The Fur Coats - The League of Extraordinary Octopuses

fur coats
In der Pelz­mo­de­ab­tei­lung des In­ter­nets fin­det man die­ses spa­ßi­ge Power­pop-/ Pop­punk-Trio aus Chi­ca­go. Nicht gleich weg­ren­nen wenn ich Pop­punk sa­ge, das ist näm­lich kei­ne Kin­dermu­cke mit auf­ge­kleb­tem Iro, son­dern viel eher in den Ur­vä­tern des Gen­res ver­an­kert; ins­be­son­de­re die Buzzcocks fin­den sich hier im­mer wie­der. Da­zu hat's noch 'ne leicht ga­ra­gi­ge Kan­te und ei­nen ho­hen Fuzz-Fak­tor. Au­ßer­dem he­ben sie sich mit durch­weg aus­ge­zeich­ne­ten Songs vom Gen­re-Ein­heits­brei ab und leh­nen sich ge­le­gent­lich ein klei­nes biss­chen aus dem Fens­ter; ich glau­be hier und dort auch mal sub­ti­le An­klän­ge von The Gun Club oder sehr frü­hen Wire zu ver­neh­men. Ei­ne Är­sche tre­ten­de Glücks­pil­le ist das.


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Cretin Stompers - Looking Forward To Being Attacked

cretin stompers
Wie­der mal so ei­ne Plat­te, die beim Re­lease ir­gend­wie an mir vor­bei ging, und das ob­wohl sie schon län­ger in mei­ner Mail­box rum­lag und auch in ei­ni­gen mir ver­trau­ten Blogs die Run­de mach­te. Na­ja, dann wohl mal im fal­schen Mo­ment ver­peilt ein Book­mark zu set­zen und schon für im­mer ver­ges­sen.
Wie auch im­mer, die Mit­glie­der die­ses Tri­os aus Los Angeles/​New York/​Memphis ha­ben in der Ver­gan­gen­heit schon bei sol­chen al­ten Be­kann­ten wie et­wa Jay Rea­tard oder Wav­ves ge­spielt. Er­schie­nen ist das Gan­ze bei der Ga­ra­gen­rock-In­sti­tu­ti­on Ho­Zac Re­cords.
Das ist ei­ne die­ser Plat­ten, de­ren Ein­zel­tei­le ei­gent­lich nicht zu­sam­men pas­sen dürf­ten, aber doch her­vor­ra­gend in­ein­an­der grei­fen. Da tref­fen Lo­Fi-Elek­tro­beats auf ver­träum­ten Psych­pop, flot­ter Ga­ra­gen­punk auf Shoe­ga­ze-ar­ti­gen Ef­fekt­ne­bel. Der gan­zen Schräg­heit setzt dann der meis­tens künst­lich hoch­g­e­pitch­te Ge­sang die Kro­ne auf, aber zu­sam­men­ge­hal­ten wird die Plat­te durch ein aus­ge­zeich­ne­tes Ge­spür für wahn­sin­nig ein­gän­gi­ge Power­pop­songs. In ih­rer Zer­fah­ren­heit er­in­nert mich das an die psy­che­de­li­schen Sam­ple-Or­gi­en von Spec­tral Park oder ei­ne noch Hym­ni­sche­re Va­ri­an­te des elek­tro­ni­schen Ga­ra­gen­pop von Gap Dream. Kom­bi­niert man das mit der bis­he­ri­gen Vi­ta der Mu­si­ker, er­gibt das fast schon wie­der ein we­nig Sinn.



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Puff - Identitätsverlust 7"

Puff
Scheint lang­sam Tra­di­ti­on zu wer­den, dass ei­ni­ge der bes­ten und/​oder ori­gi­nells­ten deut­schen (Post-)Punkbands auf US-La­bels ver­öf­fent­licht wer­den, bei uns aber eher be­grenz­te Be­ach­tung be­kom­men. Da wä­ren in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit et­wa Ban­que Al­le­man­de aus S.S. Re­cords oder Di­ät auf Iron Lung.
Und jetzt be­schert uns Sloven­ly die­se schö­ne 7" des bes­ten Puffs in Ber­lin. Ex­zel­lent ge­stör­ter Post­punk, der zeit­wei­se mit sei­nem pro­mi­nen­ten Syn­the­insatz den am an­de­ren En­de der Welt be­find­li­chen La­bel­ma­tes Sta­lins Of Sound nicht ganz un­ähn­lich klingt.

Times Beach - Raw Pop

times beach
Räu­di­gen Pop ver­spre­chen Times Beach aus St. Lou­is im Al­bum­ti­tel und be­hal­ten Recht. Das ist nicht die Art von Pop, die wie Ho­nig aus den Laut­spre­chern sifft. Das ist die Art von Pop, zu des­sen Schön­heit man erst mal durch­drin­gen muss, durch dich­te La­gen aus Sta­chel­draht, Dreck und Tau­ben­schiss. Das er­in­nert zeit­wei­se an die jün­ge­re In­die­rock-Ver­gan­gen­heit wie et­wa frü­he Wav­ves und die De­büt­al­ben von Ma­le Bon­ding oder Rat Co­lum­ns. Et­was of­fen­sicht­li­che­re Klas­si­ker wie Hüs­ker Dü oder Di­no­saur Jr könn­te man auch an­füh­ren oder ak­tu­el­le Noi­se­pop-Bands wie et­wa Jo­an­na Grue­so­me. Geht run­ter wie lau­war­mes Karl­s­kro­ne-Pils.


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Lower - Seek Warmer Climes

lower
Ei­gent­lich hat­te ich nicht vor die­se Plat­te zu pos­ten. So groß­ar­tig sie auch ist, ich ver­su­che doch eher die et­was ab­sei­ti­ge­ren, noch nicht zu to­de ge­rit­te­nen The­men hier un­ter­zu­brin­gen. Da­von aus­ge­hend, dass sich eh schon al­le an­de­ren Mu­sik­blogs auf die­se lang er­war­te­te Plat­te mit hau­fen­wei­se Pitch­fork-Pro­mo und ei­nem eta­blier­ten La­bel im Rü­cken stür­zen wür­den, hab ich erst­mal an­de­ren Din­gen den Vor­zug ge­ge­ben. Nach ei­nem kur­zen Check der In­die Mu­sik Blogs se­he ich dann mit ent­set­zen, dass die Plat­te über­ra­schen­der­wei­se voll­stän­dig igno­riert wird. Was zum Hen­ker ist los mit dir, deut­sche Blog­sze­ne? Muss ich dann wirk­lich al­les sel­ber ma­chen?
Denn oh­ne Scheiß, die vor zwei Jah­ren er­schie­ne­ne 7" Walk On Heads der ko­pen­ha­ge­ner Band hal­te ich für die dich­tes­ten und mit­rei­ßends­ten zehn Mi­nu­ten punk­ver­wand­ten Krachs die in in die­sem Jahr­zehnt bis­her ver­bro­chen wur­den. Das dar­auf­hin an­ge­kün­dig­te Al­bum wur­de seit­dem im­mer wei­ter auf­ge­scho­ben, und ganz ehr­lich, ich konn­te mir auch kaum vor­stel­len wie Mu­sik mit ei­nem der­ar­tig ho­hem En­er­gie­le­vel auf Al­bum­län­ge funk­tio­nie­ren soll.
Die wahr­schein­lichs­te Ant­wort: Gar nicht so gut. Das wer­den die Jungs auch sel­ber ge­wusst ha­ben, und ent­spre­chend ha­ben sie in den zwei Jah­ren ih­ren Sound ganz schön um­ge­krem­pelt, oh­ne da­bei ih­ren ei­ge­nen Cha­rak­ter zu ver­lie­ren. Das Tem­po der EP wird hier in kei­nem Au­gen­blick er­reicht und den Ver­lust des er­bar­mungs­lo­sen Vor­wärts­schubs ma­chen sie pro­blem­los durch ei­ne neu ge­won­ne Tie­fe wett, die sich ei­ni­gen ge­ra­de­zu epi­schen Song­ko­los­sen nie­der­schlägt. Die un­ge­stü­me Wut ist ei­ner ge­wis­sen Ver­letz­lich­keit und Re­flek­tiert­heit ge­wi­chen und bei al­ler Schwe­re der Dar­bie­tung scheint im­mer wie­der et­was Hoff­nung durch. Denn wie der Al­bum­ti­tel schon an­deu­tet, geht es im Ge­samt­kon­text der Plat­te nicht um Tod und Ver­der­ben, son­dern um Hoff­nung, die rea­le Aus­sicht auf Bes­se­rung, um per­sön­li­che Rei­fungs­pro­zes­se und das fin­den ei­ge­ner We­ge, im Le­ben klar zu kom­men.
Ge­blie­ben sind die zen­tra­len Qua­li­tä­ten und Trade­marks der Band, wie et­wa das stoi­sche Drum­ming und das aus­ge­feil­te Spiel mit der Dis­so­nanz, die ra­sier­mes­ser­schar­fen Gi­tar­ren­fi­gu­ren. Mit die­ser Plat­te tre­ten Lower end­gül­tig aus dem Schat­ten ih­rer gro­ßen Sze­ne-Brü­der Iceage her­aus und fin­den ih­re ganz ei­ge­ne Stim­me. Und der lohnt es sich zu­zu­hö­ren.

Lei­der gibt's kei­ne Streams zum ein­bin­den, dank des be­kann­ten You­tube/­GEMA-Bull­shits. Aber Spo­ti­fy hat's.
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The Abandos - The Abandos 7"s

the abandos 1
The Abandos 2
Die Band aus Phil­adel­phia hat in schnel­ler Fol­ge zwei aus­ge­zeich­ne­te Kurz­spie­ler (bei­de Selbst­be­ti­telt) voll mit an­ste­ckend en­er­ge­ti­schem Post-/Ga­ra­gen­punk raus­ge­hau­en. Die selbst­ver­öf­fent­lich­te Schei­be mit dem dunk­len Co­ver lehnt sich da­bei sti­lis­tisch ein klei­nes Stück wei­ter aus dem Fens­ter mit ih­ren z.b. an Ex-Cult er­in­nen­den, sä­gen­den Gi­tar­ren­tex­tu­ren. Die an­de­re, auf Brui­sed Ton­gue er­schie­ne­ne EP zeigt sich et­was tra­di­tio­nel­ler im Ga­ra­gen­punk ver­an­kert, ist aber kein Stück we­ni­ger mit­rei­ßend.


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Musikresteficken #4: Hype Machine Clickbait

Ich hab die Bu­de hier schon län­ger nicht mehr aus­ge­mis­tet und ent­spre­chend sta­peln sich hier mal wie­der die hö­rens­wer­ten Re­leases, die aus rei­nem Zeit­man­gel kei­nen ei­ge­nen Post be­kom­men ha­ben. Wird ein Drei­tei­ler dies­mal.
Viel Spaß beim Grab­beln.
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Greys - If Anything

greys
Wenn auch der Ti­tel des Ope­ners Guy Pic­ciot­to ei­nen aus­gie­bi­gen Aus­flug ins Di­sch­ord-Uni­ver­sum er­war­ten lässt, do­mi­nie­ren auf dem ex­zel­len­ten De­büt­al­bum die­ser Band aus To­ron­to doch eher die Ein­flüs­se aus ei­nem et­was an­de­ren Strang der Post­co­re-Evo­lu­ti­on. Da wä­re et­wa die me­lo­disch-ver­schwur­bel­te wie auch trei­ben­de Va­ri­an­te von Braid oder Dri­ve Li­ke Je­hu, oder der hispeed-Ga­ra­gen­co­re von de­ren spä­te­rem Ab­le­ger, Hot Sna­kes. Hier und da schau­en Quick­sand um die Ecke und auch mit an Bord ist klas­si­scher Noi­se­r­ock á la Je­sus Li­zard, Cha­vez oder et­was ak­tu­el­ler: METZ.
Oh­ne Fra­ge ein er­staun­lich selbst­be­wuss­tes und aus­ge­reif­tes De­büt und ein sehr er­fri­schen­des Le­bens­zei­chen für die­se zwi­schen­zeit­lich et­was ver­schol­le­ne Art von hoch­en­er­ge­ti­schem aber zu­gäng­li­chem Post-/Noi­se­co­re, der so­fort ins Ohr geht oh­ne sich ir­gend­wel­chen kurz­le­bi­gen Trends an­zu­bie­dern. Ein lan­ge er­war­te­tes Al­bum, und es ent­täuscht nicht.


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