Seablite - Grass Stains and Novocaine

Seablite - Grass Stains and Novocaine

Hier ist auch gleich schon die zweite Ham­mer­ver­öf­fent­li­chung, die ver­gan­ge­nes Wochen­ende zeit­gleich mit den Neu­trals auf Emo­tio­nal Response erschie­nen ist. Seablite kom­men aus der Gen­tri­fi­zie­rungs­hölle von San Fran­cisco und begeis­tern auf ihrem ers­ten Lang­spie­ler mit melo­di­schem Zeug irgendwo zwi­schen Noise Pop, old­schoo­li­gem Shoegaze, Dream- und Schram­mel­pop, der mit gro­ßer Sicher­heit eini­ges aus den C86- und Sarah Records-Ären in sich auf­ge­so­gen hat. Mit einem ordent­li­chen Drive und tadel­lo­sem Song­wri­ting tref­fen Seablite durch­ge­hend ins Schwarze zu einem Sound, der zwar ver­träumt aber - anders als so viele andere Bands die­ses Gen­re­spek­trums - nie­mals schläf­rig ist.

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Neutrals - Kebab Disco

Neutrals - Kebab Disco

Nach zwei wahn­sin­nig star­ken EPs hätte es mich doch sehr ver­wun­dert, wenn das erste Album der Band aus Oak­land - erst­mals beim Qua­li­täts­la­bel Emo­tio­nal Response erschie­nen - kein ver­damm­ter Gewin­ner wird. Und jau, die Platte hält mit links das Ver­spre­chen der EPs. Ver­spul­ten Schram­mel­punk gibt es zu genie­ßen, der am Mor­gen wohl viel Tele­vi­sion Per­so­na­li­ties im Müsli hatte und nicht nur jede Menge ver­schro­be­nen Charme son­dern auch aus­nams­los sau­mä­ßig gute Songs mit­bringt.

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Microdoser - First Dose

Microdoser - First Dose

Drei Spa­cken aus Santa Fe, New Mexico zün­den auf ihrer Debüt-EP eine voll gela­dene Song­ka­none aus Schram­mel­folk­power­pop­punk. Auf lyri­scher Ebene hat das mehr Scha­den als auf ein Dach passt und musik­mä­ßig könnte man mit bes­tem Gewis­sen Ver­glei­che zu Bands wie TV Per­so­na­li­ties, Dead Milkmen, The Pooh Sticks oder spä­te­ren Mekons bemü­hen.

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Vacation - Zen Quality Seed Crystal

Vacation - Zen Quality Seed Crystal

Nach­dem mir schon das letzte Album von Vaca­tion aus Cin­cin­nati, Ohio mit Leich­tig­keit alle Türen ein­ge­rannt hat, ver­pas­sen sie ihrem Sound auf dem neu­es­ten Tape ein saf­ti­ges down­grade, das ihnen sehr gut steht. Der bor­der­line-LoFI Klang ver­sprüht einen etwas ver­spiel­te­ren Vibe, ohne dass dabei der Lärm zu kürz käme. Da fühlt man sich unwei­ger­lich an alte Gui­ded By Voices, Sebadoh, ein biss­chen Super­chunk und außer­dem an gegen­wär­tige Bands wie Tree­house erin­nert. Wie es von den Jungs nicht anders zu erwar­ten war, glänzt das alles erneut durch hoch­wer­ti­ges Song­wri­ting.

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Corner Boys - Waiting For 2020

Corner Boys - Waiting For 2020

Schnauze schon voll von 2019? Erzähl mir was neues. Wai­ting for 2020 ist neu. Mit ihrem ers­ten Lang­spie­ler knal­len die Cor­ner Boys aus Van­cou­ver zum ers­ten mal so rich­tig rein bei mir, nach­dem die bis­he­ri­gen EPs noch nicht so rich­tig zün­den woll­ten. Das ist erst­klas­si­ger Power­pop mit Punk­an­trieb und Gara­gen­zu­satz, außer­dem mit Ähn­lich­kei­ten zu Bad Sports, Booji Boys oder Steve Ada­myk Band - jeweils um eine aus­ge­prägte 77er Kante ergänzt.

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Endless Column - Endless Column

Endless Column - Endless Column

Hatte gar nicht erwar­tet dass es sie noch gibt, dIese Band aus Chi­cago, die sich unter ande­rem Per­so­nal mit den Red Dons und Day­light Rob­bery teilt. Aus dem Umfeld letz­te­rer Band wird hier in den kom­men­den Tagen auch noch mal etwas auf­tau­chen. End­less Column tra­gen jeden­falls unver­kenn­bar die Hand­schrift von Red Dons-Front­mann Doug Burns, kom­men ein biss­chen rüber wie eine etwas ent­spann­ter daher schram­melnde Vari­ante eben die­ser Band, gefil­tert durch die Seele eines trau­ri­gen Sur­fers. Oder nach einer power­pop­pi­gen Ver­sion von The Est­ran­ged. Und dass die Songs über jeden Zwei­fel erha­ben sind, das ver­steht sich ja wohl von selbst.

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The Resonars - No Exit

The Resonars - No Exit

Ich hatte mich schon gefragt, ob die Ein-Mann- Band von Matt Ren­don aus Tuc­son, Ari­zona über­haupt noch exis­tiert. Immer­hin sind seid dem letz­ten Lebens­zei­chen vom unge­krön­ten König des Bri­tish Inva­sion-Infi­zier­ten Garage Rock sage und schreibe sechs Jahre ver­gan­gen. Beant­wor­tet wird die Frage nun in Form eines neuen Lang­spie­lers. Und der gute hat hier nichts ver­lernt, ganz im Gegen­teil: Das mit­rei­ßende Power­pop-Song­wri­ting, das die Band seit jeher mei­len­weit aus der Masse an ähn­lich gela­ger­ten Retro­bands her­aus­ste­chen lässt, hat eine spür­bare Ver­jün­gungs­kur ver­passt bekom­men, klingt so frisch und kon­sis­tent wie schon lange nicht mehr.

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Yups - Man On The Moon Man On The Moon

Yups - Man On The Moon Man On The Moon

Der erste Lang­spie­ler der Yups aus Los Ange­les ist eine wild gemischte Wun­der­tüte, deren Inhalt aus­nahms­los Spaß macht. Begrüßt wird man mit power­pop­pi­gem Garage Punk, wie er den Booji Boys, Datenight oder Vaguess nicht fern­steht, außer­dem einem Hauch von Bri­tish Inva­sion, den Reso­nars nicht unähn­lich. Im wei­te­ren Ver­lauf gibt's unter ande­rem noch melo­di­schen Noi­se­pop á la No Age, Wav­ves, frühe Japan­dro­ids zu hören und relax­ten old­school Indie Rock, der ein biss­chen klingt wie Swer­ve­dri­ver auf Valium. Bei all die­sen Din­gen las­sen sie nix anbren­nen.

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Wet Dreams - Wet Dreams

Wet Dreams - Wet Dreams

Wet Dreams aus Oslo sind eine Sei­ten­pro­jekt von Sebas­tian Ulstad, der man­chen viel­leicht als der Front­mann von Death By Unga Bunga eine Haus­num­mer ist und Wet Dreams als Spiel­wiese für Songs und Expe­ri­mente ins Leben geru­fen hat, die nicht so recht ins Reper­toire sei­ner ande­ren Band pas­sen wol­len. In der Tat geht es auf Wet Dreams' ers­ten Lang­spie­ler um eini­ges knar­zi­ger zu mit einem Sound zwi­schen Garage Punk und Fuzz Pop, der ab und an auch mal leicht psy­che­de­li­sche Schlen­ker machen darf. Aber auch der von ihm gewohnte Power­pop-Fak­tor erstrahlt hier im bes­ten Licht. Ich behaupte mal ein­fach, dass hier drin so zwei oder drei sei­ner stärks­ten Songs ver­steckt sind.

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Vaguess - Have A Good Summer

Vaguess - Have A Good Summer

Auf sei­nem zwei­ten Lang­spie­ler schraubt das kali­for­ni­sche Gara­gen­wun­der Vinny Vaguess den rohen Ener­gie­le­vel des gran­dio­sen Vor­gän­gers emp­find­lich her­un­ter und rückt statt­des­sen ein Ele­ment in den Mit­tel­punkt, das eigent­lich von Anfang an seine Geheim­waffe war, näm­lich ein gera­dezu unfehl­ba­res Gespür für simp­les aber mit­rei­ßen­des Power­pop-Song­wri­ting. Hin und wie­der gibt's außer­dem mal 'nen Aus­flug in Cow­punk-Gefilde und auch daran gibt's über­haupt nichts aus­zu­set­zen. Wie­der mal ziem­lich bril­li­ant.

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