Red Gaze - Red Gaze

Red Gaze - Red Gaze

Die neu­este EP der Gra­zer Post­punk-For­ma­tion fällt schon vom ers­ten Takt an durch einen im Ver­gleich mit dem Vor­gän­ger noch mal deut­lich poten­zier­ten Wumms auf und auch die Songs haben ordent­lich an Pro­fil zuge­legt. Meinte ich auf dem Vor­gän­ger noch leise Post­core-Ein­flüsse zu ver­neh­men, kon­zen­triert man sich dies­mal ganz auf den kan­ti­gen Post Punk mit Anklän­gen an Cri­sis, Insti­tute, Diät.

Nick Normal - Windows Painted Shut

Nick Normal - Windows Painted Shut

Nick Nor­mal aus Port­land ist in der Ver­gan­gen­heit bereits mit einer Hand­voll eher LoFi-mäßi­ger EPs in will­kom­mens­ter Art und Weise auf­fäl­lig gewor­den. Nicht nur hat der Bur­sche neu­er­dings zwi­schen den gan­zen ande­ren schrä­gen Kas­pern auf Dis­con­ti­nuous Inno­va­tion Inc. eine per­fekte Label­hei­mat gefun­den, son­dern er hat nun auch zum ers­ten mal eine EP in einer Qua­li­tät auf­ge­nom­men, die das hör­bare Spek­trum gering­fü­gig bes­ser aus­nutzt. Ansons­ten wie gehabt ein mäch­ti­ger Spaß auf hal­bem Weg zwi­schen Post- und Gara­ge­punk mit einem deut­lich wavi­gen Schliff. Auf­grund von letz­te­rem kann man sich an Andy Human oder Erik Ner­vous erin­nert füh­len, dar­über hin­aus auch mal an Aus­mu­te­ants oder Useless Eaters.

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Dumspell - Dumspell

Dumspell - Dumspell

Post Punk aus Hat­ties­burg, Mis­sis­sippi, den ich mal als ange­nehm boden­stän­dig bezeich­nen möchte. Die zackige Ener­gie der Nots kommt mir da in den Sinn, Day­light Rob­bery, Pri­mi­tive Teeth, ein Hauch von The Est­ran­ged, gemä­ßig­ten Cri­mi­nal Code… manch­mal gar etwas Wire. Oben­drein ist noch ein gewis­ser Fuzz­punk-Fak­tor im Spiel, wie ich ihn bei­spiels­weise mit den Bri­ten Fea­ture ver­binde.

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Ukryte Zalety Systemu - Sposób Użycia

Ukryte Zalety Systemu - Sposób Użycia

Mit denen hier hatte ich eigent­lich schon gar nicht mehr gerech­net. Aber in der Tat scheint es die Band aus Bres­lau noch zu geben und ihr neuer, zwei­ter Lang­spie­ler nimmt mit sei­nem unter­kühlt wavi­gen, mecha­nisch groo­ven­den Post Punk die Fäden genau dort wie­der auf, wo das Debüt sie lie­gen gelas­sen hat. Die ver­stri­che­nen Jahre seit­dem machen sich aber den­noch durch jede Menge Fein­schliff im Arran­ge­ment und eine rou­ti­nierte, deut­lich geschärfte Dar­bie­tung bemerk­bar.

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Patti - Good Big

Patti - Good Big

Mit zwei EPs vol­ler glor­rei­chem Chaos haben Patti aus Oak­land schon län­ger für Auf­hor­chen gesorgt. Jetzt ist ihr Lang­spiel­de­büt via ETT zu bekom­men und immer noch droht ihre Musik kei­nes­falls nor­mal zu wer­den. Im Gegen­teil, sti­lis­tisch sind ihre Zuta­ten noch wil­der über die Stre­cke von 16 Songs ver­teilt als das bis­her eh schon der Fall war. Gleich­zei­tig kom­men ihre Arran­ge­ments aber noch mal auch ein gan­zes Stück aus­ge­reif­ter rüber, ange­feu­ert von einer ent­schlos­se­nen Groo­ve­kom­pa­nie, tigh­ter als es jene Hosen heute sind, dir mir vor gerau­mer Zeit mal um den Arsch gepasst haben. Ver­glei­che kann man unter ande­rem zie­hen zu den rotie­ren­den Mikro­groo­ves aus dem Hause Ura­nium Club. Dem ver­win­kelt-ver­spiel­ten Art­punk der Lithics. Tanz­ba­rem Post­punk der Slumb Party- oder N0V3L-Varie­tät. Immer wie­der scheint ein fun­ki­ger Minu­te­men-Vibe durch, ver­ein­zelt auch mal ein 90er Dischord-Ver­satz­stück zwi­schen sehr spä­ten Fugazi und dem kan­ti­gen Math Rock von Far­aquet. Oh, und ein­ge­klemmt zwi­schen all die­sem Gerüm­pel stre­cken auch Devo mal vor­sich­tig die Nase her­aus. Also wie gehabt, eine Schwei­ne­rei von höchs­tem Genuss­fak­tor.

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Emergency Contact - EP 4

Emergency Contact - EP 4

Hier ist auch schon wie­der der nächste Schwung an quir­li­gen Post­punk­wip­pern von der Band aus Seat­tle, die doch tat­säch­lich so klin­gen als hät­ten die Betei­lig­ten Spaß an der Sache. Patti und Rolex sind da immer noch ganz plau­si­ble Ori­en­tie­rungs­hil­fen.

Arse - Safe Word

Arse - Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Syd­ney erneut an der ers­ten Theke auf­schlägt. Wie zu erwar­ten sind auch die vier neuen Songs ein Feu­er­werk der kana­li­sier­ten Wut und des Unbe­ha­gens - unter roher Kraft­an­wen­dung auf so engen Raum kom­pri­miert, dass eine gleich­wer­tig hef­tige Ent­la­dung schon vor­pro­gram­miert ist. Der auf der Debüt-EP teil­weise erzielte Geschwin­dig­keits­rausch wird hier etwas zurück­ge­fah­ren, was dem all­ge­mei­nen Ener­gie­le­vel aber nicht son­der­lich scha­det - sebst oder gerade wenn sie wie in Ill Nature mit ange­zo­ge­ner Hand­bremse eine an alte Amphet­amine Rep­tile-Schule erin­nernde Hydrau­lik­presse zum bes­ten geben.

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Basic Human - Adult Baby

Basic Human - Adult Baby

Diese 7" auf Meat­s­pin von einer Band aus Syd­ney weiß den Hörer zu über­rum­peln mit drei kon­zen­trier­ten Atta­cken aus ultra-unge­dusch­tem Garage Punk mit über­res­ten von Noise und Post Punk. Pam­pers kom­men mir hin und wie­der in den Sinn. Nicht die Win­deln, son­dern die Band - unge­ach­tet der the­ma­tisch pas­sen­den Asso­zia­tion. Außer­dem bilde ich mir da ein wenig Ex-Cult ein, eine leichte Dosis von Flip­per und frü­hen Low Life.

La Rabbia - Shock Tactics

La Rabbia - Shock Tactics

Tol­len Lärm aus post-pun­ki­gem Grund­ma­te­rial und noi­si­gen Tex­tu­ren macht diese Lon­do­ner Band auf ihrer Debüt-EP. Die haben sich defi­ni­tiv eine gute Scheibe Cri­sis abge­schnit­ten, aber auch von Proto-Noi­sero­ckern wie Flip­per, No Trend. In der Gegen­wart wer­den außer­dem Freunde von Soup­cans, Blank Veins oder Dis­joy sicher Gefal­len dran fin­den.

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LVIV - LVIV

LVIV - LVIV

Schon wie­der eine Band aus Mel­bourne, schon wie­der exzel­len­tes Zeug. Einen Mix aus Garage- und Post Punk gibt's zu hören, der mal an den Garage Punk von Pinch Points erin­nert - deren Adam Smith zeich­net hier auch für die Pro­duk­tion ver­ant­wort­lich - mal an den Post Punk von Rolex und ganz beson­ders oft an einen Mix aus Dumb Punts, Sauna Youth und Ex Cult. Läuft also.

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