Deck In The Pit - In A Lane

Ganz schön schrä­ger Scheiß, die­se Ar­chiv-Ver­öf­fent­li­chung der gesamten/​einzigen Ton­do­ku­men­te ei­ner kurz­le­bi­gen Band aus Bris­bane, die ir­gend­wann im oder um das Jahr 2016 ent­stan­den sind. Da braucht es kein Ge­nie um so­fort zu er­ken­nen, dass es sich nur um ei­ne wei­te­re Band des ex­zen­tri­schen Avant­gar­de-Sai­ten­quä­lers Glen Schen­au han­deln kann - auch als Teil von Kit­chens Floor be­kannt - ver­stärkt um je­weils ei­nen Ty­pen von Syd­ney 2000 und Piss Pain. De­ren Be­tei­li­gung ist es dann ver­mut­lich auch, was die­se Plat­te fast schon zu­gäng­lich er­schei­nen lässt. Mit zu­gäng­lich mei­ne ich in et­was kon­kre­ter: Et­wa so zu­gäng­lich, wie frü­he The Fall- oder Mem­bra­nes-Plat­ten zu­gäng­lich sind. Fin­dest du so­was zu­gäng­lich? Dann das hier be­stimmt auch!

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Fashion Pimps & The Glamazons - Fashion Pimps & The Glamazons

Ei­ne Band aus Cleve­land, Ohio er­zeugt auf ih­rer ers­ten EP ei­nen rau­en, dis­so­nan­ten Mix aus Noi­se Rock und Post Punk mit ei­ner schar­fen Ga­ra­gen­kan­te, was sie auf der mu­si­ka­li­schen Land­kar­te in et­wa zwi­schen so Bands wie The Cow­boy, Spray Paint, Flat Worms and Plax ver­or­ten lässt, manch­mal auch er­gänzt um ei­nen ge­wis­sen Flip­per-Vi­be.

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Heavy Metal - V: Live At The Gas Station Fighting The Devil

Ich glaub die­sem mys­te­riö­sen Ber­li­ner Act ha­be ich hier bis­her nie das vol­le Spot­light ge­ge­ben und kann rück­bli­ckend auch nicht mehr so ge­nau sa­gen ob das so ist weil Hea­vy Me­tal noch nicht be­reit für mich wa­ren oder weil ich noch nicht be­reit für Hea­vy Me­tal war. De­fi­ni­tiv kann ich aber sa­gen, dass ich ihr wil­des und äu­ßerst pro­duk­ti­ves Schaf­fen über die letz­ten Jah­re kon­stant ver­folgt ha­be und dass ih­re ver­spul­ten Ga­ra­ge-/Elek­tro-/Hirn­fick­punk-Mach­wer­ke mit je­dem neu­en Re­lease et­was bes­ser in mei­nem ka­put­ten Ge­hirn re­so­niert ha­ben. Die­ser ste­ti­ge Trend gip­felt jetzt in ih­rem fünf­ten Lang­spie­ler, auf dem sie mei­nes Er­ach­tens ei­nen Sweet Spot ge­trof­fen ha­ben und ein biss­chen an ein ge­wis­ses Duo aus North Ca­ro­li­na er­in­nern, von dem man sagt sie sei­en nicht Punk ge­nug für Hea­vy Me­tal oder ir­gend so­was… eben­fall im Misch­be­häl­ter be­fin­det sich aber noch ei­ne ge­sun­de Do­sis Swell Maps und Mé­tal Urbain/Dr.Mix & The Re­mix. Noch nie ha­ben die so ne­bu­lös und im bes­ten Sin­ne falsch ge­klun­gen.

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DDR - The Morning Grey

Ei­ne ziem­lich un­er­war­te­te und aus­ge­zeich­ne­te Mu­sik­ein­rei­chung kam hier rein von ei­ner Band aus Za­greb, Kroa­ti­en. DDR spie­len ei­ne Ab­art des me­lan­cho­li­schen old­school Post Punk mit ei­nem Fit­zel­chen Go­th im Mix, was mich in ver­schie­de­nen Au­gen­bli­cken mal an ge­gen­wär­ti­ge Bands wie Day­light Rob­be­ry, The Est­ran­ged, Pri­mi­ti­ve Teeth, Anxious Li­ving, Cri­mi­nal Code oder Xe­tas er­in­nert, wäh­rend sich aus dem Alt­be­stand auch klar ein biss­chen Wi­pers-mä­ßi­ge Gi­tar­ren­ar­beit fest­stel­len lässt und viel­leicht et­was spä­te­re Na­ked Ray­gun? In der zwei­ten Halb­zeit wird man zu­neh­mend me­lo­di­scher, was der Sa­che ei­nen ge­wis­sen me­lan­cho­li­schen Vi­be á la Lea­ther­face, HDQ oder Go­vernment Is­sue der Mitt- bis Spät­acht­zi­ger hin­zu­fügt.

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Credit Bureau - Credit Bureau

Echt 'ne Men­ge eieri­ge Qua­li­tät un­ter­wegs die­se Wo­che. Um mich nicht zu wie­der­ho­len, fas­se ich mich kurz: Hier ist die jüngs­te Kas­set­te des im­mer ex­zel­len­ten La­bels De­lu­xe Bi­as, wel­che pas­sen­der­wei­se auch ziem­lich nach Bi­as-Reg­ler auf fünf Uhr klingt. Fragt eu­re El­tern was das be­deu­tet.

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Choke Boy - Chalk

Die Band kommt aus Dort­mund, macht aber kei­ne Mu­sik für die Neun­zi­ger (ja­ja, al­te Sä­cke wer­den sich er­in­nern…). Wohl eher für die spä­ten Nul­ler und frü­hen 2010er - ein sehr ge­rad­li­ni­ger, eher Me­lo­die-ge­trie­be­ner Post Punk-Sound, wie man ihn da­mals be­son­ders von The Est­ran­ged, teil­wei­se auch von Cri­mi­nal Code zu hö­ren be­kam und wo­von Aspek­te ge­le­gent­lich auch in jün­ge­ren Jah­ren von Bands wie Anxious Li­ving, VR Sex oder Ufo­sek­te wie­der auf­ge­grif­fen wur­den. Das ist jetzt si­cher nicht die Spit­ze der Ori­gi­na­li­tät und kann über die Lauf­zeit der sechs Songs schon et­was ein­tö­nig wer­den. An­de­rer­seits ist aber ganz klar schon ein grund­so­li­des Fun­da­ment vor­han­den, von dem aus­ge­hend man in Zu­kunft si­cher noch ex­pan­die­ren, er­for­schen und ela­bo­rie­ren wird.

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Meal - Jimmy

Das ir­gend­wo in New York /​ New Jer­sey um­trie­bi­ge La­bel Sta­te Cham­pion Re­cords hat mal wie­der ei­ne gei­le Kas­set­te für uns auf La­ger von ei­ner Band aus Hel­sin­ki, die dar­auf ei­nen voll aus­ge­form­ten Sound ge­ne­riert, der nach so viel gu­tem Zeug klingt dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich an­fan­gen soll. Zum Ein­stieg hat das et­was von ei­ner Fu­si­on aus et­was dunk­le­rem Post Punk et­wa der Ran­k/­Xerox- oder Pi­geon-Mach­art und Rich­tung Art Punk schie­len­den Ga­ra­ge- und Post Punk-Acts der Sor­te Pat­ti, Li­thics, Rea­li­ty Group, Vin­ta­ge Crop oder Yam­me­rer. In den mitt­le­ren zwei Songs macht sich dann ein re­lax­te­rer Vi­be mit leich­ter In­die Rock-Ten­denz breit, was z.B. an Go­to­beds, Slee­pies, Tape/​Off oder B-Boys er­in­nern mag und im Raus­schmei­ßer-Song Plastic Ma­ri­ne fin­den bei­de Ten­den­zen dann zur per­fek­ten Sym­bio­se zu­sam­men.

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Optic Nerve - In A Fast Car Waving Goodbye

Die neu­es­te EP der Band aus Syd­ney knüpft naht­los an die Groß­ar­tig­keit ih­res De­büts von 2019 an und lässt er­neut ei­nen dich­ten Wir­bel aus Post Punk und -core vom Sta­pel, der glei­cher­ma­ßen In­spi­ra­ti­on aus den ei­gen­wil­li­ge­ren Ecken der 80er Sze­ne á la Sac­cha­ri­ne Trust, Re­al­ly Red oder Man Si­zed Ac­tion zu schöp­fen scheint wie aus dem Folk- und Cow­punk von Angst, aber auch ein deut­li­cher Hot Sna­kes-Fahrt­wind kommt ei­nem da ent­ge­gen.

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Big Bopper - Introducing Big Bopper

Puh.. wer auch im­mer die­ses Al­bum ge­mischt und/​oder ge­mas­tert hat muss ge­ra­de­zu taub sein. Ich bin ja ei­ni­ges an klang­li­chen Ex­tre­men ge­wohnt und las­se nor­mal im­mer die Fin­ger von den Klang­reg­lern, aber hier pas­siert es mir zum ers­ten mal, dass ich ei­ne Ver­öf­fent­li­chung nicht er­tra­ge oh­ne bru­tal die Hö­hen run­ter zu dre­hen. Un­ter Um­stän­den mag das phy­si­sche Tape dies­be­züg­lich we­ni­ger schmerz­haft sein als die di­gi­ta­le Ver­öf­fent­li­chung.

Da­von ab­ge­se­hen tritt das hier aber or­dent­lich Arsch. Kei­ne Ah­nung war­um das bei mir so lan­ge ge­dau­ert hat - ich bin mir si­cher, über die­ses Ding schon mal ge­stol­pert zu sein, aber ir­gend­wie brauch­te mein ka­put­tes Ge­hirn noch­mal ei­ne Er­in­ne­rung in Form ei­ner er­neu­ten (nur di­gi­ta­len?) Ver­öf­fent­li­chung bei Good­bye Boo­zy um die Qua­li­tä­ten der Te­xa­ner zu re­gis­trie­ren. Die spie­len je­den­fal­le ei­nen ziem­lich wil­den, schwer vor­her­seh­ba­ren Misch­ling mit Ele­men­ten aus Ga­ra­ge Punk, Noi­se Rock, Post Punk und Post­core, den man je nach Lau­ne mal mit Pat­ti, Ro­lex, Cu­tie, Mys­tic Ina­ne or Bran­dy ver­glei­chen mag.

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TVO - Fall In A Pit

Ei­ne wei­te­re Ham­mer-EP von TVO aus Phil­adel­phia. Die­ses­mal wird der Ga­ra­gen­fak­tor deut­lich hoch­ge­fah­ren, oh­ne den Hun­ger der Band nach old­schoo­li­gem pro­to-noi­se rock und -sludge zu ver­nach­läs­si­gen. Man stel­le sich ei­ne selt­sa­me Mi­schung aus den New Yor­kern Cu­tie und aus­tra­li­schen Ga­ra­gen­bands wie Mi­ni Skirt, Pist Idi­ots vor, wel­che dann seit­wärts mit al­tem Kra­wall vom Schla­ge U-Men, Sci­en­tists, X (Syd­ney, nicht L.A.) kol­li­diert und viel­leicht auch noch ei­nem lei­sen Hauch von Mud­ho­ney.