McQQeen - II

Ein ex­qui­sit ra­ke­ten­ge­trie­be­ner Kra­wall, der zwei­te Lang­spie­ler von Mc­Q­Qeen aus Athens, Geor­gia, wel­cher jetzt auch noch stolz das Qua­li­täts­sie­gel von Big Neck Re­cords tra­gen darf. Was ein biss­chen so an­fängt wie ei­ne Mi­schung aus Bands á la Flat Worms, The Cow­boy oder Fa­shion Pimps & The Glama­zons mit ei­nem ver­däch­ti­gen Psy­che­de­lic-/S­pace Rock-Un­ter­ton, ballt dann sei­ne Faust zu ei­nem wei­ten Rund­um­schlag durch so ei­ni­ges im Um­feld von Ga­ra­ge Punk, Noi­se Rock, Post Punk und Post­core - mit da­bei sind et­wa An­klän­ge an jün­ge­re Er­schei­nun­gen wie Metz, John (Timest­wo) oder Spray Paint, so­wie den Space Punk-Ex­zess von De­st­ruc­tion Unit und die Fuzz Punk-Es­ka­pa­den der frü­hen The Men. Auch ein paar Spu­ren von McLus­ky und ver­ein­zel­te U-Men Ver­satz­stü­cke kann man sich da noch raus­zie­hen.

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Rip Room - Alight and Resound

Die­se Band aus San Fran­cis­co hat hier ein ver­blüf­fend selbst­si­che­res De­büt­al­bum ab­ge­lie­fert im Spek­trum von Post Punk und Post­core, bis zum bers­ten voll­ge­stopft mit dra­ma­tur­gisch dich­ten Song­struk­tu­ren, stramm ver­zahn­ten Groo­ves und Ar­ran­ge­ments. In der ge­gen­wär­ti­gen Land­schaft kann man da als Ver­gleich ein ziem­lich di­ckes Fass auf­ma­chen aus so Bands wie Bat­piss, Me­at Wa­ve, Bloo­dy Ge­ars, Stuck, Bench Press, Noughts, Li­thics oder Tu­nic. Schaut man et­was wei­ter zu­rück, darf man na­tür­lich auch Mo­men­te von Dri­ve Li­ke Je­hu, Fu­ga­zi oder Jaw­box wie­der­erken­nen und so­gar ein par Wire-mä­ßi­ge Stil­blü­ten las­sen sich aus­ma­chen, wenn man laut ge­nug auf­dreht.

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Fen Fen - 3 Songs

Die ers­ten paar lär­men­den Ar­te­fak­te die­ser Band aus De­troit - ei­ne et­was lieb­los auf ih­re Band­camp-Sei­te ge­klatsch­te Samm­lung ein­zel­ner Tracks, die zu­sam­men ei­ne ver­dammt arsch­tre­ten­de EP er­ge­ben wür­den - spannt ei­nen Bo­gen um ei­ni­ge der bes­ten Re­fe­ren­zen an der Schnitt­stel­le von Ga­ra­ge Punk und Post­core, an­ge­fan­gen mit eher ge­rad­li­ni­gem Ga­ra­ge R'n'R á la Sick Thoughts, frü­hen Vi­deo & Teen­an­ger - hin zu den ex­plo­si­ven Gen­re-Bas­tar­den von Cri­sis Man, As­cot Stab­ber oder Flowers of Evil und nicht zu­letzt auch ei­nem durch­ge­hen­den Hot Sna­kes-Vi­be.

Crisis Man - Asleep In America

Er­neut ein re­spek­ta­bler Tritt in die Weich­tei­le von je­ner ka­li­for­ni­schen Su­per­group, die un­ter an­de­rem Mit­glie­der von Acry­lics, Pu­blic Eye, Vio­lent Chan­ge und Ce­re­mo­ny an Bord hat. Hier lie­fern die mal lo­cker ih­ren bis­lang wuch­tigs­ten, prä­zi­ses­ten Sta­pel neu­er Songs ab; die For­mel aus glei­chen Tei­len Hard­core- und Ga­ra­ge Punk in­zwi­schen per­fekt für den ma­xi­ma­len Ein­schlag op­ti­miert. Das un­nach­gie­bi­ge Mo­ment et­wa von Acry­lics und Bad Bree­ding wird ge­kon­tert von den räu­di­gen Ga­ra­ge-Qua­li­tä­ten frü­her Teen­an­ger oder Vi­deo.

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Straw Man Army - SOS

Der zwei­te Lang­spie­ler (ab­ge­se­hen vom letz­tes Jahr er­schie­ne­nen Her Majesty's Ship OST) die­ses New Yor­ker Du­os mit Ver­bin­dun­gen zu der gu­ten Hard­core-Haus­num­mer Ka­lei­do­scope schlägt sound­mä­ßig ei­ne et­was dunk­le­re, sper­ri­ge­re Rich­tung ein, die vom Hö­rer ein biss­chen Ge­duld ein­for­dert, aber auch or­dent­lich be­lohnt. In der ak­tu­el­len Land­schaft gibt es ein­fach kei­ne an­de­re Band wie Straw Man Ar­my und die bei­den sind wei­ter­hin ei­ne der we­ni­gen Bands, die den Postcore/​Art Punk/​Post Punk-Kom­plex et­was wei­ter­den­ken, ba­sie­rend auch auf ei­nem um­fas­sen­den Ver­ständ­nis sei­ner Ver­gan­gen­heit. Let­ze­res be­schert dann un­ter an­de­rem auch das mei­nes Er­ach­tens de­fi­ni­ti­ve High­light des Al­bums - ei­nen lang­sa­men Schwel­brand na­mens Be­wa­re, der in et­wa so klingt als hät­te man di­ver­se Gen­re-Eck­stei­ne vom Ka­li­ber Chairs Mis­sing und The Ar­gu­ment auf ih­re ab­so­lu­te Es­senz her­un­ter­ge­kocht.

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Viceprez - Juger

Wow, die­se Band aus dem fran­zö­si­schen Dörf­chen Bo­rée jon­gliert mit ei­nem gan­zen Arsch voll un­ter­schied­li­cher Gen­res und be­werk­stel­ligt das mit schlaf­wand­le­ri­scher Selbst­si­cher­heit auf ih­rem De­büt­al­bum. Los gehts mit ei­ner kur­zen, ge­rad­li­ni­gen Hard­core­at­ta­cke und im wei­te­ren Ver­lauf tou­chie­ren sie so Styles wir et­wa kräf­tig zu­pa­cken­den Post­core, hart ro­cken­den Ga­ra­ge Punk eher mitt­le­ren Tem­pos, groo­vy ver­win­kel­ten Post Punk und so­gar et­was va­ge Pi­xies-mä­ßi­gen 80er old­school In­die-/Al­ter­na­ti­ve Rock mit Surf-Vi­be gibt es da mal auf die Oh­ren. Das al­les schüt­teln die mit be­stechen­der Leich­tig­keit aus dem Är­mel und die Plat­te hat ei­gent­lich kei­ne wirk­li­che Schwach­stel­le - durch­weg ziem­lich be­ein­dru­cken­der Scheiß!

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Hippyfuckers - ????

Ein ve­ri­ta­bler Schlag in die Ma­gen­gru­be, das De­büt-Tape die­ser Band aus St Lou­is, Mis­sou­ry. Hard­core Punk mit un­kon­ven­tio­nel­len und fle­xi­blen Struk­tu­ren, in man­chen Au­gen­bli­cken durch­aus me­lo­disch und catchy, in an­de­ren dann mit ei­nem düs­te­ren Post Punk /​ De­ath Rock-Un­ter­ton und au­ßer­dem ist da noch der ge­ra­de sehr schick­li­che (ver­steht mich nicht falsch, ich find’s su­pi) Ga­ra­gen­vi­be am Start. Man mag sich mal an Hüs­ker Dü in ih­rer Hard­core-Pha­se er­in­nert füh­len oder an neue­ren Hard-/Post­core-Krem­pel wie Nopes, Pink Gui­tars, Ce­ment Shoes oder den knall­bunt-psy­che­de­li­schen Hard­core-Alb­traum von Mur­de­rer.

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Animated Violence - Demo

Ein rei­ner Quell der Ga­ra­ge-be­feu­er­ten Hard­core-Glück­se­lig­keit, ab­ge­lie­fert von ei­ner Band die viel­leicht aus Long Be­ach, Ka­li­for­ni­en kommt oder viel­leicht auch nicht. Der Scheiß hält ei­ne ein­wand­freie Ba­lan­ce zwi­schen dumm ge­ra­de­aus bret­tern­der old­school En­er­gie und den di­ver­sen Ma­cken und Ver­schro­ben­hei­ten jün­ge­rer Hard­core-Phä­no­me­ne, was sie auf der Gen­re­land­kar­te in gu­ter Ge­sell­schaft zu ge­gen­wär­ti­gen Sor­gen­kin­dern der Mar­ke Mys­tic Ina­ne, Laun­cher, Fried E/​M, Mo­dern Needs oder Li­quid As­sets lo­ka­li­siert.

Rifle - Holloway Demos

Ei­ne äu­ßerst ap­pe­tit­an­re­gen­de ers­te EP ei­ner Band aus Lon­don, die ei­nen et­was schwam­mig ein­zu­ord­nen­den, halb­wegs rau­en aber auch ein­gän­gi­gen Stil­mix spie­len, im gro­ben so 60% Ga­ra­ge Punk und 40% Post­core, was ins­ge­samt an ei­ne eher dif­fu­se An­samm­lung von Bands er­in­nert zu de­nen un­ter an­de­rem et­wa The Aban­dos, Ob­its, Gol­den Pe­li­cans, Mass Li­nes, Dumb Punts und As­cot Stab­ber ge­hö­ren.

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Enemic Interior - Enemic Interior

Die­se Band aus Bar­ce­lo­na spielt so ei­ne ge­wis­se Brau­art des Post Punk - die me­lo­disch-ein­gän­gi­ge, von der man ge­ra­de in jün­ge­rer Zeit et­was we­nig ge­hört hat - und ich wür­de mal sa­gen die klin­gen da­bei nach ei­nem recht bun­ten Clus­ter aus ein­schlä­gi­gen Haus­num­mern á la Night­wat­chers. Sie­ve­head, Red Dons, Cri­mi­nal Code und frü­hen The Est­ran­ged. Ab und an streckt man sei­ne Füh­ler auch mal in Rich­tung Hard­core aus und dann kom­men mir spon­tan mal die Acry­lics in den Sinn.

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