Luggage - Shift

Luggage - Shift

Das dritte Album von Lug­gage aus Chi­cago knüpft naht­los am Vor­gän­ger an, macht sogar noch einen etwas kon­se­quen­te­ren Ein­druck. Pas­send und unüber­hör­bar bei Elec­tri­cal Audio auf­ge­nom­men, brei­tet sich ein sprö­der bis zäh­flüs­si­ger Sound zwi­schen Noise- und Math Rock, Post- und Slow­core aus, der über­wie­gend nach ver­gan­ge­nen Zei­ten in Chi­cago klingt. Oder abwech­selnd mal nach gerad­li­ni­ge­ren Shel­lac, gedros­sel­ten Tar, viel lau­te­ren Slint und noch tris­te­ren Code­ine.

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Kumusta - Kumusta #1

Kumusta - Kumusta #1

Vor­zug­li­cher Scheiß aus Rouen, Frank­reich. Kumusta kom­men mit einer spa­ßi­gen Mischung um die Ecke, die einen straf­fen Bogen spannt von Noise Rock und -core, über Post Punk/-core bis hin zu einem Hauch von Gara­ge­punk. Man stelle sich zum Bei­spiel in man­chen Momen­ten eine Ver­schmel­zung aus gedros­sel­ten Bad Bree­ding und Cri­mi­nal Code vor. In ande­ren Augen­bli­cken hat es ein biss­chen was von den aus­tra­li­schen Post­core-Haus­num­mern Bat­piss und Bench Press.

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Girls In Synthesis - Arterial Movements 7"

Girls In Synthesis - Arterial Movements 7"

Nach­dem die letzte EP von Girls In Syn­the­sis nicht so rich­tig mei­nen Nerv tref­fen wollte, sind die Lon­do­ner auf dem neu­es­ten Kurz­spie­ler wie­der voll in ihrem Ele­ment. Wie gehabt agie­ren sie dabei stets auf der Schwelle zwi­schen Noise Rock und Post Punk, bewe­gen sich damit durch­aus in der Nach­bar­schaft von Bands wie z.B. USA Nails, Tunic und John (timestwo). Das defi­ni­tive High­light hier ist Smar­ting mit sei­nem stark Big Black-mäßi­gen Gitar­ren­ge­schrubbe.

Sandré - Ave Muñón

Sandré - Ave Muñón

Einen gewag­ten Rund­um­schlag aus Ver­satz­stü­cken von Post Punk, Post- und Noi­se­core setzt eine Band aus Bar­ce­lona hier abso­lut treff­si­cher ab, hält dabei über­zeu­gend die Balance zwi­schen unmit­tel­ba­rer Spreng­kraft und selbst­be­wus­ter Ambi­tion. Auch die mög­li­chen Inspi­ra­ti­ons­quel­len sind recht breit gefä­chert. Auf der inter­na­tio­na­len Bühne kann man da etwa Down­town Boys, frühe Die! Die! Die! und Les Savy Fav her­an­zie­hen, dar­über hin­aus brin­gen San­dré aber auch einen klar in der hei­mat­li­chen Szene ver­an­ker­ten Vibe, nicht ganz unähn­lich zu Bands wie Juventud Juché, Betu­ni­zer und Cubano Vale.

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Rita Repulsa - Rita's Revenge

Rita Repulsa - Rita's Revenge

Das Bostoner Duo Rita Repulsa betritt die Bild­flä­che mit einer ers­ten EP, deren Sam­ple-getrie­be­ner Inhalt in etwa den Charm einer extra gehirn­am­pu­tier­ten Vari­ante von ISS ver­sprüht, ange­rei­chert um einen Tee­löf­fel Noise Rock und eine the­ma­ti­sche Fixie­rung auf… Power Ran­gers?!? Na gut, kann man machen.

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Spray Paint - Into The Country

Spray Paint - Into The Country

Die stark No Wave-inspi­rier­ten Noi­sero­cker aus Aus­tin haben die letz­ten Jahre mit diver­sen Kol­la­bo­ra­tio­nen und dar­aus resul­tie­rend einem Lang­spie­ler, einer EP und zwei Sie­ben­zöl­lern sehr anspre­chend kurz­wei­lig über­brückt. Jetzt gibt's seit län­ge­rem mal wie­der ein "regu­lä­res" Album, wenn auch die Auf­nah­men bereits aus dem Jahr 2016 stam­men. So klingt das Mate­rial auch eher nach einer logi­schen Fort­set­zung der in jenem Jahr erschie­ne­nen LP Feel The Clamps. Wie mit jeder ihrer Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­su­chen sie keine Neu­erfin­dung ihres Sounds, son­dern erwei­tern ihr Klang­spek­trum gra­du­ell und sorg­fäl­tig um ein paar neue Facet­ten. Dies­mal fal­len vor allem die deut­lich ent­schlack­ten Arran­ge­ments sowie auch der groß­zü­gige Ein­satz von Syn­ths und elek­tro­ni­schen Drums auf. Das Ergeb­nis läuft wie immer rund.

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John (timestwo) - Out Here On The Fringes

John (timestwo) - Out Here On The Fringes

…und hier ist gleich noch­mal explo­si­ver Post­core und Noise Rock von zwei Johns aus Lon­don, die sich mit ihrem Sound in unmit­tel­ba­rer Nähe zu Gen­re­ver­tre­tern á la Tunic, Death Pedals, USA Nails und frü­hen Idles bewe­gen, oben­drein aber auch etwas von der kom­pro­miss­lo­sen Fuzz-Ekstase der frü­hen The Men chan­neln. Wenn sie sich dann - wie etwa in Laszlo - auch noch ein wenig Melo­die zutrauen, ist sogleich für ein wei­te­res High­light gesorgt.

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Abdomen - Rash

Abdomen - Rash

Ganz unvor­be­rei­tet erwischt mich diese Rakete aus Noise Rock, Hard- und Post­core, gezün­det von einer nie­der­län­di­schen Band, die ich in der Ver­gan­gen­heit eher mit soli­dem Post Punk in Ver­bin­dung gebracht hätte. Der war zwar kom­pe­tent, aber auch deut­lich weni­ger span­nend als das, was sie auf ihrer aktu­el­len EP abzie­hen. Ein biss­chen wie ein che­misch insta­bi­ler Cock­tail mit Bestand­tei­len von Bad Bree­ding, USA Nails, Arse, Acry­lics oder Metz.

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Siwomat - Búmerangs

Siwomat - Búmerangs

Noise Rock aus Ber­lin, der sich über­wie­gend bei nicht allzu über­ra­schen­den Vor­bil­dern bedient - in der Bassab­tei­lung wären das Shel­lac, die Gitar­ren­ar­beit scheint eher bei The Jesus Liz­ard und Scratch Acid ent­lehnt. Etwas Uzeda wäre da außer­dem im Ange­bot und an aktu­el­le­ren Bands kann man sich mal an die rigide Dis­zi­plin von Mul­ti­cult, ein ande­res mal an die ungleich grö­bere Her­an­ge­hens­weise etwa von Tro­pi­cal Trash erin­nert sehen. Auch wenn hier also offen­sicht­lich das Rad nicht neu erfun­den wird, kann mich das Ergeb­nis weit­ge­hend über­zeu­gen.

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Arse - Safe Word

Arse - Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Syd­ney erneut an der ers­ten Theke auf­schlägt. Wie zu erwar­ten sind auch die vier neuen Songs ein Feu­er­werk der kana­li­sier­ten Wut und des Unbe­ha­gens - unter roher Kraft­an­wen­dung auf so engen Raum kom­pri­miert, dass eine gleich­wer­tig hef­tige Ent­la­dung schon vor­pro­gram­miert ist. Der auf der Debüt-EP teil­weise erzielte Geschwin­dig­keits­rausch wird hier etwas zurück­ge­fah­ren, was dem all­ge­mei­nen Ener­gie­le­vel aber nicht son­der­lich scha­det - sebst oder gerade wenn sie wie in Ill Nature mit ange­zo­ge­ner Hand­bremse eine an alte Amphet­amine Rep­tile-Schule erin­nernde Hydrau­lik­presse zum bes­ten geben.

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