Soft Torture - Soft Torture

Die­se Band aus Phil­adel­phia bringt Ge­nera­tio­nen von Punks zu­sam­men, zählt zu sei­nen Mit­glie­dern Chuck Mee­han von den Hard­core-Di­no­sau­ri­ern YDI, ne­ben Mit­glie­dern jün­ge­rer Bands wie Blank Spell, Hal­dol und De­St­ruc­tos. Ih­re ers­te EP ex­plo­diert dem Hö­rer un­ver­mit­telt ins Ge­sicht mit sei­nen acht­ein­halb Sal­ven des un­vor­her­seh­ba­ren, chao­ti­schen und Noi­se-in­fi­zier­ten Hard-/Post-/Weird­core, der sich grob im Spek­trum des­sen be­wegt, was man in jün­ge­rer Zeit et­wa von Bands wie Ka­lei­do­scope, Daydream oder Fu­gi­ti­ve Bub­ble zu hö­ren be­kam.

Al­bum-Stream →

Hungry Man - Permanent Crisis

Mei­ne lie­be Gü­te, ist das mal ein gött­li­cher Bat­zen aus old­schoo­li­gem Post­core von ge­nau der Mach­art, die uns Ses­sel­fur­zern mitt­le­ren Al­ters in hö­he­re Sphä­ren zu trans­por­tie­ren ver­mag - aus­ge­klü­gelt oh­ne da­bei im ei­ge­nen Arsch zu ver­sin­ken und da­bei mit ei­nem Ge­spür für Me­lo­dien, das al­te Vol­ca­no Suns, Mo­ving Tar­gets und Mis­si­on Of Bur­ma her­auf­be­schwört. Die vier­tel­stün­di­ge Suite, mit der sie das Al­bum er­öff­nen, er­in­nert mich hin­ge­gen stark an Dra­goon, den mo­nu­men­ta­len Ope­ner von Bitch Magnet's zwei­ten und letz­ten Al­bum Ben Hur. An­sons­ten re­giert hier mit das bes­te aus dem 90er Di­schord-Uni­ver­sum mit reich­lich An­klän­gen et­wa an Au­to­cla­ve, Blue­tip, Hoo­ver, Crown­ha­te Ru­in, Ke­ro­se­ne 454, frü­he Jaw­box… hier wird nicht ge­kle­ckert. Und klar, ein paar Spu­ren von Fu­ga­zi sind na­tür­lich auch ent­hal­ten - ich wür­de je­doch sa­gen, dass je­ne hier kei­nes­wegs der pri­mä­re Ein­fluss sind. Das al­les zie­hen Hungry Man mit Leich­tig­keit durch, oh­ne wie ein drö­ges Pla­gi­at zu klin­gen - son­dern viel mehr wie ei­ne Band, die zu ih­ren Ein­flüs­sen steht und den­noch ih­re ei­ge­ne Stim­me fin­det, um in die Ge­gen­wart zu spre­chen.

Al­bum-Stream →

Pleaser - Demo

Spek­ta­ku­lä­res ers­tes Do­ku­ment ei­ner Band aus Ko­pen­ha­gen, die hier ei­nen recht un­kon­ven­tio­nel­len Mix aus Post Punk, Hard- und Post­core spielt mit ei­nem sel­te­nen Sinn für Me­lo­die und ei­nem stark psy­che­de­li­schen, fast schon Shoe­ga­ze-mä­ßi­gen Un­ter­ton. Au­ßer­dem, mit Blick auf die Ko­pen­ha­ge­ner Sze­ne, geht es kaum an­ders als hier auch lei­se Echos der frü­hen Iceage und Lower zu re­gis­trie­ren.

Tunic - Quitter

Ei­ne neue Tu­nic Plat­te, ein wei­te­rer Tritt in die Weich­tei­le. Nach­dem zu­letzt die Com­pi­la­ti­on Ex­ha­ling noch mal ih­re bis­he­ri­gen Sin­gles und EPs auf­ge­wärmt hat, nimmt die Band auf ih­rem zwei­ten "rich­ti­gen" Al­bum die Fä­den ein­fach ge­nau da wie­der auf wo sie zu­letzt lie­gen ge­blie­ben sind und er­wei­tern ih­re Klang­pa­let­te nur sehr zag­haft. Auf Al­b­um­län­ge kann das schon mal et­was re­pe­ti­tiv wir­ken, so dass man sich ab und an mal wun­dert: "Hab ich die­sen Song nicht ge­ra­de schon mal ge­hört?" Ist aber rei­ne Ko­rin­then­schei­ße­rei. So lan­ge die Ty­pen ihr Lärm­werk­zeug wei­ter­hin mit so ei­ner Über­zeu­gung und über­wäl­ti­gen­den (un-)Wucht zur An­wen­dung brin­gen, bin ich schon mehr als glück­lich.

Al­bum-Stream →

Shove - Shove

Ei­ne Band aus Mel­bourne zeich­net auf ih­rer De­büt-EP für fünf ab­wechs­lungs­rei­che Ein­schlä­ge ir­gend­wo im Spek­trum von Hard-/Post-/Noi­se­core ver­ant­wort­lich, die mir mit ih­rer glei­cher­ma­ßen der­ben wie auch aus­ge­klü­gel­ten Wucht so Ka­pel­len wie et­wa Dol­l­house, Ce­ment Shoes oder Vexx ins Ge­dächt­nis ru­fen.

Al­bum-Stream →

John (timestwo) - Nocturnal Manoeuvres

Das Lon­do­ner Post­core-/Noi­se Rock-Duo über­zeugt ein wei­te­res mal mit blan­ker Durch­schlag­kraft ge­kop­pelt mit küh­ler Prä­zi­si­on, wo­bei je­de ein­zel­ne Spreng­la­dung auf ih­rem zwei­ten Al­bum ein mi­ni­ma­les Re­zept für den ma­xi­ma­len Scha­den an­zu­wen­den ver­steht. Es­sen­zi­el­les Pro­gramm für Freun­de et­wa von Tu­nic, USA Nails, Metz oder De­ath Pa­nels.

Al­bum-Stream →

Ein kleiner Hardcore-Sammelpost…

Um hier über­haupt mal ein biss­chen was ge­re­gelt zu krie­gen, ver­bra­te ich jetzt mal gan­ze drei Kra­wall­bands in ei­nem Post. Zu­erst mal wä­ren da fünf durch­aus spa­ßi­ge Ite­ra­tio­nen der un­kon­ven­tio­nel­len Lär­me­rei auf der EP von De­odo­rant aus Chi­ca­go, die be­reits 2018 schon ei­mal mit ei­nem sehr net­ten klei­nen Al­bum auf Not Nor­mal Tapes auf­fie­len. Auf dem neu­es­ten Kurz­spie­ler wird ein recht wei­tes Feld ab­ge­deckt von old­school Hard- und Post­core-Weir­dos der Mar­ke Sac­cha­ri­ne Trust, Bee­fea­ter, Re­al­ly Red oder frü­he Mi­nu­te­men, zu jün­ge­ren Bands á la Op­tic Ner­ve, Mys­tic Ina­ne ab­ge­run­det mit ein paar sub­ti­len Cow­punk-Vi­bes et­wa in King Sa­mo. Wenn das jetzt al­les et­was zu viel für dein klei­nes Hirn zum ver­ar­bei­ten ist, dann magst du viel­leicht den viel ge­rad­li­ni­ge­ren Lärm aus leicht ga­ra­ge-kon­ta­mi­nier­tem Old­school-Ge­klop­pe den Vor­zug ge­ben, wie es Dye aus Kan­sas auf ei­ner neu­en EP prä­sen­tie­ren. Oder aber das klingt dir nach zu viel Spaß und du be­vor­zugst et­was mehr Tod und Ver­zweif­lung in dei­nem Punk­rock? Dann hät­te ich da was für dich von Urn aus Dal­las, de­ren Sound in et­wa so dun­kel und trüb da­her kommt wie ver­brann­ter, ab­ge­stan­de­ner Kaf­fee… ab­sto­ßend und vi­ta­li­sie­rend zu­gleich.

Al­bum-Stream →

Elephant Rifle - Satryasis

Nach­dem ihr letz­ter Lang­spie­ler für mich nicht so rich­tig zün­den woll­te, trifft die neu­es­te EP der Band aus Re­no, Ne­va­da aber wie­der prä­zi­se ins Schwar­ze oh­ne sich da­bei zu wie­der­ho­len, spannt da­bei ei­nen Bo­gen von old­schoo­li­gem Noi­se Rock der Am­Rep- und Touch & Go-Schu­le über an frü­he Die Kreu­zen er­in­nern­den Hard­core­punk hin zu Dri­ve Li­ke Je­hu-mä­ßi­gem Post­core­zeug.

Optic Nerve - In A Fast Car Waving Goodbye

Die neu­es­te EP der Band aus Syd­ney knüpft naht­los an die Groß­ar­tig­keit ih­res De­büts von 2019 an und lässt er­neut ei­nen dich­ten Wir­bel aus Post Punk und -core vom Sta­pel, der glei­cher­ma­ßen In­spi­ra­ti­on aus den ei­gen­wil­li­ge­ren Ecken der 80er Sze­ne á la Sac­cha­ri­ne Trust, Re­al­ly Red oder Man Si­zed Ac­tion zu schöp­fen scheint wie aus dem Folk- und Cow­punk von Angst, aber auch ein deut­li­cher Hot Sna­kes-Fahrt­wind kommt ei­nem da ent­ge­gen.

Al­bum-Stream →

Big Bopper - Introducing Big Bopper

Puh.. wer auch im­mer die­ses Al­bum ge­mischt und/​oder ge­mas­tert hat muss ge­ra­de­zu taub sein. Ich bin ja ei­ni­ges an klang­li­chen Ex­tre­men ge­wohnt und las­se nor­mal im­mer die Fin­ger von den Klang­reg­lern, aber hier pas­siert es mir zum ers­ten mal, dass ich ei­ne Ver­öf­fent­li­chung nicht er­tra­ge oh­ne bru­tal die Hö­hen run­ter zu dre­hen. Un­ter Um­stän­den mag das phy­si­sche Tape dies­be­züg­lich we­ni­ger schmerz­haft sein als die di­gi­ta­le Ver­öf­fent­li­chung.

Da­von ab­ge­se­hen tritt das hier aber or­dent­lich Arsch. Kei­ne Ah­nung war­um das bei mir so lan­ge ge­dau­ert hat - ich bin mir si­cher, über die­ses Ding schon mal ge­stol­pert zu sein, aber ir­gend­wie brauch­te mein ka­put­tes Ge­hirn noch­mal ei­ne Er­in­ne­rung in Form ei­ner er­neu­ten (nur di­gi­ta­len?) Ver­öf­fent­li­chung bei Good­bye Boo­zy um die Qua­li­tä­ten der Te­xa­ner zu re­gis­trie­ren. Die spie­len je­den­fal­le ei­nen ziem­lich wil­den, schwer vor­her­seh­ba­ren Misch­ling mit Ele­men­ten aus Ga­ra­ge Punk, Noi­se Rock, Post Punk und Post­core, den man je nach Lau­ne mal mit Pat­ti, Ro­lex, Cu­tie, Mys­tic Ina­ne or Bran­dy ver­glei­chen mag.

Al­bum-Stream →