Droids Blood - Droids Blood CS /​ On Trial Years Later 7"

Droids Blood - Droids Blood CS / On Trial Years Later 7"
Droids Blood - Droids Blood CS / On Trial Years Later 7"

Gleich noch mal abge­spa­ce­tes Zeug, aber irgend­wie doch eine ganz andere Bau­stelle. Bei Dro­ids Blood aus Chi­cago sind zwei Ex-Mit­glie­der von Bro­ken Prayer am Werk und erfül­len mit ihrem neuen Tape sowie einer mir bis­lang ent­gan­ge­nen Sin­gle die Erwar­tun­gen, die schon vor eini­ger Zeit mit einem star­ken Demo geweckt wur­den. Nach wie vor klingt das ein wenig nach ihrer Vor­gän­ger­band, aber auch nach aktu­el­len Bands auf der Schwelle zwi­schen Noise, Hard- und Post­core á la Bad Bree­ding, Acry­lics, Anxiety oder Arse, viel­leicht auch ein wenig nach dem Post Punk von Diät. Das alles bekommt dann ein Säu­rebad aus Indus­trial-Sam­ples und retro­fu­tu­ris­ti­schen Syn­ths ver­passt, was so einen gewis­sen 80er Cyber­punk B-Movie Vibe her­auf­be­schwört.

Album-Stream →

Writhing Squares - Out Of The Ether

Writhing Squares - Out Of The Ether

An zeit­ge­nös­si­schem Psy­che­de­lic- und Space-Gedöns man­gelt es die­ser Tage ja kei­nes­wegs, wohl aber an Bands die sich trauen, die allzu aus­ge­tre­te­nen Pfade zu ver­las­sen und die­sen ergrau­ten, schon längst etwas abge­stan­den rie­chen­den Gen­res ein wenig Fri­sche zu ent­lo­cken. Writ­hing Squa­res sind da eine so lobens­werte wie auch hoch­po­tente Aus­nahme. Eine Hälfte des Duos aus Phil­adel­phia ist ansons­ten noch bei den Post­pun­kern Tai­wan Housing Pro­ject anzu­tref­fen, der andere Typ hat bei den sti­lis­tisch etwas näher gela­ger­ten Pur­ling Hiss seine Fin­ger mit drin. 2016 fie­len mir die bei­den schon mal mit einem sehr appe­tit­li­chen Mini­al­bum auf, aber der Nach­fol­ger davon ist noch mal ein ganz ande­res Biest, des­sen Sound einer­seits eine deut­li­che Ent­schla­ckungs­kur durch­lau­fen hat, ande­rer­seits aber genau dadurch stark an Form gewon­nen hat und ein wenig so klingt als trä­fen sich mal Sui­cide, mal eher Big Black mit Hawk­wind (oder heute eher: Dest­ruc­tion Unit), Chrome und MC5 zu einer bekiff­ten Jam­ses­sion. Die mini­mal-Instru­men­tie­rung aus 70er Roland-Style LoFi-Beats, Bass und wahl­weise mit Saxo­fon oder kos­mi­schen Synth-Sequen­zen oben­drauf, ver­passt der Sache eine ganz eigene Klang­farbe.

Album-Stream →

Ice Balloons - Body In The Park

Ice Balloons - Body In The Park

Lehnte sich das Debüt­al­bum der New Yor­ker Combo mit Mit­glie­dern von u.a. Samiam und TV On The Radio an Bord noch mehr in die Rich­tung von unte­kühl­tem Post­punk und Indus­trial mit einem Hauch von Minis­try, gibt sich ihre neu­este 7" auf Mud­guts etwas leicht­fü­ßi­ger und ver­spiel­ter, begrüßt den Hörer mit einer infek­tiö­sen, leicht dub­bi­gen Groo­ve­ka­none auf der A-Seite und weiß auch auf der B-Seite mit einer ange­nehm abge­fah­re­nen Psy­che­de­lic Num­mer sehr zu gefal­len; jeweils mit einer wohl­do­sier­ten Ladung Noise ver­setzt.

Vidro - Allt Brinner

Vidro - Allt Brinner

Ganz schö­nen Wind macht die For­ma­tion aus Stock­holm auf ihrem ers­ten Lang­spie­ler. Der Sound ist irgendwo an den Tel­ler­rän­dern von Hard­core und Post Punk zu ver­or­ten, bringt aber ebenso den Vibe der aktu­el­len Dark-/De­ath Punk-Welle mit. Das klingt gering­fü­gig ver­wandt mit Acry­lics, Dauðy­flin, Taran­tula, The Bug oder den der­be­ren Momen­ten von Cri­mi­nal Code. Jede Menge schlechte Laune also. Und schlechte Laune kann man in die­sen Tagen ja nie genug haben.

Album-Stream →

Public Interest - Between

Public Interest - Between

Der Post- und Syn­th­punk auf dem ers­ten Tape von Public Inte­rest aus Oak­land gibt sich ziem­lich varia­bel, lässt z.B. mal den kal­ten Syn­thwave raus­hän­gen, klingt ein ande­res mal nach einer elek­tri­fi­zier­ten Vari­ante von Diät und nach Useless Eaters im spa­ci­gen Abgroo­ve­mo­dus. Oder wie etwa Aus­mu­te­ants und Puff ver­mut­lich klin­gen wür­den, wenn beide Bands mal irgend etwas mal ernst näh­men.

Album-Stream →

Drool - Drool II

Drool - Drool II

Nach­dem Drool aus Chi­cago in den letz­ten zwei bis drei Jah­ren mit ein paar EPs schon ordent­lich Appe­tit gemacht haben, gibt's jetzt den ers­ten Haupt­gang auf die Ohren. Nach wie vor haben wir es mit ver­win­kel­tem Post Punk der Sorte Rank Xerox, Marbled Eye, Labor oder Kom­mis­sars zu tun, der sich recht strikt an die eta­blier­ten Gen­re­mus­ter hält, seine Sache dabei aber auch durch­weg kom­pe­tent aus­führt. Das meiste Wachs­tum gegen­über den EPs zei­gen sie aber immer in den Momen­ten, wenn sie sich ein biss­chen Melo­die trauen. Diese Augen­bli­cke sind der Fak­tor, mit dem sie sich etwas von guten Gen­re­stan­dard abset­zen kön­nen und wenn das die Rich­tung ist in die es jetzt gehen soll, dann darf man echt gespannt sein auf die nach­fol­gen­den Releases.

Album-Stream →

Heavy Larry - Pseudo Science

Heavy Larry - Pseudo Science

Erfreu­li­che Geräu­sche gibt's aus der Syn­th­punk-Ecke zu ver­mel­den. Mal wie­der aus Aus­tra­lien, war ja klar. Aber dies­mal klingt das so gar nicht nach dem hei­mi­schen Aus­mu­te­ants-Umfeld, son­dern eher nach der ver­schro­be­nen LoFi-Ästhe­tik von US-Bands á la Won­der Bread, Chan­nel 83 oder C57BL/​6. Ist gekauft.

Album-Stream →

Blooming Season - New Values

Blooming Season - New Values

Bloo­m­ing Sea­son kom­men aus Mont­real, spie­len aber im Kon­trast dazu eine Mischung aus Post­core - der eher nach Washing­ton und Chi­cago klingt - und Post Punk der ten­den­zi­ell recht zugäng­li­chen, aber kei­nes­wegs zah­men Sorte, dem ich mal eine gewisse Nähe zur aktu­el­len bri­ti­schen Szene unter­stel­len würde. Im Titel­song der EP wird dar­über hin­aus ein Drama in Cine­ma­scope aus­ge­rollt, das an Pro­tomar­tyr oder Bam­bara erin­nert. Über­haupt ist das eine abwechs­lungs­rei­che und dabei nahezu makel­lose Vier­tel­stunde, in der kein Song wie der andere Klingt.

Album-Stream →

Laxity - Demo Tape 2018

Laxity - Demo Tape 2018

Das ist schon die dritte Platte an einem Stück heute, deren Song­texte in einer mir unver­ständ­li­chen Spra­che gesun­gen, gebrüllt oder gekotzt wer­den. Das ist rei­ner Zufall, echt jetzt. Jeden­falls kom­men Laxity aus Kra­kau und tref­fen abso­lut mei­nen Nerv mit einem Sound aus Post Punk, ganz viel Noise, No-Wavi­ger Dis­so­nanz und ver­ein­zelt etwas Hard­core. Wen Bands wie Soup­cans, Vul­ture Shit, Gum­ming oder Strange Attrac­tor nicht abschre­cken, der ist sicher auch bei die­ser Band ganz rich­tig am Platze. Aber auch wer sich für eine extra-krude Vari­ante von Spray Paint erwär­men kann, wird hier seine Momente fin­den.

Album-Stream →

Chronophage - Prolog for Tomorrow

Chronophage - Prolog for Tomorrow

Wun­der­schö­nes Chaos auf der Debüt-EP einer Band aus Aus­tin. Der Ope­ner klingt in etwa als wür­den Angst und frühe Meat Pup­pets von Sac­cha­rine Trust in den Ar*** gef***t. Sol­che Folk- und Cow­punk-Ele­mente fin­den sich auf die­ser Platte immer wie­der, aber auch abs­trakte LoFi-Expe­ri­mente zwi­schen Honey Radar von heute und Unrest von ges­tern. Jangle- und Art­pop, irgendwo zwi­schen frü­hen The Clean, Woo­len Men und Gui­ded By Voices. Der ver­schro­bene Charme des noch etwas fol­klas­ti­gen Dino­saur Jr.-Debüts. Das sollte so eigent­lich nicht funk­tio­nie­ren. Tut es aber. Nicht zuletzt weil hier durch­ge­hend 1A Song­wri­ting-Skills regie­ren.

Album-Stream →