The Mute Servants - The Mute Servants

Ein Typ aus dem bri­ti­schen Wat­ford macht hier so ei­ni­ges falsch und ich find's ziem­lich geil. Et­wa, in­dem er 8 Songs, zwölf Mi­nu­ten ab­ge­fuz­z­ten Ga­ra­ge Rock auf sie­ben Zöl­le zu­sam­men­quetscht und das Ding für bes­te Ne­ga­tiv-Fi­de­li­tät dann auf 33 ta­cken dre­hen lässt. Au­ßer­dem, wer braucht schon aus­ge­feil­te Struk­tu­ren und fei­ne Nu­an­cen, wenn statt­des­sen auch ein­fach al­les die gan­ze Zeit schei­ße laut sein kann? War­um ei­nen Song mit drei Ak­kor­den schrei­ben, wenn's auch mit nur ei­nem geht? Ja, al­so… er­war­tet nichts zu schlau­es von die­ser EP, de­ren zot­te­li­ge In­ten­si­tät da­für aber pro­blem­los zu kom­pen­sie­ren ver­mag. Mal hat das was von ei­ner MC5 hul­di­gen­den In­kar­na­ti­on der frü­hen The Men auf Kol­li­si­ons­kurs mit De­st­ruc­tion Unit aber auch jün­ge­re Acts wie Ha­mer und Su­per-X sind da nicht all­zu weit her­ge­holt.

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Turbogoblin RX - Mammon Machine

Ei­ne klei­ne Glücks­pil­le von ei­ner EP hat da ein Typ aus Ade­lai­de ver­bro­chen. Wand­lungs­fä­hi­ger Ga­ra­ge Punk aus Ein­zel­tei­len, die ir­gend­wie mal an Stran­ge At­trac­tor, S.B.F., Useless Ea­ters oder R.M.F.C den­ken las­sen oder auch ei­ne ganz lei­se Ah­nung von Ura­ni­um Club er­we­cken… all das ver­dich­tet zu fünf arsch­tre­ten­den Song­per­len plus In­ter­lu­des.

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Black Mold - Landscape Of Pain

Ei­ne tris­te Mi­schung aus Post Punk, De­ath Rock und An­ar­cho Punk mit ei­ner groß­zü­gi­gen Do­sis Flip­per-mä­ßi­ger Dis­so­nanz gibt es auf dem ak­tu­el­len Lang­spie­ler ei­nes So­lo­pro­jekts aus Ga­les­burg, Il­lin­nois zu be­gut­ach­ten, char­mant kru­de in sei­ner Mach­art und beim Hö­rer setzt es ei­ne ho­he To­le­ranz für di­gi­ta­les Clip­ping vor­aus. Bleibt weit­ge­hend in­ner­halb der üb­li­chen Gen­re-Pa­ra­me­ter oh­ne da­bei zu re­pe­ti­tiv oder vor­her­seh­bar zu wer­den. Freun­de von Dis­joy, Pad­ka­ros­da oder Clock Of Time wer­den das si­cher zu schät­zen wis­sen.

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Nylon & Operants - Split

Ham­mer­mä­ßi­ge Split-EP zwei­er Bands aus New Jer­sey, die mir bis­her noch kein Be­griff wa­ren. Ny­lon ge­hen da­bei so­fort ins Blut über mit zwei star­ken Ga­ra­ge-/Post­punk-Hy­bri­den so grob in der Nach­bar­schaft von frü­hen Teen­an­ger, Pu­blic Eye, Vin­ta­ge Crop und Marbled Eye. Ope­rants ge­hen dann et­was ge­rad­li­ni­ger zur Sa­che, zu­erst mit ei­nem Ga­ra­ge-Klop­per á la Ex-Cult, Ci­vic, The Li­ving Eyes oder Sau­na Youth, ge­folgt von ei­nem et­was Post­punk-mä­ßi­ge­ren Track mit Syn­th-Zu­satz - ein klar an ein­schlä­gi­ge Mu­te­an­ten aus drun­ten un­ter er­in­nern­der Vi­be.

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Liiek - Deep Pore

Ein neu­er Bat­zen kno­chen­tro­cke­ne rhyth­mi­sche Post Punk-Sport­gym­nas­tik der üb­li­chen Ver­däch­ti­gen aus dem Ber­li­ner Um­feld und auch sound­mä­ßig ist da sehr viel Ber­lin auf klei­nem Raum un­ter­ge­bracht - man könn­te auch sa­gen, der Schus­ter blie­be hier doch et­was sehr bei sei­nen Leis­ten, aber so­lan­ge je­ne mit so prä­zi­ser In­ge­nieurs­kunst in die gleich­na­mi­ge Kör­per­zo­ne ge­schmet­tert wer­den, bin ich voll­auf zu­frie­den. Man den­ke hier­bei et­wa an ei­ne schlan­ke Mi­schung aus Pi­geon, Di­ät, Ne­ga­ti­ve Space, In­sti­tu­te und Nag, her­un­ter­ge­kocht auf die nack­te Es­senz. "Kla­re Vi­si­on" sagt man da­zu, glau­be ich…

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Onan Servo - Visit Funnytown

Selt­sa­mes klei­nes Zot­tel­biest, die­se Kas­set­te ei­nes Ty­pen ir­gend­wo aus den Un­tie­fen des Bun­des­staats New York, die über das La­bel Spa­red Fle­sh Re­cords aus Port­land den Weg zu uns fin­det. Über­wie­gend abs­trakt und Bruch­stück­haft ist das, aber gleich­zei­tig nie um ei­ne gu­te Me­lo­die ver­le­gen. Da ist klar ein ge­wis­ser No Wa­ve-Ein­fluss zu spü­ren, aber pri­mär se­he ich hier ei­ne un­wahr­schein­li­che Ver­quir­lung aus frü­hem bri­ti­schen Post Punk am Werk - spe­zi­fi­scher et­wa von Wire, The Fall, Swell Maps oder frü­hen Me­kons - auf Kol­li­si­ons­kurs mit aus­ge­spro­chen ame­ri­ka­ni­schen Folk- und Roots-Ele­men­ten so­wie di­ver­sen ano­ma­lien aus der 80er Kas­set­ten­kul­tur beid­sei­tig des gro­ßen Teichs. Ich den­ke, Freun­de der Aus­tra­li­er Wire­heads wer­den da si­cher auch ge­fal­len dran fin­den und der ver­ant­wort­li­che hier hat­te zu­fäl­li­ger­wei­se auch noch bei Ho­bocop sei­ne Fin­ger im Spiel, was so auch per­fek­ten Sinn er­gibt.

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Mateo Manic - Time Don't Matter In Dark Matter

Ga­ra­ge-/Syn­th-/Elek­tro­punk aus Cleve­land, Ohio, der sei­ne ei­ge­ne klei­ne Ni­sche im ak­tu­el­len Gen­re-Um­feld fin­det, nicht zu­letzt dank ei­nes ge­wis­sen psy­che­de­li­schen Ap­peals und trotz leich­ter Ähn­lich­kei­ten et­wa zu The Spits, Smirk oder Si­li­con Heart­beat - ge­fil­tert durch ei­ne dich­te, Chro­me- oder Me­tal Ur­bain-mä­ßi­ge Ne­bel­wand. Al­ter­na­tiv mag man dar­in auch ei­ne Ga­ra­ge­punk-In­kar­na­ti­on der hal­lu­zi­no­ge­nen Cow­punk-Alb­träu­me von Mur­de­rer er­ken­nen.

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People's Temple - Demo

Ein her­aus­ra­gen­der Don­ner­schlag von ei­nem De­mo lie­fert hier ei­ne New Yor­ker Band ab, die es gar nicht erst ver­sucht ei­nem Style von ul­tra-old­schoo­li­gem Hard­core­punk neue Nu­an­cen zu ent­lo­cken, der glaub­haft je­dem be­lie­bi­gen Zeit­punkt der letz­ten 4+ Jahr­zehn­te ent­sprun­gen sein könn­te. Statt­des­sen zie­hen sie ihr ur­altes Zeug mit ei­ner Über­zeu­gung, Be­harr­lich­keit und per­fek­ter Ziel­ge­nau­ig­keit durch, die das zeit­lo­se Po­ten­zi­al voll aus­schöpft.

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Liquid Lunch - Come Again

Die­se De­büt-EP ei­ner Band aus Min­nea­po­lis lie­fert vier vor­züg­li­che Knal­ler aus DIY Ga­ra­ge Punk mitt­le­rer Klang­fi­de­li­tät ab, die sich kon­sis­tent auf der eher ver­spul­ten Sei­te des Gen­res be­we­gen und sich da­mit in gu­ter Ge­sell­schaft zu Acts wie et­wa Sa­ta­nic To­gas, Ali­en No­se­job, Re­se­arch Re­ac­tor Corp., R.M.F.C. oder Erik Ner­vous be­fin­den.

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Ztuped - Are You Stupid?

Das 2019er De­mo die­ser Band aus Wa­shing­ton, D.C. hat­te ja schon sei­ne un­be­streit­ba­ren Qua­li­tä­ten, aber ih­re De­büt-7" auf 11 PM Re­cords setzt da noch deut­lich ei­nen drauf, fo­kus­sier­ter in ih­rer Vi­si­on und mit ad­äqua­ten Pro­uk­ti­ons­wer­ten ins rich­ti­ge Licht ge­rückt. Der Ope­ner Blood Runs Through ist hier das Pa­ra­de­bei­spiel da­für, was die­se Band be­son­ders macht - ei­ne mit­rei­ßen­de Catchy­ness und ein im ge­gen­wär­ti­gen Hard­core Punk sel­ten ge­hör­ter Sinn für Me­lo­die trifft dar­in auf schnör­kel­los ge­ra­de­aus don­nern­de Riffs, die eher den Sphä­ren des old­schoo­li­gen "Hea­vy" Me­tal ent­lehnt schei­nen als klas­si­schem Hard­core, ver­wo­ben zu häu­fig et­was ex­zen­tri­schen Song­struk­tu­ren, die im­mer für ei­ne Über­ra­schung oder zwei gut sind. Ei­ni­ge der bes­ten Mo­men­te kom­men für mich rü­ber wie ei­ne un­wahr­schein­li­che Ver­schmel­zung von Cü­lo mit Na­ked Ray­gun.

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