Mr. Teenage - Automatic Love

Die­se De­büt-7" ei­ner Band aus Mel­bourne trifft gleich beim ers­ten Ver­such mit­ten ins Schwar­ze und lässt ein über al­le Zwei­fel er­ha­be­nes Power­pop-Spek­ta­kel mit Ga­ra­gen­an­trieb von der Lei­ne. Kla­res Pflicht­pro­gramm z.B. für Be­wun­de­rer von Bad Sports oder Tom­my And The Com­mies.

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Vaguess - Directions For Use

Das Ga­ra­ge­punk-Über­we­sen Vin­ny Va­guess aus Los An­ge­les bleibt auch auf sei­ner neu­es­ten EP 'ne span­nen­de Sa­che. Wa­ren die vor­he­ri­gen zwei Lang­spie­ler ei­ne ge­ring­fü­gig ent­spann­te­re, Power­pop-las­ti­ge An­ge­le­gen­heit, über­rascht er hier er­neut mit quir­li­gen Post Punk-Ver­satz­stü­cken - häu­fig un­ter Zu­hil­fe­nah­me von leicht De­vo-mä­ßi­gen Syn­ths. Und wo wir schon vom Teu­fel re­den… mit Les­ser of Two ist hier so­gar ei­ne aus­ge­wach­se­ne Syn­th­pop-Hym­ne mit im Ge­päck, nicht un­ähn­lich zu man­chem was Ali­en No­se­job in jün­ge­rer Zeit ver­bro­chen ha­ben. Wei­te­re Ori­en­tie­rungs­punk­te wä­ren viel­leicht Nick Nir­mal, An­dy Hu­man and the Rep­to­ids, Teen­an­ger, ge­le­gent­li­che Spu­ren von Aus­mu­te­ants. Al­les da­von zün­det ganz vor­treff­lich, was un­ter an­de­rem mal wie­der sei­nem er­war­tungs­ge­mäß ex­zel­len­ten Song­hand­werk ge­schul­det ist.

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Tommy And The Commies - Hurtin' 4 Certain

Neu­er Krem­pel von Tom­my and the Com­mies aus Sud­bu­ry, Ka­na­da. In­zwi­schen soll­te sich ja rum­ge­spro­chen ha­ben, was man zu er­war­ten hat: Ein wun­der­ba­res Spek­ta­kel aus erst­klas­si­gem Power­pop, leich­tem Ga­ra­gen­fak­tor und ei­ner Ex­tra­ladung von Buz­zcocks-mä­ßi­gem, me­lo­di­schem Punk­rock. Ei­ne schwung­vol­le Per­for­mance und über je­den Zwei­fel er­ha­be­ne Song­wri­ting-Skills he­ben das gan­ze noch mal auf ein hö­he­res Le­vel.

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Alien Nosejob - Suddenly Everything Is Twice As Loud

Kei­ne Ah­nung ob Ali­en No­se­job ak­tu­ell als voll­zäh­li­ge Band exis­tie­ren, aber zu­min­dest das zwei­te Al­bum sei­nes Pro­jekts hat Ja­ke Ro­bert­son (Aus­mu­te­ants, School Da­ma­ge, Lea­ther Towel, Hiero­phants, etc.) je­den­falls ganz al­lei­ne ein­ge­spielt. Nach­dem die letz­ten paar Ver­öf­fent­li­chun­gen ein recht wil­der Ritt wa­ren, der von Power- und Jang­le Pop über Syn­th Pop bis hin zu ei­ner Hard­core-7" reich­te, ist der neue Lang­spie­ler ein un­er­war­tet ho­mo­ge­nes Werk, das sich in ei­nem Span­nungs­feld zwi­schen ty­pi­schem Aus­mu­te­ants-Ga­ra­gen­zeug und trau­ri­gem Power­pop be­wegt, ver­packt in ei­ner flau­schi­gen, mal mehr, mal we­ni­ger hoch­fi­de­len Ana­lo­g­äs­the­tik. Das Song­ma­te­ri­al ist aus­nahms­los vom feins­ten - Mr. Ro­bert­son ganz in sei­nem Ele­ment.

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Trashdog - Dipshitticus

Ein wun­der­vol­les, ge­stör­tes Cha­os ist das zwei­te Al­bum von Trash­dog aka An­drew Jack­son - dem ver­ant­wort­li­chen Spa­cken hin­ter dem La­bel Di­gi­tal Hot­dogs - ge­wor­den. Dass hier die Uh­ren nicht ganz nor­mal ti­cken war schon zu er­war­ten, aber von der Mas­se an feins­ter Qua­li­tät, die hier wild über den Bo­den ver­teilt zu ent­de­cken ist, bin ich doch stark über­rascht - be­son­ders nach­dem mich das ers­te Al­bum nicht so kom­plett über­zeu­gen moch­te. Zu ei­nem Drit­tel be­steht das aus be­kiff­ten bis hirn­ver­brann­ten Gags. Zu ei­nem wei­te­ren aus eben­so mit­rei­ßen­den wie schrä­gen Sounds, die ir­gend­wo zwi­schen Ga­ra­ge Punk, Power Pop, Syn­th- und Elek­tro­punk, ei­nem Sprit­zer Glam ihr aus­ge­spro­chen ein­falls­rei­ches Un­we­sen trei­ben. Beim letz­ten Drit­tel bin ich mir dann nicht so si­cher, in wel­che der bei­den Ka­te­go­rien es jetzt ge­hört. Al­les zu­sam­men er­gibt ei­ne viel­leicht et­was über­wäl­ti­gen­de, aber nichts des­to trotz sehr gei­le Ab­fahrt.

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Shit Giver - Meaningless /​ Transition

Ihr 2017er De­büt­al­bum hat­te sei­ner­zeit ei­nen ge­wal­ti­gen Ein­druck bei mir hin­ter­las­sen mit ei­ner aus­ge­spro­chen am­bi­tio­nier­ten und viel­sei­ti­gen Vi­si­on von Post­punk, durch­zo­gen von ex­zen­tri­schen, un­vor­her­seh­ba­ren Song­struk­tu­ren. Mit ih­rer neu­en di­gi­ta­len Sin­gle über­rascht die Band aus Los An­ge­les er­neut, ha­ben sie hier doch vor al­lem ih­re me­lo­di­schen Qua­li­tä­ten her­aus­ge­ar­bei­tet und in ein Ge­wand aus un­wi­der­steh­lich me­lan­cho­li­schem Post Punk, Power- und Go­th Pop ver­packt und ent­wi­ckeln da­bei ei­ne Ohr­wurm­ge­walt, auf die ich so nicht vor­be­rei­tet war. Me­a­ningless über­zeugt da­bei als un­er­war­tet ge­rad­li­ni­ge Pop­ka­no­ne in­klu­si­ve ei­nes grenz­wer­tig kä­si­gen Sa­xo­fon­so­los, das bei ei­nem we­ni­ger star­ken Song zu­viel des gu­ten wä­re, hier aber ab­so­lut ver­dient er­scheint. Tran­si­ti­on setzt den neu­en Hang zum sen­ti­men­ta­len Pop dann naht­los fort, be­weist aber auch, dass Shit Gi­ver auch ihr Ge­spür für opu­len­te Struk­tu­ren nicht ver­lo­ren ha­ben.

Pist Idiots - Ticker

Kurz­spie­ler Num­mer drei der Band aus Syd­ney schließt naht­los da an, wo ih­re un­er­war­tet star­ke zwei­te EP vor an­dert­halb Jah­ren auf­ge­hört hat. Mit glei­cher­ma­ßen gro­ßer Wucht und Ele­ganz vor­ge­tra­ge­ne, an­ge­piss­te Hym­nen, die zwi­schen kräf­ti­gem Ga­ra­gen­punk und bit­ter­sü­ßem Power­pop os­zil­lie­ren und Ähn­lich­kei­ten vor al­lem zu wei­te­ren aus­tra­li­schen Kol­le­gen der Mar­ke Mi­ni Skirt, Roy­al Hea­da­che, Bed Wet­tin Bad Boys, Jack­son Reid Briggs & The Hea­ters oder Dumb Punts auf­wei­sen. Ih­ren ei­ge­nen Platz in­ner­halb des un­über­schau­ba­ren aus­tra­li­schen Ga­ra­gen­wild­wuch­ses fin­den sie aber ins­be­son­de­re auf­grund von aus­nahms­los ta­del­lo­sen, oft bril­li­an­ten Song­wri­ting-Qua­li­tä­ten.

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The Missed - The Missed 7"

Nach dem Gam­ma World-De­mo zu­letzt ist hier schon die nächs­te Band aus der Asche von Ner­vo­sas. Wo­bei ich jetzt er­wäh­nen muss: Jüngs­te Er­eig­nis­se wei­sen dar­auf hin, dass letz­te­re Band noch gar nicht so tot ist wie zu­vor ge­dacht. The Mis­sed ist je­den­falls die ak­tu­el­le Band von Ner­vo­sas-Gi­tar­ris­tin Mi­ckey Ma­rie. Die hat­te vor ei­ner Wei­le schon mal ein De­mo raus, dem es noch et­was an kon­sis­ten­tem Song­ma­te­ri­al man­gel­te, aber auf ih­rer neu­en EP kli­cken so­wohl ihr Sound als auch die Songs rich­tig in die Gän­ge. Das hat klar noch ein biss­chen von der Vor­gän­ger­band, be­wegt sich aber über­wie­gend im Fahr­was­ser von ge­rad­li­nig me­lo­di­schem Punk­rock, Power Pop und kräf­ti­gem In­die Rock. Mal be­kommt das ei­nen Hauch von frü­hen Sheer Mag-Sin­gles ver­passt, hat den ei­nen oder an­de­ren Red Dons-mä­ßi­gen Ohr­wurm-Cho­rus und ei­nen me­lan­cho­li­schen Un­ter­ton von The Est­ran­ged an Bord; in wei­te­ren Mo­men­ten hört man den dich­ten Al­ter­na­ti­ve Rock von Bob Mould's Su­gar an die Tür klop­fen. Aus­nahms­los er­freu­li­che As­so­zia­tio­nen, al­so.

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Ex-Gold - E-X-E-P-1-4

Ei­ne aus­ge­zeich­ne­te De­büt-EP hat hier ei­ne Band aus Knoxvil­le, Ten­nes­see ver­bro­chen, de­ren Charme be­son­ders Freun­de des me­lo­di­schem Lärms im Drei­eck von Power Pop, re­lax­tem Schram­mel­punk und me­lo­di­schem In­die­rock kaum ent­kom­men wer­den. Mal hat das ei­nen leich­ten 77er Vi­be und er­in­nert dann et­was an den Klug­schei­ßer­punk von Pro­to Idi­ot - vor al­lem weckt das aber As­so­zia­tio­nen zu Bands von jen­seits des At­lan­tik, wie et­wa Bad Sports, Ste­ve Ada­myk Band, Cor­ner Boys, Ra­dio­ac­ti­vi­ty oder Tom­my And The Com­mies.

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Radioactivity - Erased

Die ers­te neue Mu­sik von Jeff Bur­ke und Kon­sor­ten nach ge­fühlt ziem­lich lan­ger Zeit dürf­te wie­der mal so ziem­lich je­der im Span­nungs­feld von Ga­ra­ge Punk und me­lan­cho­li­schen (Power-)Popmelodien agie­ren­den Band die Er­in­ne­rung auf­fri­schen, wer in die­ser spe­zi­el­len Ni­sche der wirk­li­che Pa­pa ist.