Luggage – Three

Luggage - Three

Mal wie­der eine Band aus Chi­cago die einen spe­zi­el­len Klang­kos­mos beackert, der an die­sem Ort irgend­wie schon seit Jahr­zehn­ten beson­ders gut zu gedei­hen scheint. Pas­sen­der­weise wurde das Zeug auch deut­lich hör­bar bei Elec­tri­cal Audio auf­ge­nom­men, wenn auch ohne direkte Betei­li­gung eines gewis­sen Mr. Albini. Kann man sich also schon den­ken, mit was für Musik wir es hier zu tun haben: Ein Sound, der sich deut­lich im Umfeld von Noise- und Math­rock, Post- und Slow­core bewegt und vom ers­ten Moment an Asso­zia­tio­nen zu den Klas­si­kern von Slint, Tar, Code­ine und spä­te­ren Unwound her­vor­ruft. Die unver­meid­li­chen Shel­lac kann man natür­lich eben­falls raus­hö­ren und etwas Sonic Youth-Dis­so­nanz macht sich auch immer wie­der breit.

Alt­be­kann­tes Zeug also, aber auch abso­lut hoch­wer­tig und stil­si­cher. Sel­ten bekommt man heute einen der­ar­ti­gen Sound auf so hohem Niveau, in solch einer hoch­kon­zen­trier­ten und dis­zi­pli­nier­ten Dar­bie­tung zu hören. Eigent­lich ist das viel zu gut für die Ver­öf­fent­li­chungs­form als Tape. Mir als voll­di­gi­tale Per­son könnte das ja eigent­lich ziem­lich schnulle sein, aber für Leute mit ande­ren audio­tech­ni­schen Vor­lie­ben und gene­rell auch als Zei­chen der Wert­schät­zung für die­ses tolle Album wäre es doch zu wün­schen, dass irgend­wer das Ton­ma­te­rial noch auf schwar­zen Boden­be­lag trans­fe­riert.



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The Effects – Eyes To The Light

The Effects - Eyes To The Light

Dischord Records hat ein Album ver­öf­fent­licht. Diese Tat­sa­che ist heut­zu­tage an und für sich schon ein sehr erwäh­nens­wer­tes, weil sel­ten gewor­de­nes Ereig­nis. Und dann han­delt es sich auch noch um die aktu­elle Band von Devin Ocampo, der in den 90ern bei der (in mei­nen Augen) Post­core-Legende Smart Went Crazy am Werk war, spä­ter denn bei den von mir heiß­ge­lieb­ten Mathro­ckern Far­aquet und Medi­ca­ti­ons. Zwi­schen­zeit­lich war er außer­dem bei Death­fix aktiv, die sich aus Mit­glie­dern letzt­ge­nann­ter Band und Fugazi-Drum­mer Bren­dan Canty zusam­men­setz­ten. Seine aktu­elle Band The Effects ver­sprüht dann auch mal wie­der den unver­wech­sel­ba­ren Vibe sei­ner alten Pro­jekte, ver­bin­det das beste aus allen Wel­ten. Die Kom­ple­xen Arran­ge­ments von Far­aquet tref­fen auf die schram­me­lige Leich­tig­keit der Medi­ca­ti­ons und die Ein­gän­gig­keit der alten Smart Went Crazy-Schei­ben. Dabei las­sen Ocampo & Co mehr als je zuvor eine Vor­liebe für pro­gres­si­ves Geg­nie­del raus­hän­gen, was ich ange­sichts der Hoch­wer­tig­keit in Songs und Dar­bie­tung aber pro­blem­los tole­rie­ren kann. Mir wird mal wie­der rich­tig klar, wie sehr ich das ver­misst habe.



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Phantom Works – Ohms EP

Phantom Works - Ohms EP

Phan­tom Works kom­men aus Chi­cago, klin­gen auch nach Chi­cago. Abso­lut klas­si­scher, intel­li­gen­ter Lärm, der irgendwo im Noi­sero­ck/­Mathro­ck/­Post­core-Gen­re­kom­plex zuhause ist und deut­li­che Asso­zia­tio­nen zu den gol­de­nen Touch&Go-Zeiten weckt.


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Shimmer – Shimmer

Shimmer - Shimmer

Drop Medium ist ein noch sehr jun­ges, in Port­land ansäs­si­ges Label, des­sen Akti­vi­tä­ten es unbe­dingt wei­ter zu beob­ach­ten gilt. Die Bude fiel zuletzt schon äußerst posi­tiv durch Ver­öf­fent­li­chun­gen von Spoodee Boy und Faux Fero­cious auf, und hat jetzt mit dem Debüt­al­bum der New Yor­ker Band Shim­mer auch schon das nächste High­light nach­ge­scho­ben. Expe­ri­men­tel­len und sper­ri­gen Lärm gibt’s dar­auf zu hören, den man wahl­weise irgendwo im Umfeld von Noise Rock, Post Punk, No-Wave, Math Rock oder Art Punk ein­ord­nen könnte. Wer ange­sichts des aktu­el­len Hou­se­wi­ves Albums nicht die Flucht ergrif­fen hat, oder wer dem kru­den Lärm der Soup­cans nicht abge­neigt ist, der könnte auch an die­ser schrä­gen Platte Gefal­len fin­den.



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Simulators – Eyes

Simulators - Eyes

Auf dem zwei­ten Kurz­spie­ler des Trios um Ex-Accor­dion Cri­mes Front­mann Bryon Par­ker und Joy Sub­trac­tion Drum­mer Brian Polk wech­selt sich wie gehabt old­schoo­li­ger Indie­rock, der etwas an die kürz­lich auf­ge­lös­ten Her­metic erin­nert, mit kraft­vol­lem, leicht Math-Infi­zier­tem Touch&Go-Style Nois­rock ab, in dem auch Par­kers alte Band noch etwas nach­klingt.

UT – δ γ ε β

UT - δ γ ε β

Nach­schub von der Band aus Genua, Ita­lien in Form von sechs neuen Num­mern plus eines Brian Eno-Cover­songs. Wie schon auf dem ers­ten Album gibt es hier gering­fü­gig ver­kopf­ten, Math-beein­fluss­ten Noi­se­rock auf die Ohren, bei dem ein­schlä­gige Namen aus dem alten Touch&Go-Katalog offen­sicht­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen haben.


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Behavior – Bitter Bitter

Behavior - Bitter Bitter

Der zweite Lang­spie­ler der Post­pun­ker aus Los Ange­les ist eine sehr spröde Ange­le­gen­heit gewor­den. Die Arran­ge­ments sind im Ver­gleich zum Vor­gän­ger deut­lich ent­schlackt, die Song­struk­tu­ren dafür rasier­mes­ser­scharf. Das klingt immer noch etwas nach Kopen­ha­gen-Schule, neu­er­dings aber auch nach ame­ri­ka­ni­scher Math­rock-Tadi­tion der 90er Jahre.



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Bilge Rat – Bilge Rat

Bilge Rat - Bilge Rat

Bilge Rat sind ein Trio aus New Haven, Con­nec­ti­cut. Ihr Debüt­al­bum gefällt mit old­schoo­li­gem Indie­rock und Stil­ele­men­ten aus Noise- und Math­rock, über dem unüber­hör­bar der Geist von Slint’s Spi­der­land schwebt. In der aktu­el­len Musik­land­schaft erin­nert es aber auch sehr an einige Bands aus dem Explo­ding In Sound-Gehege, ins­be­son­dere an Pile (neues Album die­ses Wochen­ende!), Krill und Kal Marks. Mit letz­te­ren bei­den haben sie dann auch den nasa­len Gesangs­stil gemein­sam, den Gitarrist/​Vokalist Mike Kusek hier von sich gibt.



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Turnpike – Where There Is Nothing

Turnpike - Where There Is Nothing

Turn­pike aus Bris­bane rüh­ren auf die­sem Album eine Mischung aus Postro­ck/-core, Noise- und Math­rock zusam­men. Die Ein­flüsse letz­te­ren Gen­res sind hier zum Glück kein rei­ner Selbst­zweck, son­dern über­wie­gend hat hier alles Hand und Fuß, fügt sich ordent­lich in aus­ge­wo­gene Song­struk­tu­ren ein. Die Typen sind wohl schon über ein Jahr­zehnt aktiv, ent­spre­chend reif klingt das ganze auch. Ich fühle mich teil­weise an die schreck­lich unter­be­wer­te­ten Far­aquet erin­nert.



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