Italia 90 - Living Human Treasure

Ei­ne neue LP von Ita­lia 90, dem best­ge­hü­te­ten Ge­heim­nus des bri­ti­schen Post Punk, das sich bis­lang kom­plett der Hype-Wel­le ent­zo­gen hat, auf die an­de­re UK-Bands der letz­ten Jah­re all­zu be­reit­wil­lig auf­ge­sprun­gen sind. Schwer zu glau­ben, dass wir es jetzt erst mit ih­rem ers­ten Lang­spie­ler zu tun krie­gen. Im Gro­ßen und Gan­zen blei­ben sich die Lon­do­ner treu, oh­ne es aber sich selbst oder dem Pu­blil­kum zu leicht zu ma­chen, was sich in ei­ner fra­gi­len Ba­lan­ce aus ein­gän­gi­ge­ren Num­mern wie New Fac­to­ry, Ta­les From Bey­ond und un­gleich sper­ri­ge­ren Bro­cken á la Mag­da­le­ne und Gol­ga­tha nie­der­schlägt. An­sons­ten mün­det hier ein stark Wire-mä­ßi­ger Ope­ner in die ver­trau­te Klang­land­schaft mit star­kem Be­zug zu al­ten Haus­num­mern wie, ne­ben ei­ni­gen an­de­ren, Swell Maps und Mem­bra­nes so­wie ver­ein­zel­ten An­klän­gen an Crass. Oder al­ter­na­tiv darf man si­cher auch Ver­glei­che zie­hen zu jün­ge­ren Acts wie Exek oder frü­hen Pro­tom­ar­tyr.

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Kudzu - Kudzu

Die Band aus Green­ville, South Ca­ro­li­na lässt ei­nen ex­zel­len­ten Kra­wall von der Lei­ne, der ir­gend­wo zwi­schen den Rä­dern von Ga­ra­ge Punk, Post Punk und Post­co­re für or­dent­lich Rei­bung sorgt und ge­wis­se Ähn­lich­kei­ten so­wohl zu ak­tu­el­len Bands á la Mys­tic In­a­ne, Big Bop­per, Doll­house, Cu­tie, Wy­myns Pry­syn, Cri­sis Man hat… als auch zu klas­si­schem Ma­te­ri­al im Fahr­was­ser von Dri­ve Li­ke Je­hu, Hot Sna­kes, Na­ti­on Of Ulys­ses, Ri­tes of Spring or Gray Mat­ter.

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Chimers - Generator /​ Tooth

Al­so re­den wir mal nicht lan­ge um den hei­ßen Brei her­um… auf ih­rem jüngs­ten Out­put hält sich die Band aus Wol­lon­gong, Aus­tra­li­en re­la­tiv strikt an ein ur­altes Sche­ma, eta­bliert von Bands wie Mis­si­on Of Bur­ma, Mo­ving Tar­gets und Vol­ca­no Suns. Wenn ihr mich fragt ist das so­wie­so ei­ne Ni­sche die heu­te viel zu sel­ten auf­ge­grif­fen wird. Al­so ja, ist gu­ter Stoff.

Black Button - Rejoice

Die Band aus Rich­mond, Vir­gi­nia hat be­reits ein biss­chen Staub auf­ge­wir­belt mit ei­nem schön chao­ti­schen De­mo in 2019 und ei­ner dem et­was kon­ven­tio­nel­le­ren Hard­core ver­bun­de­nen 2021er EP. Auf ih­rer ers­ten LP ge­hen sie jetzt wie­der deut­lich un­be­re­chen­ba­rer zur Sa­che mit ei­nem zu­meist emp­find­lich ge­dros­sel­ten Tem­po und ei­nem Sound, der schein­bar so ei­ni­ge In­spi­ra­ti­on aus dem ex­pe­ri­men­tel­len Span­nungs­feld zwi­schen klas­si­schem 80er Hard­core und dem (Proto-)Noise Rock je­ner Zeit zieht, wie ihn et­wa Flip­per, No Trend, Spike In Vain, Bro­ken Ta­lent da­mals eta­bliert ha­ben. Aber auch zu jün­ge­rem Krem­pel á la Soup­cans, Vul­tu­re Shit, C-Krit oder Stink­ho­le mag man da Ähn­lich­kei­ten se­hen.

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Silicone Values - Bystander Apathy /​ When The Future Seems Futile

Die Band aus Bris­tol hat sich et­wa ein Jahr Zeit ge­las­sen für die neu­es­te in ei­ner Se­rie von bis­lang aus­nahms­los spek­ta­ku­lär zu nen­nen­den (di­gi­ta­len) Sin­gles. Ich freue mich ver­kün­den zu dür­fen, dass es auch über die­se zwei Songs nichts wirk­lich neu­es zu er­zäh­len gibt - die sind ein­fach zwei wei­te­re ma­kel­lo­se Meis­ter­stü­cke der me­lo­di­schen Post Punk und Power Pop mit kla­ren Echos von Buzzcocks, Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties, Me­kons, De­spe­ra­te Bicy­cles und noch vie­len wei­te­ren Ar­te­fak­ten aus der über­wie­gend bri­ti­schen DIY Punk-Ver­gan­gen­heit.

Nick G - Broken

Die­se net­te EP von Nick G plus Pe­ri­phe­rie aus St. Lou­is, Mis­sou­ri trans­por­tiert sie­ben mal düs­te­ren aber eben­so me­lo­di­schen, deut­lich Song-ba­sier­ten Post Punk - zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen nicht die ori­gi­nells­te Sa­che heut­zu­ta­ge aber auch kei­nes­wegs lang­wei­lig oder vor­her­seh­bar, im­mer so­li­de kon­stru­iert. Ein de­fi­ni­ti­ver Le­cker­bis­sen et­wa für Freun­de von Cri­mi­nal Code, Pu­blic Eye, VHS, Sie­ve­head or Brui­sed… und ge­le­gent­li­che Spu­ren von Trau­ma Harness oder The Es­tran­ged gibt es auch zu be­wun­dern.

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Noch 'ne Runde Boozy…

Ein wie ge­wohnt hoch­wer­ti­ger Bat­zen von neu­en Sie­ben­zöl­lern und so­gar ei­ne CD von Ita­li­ens zu­ver­läs­si­ger Ga­ra­ge Punk-In­sti­tu­ti­on Good­bye Boo­zy Re­cords.
Bei Tee Vee Re­pair­man han­delt es sich mal wie­der um ein Pro­jekt von Ish­ka Ed­me­a­des, den ihr ver­mut­lich schon von so Haus­num­mern wie Sa­ta­nic To­gas, Set-Top Box, Re­se­arch Re­ac­tor Corp., Gee Tee, Re­mo­te Con­trol, Main­frame kennt… der Typ hat ge­fühlt in 90 Pro­zent des er­wei­ter­ten Wart­tman-Kos­mos sei­ne Fin­ger drin. Sa­gen wir mal, der Typ war in den letz­ten Jah­ren ei­ne ech­te Bank in die­se Blog und wird si­cher noch öf­ter auf­tau­chen, denn al­les was der an­fasst trans­for­miert spon­tan zu pu­rem Ga­ra­ge Punk- und Power Pop-Gold.
Ein deut­lich an­de­res Biest ist da die 7" von Way­ne Pain & The Shit Sta­ins - ei­ne simp­le und schön dum­me At­ta­cke des aus­ge­spro­chen old­schoo­li­gen Ga­ra­ge Punk mit dem ge­wis­sen Rocka­bil­ly-Ein­schlag.
Von letz­te­rem ha­ben auch Qinqs et­was ab­be­kom­men, al­ler­dings riecht das bei de­nen we­ni­ger nach Cramps son­dern mehr nach The Fall - The Gre­at White Won­der hät­te man pas­sen­der mit How i re-wro­te Ela­s­tic Man be­ti­teln kön­nen aber auch jün­ge­res Zeug á la Shark Toys, Ex Cult, Par­quet Courts oder The UV Race steckt da ir­gend­wie mit drin.
Die neu­es­te EP der Mys­te­riö­sen Zo­ids ist auch mal wie­der ein lie­bens­wert schrul­li­ges Mach­werk des so ex­zen­tri­schen wie mi­ni­ma­lis­ti­schen Elec­t­ro-/Space-/Ga­ra­ge Punk ge­wor­den des­sen Vi­be ei­ni­ges von Sui­ci­de-meets-Me­tal Ur­bain /​ Dr. Mix and the Re­mix an sich hat. Und ja, fickt Vi­nyl. Die Zu­kunft ge­hört der Com­pact Disc Bro.
Die Tracks von Dad­gad auf ei­ner Split-EP bil­den dann die per­fek­te Über­lei­tung vom er­wähn­ten Space Punk hin zu den Songs von noch so 'nem an­de­ren üb­li­chen Ver­däch­ti­gen der hier auf den na­men Zhoop hört… aber si­cher auch als Feed, Djinn, Brund­le oder was auch im­mer ein Be­griff ist. Mir doch egal, ist al­les gei­ler Scheiß.

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Nag - Human Coward Coyote

Ei­ne neue Mi­ni-LP der Post Punk-Na­tur­ge­walt Nag aus At­lan­ta - in­zwi­schen weiß man ja ziem­lich gut was ei­nen er­war­tet und das geht auch voll okay, denn im­mer noch gibt es nicht vie­le an­de­re Bands wie sie. Auch wenn die ro­hen Zu­ta­ten ih­res Sounds so alt sind wie das Gen­re selbst, hat ih­re Vi­si­on da­von doch ei­ne ganz ein­gen­stän­di­ge Qua­li­tät - in man­chen Aspek­ten so mi­ni­ma­lis­tisch wie man ge­ra­de noch un­ge­straft mit da­von kommt und dann doch sehr kunst­voll und durch­dacht an an­de­ren Stel­len wo es am meis­ten drauf an­kommt, da­zu noch ein ge­le­gent­li­cher Hauch von Psy­che­de­lia und al­les vor­an­ge­trie­ben mit un­nach­gie­big räu­di­ger Wucht.

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Die TV - Side D

Sei­te nume­ro vier vom Ga­ra­ge-Trou­ba­dor Die TV aus Mar­mo­ra, New Jer­sey ist er­neut ein grund­so­li­der Bat­zen an Ga­ra­ge-/Syn­th-/Elek­tro­punk-Mi­nia­tu­ren er­le­se­ner Qua­li­tät. Viel mehr hab ich da auch nicht zu sa­gen au­ßer wie schon zu den Vor­gän­gern: Freun­de von Schräg­hei­ten im gro­ben Um­feld et­wa von Power­plant, Sta­lins of Sound, Erik Ner­vous, The Spits, Set-Top Box, Di­gi­tal Lea­ther… Froh­lo­cket!

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Gaffer - Dead End Beat

Ein su­per-ef­fek­ti­ver klei­ner Sta­pel straigh­ter Punk-Smas­her von ei­ner Band aus Perth - sim­pel auf den ers­ten Blick, aber im­mer sorg­fäl­tig kon­stru­iert für den ma­xi­ma­len Ein­schlag. Plau­si­ble Ver­glei­che könn­te man et­wa zie­hen zu Bands wie Xe­tas, Cool Jerks, Flowers of Evil oder Dead Ye­ars. Oder von viel frü­her mag man da auch Mo­men­te von Na­ked Ray­gun, Laug­hing Hy­e­nas, Hot Sna­kes, Man Si­zed Ac­tion und ähn­li­chem Krem­pel auf­blit­zen se­hen.

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