Arse – Primitive Species

Arse - Primitive Species

Was für ein ver­dammt gei­ler Scheiß ist das denn bitte? Das Debüt-Tape die­ser Band aus Syd­ney ist eine unver­schämte Wucht. Irgendwo zwi­schen kom­pro­miss­los vor­wärts rol­len­dem Hard­core­punk, noi­sero­cki­ger Gitar­ren­ar­beit und unge­zähm­tem Post­punk ent­wi­ckelt das eine Ener­gie, die mich mehr als nur ein biss­chen an das erste Bad Bree­ding Album erin­nert, aber auch Freunde von Bands wie Acrylics, Leisure World oder Anxiety soll­ten hier unbe­dingt mal ein Ohr ris­kie­ren!



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No Sister – The Second Floor

No Sister - The Second Floor

Das zweite Album von No Sis­ter aus Mel­bourne ist erwar­tungs­ge­mäß mal wie­der ein sehr star­kes Teil. Am Sound des schon sau­mä­ßig hörens­wer­ten Debüts gab’s ja eh nicht viel zu repa­rie­ren und ent­spre­chend lie­gen die Neue­run­gen hier eher im Detail. Nach wie vor klingt das als trä­fen frühe Sonic Youth mit ihren damals noch deut­lich hör­ba­ren Con­nec­tions zu Glenn Branca und der New Yor­ker Expe­ri­men­tal- und No Wave-Szene auf den wuch­ti­gen Post­core, Noise- und Math­rock der 90er Touch&Go-, Dischord- und AmRep-Schule. Das alles gie­ßen sie dann in so abwechs­lungs­rei­che wie auch aus­ge­feilte Arran­ge­ments und in häu­fig unkon­ven­tio­nelle, schwer vor­her­seh­bare Song­struk­tu­ren. Ein wei­te­rer Voll­tref­fer!



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Ascot Stabber – Bad Spell

Ascot Stabber - Bad Spell

Diese Band aus dem eh schon für jede Menge Qua­li­täts­lärm bekann­ten Bris­bane trifft mit ihrer ers­ten EP schon mal ziem­lich ins Schwarze. Strai­gh­tes aber aus­ge­feil­tes Punk­zeug mit beacht­li­chem Garage- und Fuzz-Fak­tor, deut­li­chen Anzei­chen von Hard- und Post­core. Als grobe Ori­en­tie­rungs­hilfe hätte ich zum Bei­spiel frühe Video, Flowers Of Evil, Bad Bree­ding, Hot Snakes oder Davi­di­ans anzu­bie­ten.


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Luggage – Three

Luggage - Three

Mal wie­der eine Band aus Chi­cago die einen spe­zi­el­len Klang­kos­mos beackert, der an die­sem Ort irgend­wie schon seit Jahr­zehn­ten beson­ders gut zu gedei­hen scheint. Pas­sen­der­weise wurde das Zeug auch deut­lich hör­bar bei Elec­tri­cal Audio auf­ge­nom­men, wenn auch ohne direkte Betei­li­gung eines gewis­sen Mr. Albini. Kann man sich also schon den­ken, mit was für Musik wir es hier zu tun haben: Ein Sound, der sich deut­lich im Umfeld von Noise- und Math­rock, Post- und Slow­core bewegt und vom ers­ten Moment an Asso­zia­tio­nen zu den Klas­si­kern von Slint, Tar, Code­ine und spä­te­ren Unwound her­vor­ruft. Die unver­meid­li­chen Shel­lac kann man natür­lich eben­falls raus­hö­ren und etwas Sonic Youth-Dis­so­nanz macht sich auch immer wie­der breit.

Alt­be­kann­tes Zeug also, aber auch abso­lut hoch­wer­tig und stil­si­cher. Sel­ten bekommt man heute einen der­ar­ti­gen Sound auf so hohem Niveau, in solch einer hoch­kon­zen­trier­ten und dis­zi­pli­nier­ten Dar­bie­tung zu hören. Eigent­lich ist das viel zu gut für die Ver­öf­fent­li­chungs­form als Tape. Mir als voll­di­gi­tale Per­son könnte das ja eigent­lich ziem­lich schnulle sein, aber für Leute mit ande­ren audio­tech­ni­schen Vor­lie­ben und gene­rell auch als Zei­chen der Wert­schät­zung für die­ses tolle Album wäre es doch zu wün­schen, dass irgend­wer das Ton­ma­te­rial noch auf schwar­zen Boden­be­lag trans­fe­riert.



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Bike Thiefs – Lean Into It

Bike Thiefs - Lean Into It

Bike Thiefs sind ein Trio aus Toronto und hier­bei han­delt es sich um ihre dritte EP. Die macht ziem­lich Laune mit einem schön druck­voll vor­wärts wal­zen­den Klang­kos­tüm, das zwi­schen post­pun­ki­gem Indie­rock und wuch­ti­gem Post­core oszil­liert, bei­des ist mit einer herz­haf­ten Noise-Kante ver­se­hen. In der erst­ge­nann­ten Eigen­schaft erin­nert mich das ein wenig an die Goto­beds, in der letz­te­ren an aktu­elle Bands wie Tunic, Greys oder Bat­piss. Das fluppt ganz her­vor­ra­gend.


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Big Heet – On A Wire

Big Heet - On A Wire

Der die­ses Jahr aus der Taufe geho­bene Tape Club des New Yor­ker Labels Explo­ding In Sound hat mich vor kur­zem ja schon mit dem groß­ar­ti­gen Tape von Mil­ked sehr beein­druckt. Auch die neu­este Kas­set­ten­ver­öf­fent­li­chung der Bude weiß mir durch­aus zu gefal­len. Die kommt von von Big Heet aus Tal­la­has­see, Flo­rida und zu hören gibt’s recht ver­schwur­bel­ten und viel­sei­ti­gen Post­core, der neben vie­len ande­ren Ein­flüs­sen öfter mal an so Bands wie Unwound, Jaw­box oder Drive Like Jehu erin­nert. Den Song­struk­tu­ren würde hier und da noch etwas Fein­schliff und Ent­wir­rung gut tun, aber es gibt auch hau­fen­weise posi­tive Über­ra­schun­gen. Etwa wenn der Ope­ner On A Wire mit sehr mar­kan­ten Mis­sion Of Burma-Har­mo­nien auf­war­tet. Wenn in Mir­ror aus an 80er Sonic Youth erin­nern­den Dis­so­nan­zen plötz­lich ein kur­zes Gitar­ren­solo auf­poppt, das man so eher auf einem frü­hen Tele­vi­sion-Demo erwar­tet hätte. Oder wenn sie, wie in Incom­plete, in einen abso­lut tadel­lo­sen, melo­di­schen Punk­klop­per aus­bre­chen, der bei aktu­el­len Genre-Grö­ßen wie Red Dons oder Radioac­tivity nicht fehl am Platz wäre. Die wei­tere Ent­wick­lung der Band wird sicher span­nend.



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Dayshifters – 5-Song Demonstration

Dayshifters - 5-Song Demonstration

Day­shif­ters sind ein Trio aus Aus­tin. Die schnell und dre­ckig pro­du­zier­ten Songs ihres Demos machen als ers­tes Lebens­zei­chen schon einen abso­lut viel­ver­spre­chen­den Ein­druck, ich werde mit gro­ßer Span­nung ver­fol­gen, wohin sich das ganze noch ent­wi­ckeln wird. Sound­mä­ßig haben wir es hier mit Noise-infi­zier­tem Post­core zu tun, der sich wohl die eine oder andere Scheibe bei Jaw­box und Hot Snakes abge­schnit­ten hat, aber auch an Embrace kann man sich in eini­gen Momen­ten erin­nert füh­len.


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Tropical Nightmare – Tropical Nightmare

Tropical Nightmare - Tropical Nightmare

Irgend­wie ist es mir im letz­ten Jahr ent­gan­gen, dass die bri­tisch-bra­si­lia­ni­sche Band ihre zweite EP ver­öf­fent­licht hat. Die ent­puppt sich jeden­falls mal wie­der als ein schön kom­pro­miss­lo­ser Bro­cken aus Noise, Sludge, Post- und Hard­core.


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Dharma Dogs – Music For The Terminally Besotted

Dharma Dogs - Music For The Terminally Besotted

Eine gelun­gene Über­ra­schung, das Debüt­al­bum die­ser Band aus Madi­son, Wis­con­sin; damit konnte in der gegen­wär­ti­gen Musik­land­schaft wirk­lich nie­mand rech­nen. Ihr sta­che­li­ger Sound klingt wie eine wilde Anhäu­fung aus so ziem­lich allem, was sich im US-Punk der frü­hen bis mitt­le­ren 80er nicht an die damals schon weit­ge­hend in Stein gemei­ßel­ten Punk- und Hard­core-Kon­ven­tio­nen hal­ten wollte. Man kann jetzt natür­lich par­al­le­len zu den offen­sicht­lichs­ten Acts wie frühe Hüs­ker Dü, Mis­sion Of Burma, Sonic Youth oder Dino­saur Jr zie­hen, aber das trifft nicht so wirk­lich den Kern der Sache. Eher passt da schon der Hard­core-las­tige Vor­gän­ger letzt­ge­nann­ter Band, Deep Wound, nach denen sie gleich einen Song benannt haben. Über­haupt ist das Herz die­ser Platte in den eher halb-bekann­ten Bands der besag­ten Zeit­spanne zu suchen wie etwa Sac­cha­rine Trust, Live Skull, Angst, Das Damen oder ganz frühe Meat Pup­pets. Der halbe SST-Kata­log hat hier schein­bar Pate gestan­den. Das alles prä­sen­tiert sich in einem wun­der­bar unper­fek­ten Klang­tep­pich, der genau das rich­tige Maß an LoFi-Knarz mit­bringt. Auch wer sich nach der genia­len ers­ten Milk Music EP etwas ver­prellt von des­sen Nach­fol­gern fühlte und auch einen fie­sen, Streit suchen­den Zwil­lings­bru­der davon ver­tra­gen kann, wird hier dran sei­nen Spaß haben.



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The Effects – Eyes To The Light

The Effects - Eyes To The Light

Dischord Records hat ein Album ver­öf­fent­licht. Diese Tat­sa­che ist heut­zu­tage an und für sich schon ein sehr erwäh­nens­wer­tes, weil sel­ten gewor­de­nes Ereig­nis. Und dann han­delt es sich auch noch um die aktu­elle Band von Devin Ocampo, der in den 90ern bei der (in mei­nen Augen) Post­core-Legende Smart Went Crazy am Werk war, spä­ter denn bei den von mir heiß­ge­lieb­ten Mathro­ckern Far­aquet und Medi­ca­ti­ons. Zwi­schen­zeit­lich war er außer­dem bei Death­fix aktiv, die sich aus Mit­glie­dern letzt­ge­nann­ter Band und Fugazi-Drum­mer Bren­dan Canty zusam­men­setz­ten. Seine aktu­elle Band The Effects ver­sprüht dann auch mal wie­der den unver­wech­sel­ba­ren Vibe sei­ner alten Pro­jekte, ver­bin­det das beste aus allen Wel­ten. Die Kom­ple­xen Arran­ge­ments von Far­aquet tref­fen auf die schram­me­lige Leich­tig­keit der Medi­ca­ti­ons und die Ein­gän­gig­keit der alten Smart Went Crazy-Schei­ben. Dabei las­sen Ocampo & Co mehr als je zuvor eine Vor­liebe für pro­gres­si­ves Geg­nie­del raus­hän­gen, was ich ange­sichts der Hoch­wer­tig­keit in Songs und Dar­bie­tung aber pro­blem­los tole­rie­ren kann. Mir wird mal wie­der rich­tig klar, wie sehr ich das ver­misst habe.



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