Predator - Spiral Unfolds

Ich war et­was spät dran, die­se Band aus At­lan­ta zu ent­de­cken, die jetzt schon seit über ei­ner De­ka­de rum­lärmt - erst mit ih­rer 2018er No Face 7" wur­de ich auf sie auf­merk­sam. Auch wuss­te ich da noch nicht, dass sie sich Mit­glie­der mit den Post­punk-Mi­ni­ma­lis­ten Nag tei­len. Jetzt er­gibt plötz­lich al­les mehr Sinn. Nicht nur hö­re ich da klar den glei­chen Sän­ger, son­dern auch sound­mä­ßig kann ich jetzt die Ver­wandt­schaft kaum mehr über­hö­ren. Pre­d­a­tor klin­gen et­was wie der et­was ge­sel­li­ge­re Cou­sin von Nag, mit stär­ke­rer Ga­ra­gen-Ten­denz und ge­le­gent­li­chen Hard­core-Mo­men­ten. Ich mei­ne… ver­ein­zelt klin­gen sie fast so, als hät­ten sie Spaß an der Sa­che!

Die kom­plet­te Be­sche­rung gibt's auf Band­camp zu hö­ren→

Hideous Sun Demon - Development Hell

Die neu­es­te EP der Band aus Mel­bourne fängt gut an, wird dann mit je­dem Song bes­ser. Zu­erst hat's was von ei­nem Mix aus (zu be­ginn) Syn­th-lo­sen Aus­mu­te­ants, Ex-Cult, Sau­na Youth, frü­hen Teen­an­ger… aber auch so ei­ne Post­punk-Kan­te á la Flat Worms, Con­stant Mon­grel. Letz­te­re Ten­denz über­nimmt in der zwei­ten Hälf­te zu­neh­mend das Ru­der und ge­nau da spielt die Plat­te ih­re größ­ten Stär­ken aus, wel­che sich letzt­end­lich zu der epi­schen An­ti-Hym­ne Aus­tra­lia auf­tür­men - ei­nem Stin­ke­fin­ger in Rich­tung Na­tio­na­lis­mus, der sich für sei­ne ein­fa­chen, kla­ren und auf­rich­ti­gen Wor­te nicht ent­schul­di­gen muss.

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OK Satán - Fatal Insomniac

Ich weiß, dar­auf habt ihr al­le ge­war­tet. Die zwei­te Fla­schen­post des Ko­pen­ha­ge­ner Hard­core-/Ga­ra­ge Punk-Du­os brei­tet sie­ben epi­sche neue Er­zäh­lun­gen aus ih­rer mär­chen­haf­ten Welt vor uns aus, be­grenzt aus­schließ­lich von ei­nem pau­sen­los er­wei­ter­ten Ho­ri­zont und ge­würzt mit wich­ti­gen Dis­kus­sio­nen um so kon­tro­ver­se The­men wie ih­re Na­men, dei­ne Pro­blem­fres­se und was ih­nen sonst noch so am Arsch vor­bei geht. Er­neut ein bril­li­an­tes, viel­schich­ti­ges Meis­ter­werk!

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Italia 90 - Borderline 7"

Mal wie­der ein sau­be­rer Re­lease von den Post­pun­kern Ita­lia 90 aus Lon­don. Die A-Sei­te Bor­der­line prä­sen­tiert ih­ren Sound in sei­ner bis­lang kom­pak­tes­ten, ein­gän­gigs­ten Form mit ei­nem Hauch von Go­to­beds, Slee­pies oder B-Boys. Wenn ihr mich fragt ist hier aber die düs­te­re B-Sei­te De­cla­re die ei­gent­li­che Haupt­at­trak­ti­on, die sich ein biss­chen nach ei­ner (stark ge­reif­ten) Rück­be­sin­nung auf den kan­ti­gen Mi­ni­ma­lis­mus und die star­ken Swell Maps- und Mem­bra­nes-Vi­bes ih­rer ers­ten EP an­fühlt.

TVO - Alive!

Ei­nen schö­nen Auf­stand tritt da ei­ne Band aus Phil­adel­phia los, zu glei­chen Tei­len Ga­ra­ge Punk und Noi­se Rock und ani­miert vom Geist di­ver­ser Klas­si­ker in der Grau­zo­ne von old­school (Post-)Punk und (Proto-)Noise Rock. Die ers­ten Tö­ne mö­gen ein biss­chen an Brai­niac er­in­nern, aber vor al­lem ist es Zeug aus den 80ern wie U-Men, X (AUS), Flip­per, Feed­ti­me, No Trend… so­ger ein leich­ter Un­ter­ton von frü­hen Mi­nu­te­men kommt zwi­schen­zeit­lich vor. An ge­gen­wär­ti­gen Bands fal­len mir dann spon­tan noch Cu­tie und Pat­ti ein.

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Dummy - Weird

Japp, der Ti­tel ist pro­gramm hier bei der drit­ten Kas­set­te des in Min­nea­po­lis an­säs­si­gen Punk-Pro­jekts Skull Cult ali­as Se­an Al­berts, be­kannt auch durch sei­ne an­de­ren Groß­ta­ten mit Skull Cult, QQQL und Bel­ly Jel­ly. Ton­nen­wei­se ein­falls­rei­che und schrul­li­ge Schräg­hei­ten mit Ga­ra­ge-, Syn­th- und Ei­er­be­zug rol­len hier un­auf­halt­sam vom lau­fen­den Band.

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Peacemaker - See You Dead /​ Greed

Hier ist noch ein wei­te­res glei­cher­ma­ßen kur­zes und spa­ßi­ges Tape, das ei­nen die­ser le­cke­ren old­school Hard­core/KBD-Sty­le/­Ga­ra­ge Punk-hy­bri­den trans­por­tiert, so schlicht und ele­gant und ma­kel­los in der Aus­füh­rung. Die­ser Scheiß wird nie alt.

Nasty Party - Celebration

Die­ses Duo aus Syd­ney und Lon­don trifft be­reits auf An­hieb al­le Nä­gel auf den Kopf mit so ehr­li­chen wie ein­dring­li­chen Ly­rics und ei­nem Sound nicht ganz un­ähn­lich zu jün­ge­ren bri­ti­schen DIY-Er­schei­nun­gen wie Si­li­co­ne Va­lues und Sub­ur­ban Ho­mes, wo­bei Nas­ty Par­ty ih­re deut­li­chen Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-Vi­bes aber mit ei­ner gu­ten La­dung Buz­zcocks-Dri­ve aus­ba­lan­cie­ren. Au­ßer­dem kom­men mir da­bei noch Pro­to Idi­ot und Freak Ge­nes in den Sinn.

Last Quokka & False Cobra - The West Ghost Split

Ich weiß nur gu­tes zu sa­gen über die­se Split 7" zwei­er aus­tra­li­scher Bands. Last Quokka's Sei­te war­tet mit zwei ih­rer bis­lang bes­ten Songs auf und dem be­reits ver­trau­ten Sound aus Post­core mit Ga­ra­ge-Boost so­wie Mo­men­ten von Hot Sna­kes und frü­hen Jaw­box, eben­so auch von ge­gen­wär­ti­gen Bands wie Vi­deo, Bad Bree­ding und As­cot Stab­ber.

Von Fal­se Co­bra hö­re ich hier zum ers­ten mal. Man­cher der ge­nann­ten Ver­glei­che mag auch auf ih­re zwei Songs zu­tref­fen, aber ins­ge­samt liegt bei ih­nen das Ge­wicht deut­li­cher auf Sei­te von Ga­ra­ge und klas­si­schem Punk­zeugs - ein Fit­zel­chen von The Ruts oder X (L.A.) ist da an Bord, aber auch mit The Li­ving Eyes, Mi­ni Skirt oder frü­hen Teen­an­ger gibt es Ge­mein­sam­kei­ten.

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Motor Corp - Demo

De­lu­xe Bi­as trifft zum wie­der­hol­ten mal gut in die Schei­ße mit ei­nem wei­te­ren Tape von der Sor­te, des­sen kur­ze Lauf­zeit schon an Sa­ti­re grenzt und auf dem mir ein Hard­core­punk ent­ge­gen kommt, der kaum ur­sprüng­li­cher und pri­mi­ti­ver sein könn­te, die Hö­rer mit rei­ner Wil­lens­kraft über­rum­pelt be­vor je­ne über­haupt ver­ar­bei­ten kön­nen, was sie sich da ei­gent­lich ge­ra­de an­ge­hört ha­ben.