, manch­mal auch er­gänzt um ei­nen ge­wis­sen Flip­per-Vi­be.

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Heavy Metal - V: Live At The Gas Station Fighting The Devil

Ich glaub die­sem mys­te­riö­sen Ber­li­ner Act ha­be ich hier bis­her nie das vol­le Spot­light ge­ge­ben und kann rück­bli­ckend auch nicht mehr so ge­nau sa­gen ob das so ist weil Hea­vy Me­tal noch nicht be­reit für mich wa­ren oder weil ich noch nicht be­reit für Hea­vy Me­tal war. De­fi­ni­tiv kann ich aber sa­gen, dass ich ihr wil­des und äu­ßerst pro­duk­ti­ves Schaf­fen über die letz­ten Jah­re kon­stant ver­folgt ha­be und dass ih­re ver­spul­ten Ga­ra­ge-/Elek­tro-/Hirn­fick­punk-Mach­wer­ke mit je­dem neu­en Re­lease et­was bes­ser in mei­nem ka­put­ten Ge­hirn re­so­niert ha­ben. Die­ser ste­ti­ge Trend gip­felt jetzt in ih­rem fünf­ten Lang­spie­ler, auf dem sie mei­nes Er­ach­tens ei­nen Sweet Spot ge­trof­fen ha­ben und ein biss­chen an ein ge­wis­ses Duo aus North Ca­ro­li­na er­in­nern, von dem man sagt sie sei­en nicht Punk ge­nug für Hea­vy Me­tal oder ir­gend so­was… eben­fall im Misch­be­häl­ter be­fin­det sich aber noch ei­ne ge­sun­de Do­sis Swell Maps und Mé­tal Urbain/Dr.Mix & The Re­mix. Noch nie ha­ben die so ne­bu­lös und im bes­ten Sin­ne falsch ge­klun­gen.

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Vacation - Existential Risks and Returns

Dum­mes ich war mal wie­der viel zu ver­peilt um recht­zei­tig zur Kennt­nis zu neh­men, dass per Sa­li­nas Re­cords ei­ne neue Plat­te der Pop-Ma­gi­er Va­ca­ti­on aus Cin­cin­na­ti, Ohio zu be­kom­men ist und wie­der­holt ihr Ge­schick im er­schaf­fen wohl­ge­form­ter Song­per­len im Span­nungs­feld von old­school lär­men­dem 90er In­die Rock, Noi­se- und Power Pop un­ter Be­weis stellt - un­ver­schämt catchy oh­ne je­mals ab­ge­dro­schen oder vor­her­seh­bar zu klin­gen. Ist echt rar ge­wor­den, so­was. Noch sel­te­ner be­kommt man es in so ei­ner kraft­vol­len Dar­bie­tung auf die Oh­ren. Zwölf Songs = zwölf Hits, denn im Hau­se Va­ca­ti­on ist "ziem­lich gut" nicht gut ge­nug.

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The Freakees - Freakee Deakee

Neu­er Krem­pel von ei­nem der ak­tu­el­len Pre­mi­um-Lie­fe­ran­ten des ge­ring­fü­gig KBD-ge­fick­ten Ga­ra­ge Punk aus Los An­ge­les. Nach­dem die Vö­gel auf ver­gan­ge­nen EPs mal recht viel­sei­ti­ge Stil­mit­tel und Ver­satz­stü­cke an­pro­biert ha­ben - in­klu­si­ve et­wa rei­nem Syn­th-/Elek­tro­punk auf dem letz­ten Kurz­spie­ler - klin­gen die auf ih­rem neu­es­ten Streich fo­kus­sier­ter als je zu­vor und das zahlt sich aus: die ak­tu­el­le, recht Syn­th-las­ti­ge Ite­ra­ti­on ih­res Sounds tritt äu­ßerst an­spre­chend in die Weich­tei­le und mag durch­weg schmei­chel­haf­te Ver­glei­che et­wa zu Laun­cher, Ali­en No­se­job, Re­se­arch Re­ac­tor Corp., Li­quid As­sets oder Sa­ta­nic To­gas her­vor­ru­fen.

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Rakete Fehlstart - Schmidt

Ga­ra­ge Punk aus Stutt­gart, wel­cher - trotz deut­scher Ly­rik - dan­kens­wer­ter Wei­se nicht all­zu deutsch­pun­k­län­disch klingt. Eher wür­de ich die mit so KBD-kreuz­ge­züch­te­ten Grup­pen á la Li­quid As­sets und Frea­kees ver­glei­chen, aber auch zu Erik Ner­vous, Useless Ea­ters oder Sau­na Youth könn­te man mehr oder we­ni­ger halt­ba­re Ver­glei­che zie­hen. Fei­nes Zeug al­so.

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Lysol - Soup For My Family

Die Band aus Se­at­tle gibt's jetzt ja schon 'ne Wei­le und ent­spre­chend sitzt ihr Sound mit Schul­den bei MC5 und Stoo­ges in­zwi­schen so kom­for­ta­bel wie ein ur­alter Schlab­ber­pul­li. Das Tem­po hält man heu­te et­was va­ria­bler und streckt sich re­gel­mä­ßig in Rich­tung Hard­core aus, aber das ist so ziem­lich die ein­zi­ge nen­nens­wer­te Ver­än­de­rung seit ih­rem 2015er De­mo. In den Hän­den ei­ner we­ni­ger fä­hi­gen Band wä­re das ein Re­zept für ga­ran­tier­te Lan­ge­wei­le, aber Ly­s­ol ver­mö­gen den Scheiß wie ge­wohnt mit­tels rei­ner Wucht im Ge­hör­gang zu ver­kan­ten. Da wa­ckelt ein­fach nichts mehr.

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