Pardoner - Playin' On A Cloud

Pardoner - Playin' On A Cloud

Der zweite Lang­spie­ler von Par­do­ner aus San Fran­cisco ist schon wie­der 'ne Bombe gewor­den, auch wenn die Deto­na­tion dies­mal bewusst etwas lei­ser gehal­ten wurde in einem relax­ter daher­schram­meln­den, von tie­fer Melan­cho­lie durch­zo­ge­nen Sound zwi­schen klas­si­chem 90er Indie Rock und Noise Pop, ver­ein­zel­ten Spu­ren­ele­men­ten von Noise Rock und Post­core. Zusam­men­ge­hal­ten wird das alles wie gehabt von aus­nahms­los exzel­len­tem Song­ma­te­rial. In der aktu­el­len Sze­ne­rie kann man Bands wie Tree­house, Tape/​Off, Ovlov oder Milk Music als Ver­glei­che bemü­hen; aus der Ver­gan­gen­heit kann man hin­ge­gen Echos von Swer­ve­dri­ver, Dino­saur Jr, Polvo oder Archers Of Loaf ver­neh­men.

Album-Stream →

Philary - I Complain

Philary - I Complain

Was mir auf der Debüt-LP von Phil­ary aus Nash­ville, Ten­nes­see ent­ge­gen quillt würde ich mal als… uner­war­tet bezeich­nen. Es han­delt sich um ein Pro­jekt von Alex Molini, der ansons­ten bei Stove und seit gerau­mer Zeit auch bei Pile mit am Werk ist. Da liegt es schon nahe, Phil­ary in die­ser spe­zi­el­len Nische des Indie­rock ein­zu­ord­nen, wel­chem der Lärm noch genau so eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit ist wie die Melo­dien; die der­zeit zu gefühl­ten fünf­zig Pro­zent vom New Yor­ker Genre-Boll­werk Explo­ding In Sound Records noch am Leben erhal­ten wird - es ist also kein biss­chen ver­wun­der­lich, dass auch diese Platte mal wie­der in besag­tem Hause erschie­nen ist. Man darf sich zum Bei­spiel an Bands wie die bereits erwähn­ten Pile, an Dead Soft, frühe Ovlov, Geronimo oder deren Quasi-Fol­ge­pro­jekte Mil­ked und Hung Toys erin­nert sehen. Aber das ist auch nur der aller­erste Ein­druck. Denn Phil­ary gehen Sound­mä­ßig so einige Tacken der­ber zur Sache, ver­mi­schen die erwähn­ten Ten­den­zen mit einer dicken Schicht aus Noise und ton­nen­schwe­rem Sludge. Da kann man in den etwas psy­che­de­lisch gepräg­ten Momen­ten, wie etwa in The Litt­lest Mole, Ver­glei­che zu Fir Cone Child­ren zie­hen, die sich - wenn aus einem etwas ande­ren Genre-Blick­win­kel - einem durch­aus ver­wandt klin­gen­den Ansatz von ver­spiel­ter, zucker­sü­ßer Melo­diö­si­tät und dich­tem Noi­se­ge­wit­ter annä­hern.

Album-Stream →

Bench Press - Not The Past, Can't Be The Future

Bench Press - Not The Past, Can't Be The Future

Eini­ges hat sich sound­mä­ßig gedreht seit dem knapp zwei Jahre alten Debüt­al­bum von Bench Press aus Mel­bourne. Die Post­core- und Noise Rock-Ele­mente hal­ten sich auf dem inzwi­schen erhält­li­chen Nach­fol­ger weit­ge­hend im Hin­ter­grund ver­steckt und machen Platz für ein deut­lich ent­spann­te­res Klang­er­leb­nis zwi­schen kon­tem­po­rä­rem Indie­rock und Post Punk. Das erin­nert immer wie­der an Bands wie Bike Thiefs und ältere Goto­beds. Oder es kann auch ver­ein­zelt mal so klin­gen als trä­fen - um dann doch noch ein­mal die Dischord-Keule zu bemü­hen - Embrace oder die späte, deut­lich ver­spiel­tere Phase von Fugazi auf schram­me­li­gen Indie­rock á la The Wed­ding Pre­sent.

Album-Stream →

Pink Film - Rowers

Pink Film - Rowers

Wie schon auf ihrer ers­ten EP vor zwei Jah­ren weiß die Band aus Washing­ton D.C. mit weit­ge­hend läs­sig und schnör­kel­los daher­ge­schram­mel­ten Fuzz­pop und Indie Rock zu gefal­len, der dies­mal beson­ders zum Ende der Platte hin auch mal gerne ein wenig in Cow­punk­mä­ßige Regio­nen abdrif­ten mag und durch­weg auf robus­ter Song­sub­stanz gebaut ist.

Album-Stream →

Seablite - Grass Stains and Novocaine

Seablite - Grass Stains and Novocaine

Hier ist auch gleich schon die zweite Ham­mer­ver­öf­fent­li­chung, die ver­gan­ge­nes Wochen­ende zeit­gleich mit den Neu­trals auf Emo­tio­nal Response erschie­nen ist. Seablite kom­men aus der Gen­tri­fi­zie­rungs­hölle von San Fran­cisco und begeis­tern auf ihrem ers­ten Lang­spie­ler mit melo­di­schem Zeug irgendwo zwi­schen Noise Pop, old­schoo­li­gem Shoegaze, Dream- und Schram­mel­pop, der mit gro­ßer Sicher­heit eini­ges aus den C86- und Sarah Records-Ären in sich auf­ge­so­gen hat. Mit einem ordent­li­chen Drive und tadel­lo­sem Song­wri­ting tref­fen Seablite durch­ge­hend ins Schwarze zu einem Sound, der zwar ver­träumt aber - anders als so viele andere Bands die­ses Gen­re­spek­trums - nie­mals schläf­rig ist.

Album-Stream →

Reality Instructors - Ritual Ignorant

Reality Instructors - Ritual Ignorant

Aggro Jangle ist zwar eine wirk­lich köst­li­che Gen­re­bezeich­nung und es wird in der Tat ordent­lich geschram­melt hier, aber eigent­lich würde ich das, was diese Band aus Mel­bourne auf ihrem Debüt­al­bum fabri­ziert eher im melo­di­schen Grenz­be­reich des Post Punk, auf der Schnitt­stelle zu strai­gh­tem Punk- und Indie Rock ein­ord­nen. Und damit in direk­ter Nach­bar­schaft zu Bands wie The Est­ran­ged, Radar Eyes, Day­light Rob­bery oder Red Dons, auch wenn Rea­lity Inst­ruc­tor anders als die genann­ten Acts gerne mal das Tempo und den Knarz­fak­tor etwas ent­spann­ter durch­hän­gen las­sen.

Album-Stream →

Acquaintances - 8 12 Lives

Acquaintances - 8 1/2 Lives

Das zweite Album die­ser Band aus Chi­cago ent­puppt sich als ein lupen­rei­ner, noi­sero­ckig ange­hauch­ter Indie Rock-Flash­back, der seine Wur­zeln klar in den frü­hen bis mitt­le­ren Neun­zi­gern geschla­gen hat. Abwech­selnd fühle ich mich dabei mal an Polvo, 90er Sonic Youth, Cha­vez oder Lync erin­nert. Und im aktu­el­len Gesche­hen könnte sich das z.B. in der Nähe von Tape/​Off oder Cham­pion Lover wie­der­fin­den.

(mehr …)

The Gotobeds - Debt Begins At 30

The Gotobeds - Debt Begins At 30

Mit der neuen Goto­beds hab ich mich erst mal etwas schwer getan; erst in der zwei­ten Hälfte haben mich ihre Vibes rich­tig gepackt. Das mag an dem für diese Band etwas unge­wohnt getra­ge­nen, von einer tie­fern Melan­cho­lie durch­zo­ge­nen Ton­fall der neuen Songs lie­gen. Oder aber daran, dass sie das stärkste Mate­rial tat­säch­lich eher zum Ende der Platte hin gewich­tet haben. Um sicher zu gehen werde ich mir die Platte gleich noch mal antun. Wer die Vor­gän­ger­al­ben zu schät­zen wusste, wird das hier viel­leicht mit etwas mehr Vor­sicht genie­ßen. Dafür wird das aber ver­mehrt bei Freun­den von Drahla auf offene Ohren sto­ßen. Außer­dem wäre noch eine ziem­lich lange Liste an Kol­la­bo­ra­teu­ren zu erwäh­nen; unter ande­rem haben Bob Weston (Shel­lac, Vol­cano Suns), Protomartyr's Joey Casey und Down­town Boys Voka­lis­tin Vic­to­ria Ruiz ihre Fin­ger­ab­drü­cke hin­ter­las­sen. Eine uner­war­tet span­nende Platte, die ich mir sicher noch etwas erar­bei­ten muss.

Album-Stream →

Vacation - Zen Quality Seed Crystal

Vacation - Zen Quality Seed Crystal

Nach­dem mir schon das letzte Album von Vaca­tion aus Cin­cin­nati, Ohio mit Leich­tig­keit alle Türen ein­ge­rannt hat, ver­pas­sen sie ihrem Sound auf dem neu­es­ten Tape ein saf­ti­ges down­grade, das ihnen sehr gut steht. Der bor­der­line-LoFI Klang ver­sprüht einen etwas ver­spiel­te­ren Vibe, ohne dass dabei der Lärm zu kürz käme. Da fühlt man sich unwei­ger­lich an alte Gui­ded By Voices, Sebadoh, ein biss­chen Super­chunk und außer­dem an gegen­wär­tige Bands wie Tree­house erin­nert. Wie es von den Jungs nicht anders zu erwar­ten war, glänzt das alles erneut durch hoch­wer­ti­ges Song­wri­ting.

Album-Stream →

Resounding No - Gross Dominance

Resounding No - Gross Dominance

Eine glit­zernde Wand aus Noise und Melo­dien errich­tet die­ses Trio aus New Brunswick, New Jer­sey auf ihrem Debüt-Tape, so mas­siv dass es einen nur mit­rei­ßen kann. Ein von Anfang bis Ende stim­mi­ges Kraft­pa­ket das zwi­schen den Eck­pfei­lern aus Noise Pop, ver­ne­bel­tem Psych, Shoegaze und kraft­vol­lem Indie Rock nicht nur mit bezau­bernd melan­cho­li­schen Melo­dien und ver­träum­ter Atmo­sphäre auf­war­tet, son­dern dabei auch ordent­lich die Wände zum wackeln bringt.

Album-Stream →