Dehidratált Fejek - Igyad Azt Menjünk

Schei­ße Mann, da den­ke ich, ich hät­te für die­se Wo­che fer­tig ge­bloggt und dann kommt mir doch noch so ein un­er­war­te­ter klei­ner Roh­zie­gel von ei­ner Band aus Bu­da­pest un­ter, de­ren Sound auf mich wirkt wie ei­ne Fu­si­on von po­ten­zi­ell eher ei­gen­tüm­li­chem Ga­ra­ge Punk á la UV Race und Ed­dy Cur­rent Sup­pres­si­on Ring mit nicht we­ni­ger schrä­gen Bands auf der Post Punk-/In­die Rock-Ach­se wie et­wa Tree­house, Kitchen's Floor, The Mol­ds und Ci­ty Yel­ps.

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Ex-Gold - We Are Good

Das hier hät­te ich fast über­se­hen, ist das Ding doch of­fen­bar schon ein paar Mo­na­te drau­ßen. Ex-Gold aus Aus­tin, Te­xas hat­ten 2018 schon mal ei­ne saustar­ke EP raus­ge­hau­en, von der jetzt ei­ni­ge Songs auch noch mal neu auf­ge­nom­men auf die­sem Lang­spie­ler au­tau­chen, wäh­rend die neu­en Stü­cke naht­los das ho­he Ni­veau des De­büts an­knüp­fen. Das be­deu­tet mehr vom schrul­li­gen Power Pop und Ga­ra­ge Punk mit so­wohl ein paar '77er Ver­satz­stü­cken als auch ei­nem old­schoo­li­gen In­die Rock-Vi­be. Der bes­te Ver­gleich der mir da­zu ge­ra­de ein­fällt wä­ren die bri­ti­schen Witz­bol­de Pro­to Idi­ot, aber auch Für­spre­cher von Tom­my and the Com­mies, Bad Sports, Ra­dio­ac­ti­vi­ty, Sweet Re­a­per, Cor­ner Boys oder Ste­ve Ada­myk Band wer­den da si­cher was für üb­rig ha­ben.

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Viceprez - Juger

Wow, die­se Band aus dem fran­zö­si­schen Dörf­chen Bo­rée jon­gliert mit ei­nem gan­zen Arsch voll un­ter­schied­li­cher Gen­res und be­werk­stel­ligt das mit schlaf­wand­le­ri­scher Selbst­si­cher­heit auf ih­rem De­büt­al­bum. Los gehts mit ei­ner kur­zen, ge­rad­li­ni­gen Hard­core­at­ta­cke und im wei­te­ren Ver­lauf tou­chie­ren sie so Styles wir et­wa kräf­tig zu­pa­cken­den Post­core, hart ro­cken­den Ga­ra­ge Punk eher mitt­le­ren Tem­pos, groo­vy ver­win­kel­ten Post Punk und so­gar et­was va­ge Pi­xies-mä­ßi­gen 80er old­school In­die-/Al­ter­na­ti­ve Rock mit Surf-Vi­be gibt es da mal auf die Oh­ren. Das al­les schüt­teln die mit be­stechen­der Leich­tig­keit aus dem Är­mel und die Plat­te hat ei­gent­lich kei­ne wirk­li­che Schwach­stel­le - durch­weg ziem­lich be­ein­dru­cken­der Scheiß!

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Vacation - Existential Risks and Returns

Dum­mes ich war mal wie­der viel zu ver­peilt um recht­zei­tig zur Kennt­nis zu neh­men, dass per Sa­li­nas Re­cords ei­ne neue Plat­te der Pop-Ma­gi­er Va­ca­ti­on aus Cin­cin­na­ti, Ohio zu be­kom­men ist und wie­der­holt ihr Ge­schick im er­schaf­fen wohl­ge­form­ter Song­per­len im Span­nungs­feld von old­school lär­men­dem 90er In­die Rock, Noi­se- und Power Pop un­ter Be­weis stellt - un­ver­schämt catchy oh­ne je­mals ab­ge­dro­schen oder vor­her­seh­bar zu klin­gen. Ist echt rar ge­wor­den, so­was. Noch sel­te­ner be­kommt man es in so ei­ner kraft­vol­len Dar­bie­tung auf die Oh­ren. Zwölf Songs = zwölf Hits, denn im Hau­se Va­ca­ti­on ist "ziem­lich gut" nicht gut ge­nug.

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S:Bahn - Queen of Diamonds

Die­se Band aus Mel­bourne war schon mal frü­her un­ter­wegs, und zwar war das ir­gend­wann in den 90ern mit ei­nem Sound, den man eher als den ty­pi­schen, leicht emo­fi­zier­ten Post­core-Style je­ner Zeit be­schrei­ben kann mit Echos von Cha­vez, Slint und Pol­vo. Ih­re ers­ten neu­en Songs in ei­nem Vier­tel­jahr­hun­dert sind da­ge­gen aber al­les an­de­re als ein nost­al­gi­scher Neu­auf­guss ih­rer al­ten Tricks. Statt­des­sen prä­sen­tie­ren sie ei­nen rund­um er­neu­er­ten Post­punk-Sound, der klar in der Ge­gen­wart zu­hau­se ist und sich gut zwi­schen Bands wie Slee­pies, Go­to­beds oder Drah­la mischt, da­bei gleich­zei­tig aber auch recht zeit­los und ge­reift im bes­ten Sin­ne klingt, was ab und an auch mal leich­te Mo­ving Tar­gets oder Vol­ca­no Suns-Vi­bes wach­ruft.

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Ope - Tapes 1-3

Hier ist noch ein Über­bleib­sel von letz­ter Wo­che das ich hier ei­gent­lich aus­las­sen woll­te, sich bei ge­naue­rem hin­hö­ren aber als stär­ker er­wies als ich zu­nächst dach­te. Ein me­lo­di­scher Mix aus ver­träumt-me­lan­cho­li­schem Noi­se Pop, Or­gel-und-Syn­th Punk ent­fal­tet sich auf die­sen Tapes und ver­sprüht au­ßer­dem ei­ne gu­te Men­ge Psy­che­de­lia der al­ten Fly­ing Nun-Schu­le.

Keith Ival - Keith Ival

Ei­ne EP vol­ler so­li­de ge­bau­ter, ul­t­ra­klas­si­scher old­school In­die­rock-Schön­heit, die ei­ner­seits ei­nen Zeit­sprung in die spä­ten 80er/​frühen 90er dar­stellt - ich den­ke da et­wa an Se­bad­oh, frü­he Eric's Trip und ein paar Echos der C86-Ge­nera­ti­on - glei­cher­ma­ßen aber auch an deut­lich jün­ge­re Bands á la Rat Co­lum­ns, The Mol­ds, Omi Pa­lo­ne oder Ovlov er­in­nert.

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The Deadbeat Club - Vital Earnings

Mal wie­der ein ech­ter Knül­ler aus dem Hau­se Di­gi­tal Hot­dogs. Ei­ner von der ver­schro­be­nen Sor­te, der sei­ne flau­schi­ge Wär­me un­ter ei­ner krat­zi­gen Ober­flä­che ver­birgt. Klingt an­ders­welt­lich und doch sehr ver­traut. Fast so wie man es von Ver­öf­fent­li­chun­gen die­ses La­bels er­war­tet. Über die Band an sich gibt es prak­tisch kei­ne In­fos. Es sind zwei gleich­na­mi­ge Bands auf Band­camp zu fin­den, aber ich glau­be nicht dass es sich um ei­ne da­von han­delt. Was wir hier zu hö­ren be­kom­men ist ei­ne mas­si­ve Fül­le an sau­mä­ßig ein­gän­gi­gen Songs, ver­packt in glei­cher­ma­ßen ver­träum­te und kraft­vol­le Klang­wel­ten ir­gend­wo zwi­schen Post Punk, Noi­se Pop, Shoe­ga­ze und 90er In­die Rock, der Er­in­ne­run­gen an die frü­hen Lo­Fi-Aben­teu­er von Bands wie Eric's Trip, Gui­ded By Voices und Fly­ing Sau­cer At­tack wach­ruft… viel­leicht auch noch ein biss­chen Se­bad­oh. Oder aber man schlägt die Kur­ve zu jün­ge­ren Bands á la The Mol­ds, Tree­house, Par­do­ner, Rat Co­lum­ns oder Te­ard­rop Fac­to­ry. Egal von wel­cher Sei­te du es be­trach­test: Du hast aus­ge­zeich­ne­ten Ge­schmack und bist wie ge­macht für die­se Plat­te.

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Glen Schenau - Jhumble​/​​Jearnest 7"

Glen Schen­au, man­chen si­cher be­kannt als der Front­mann der Kult­band Kitchen's Floor aus Bris­bane, hat so­lo bis­her zwei EPs von eher Rich­tung Avant­gar­de schie­len­dem Art Rock ver­öf­fent­licht, der schon al­lei­ne auf­grund sei­ner all­ge­mei­nen Schräg­heit über­zeug­te - durch­zo­gen von dis­so­nant-hy­per­ak­ti­ver Schram­me­lei, wie ei­ne fun­ky ka­put­te Al­ter­na­tiv­rea­li­täts-Va­ri­an­te von The Wed­ding Pre­sent und end­gül­tig über die Klip­pe ge­scho­ben von sehr nach Töp­fen, Pfan­nen und Plas­tik­ei­mern klin­gen­der Per­cus­sion. Letz­te­res weicht auf sei­ner neu­es­ten 7" ei­nem her­kömm­li­chen Drum­kit und vol­lem Bandsound, der ins­ge­samt in ei­ne ge­ring­fü­gig we­ni­ger ex­pe­ri­men­tel­le, deut­lich gref­ba­re Form an den Tel­ler­rän­dern von Post Punk, Noi­se Rock und 90er In­die­rock mor­pht, oh­ne dass da­bei die Ver­spielt­heit und krea­ti­ve En­er­gie der Vor­gän­ger auf der Stre­cke blie­be. Melk­bel­ly trifft auf Live Skull? Nee, das trifft die­sen Na­gel nicht so ganz den Kopf… aber auch kei­nes­wegs kom­plett da­ne­ben.

Unclaimed Diamonds - The First Five Slabs

Das De­büt-Tape via Sta­te Cham­pion Re­ords von die­ser Band aus Phil­adel­phia macht be­reits ei­nen star­ken ers­ten Ein­druck. Ein aus­ge­präg­ter 90er In­die­rock-Vi­be á la Bree­ders oder jün­ge­re Melk­bel­ly trifft hier auf eher kon­tem­po­rä­ren Post Punk, den man et­wa mit WALL oder The Ba­by ver­glei­chen könn­te, durch­zo­gen von ei­nem wun­der­bar kru­den Charme.

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