Keith Ival - Keith Ival

Ei­ne EP vol­ler so­li­de ge­bau­ter, ul­t­ra­klas­si­scher old­school In­die­rock-Schön­heit, die ei­ner­seits ei­nen Zeit­sprung in die spä­ten 80er/​frühen 90er dar­stellt - ich den­ke da et­wa an Se­bad­oh, frü­he Eric's Trip und ein paar Echos der C86-Ge­nera­ti­on - glei­cher­ma­ßen aber auch an deut­lich jün­ge­re Bands á la Rat Co­lum­ns, The Mol­ds, Omi Pa­lo­ne oder Ovlov er­in­nert.

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The Deadbeat Club - Vital Earnings

Mal wie­der ein ech­ter Knül­ler aus dem Hau­se Di­gi­tal Hot­dogs. Ei­ner von der ver­schro­be­nen Sor­te, der sei­ne flau­schi­ge Wär­me un­ter ei­ner krat­zi­gen Ober­flä­che ver­birgt. Klingt an­ders­welt­lich und doch sehr ver­traut. Fast so wie man es von Ver­öf­fent­li­chun­gen die­ses La­bels er­war­tet. Über die Band an sich gibt es prak­tisch kei­ne In­fos. Es sind zwei gleich­na­mi­ge Bands auf Band­camp zu fin­den, aber ich glau­be nicht dass es sich um ei­ne da­von han­delt. Was wir hier zu hö­ren be­kom­men ist ei­ne mas­si­ve Fül­le an sau­mä­ßig ein­gän­gi­gen Songs, ver­packt in glei­cher­ma­ßen ver­träum­te und kraft­vol­le Klang­wel­ten ir­gend­wo zwi­schen Post Punk, Noi­se Pop, Shoe­ga­ze und 90er In­die Rock, der Er­in­ne­run­gen an die frü­hen Lo­Fi-Aben­teu­er von Bands wie Eric's Trip, Gui­ded By Voices und Fly­ing Sau­cer At­tack wach­ruft… viel­leicht auch noch ein biss­chen Se­bad­oh. Oder aber man schlägt die Kur­ve zu jün­ge­ren Bands á la The Mol­ds, Tree­house, Par­do­ner, Rat Co­lum­ns oder Te­ard­rop Fac­to­ry. Egal von wel­cher Sei­te du es be­trach­test: Du hast aus­ge­zeich­ne­ten Ge­schmack und bist wie ge­macht für die­se Plat­te.

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Glen Schenau - Jhumble​/​​Jearnest 7"

Glen Schen­au, man­chen si­cher be­kannt als der Front­mann der Kult­band Kitchen's Floor aus Bris­bane, hat so­lo bis­her zwei EPs von eher Rich­tung Avant­gar­de schie­len­dem Art Rock ver­öf­fent­licht, der schon al­lei­ne auf­grund sei­ner all­ge­mei­nen Schräg­heit über­zeug­te - durch­zo­gen von dis­so­nant-hy­per­ak­ti­ver Schram­me­lei, wie ei­ne fun­ky ka­put­te Al­ter­na­tiv­rea­li­täts-Va­ri­an­te von The Wed­ding Pre­sent und end­gül­tig über die Klip­pe ge­scho­ben von sehr nach Töp­fen, Pfan­nen und Plas­tik­ei­mern klin­gen­der Per­cus­sion. Letz­te­res weicht auf sei­ner neu­es­ten 7" ei­nem her­kömm­li­chen Drum­kit und vol­lem Bandsound, der ins­ge­samt in ei­ne ge­ring­fü­gig we­ni­ger ex­pe­ri­men­tel­le, deut­lich gref­ba­re Form an den Tel­ler­rän­dern von Post Punk, Noi­se Rock und 90er In­die­rock mor­pht, oh­ne dass da­bei die Ver­spielt­heit und krea­ti­ve En­er­gie der Vor­gän­ger auf der Stre­cke blie­be. Melk­bel­ly trifft auf Live Skull? Nee, das trifft die­sen Na­gel nicht so ganz den Kopf… aber auch kei­nes­wegs kom­plett da­ne­ben.

Unclaimed Diamonds - The First Five Slabs

Das De­büt-Tape via Sta­te Cham­pion Re­ords von die­ser Band aus Phil­adel­phia macht be­reits ei­nen star­ken ers­ten Ein­druck. Ein aus­ge­präg­ter 90er In­die­rock-Vi­be á la Bree­ders oder jün­ge­re Melk­bel­ly trifft hier auf eher kon­tem­po­rä­ren Post Punk, den man et­wa mit WALL oder The Ba­by ver­glei­chen könn­te, durch­zo­gen von ei­nem wun­der­bar kru­den Charme.

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Big Bite - Trinity

Das Lan­ge­spiel­de­büt von Big Bi­te aus Se­at­tle im letz­ten Jahr war schon ei­ne sehr will­kom­me­ne Ano­ma­lie und der Nach­fol­ger kommt nicht we­ni­ger bril­li­ant rü­ber, haucht er­neut ei­ner schnör­kel­los ro­cken­den 90er Schu­le ir­gend­wo zwi­schen In­die-/Al­ter­na­ti­ve Rock und ein biss­chen Shoe­ga­ze neu­es Le­ben ein. Su­gar, Pol­vo und Swer­ve­dri­ver kom­men da­bei an al­ten Bands in den Sinn; Par­do­ner, frü­he Ovlov, Mil­ked oder Dead Soft wä­ren halb­wegs ge­eig­ne­te Ver­glei­che aus der Ge­gen­wart. Häu­fi­ger als zu­vor wer­den hier au­ßer­dem ein paar psy­che­de­li­sche Mo­men­te aus­ge­rollt und im End­spurt kommt noch ein ge­wis­ser Post­punk-Fak­tor der Mar­ke Teen­an­ger oder Con­stant Mon­grel zur Gel­tung.

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Thigh Master - Now For Example

Thigh Mas­ter aus Bris­bane bla­sen zum zwei­ten mal ih­ren ver­schram­mel­ten In­die Rock und Jang­le Pop in die At­mo­sphä­re und der macht hier ei­nen deut­lich run­de­ren Ein­druck als noch auf dem De­büt. Es schwingt je­de Men­ge al­te neu­see­län­di­sche Schu­le so á la The Stones und The Clean mit, aber auch wer jün­ge­re Bands wie The Mol­ds, Tape/​Off, Ze­bra Hunt oder Land­li­nes zu dul­den ver­steht, kann sich un­ter Um­stän­den ei­nen Nar­ren hier dran fres­sen.

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The Missed - The Missed 7"

Nach dem Gam­ma World-De­mo zu­letzt ist hier schon die nächs­te Band aus der Asche von Ner­vo­sas. Wo­bei ich jetzt er­wäh­nen muss: Jüngs­te Er­eig­nis­se wei­sen dar­auf hin, dass letz­te­re Band noch gar nicht so tot ist wie zu­vor ge­dacht. The Mis­sed ist je­den­falls die ak­tu­el­le Band von Ner­vo­sas-Gi­tar­ris­tin Mi­ckey Ma­rie. Die hat­te vor ei­ner Wei­le schon mal ein De­mo raus, dem es noch et­was an kon­sis­ten­tem Song­ma­te­ri­al man­gel­te, aber auf ih­rer neu­en EP kli­cken so­wohl ihr Sound als auch die Songs rich­tig in die Gän­ge. Das hat klar noch ein biss­chen von der Vor­gän­ger­band, be­wegt sich aber über­wie­gend im Fahr­was­ser von ge­rad­li­nig me­lo­di­schem Punk­rock, Power Pop und kräf­ti­gem In­die Rock. Mal be­kommt das ei­nen Hauch von frü­hen Sheer Mag-Sin­gles ver­passt, hat den ei­nen oder an­de­ren Red Dons-mä­ßi­gen Ohr­wurm-Cho­rus und ei­nen me­lan­cho­li­schen Un­ter­ton von The Est­ran­ged an Bord; in wei­te­ren Mo­men­ten hört man den dich­ten Al­ter­na­ti­ve Rock von Bob Mould's Su­gar an die Tür klop­fen. Aus­nahms­los er­freu­li­che As­so­zia­tio­nen, al­so.

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Ex-Gold - E-X-E-P-1-4

Ei­ne aus­ge­zeich­ne­te De­büt-EP hat hier ei­ne Band aus Knoxvil­le, Ten­nes­see ver­bro­chen, de­ren Charme be­son­ders Freun­de des me­lo­di­schem Lärms im Drei­eck von Power Pop, re­lax­tem Schram­mel­punk und me­lo­di­schem In­die­rock kaum ent­kom­men wer­den. Mal hat das ei­nen leich­ten 77er Vi­be und er­in­nert dann et­was an den Klug­schei­ßer­punk von Pro­to Idi­ot - vor al­lem weckt das aber As­so­zia­tio­nen zu Bands von jen­seits des At­lan­tik, wie et­wa Bad Sports, Ste­ve Ada­myk Band, Cor­ner Boys, Ra­dio­ac­ti­vi­ty oder Tom­my And The Com­mies.

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Surf Friends - Doing Your Thing

Ich be­zweif­le stark dass es der­zeit ei­ne neu­see­län­di­sche Band gibt, die neu­see­län­di­scher klingt als die Surf Friends. Da passt es ja auch su­per ins Kli­schee, dass sie auf der ört­li­chen In­sti­tu­ti­on Fly­ing Nun Re­cords ver­öf­fent­li­chen. Und Sound­mä­ßig klingt das wie ei­ne Zeit­rei­se in die Blü­te­zeit des La­bels in den frü­hen Acht­zi­gern und hat die­sen spe­zi­el­len psy­che­de­li­schen Jang­le Pop Vi­be mit An­klän­gen an den quir­li­gen Pop von The Clean, den In­die­rock von The Stones und die Psy­che­de­lic Noi­se-Schie­ne, wie man sie da­mals un­ter an­de­rem von The Pin Group und The Gor­dons bzw. de­ren Nach­fol­gern Bail­ter Space zu hö­ren be­kam; pas­send zu letz­te­ren lässt sich auch ein ge­wis­ser Shoe­ga­ze-Ein­schlag nicht ver­leug­nen. So ent­spannt und ver­träumt ha­ben Surf Friends noch nie zu­vor ge­klun­gen und den­noch wird die Plat­te mit ih­ren im de­zen­ten Ne­on schil­lern­den Tex­tu­ren nie lang­wei­lig. Von den Meis­tern ge­lernt, wür­de ich da­zu mal sa­gen.

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Opossums - Trashcandy

Opos­sums sind ei­ne Band aus Mem­phis um ei­nen ge­wis­sen Pa­trick Jor­dan - die meis­ten Songs auf die­ser EP und so­wie auf de­ren Vor­gän­ger sind schon ein­mal auf di­ver­sen So­lo­plat­ten von ihm er­schie­nen. Sau­gu­tes Ma­te­ri­al je­den­falls, in ei­nen Sound ge­gos­sen zwi­schen un­auf­ge­reg­tem In­die­rock und Power­pop. An die me­lo­di­sche­ren Songs von The Be­vis Frond muss ich da manch­mal den­ken, aber eben­so an neue­re Acts wie die Bri­tish In­va­si­on-las­ti­gen Ga­ra­gen­pop­per The Re­so­nars, an Land­li­nes, Scup­per und Tit­le Tracks.

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