Billiam – Fang The Sniper

Wann immer Billiam Zeug veröffentlicht ist erstmal Billiam-Woche, die ganze Woche. Führt einfach kein Weg vorbei an der irren Anziehungskraft einer der hellsten Lichtgestalten in der gegenwärtigen Garage Punk-Szene, die oft (nicht zuletzt auch von mir) das Eggpunk-Label aufgedrückt bekommt und sich in der Tat auch nur schwerlich komplett isoliert von diesem Genre-Rattenschwanz evaluieren lässt, aber gleichsam auch immer nur mit viel knirschen und etwas Willkür in jenes Schema passte. Häufiger als nicht fühlt sich seine Musik doch stärker in einer früheren Ära des quirligen Garage- und Synth Punk verankert an, viel mehr Ausmuteants als Prison Affair und ich habe so eine Ahnung wenn der Genre-Bubble endgültig die Luft ausgeht und den Blick auf eine post-eggpokalyptische Höllenlandschaft freigibt, wird Billiam unbeeindruckt aus den Trümmern kriechen, den Staub von den Ärmeln abschütteln, Snake Plissken-Style eine Kippe anzünden und auf dem Weg nach Hause einen neuen Song über die strukturelle Integrität mehrstöckiger Gebäude in ein bizarres, nuklear angetriebenes Steampunk-Diktiergerät summen.
Wie dem auch sei, es ist mal wieder eine Billiam-Woche und seine neue LP ist eine Gute, wer hätte es gedacht? Produziert von Checkpoint's Erik Scerba (nicht die einzige Platte im Blog diese Woche, wo der Typ seine Finger im Spiel hatte), könnte das durchaus die tighteste und kräftigste Inkarnation von Billiam sein die wir bisher zu hören bekamen, aber glücklicherweise geht mit der gesteigerten Fidelität überhaupt nichts einher, was seine rohen Kanten und exzentrischen Schrulligkeiten zu zähmen vermag in zwölf neuen Songs, die erneut sein unfehlbares, routiniertens Songhandwerk unterstreichen. Billiam kann dabei nicht anders als unverkennbar nach sich selbst zu klingen, aber kommt trotzdem immer zuverlässig mit einer guten Überraschung um die nächste Ecke gebogen. Als ein DIY Genre-Auteur ist er in etwa das Garage Punk-Äquivalent zu jener Sorte von respektierten Genre-Regisseuren bei denen du im groben schon weißt was für eine Art von Film da auf dich zukommt, aber auch begründetes Vertrauen in deren Skill und kreative Vision hast um sicher zu sein, dass du jedes mal wieder von neuem überrascht, deine Erwartungen stilvoll unterwandert werden.

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Narkose – Originalton West

Ich machte mir ein paar Sorgen was die zweite Narkose-LP angeht denn so sehr ich das Debüt verschlungen habe, was doch irgendwie auch klar dass die exakt gleiche Art von Platte nicht ein zweites mal funktionieren würde und alles hing davon ab wie die Band der Herausforderung begegnen würde, ohne dabei die spezielle Essenz zu verlieren die sie zu einer der beeindruckendsten Stimmen in der deutschsprachigen Punklandschaft gemacht hat. Ich freu mich zu sagen, dass sie auch hier wieder ihren eigenen Weg gefunden haben! Unauffällig verbesserte Produktionswerte geben hier strukturelle Unterstützung für einen Sound, der jetzt ein bisschen die dunklen '80er Anarcho-Vibes zurücknimmt zugunsten eines etwas kontemporärer klingenden Post Punk und Postcore-Sounds, der in Songs wie Keine Ziele etwa eine Ahnung von britischer 2010er Post Punk- und Noise Rock-Schule transportiert, wie sie dort florierte in den Jahren bevor die aktuelle Hegemonie aus aalglatten Mumblecore-Punkfluencern mit Brokkolifrisur letztendlich den Hypekrieg gewann. Die gleichermaßen schweren und saumäßig eingängigen Hooks schlagen dabei präziser ein als je zuvor während eine geringfügig aufgeräumtere Klangästhetik einen zunehmenden Wipers-Feel in der Gitarrenarbeit offenbart. Der lyrische Gehalt hingegen gehört weiterhun zum trübsten was man mit kurz angebundenen, gezielt plazierten Worten tun kan um Salz in die Wunden eines rapide zersplitternden Europas zu streuen mit einer unverblümten Direktheit und Dringlichkeit, für die ich nicht jederzeit die passende psychische Resilienz aufbringen kann, aber am Ende ist es halt auch nur das konstante Hintergrundrauschen einer kollabierenden Gesellschaft mit dem jeder von uns irgendwie klarkommen oder dran zerbrechen muss und es ist und bleibt eine heilsame Katharsis wenn ein paar Typen mit einer lyrischen Kraft, die weit über dem traurigen Standard einer sprachlich notorisch gehandicapten Deutschpunk-Ödnis operiert, mit gezielten Worten die akuten Schmerzpunkte angeht.

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Warm Swords – In A World

Um ganz erhlich zu sein, die bisherige Diskographie dieser französisch-deutschen Band, die jetzt schon über zehn Jahre am Werk ist, war häufig ein etwas wildes bis richtungsloses Chaos. Jüngeren Veröffentlichungen mangelte es einfach etwas an Feinschliff und Entschlossenheit und jene erreichten nur schwerlich das Niveau der tollen War On Words Vol. 1&2 Tapes in 2019, daher waren meine Erwartungen an die neue LP jetzt auch nicht sonderlich groß. Ich muss aber sagen, ich bin auf geradezu brilliante Weise überrascht denn hier klingen die seit langem mal wieder als meinten sie es wirklich ernst, halten dabei an ihren exzentrischen Ideen und eklektischen Einflüssen fest aber leiten sie in ungleich greifbarere, kompakte und tragfähig strukturierte Einheiten, die deutlich mehr Sinn ergeben. Der Eröffnungssalvo aus Mirror und Parasite ergibt schon zwei solide Beispiele von leicht eierigem Art-, Synth- und Garage Punk aber es ist erst der hypnotisch abgespacete Post Punk des dritten Songs Friction, wenn der eigentliche Speck dieses Album beginnt und diesen Level bis zum Ende aufrecht erhält, mit fast jedem neuen Song ein unterschiedliches Territorium beschreitet wie etwa der new-wavige Power Pop in Save Your Mother, die oldschooligen Useless Eaters-ismen von C-Side, der zurückgelehnt-folkige Schrammelexzess Shortcut Through The Mountain, die verloren-im-Kosmos-Klaustrophobie von The Anarchist Threat... die Genüsse und Überraschungen hören nie auf in dieser aus den Nähten platzenden Wundertüte. Wenn dieser Level eine Ansage für die Zukunft ist, bin ich wirklich heiß auf die nächsten zehn Jahre von Warm Swords.

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Famous Mammals – It Was A Pleasant Modern Fantasy

Diese irgendwo in der San Francisco Bay Area umtriebige Band betrat die Bühne mit einem deutlichen Knall als ihre 2021er Debütkassette Wellen schlug und ihre zweite LP Instant Pop Expressionism Now! untermauerte nur weiter ihren Status als eine treibende neue Kraft in der gegenwärtigen Art Punk-Landschaft. Nichts davon is komplett unerwartet sobald man zur Kenntnis nimmt, dass hier Leute am Werk sind die überwiegend im vergangenen Jahrzehnt schon in so geschätzten Bands wie The World, Andy Human and the Reptoids, Rays und Violent Change aktiv waren. Der dritte Langspieler aus dem Hause Siltbreeze Records fühlt sich jetzt um einiges spröder und rustikaler an als die Vorgänger, stützt sich stärker auf schrullige Interludes und weniger auf unmittelbar eingängige Hooks und Momente, aber das ist genau diese Art von genügsamer Knauserigkeit die zum kantigen Reiz dieser Platte beiträgt und aufmerksames Zuhören belohnt, mit einer starken Komponente von The Fall-mäßigem, repititivem Minimalismus der richtig in die Gänge kommt mit In Any Case, und einem klaren Unwillen, dem Hörer eine saubere, beruhigende Auflösung zu der aufgebauten Spannung, den dissonanten Loops und abgehackten Mustern zu präsentieren. Die Dub-Elemente und -techniken in Where The Dream Dwells haben dann mehr einen Feel von Swell Maps und vielleicht, in jüngerer Zeit, Exek. Flash #1 andererseits scheint Wire Tribut zu zollen und konnte durchaus als ein exzellentes Pink Flag-Outtake durchgehen mit ein paar zusätzlichen Television- und Fall-Vibes obendrein, bevor Embankment Terror sich sogar noch ein bisschen tiefer in die Pop-orientiertere Seite der frühen Wire-Ära begibt. Wie gehabt fühlt sich das zeitweise an wie eine repräsentative Rundreise durch weite Teile des alten britischen DIY- und Art Punk und so Bands wie Mekons, Desperate Bicycles, Membranes, Television Personalities, die bereits erwähnten Wire und Swell Maps, aber genauso hat das auch vieles gemeinsam mit einer ungleich jüngeren Brut von Art Punk-Acts der Sorte Cuticles, Famous Logs In History, Onan Servo, Toe Ring and Germ House, nur so ein paar die mir gerade einfallen.

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Pardoner – Target Practice

Auf ihrem fünften Langspieler, ein gutes Jahrzehnt schon bei der Sache, kommt die Band aus San Francisco so fokussiert und aufgeräumt daher wie schon lange nicht mehr mit einem ausgesprochen entschlackt klingenden Bündel von Songs in ihrer unverwechselbaren Verschmelzung von catchy-ass '80er College- und '90er Indie Rock mit einem Zusatz von Jangle Pop und ein paar Shoegaze-Momenten, die mich mehr an Swervedriver erinnern als an die üblichen Genre-Verdächtigen; etwas Schrulligkeit einer lange vergangenen Pitchfork-Ära wird gekoppelt mit einer Ernsthaftigkeit die sich mehr in der goldenen '80er/'90er Indie Rock-Ära zuhause fühlt. Was auf dem Papier einfach nur nach einem weiteren oldschool Indie-Flashback klingt, hat diese Band über die Jahre zu ihrem ganz eigenen Ding entwickelt. Ich werde ihnen aber nicht den Titelsong hier verzeihen, dem einzigen wirklichen Fehlschuss dieser Platte, denn wir haben jetzt die Zeit schon lange hinter uns, in der ich auch nur die kleinste Spur von unsubtilem Auto Tune tolerieren konnte, egal wie ironisch das gemeint war... der dumme Witz war einfach vor zwanzig Jahren schon alt und wird mit der Zeit nicht besser, nur älter. Spart euch das bitte, ich kann das nicht mehr.

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Real Shocks – It Could End Today

Real Shocks aus Philadelphia hatten schon ein durchweg überzeugendes Demo raus in 2024 aber hauen jetzt nochmal viel gekonnter auf den Putz mit ihrer neuen 7" auf Stupid Bag Records. Das ist ein unverschämt kreatives Bündel von oldschool Westküsten-Style Hardcore Punk-Knallkörpern randvoll mit catchy inspirierten Hooks und eigentümlichen Schlenkern die sich einerseits als eine etwas vereinfachte Variante von jüngeren Hard-/Artcore-Acts á la Rolex oder Mystic Inane beschreiben ließe, aber auch einige Geistesblizte vom Noise Rock-igen, abstrakten bis surrealen Postcore-meets-Art Punk-Geriffe der Atlanta-Szene und Bands wie Wymyns Prysyn, Mother's Milk (fka Uniform) und Glittering Insects aufweist, oder dem roheren Ende des Nag-Spektrums. Nicht zuletzt halluziniere ich mir dabei auch noch eine subtile Unterströmung von psychedelisch-cowpunkigem Lärm im Fahrwasser etwa von Leche und Murderer herbei. Wie auch immer, für eine relativ oldschoolige Hardcoreplatte könnte das kaum mehr meine Baustelle sein. Die digitale Veröffentlichung auf Bandcamp hat zwei Bonus-Songs die nicht weniger Ärsche treten und deren Exklusion auf der 7" klar der Laufzeit und nicht der Qualität geschuldet war. Starkes Ding.

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Little Chair – 100 Dresses

Little Chair aus Durham, North Carolina haben bereits mindestens zwei EPs und sine Splitscheibe mit Tractor Beam raus und ich sag mal ja, das waren bereits sehr angenehme Artefakte des zeitlosen mitt-'80er und früh-'90er-mäßigen Jangle- und Indie Pop aber das alles nimmt erstmal so richtig Form an auf ihrer neuesten Mini-LP mit einem kompakteren, kraftvolleren Set aus zugrundeliegenden Songs und auch die Arrangements und Performances fühlen sich hier empfindlich gestrafft an auf einer Platte, ein in etwa die Lücke füllt zwischen der frühen Sarah Records-Ära, melodisch lärmenden '80er College Rock-Randerscheinungen á la Vomit Launch und auch einigen Krümeln von '90er Indie Rock der Sorte Seam, Unrest, Archers Of Loaf. Wie man's auch dreht, das ist saumäßig ansprechender Scheiß hier.

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Piss Ants – Amateur Hour: Part 4

Nachdem die ersten drei Iterationen der Amateur Hour-Reihe von Veröffentlichungen auf Fuzzy Warbles Cassettes alle eher auf der experimentell-selbstverliebten Seite operierten, bricht die von Piss Ants bestrittene vierte Folge mal so richtig mit jener Tendenz zugunsten von simplen, geradlinigen Garage Punk-Smashern, Jangle-angehauchten Punkschrammlern und pulsierenden Synth Punk-Erdbeben und meine Fresse ist das meine Tasse Tee mit diesem Mix irgendwo zwischen den Welten von, sagen wir mal, D. Sablu, S.B.F., Kid Chrome und Jean Mignon.

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JJ Sizza – Hang It Up

Von JJ Sizza habt ihr sicher schon etwas Lärm gehört als Mitglied von australischen Garage- und Post Punk-Acts wie Kitchen People und Dr. Sure's Unusual Practice. Auf seiner zweiten Solo-EP lehnt der Typ sich aber so richtig rein in ohrwurmgefährliches Power Pop-Gelände, mehr as wir es je von diesen Bands gehört hätten, und der Scheiß knallt rein. Der Opener 50 Cent Coin klingt so als könnte es sich wahlweise um einen verhinderten '80er New Wave-Hit handeln oder ein vergessenes frühes Flying Nun Records-Artefakt, oder alternativ auch um eine aktuellere Garagensingle der Marke Andy Human oder Nick Normal. Da öffnen sich Welten in diesem einen Song. Hold Music klingt dann schon ähnlicher zu etwas aus dem Dr. Shure's Œuvre und genauso Panopticon Blues, bevor Skin On Skin ein paar klassiche Ramones-Qualitäten mit modernem Fuzz Punk / Noise Pop kombiniert nicht ganz unähnlich zu den Texanern Sex Mex und, erst kürzlich, Eason. Der Abschlusstrack Don't Wanna See ist dann leider der schwächste Moment dieser Platte mit seinen eierpunkigen Grundzutaten, die hier einfach nicht zu einem kohärenten Ganzen verschmelzen wollen. Ein unnötiger Dämpfer in einer ansonsten brillianten EP.

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Sick Thoughts – Skull

Keine Vorstellung dieser Band nötig, schätze ich mal und ebenfalle keine Gefahr, dass man diese Platte mit irgendeiner anderen Band verwechselt, auch wenn die ersten beiden Songs hier für meinen Geschmack sich ein bisschen sehr nach '77er Autopilot anhören und nicht viel tun um aus etablierteren Garage-Schablonen auszubrechen. Aber wen juckt's, denn Drew Owen auf Autopilot ist für sich genommen immer noch eine verdammte Wucht und das eigentliche Zentrum dieser EP bilden dann doch eher die beiden im Hardcore-Tempo angesiedelten Schnellschüsse Drinking Drugging Watching TV and Feed You To The Dog mit denen diese Platte letztendlich ihre stärkste Daseinsberechtigung findet.

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Cosme – Radio Galaxia

Die abgespaceten Synth Punk-Helden Cosme aus Ciudad López Mateos, Mexico haben schon länger hart reingeknallt mit allem was sie auf ihren bislang drei Demos gemacht haben. Ihr erstes Tape das jetzt mal nicht explizit als Demo betitelt ist liefert einfach mehr von gleichen Fraß und was mehr könnte man sich wünschen wenn jener gleiche Fraß so eine göttliche Schweinerei ist, in der klassische Power Pop-Hooks kollidieren mit den melodischeren Abzweigungen von mitt- bis spät-'80er Punk plus einiger New Wave-Ohrwurmigkeit obendrein? Was immer die Typen anfassen ist und bleibt eine saumäßig beglückende Angelegenheit und bisher zeigt die Band nicht die geringsten Anzeichen von Müdigkeit.

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Visual Learner – Liar / Stench Of Calm

Die letztjährige Greg LP dieser Band aus Minneapolis war schon ein echter Leckerbissen in der Lücke zwischen melodischem '80er Punk (starke Moving Target-Vibes waren da zu verspüren) '90er Indie Rock nah an der Grenze zum Emo und 2000er Crowdpleaser-Punk wie er üblicher von bärtigen Holzfällertypen gespielt wurde. Eine Platte die es trotz ihrer Qualitäten nicht in diese Blog geschafft hat aus Zeit- und Kapazitätsgründen... denn in einem Ein-Mann-Unterfangen wie diesem Blog muss halt einiger guter Scheiß manchmal den Kürzeren ziehen der klar einen Post bekommen würde, hätte ich unbegrenzte Zeit, Energie und Fokus zur Verfügung. Aber egal, das werde ich diesmal nicht zulassen anlässlich ihrer neuen 7" die da sogar nochmal deutlich einen drauflegt zu den Tugenden der LP mit einer verschärften Attacke und zunehmenden Elementen von '80er/'90er Postcore, insbesondere bei der A-Seite Liar, die doch tatsächlich ein bisschen klingt als würden Jawbox und Jawbreaker jeweils ihren respektiven Kiefern unaussprechliche Dinge zufügen. Stench Of Calm schwenkt dann etwas zurück zu ihrem so bewährten und ausgefuchsten '90er melodischen Punk-/Indie-Geschredder wie ich es kaum reizender finden könnte.

Pork Belly – 2 Truths and a Lie

Bereits eine tolle Cassingle und eine nicht weniger exzellente EP auf dem Kerbholz, rüttelt die neueste EP der Band aus San Francisco die Klangparameter ein gutes Stück auf mit einem unerwartet melodischen Fundament im Eröffnungsschlag Billy 3, bevor A Million Knots ein paar Elemente '80er Sonic Youth zulässt in den Strophen. Zuletzt macht dann auch das Nerves-Cover Hanging On The Telephone eine ausgesprochen gute Figur. Zuvor offensichtlich mehr interessiert an komplexen, ineinander greifenden Art Punk-Arrangements die mich seinerzeit an Bands wie Patti, Reality Group und frühe Fugitive Bubble erinnerten, weisen die zwei neuen Songs einen selbstbewussteren und klareren Weg vorwärts für die Band. Ich bin gespannt wie ein kranker Enddarm, wo das in Zukunft hingeht.

Constant Insult – Clever Medicine

This Injury erscheint am 20. November auf Dead Broke Rekerds.