Antibodies - LP 2018

Antibodies - LP 2018
Auf ihrer aktu­el­len, äh… defi­ni­tiv-keine-LP sor­gen Anti­bo­dies aus dem kana­di­schen Char­lot­te­town für höchste Zufrie­den­heit mit so schnör­kel­lo­sem wie auch hoch­ex­plo­si­vem Hard­core­zeugs, das oben­drein mit einem spa­ßi­gen Gara­gen- und Fuzz­punk-Fak­tor auf­war­tet. Album-Stream →

Stuck - Three Songs

Stuck - Three Songs

Der Titel sug­ge­riert Fugazi, der Sound auf der Debüt-EP die­ser Band aus Chi­cago klingt dann aber eher mal nach Drive Like Jehu, ein ande­res mal nach Smart Went Crazy. Und mit letz­te­rem Ver­gleich wären wir dann ja doch schon wie­der im Dischord-Uni­ver­sum.

Chronophage - Prolog for Tomorrow

Chronophage - Prolog for Tomorrow

Wun­der­schö­nes Chaos auf der Debüt-EP einer Band aus Aus­tin. Der Ope­ner klingt in etwa als wür­den Angst und frühe Meat Pup­pets von Sac­cha­rine Trust in den Ar*** gef***t. Sol­che Folk- und Cow­punk-Ele­mente fin­den sich auf die­ser Platte immer wie­der, aber auch abs­trakte LoFi-Expe­ri­mente zwi­schen Honey Radar von heute und Unrest von ges­tern. Jangle- und Art­pop, irgendwo zwi­schen frü­hen The Clean, Woo­len Men und Gui­ded By Voices. Der ver­schro­bene Charme des noch etwas fol­klas­ti­gen Dino­saur Jr.-Debüts. Das sollte so eigent­lich nicht funk­tio­nie­ren. Tut es aber. Nicht zuletzt weil hier durch­ge­hend 1A Song­wri­ting-Skills regie­ren.

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Mothers Dearest - Mothers Dearest

Mothers Dearest - Mothers Dearest

Musik, die so stark im Spek­trum von Sludge und Doom ver­wur­zelt scheint ist sel­ten mein Ding, aber diese Platte zieht mich den­noch auf ihre Seite und klingt trotz des etwas abge­stan­den rie­chen­den Gen­re­um­fel­des sehr frisch für meine Ohren. Dabei hilft es auch, dass Mothers Dea­rest aus Wel­ling­ton, Neu­see­land weni­ger auf der Metal-, als auf der Noise Rock-las­ti­gen Seite ope­rie­ren. Etwas als hätte man die sprö­den, stock­düs­te­ren Epen des letz­ten Alpha Stra­tegy Albums mit einer guten Ladung Neu­ro­sis gekreuzt und dabei ein paar Köpfe Amphet­amine Rep­tile geraucht.

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Rolex - E

Rolex - E

Ein sehr pas­sen­des Adden­dum zum vor­he­ri­gen Post ist auch die vierte und bis­her stärkste Cas­sin­gle in der Pen­talo­gie (so macht man einen auf Pro­gres­sive Rock) von Rolex aus Los Ange­les. Eine gara­gig ange­hauchte Mischung aus Post­core und -punk, bei der jeder ein­zelne Takt voll ins Schwarze trifft.

The Resource Network & Big Hog - Split Tape

The Resource Network & Big Hog - Split Tape

Zwei Bands aus India­na­po­lis geben sich auf die­sem Tape die Ehre. The Resource Net­work machen dabei schon mal einen saustar­ken Ein­druck und bewe­gen sich zwi­schen Hard­core, Garage und Post Punk, der in einer per­fek­ten LoFi-Pro­duk­tion daher kommt. Big Hog mixen dann Hard­core mit Hard­core und einem ähn­lich auf Hoch­glanz geschrubb­ten Sound, wären dabei gerne Slayer. Auch das hat sei­nen Charme.

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Césped De Verdad - Chusma Ocre

Césped De Verdad - Chusma Ocre

Was ist das denn für ein gei­ler Scheiß, den uns da eine Band aus Valen­cia auf­tischt? Begrüßt einen mit Post Punk in no-wavi­ger Dis­so­nanz und ent­wi­ckelt sich dar­auf hin zu einem unbe­re­chen­ba­ren Bas­tard, der einem unver­mit­telt her­ein­bre­chende Hard­core­at­ta­cken, Ver­satz­stü­cke von 90er Dischord-Post­core, ein biss­chen Emo­ge­döns, Math­rock und melo­di­schem Indie Rock der ver­gan­ge­nen Dekade um die Ohren haut. Über all dem schwe­ben die unkon­ven­tio­nel­len Har­mo­nien á la Sonic Youth der Daydream Nation-Ära, das ver­bin­dende Ele­ment wel­ches diese selt­sa­men Klang­kon­strukte zusam­men­hält. In der Gegen­wart könnte man vage Ver­glei­che zu den Leip­zi­gern Molde bemü­hen.

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Crisis Man - The Myth Of Moderation

Crisis Man - The Myth Of Moderation

Schon andert­halb Jahre sind ins Land gezo­gen seit die kali­for­ni­sche Super­group aus Mit­glie­dern von z.B. Acry­lics, Public Eye, Vio­lent Change und Cere­mony bei mir mit einem Demo für eine aus­ge­zeich­nete Tages­laune sorgte. Die neue 7" auf Digi­tal Regress macht sofort an glei­cher stelle wei­ter, lie­fert also Gara­ge­punk mit ein biss­chen Hard­core-Spreng­stoff ab, der ein­fach nichts in Watte packt; so etwas in Rich­tung von Mys­tic Inane, Lumpy and the Dum­pers oder auch mal die erwähn­ten Acry­lics.

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12XU Radio #17

Tense Men - Ideal Meals

Tense Men - Ideal Meals

Ich hätte ja zuerst mal auf Aus­tin, Bos­ton oder Chi­cago getippt, aber diese nicht allzu bri­tisch klin­gende Band kommt doch tat­säch­lich aus Lon­don. Noch viel beein­dru­cken­der als diese Tat­sa­che ist aber die dis­zi­pli­nierte, eis­kalte Kon­se­quenz, mit der die Typen ihren mini­ma­lis­ti­schen und mono­to­nen Post Punk zuver­läs­sig mit unauf­halt­sam rotie­ren­den, mecha­ni­schen anti-Groo­ves auf­la­den, ihn letzt­end­lich immer wie­der aufs neue mit einer Wand aus Noise kol­li­die­ren las­sen. Und dass solch repe­ti­tive Klang­kunst auch in sech­zehn Songs und einer für Gen­re­ver­hält­nisse üppi­gen Lauf­zeit von einer guten Drei­vier­tel­stunde ums ver­re­cken nicht mal die gerings­ten Abnut­zungs­er­schei­nun­gen zeigt, das macht das kleine Wun­der kom­plett. Oder ist es der per­fekt schred­dernde Vier­spur­sound, der ihre kan­ti­gen Arran­ge­ments so tref­fend zu trans­por­tie­ren ver­mag?

Wie auch immer, Tense Men haben hier nach zwei noch etwas rich­tungs­lo­sen EPs zu ihrer Essenz gefun­den und die­ses gewisse etwas ein­ge­fan­gen, das Ideal Meals selbst in der unüber­schau­ba­ren Masse an star­ken Ver­öf­fent­li­chun­gen ihres Gen­re­spek­trums her­aus­ste­chen lässt. Ein biss­chen sehe ich sie in der Nach­bar­schaft der frü­hen Rank/​Xerox, aber auch die mar­kante Rhyth­mik von Man Sized Action kommt mir ins Gedächt­nis, die sture Bra­chia­li­tät frü­her The Men, ver­ein­zelt auch mal Mis­sion Of Burma oder ein wenig The Fall der frü­hen Acht­zi­ger. Nur die bes­ten Refe­ren­zen also. Mit die­sem Unge­tüm von einem Album haben Tense Men eine Tür ein­ge­tre­ten und ich kann's kaum erwar­ten zu sehen, was sich dahin­ter noch ver­birgt.

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