Ra!d - Ra!d

Wie der Zu­fall es will kommt hier so­fort schon die nächs­te Band, de­ren ge­naue Her­kunft et­was schwam­mig bleibt, wenn­gleich auch die vor­han­de­ne Evi­denz grob in Rich­tung des Bun­des­staa­tes Penn­syl­va­nia deu­tet. Auf ih­rem jüngs­ten Lang­spie­ler lei­tet ein aus­ge­frans­tes Lo-Fi akus­tik-In­tro ei­ne Na­tur­ge­walt ein, die in et­wa so rü­ber­kommt als trä­fe der hal­lu­zi­no­gen ver­ne­bel­te Post Punk von Pi­les oder Die! Die! Die! auf die pech­schwar­zen Wel­ten von Nag. An an­de­ren Stel­len gibt es et­was kon­ven­tio­nel­le­re - aber kein biss­chen we­ni­ger gut schep­pern­de - Sounds ir­gend­wo zwi­schen dem Doom- und Sludge-las­ti­gen Noi­se Rock der al­ten Am­Rep-Schu­le und dem ab­ge­spa­ce­ten Acid Punk-Ex­zess vom Schla­ge De­st­ruc­tion Unit, Ha­mer oder Su­per-X.

Al­bum-Stream →

The Wilful Boys - World Ward Word Sword

Hier ist gleich noch ei­ne Plat­te, die ich bis­her ver­schla­fen hab. Die jüngs­te LP der Wil­ful Boys aus New York lie­fert zehn tigh­te Noi­se Rock-Ge­schos­se, die of­fen­sicht­lich so ei­ni­ge In­spi­ra­ti­on aus der klas­si­schen, sludge-las­ti­gen Am­Rep-Ära zie­hen - be­son­ders wä­ren da Cows zu nen­nen - so­wie viel­leicht ein biss­chen U-Men, Feed­ti­me oder 80er Sci­en­tists… Gleich­zei­tig klingt das Zeug aber auch in der Ge­gen­wart kei­nes­wegs fehl am Platz mit Mo­men­ten, die an Bands wie Help!, Tu­nic, John (Timest­wo), USA Nails oder De­ath Pa­nels er­in­nern.

Al­bum-Stream →

McQQeen - II

Ein ex­qui­sit ra­ke­ten­ge­trie­be­ner Kra­wall, der zwei­te Lang­spie­ler von Mc­Q­Qeen aus Athens, Geor­gia, wel­cher jetzt auch noch stolz das Qua­li­täts­sie­gel von Big Neck Re­cords tra­gen darf. Was ein biss­chen so an­fängt wie ei­ne Mi­schung aus Bands á la Flat Worms, The Cow­boy oder Fa­shion Pimps & The Glama­zons mit ei­nem ver­däch­ti­gen Psy­che­de­lic-/S­pace Rock-Un­ter­ton, ballt dann sei­ne Faust zu ei­nem wei­ten Rund­um­schlag durch so ei­ni­ges im Um­feld von Ga­ra­ge Punk, Noi­se Rock, Post Punk und Post­core - mit da­bei sind et­wa An­klän­ge an jün­ge­re Er­schei­nun­gen wie Metz, John (Timest­wo) oder Spray Paint, so­wie den Space Punk-Ex­zess von De­st­ruc­tion Unit und die Fuzz Punk-Es­ka­pa­den der frü­hen The Men. Auch ein paar Spu­ren von McLus­ky und ver­ein­zel­te U-Men Ver­satz­stü­cke kann man sich da noch raus­zie­hen.

Al­bum-Stream →

Vision 3D - Hypnose

Ein or­dent­lich sen­sa­tio­nel­les Ding hat die­se Band aus dem bel­gi­schen Tour­nai mei­nes Er­ach­tens mit ih­rem zwei­ten Lang­spie­ler ge­dreht. Vom ers­ten Mo­ment an füh­le ich mich an so viel gu­ten, so­wohl al­ten als auch neu­en Scheiß an den Schnitt­stel­len von Art-, Post- und Ga­ra­ge Punk er­in­nert, kom­plet­tiert von ei­ner wür­zig-dis­so­nan­ten No Wa­ve und Noi­se Rock-Kan­te. Manch­mal klingt das et­was nach Angst, die mit dem sim­plis­ti­schen Beat von Man Si­zed Ac­tion und et­was frü­her The Fall-Schram­melse­lig­keit ver­schmel­zen. An an­de­ren Stel­len bil­de ich mir ein, Echos von Mem­bra­nes, Gor­dons oder Swell Maps wahr­zu­neh­men aber ge­nau so gut kann man auch Ver­bin­dun­gen zu ge­gen­wär­ti­gen Acts à la Ho­ney Ra­dar, Toe Ring, Li­thics, Germ House, Shark Toys und Sub­t­le Turn­hips irgnd­wo da drin wie­der­fin­den.

Al­bum-Stream →

Refedex - The Top Of Off

Die De­büt-EP von Re­fe­dex aus Bris­bane ist ei­ne wuch­ti­ge Wal­ze aus düs­te­rem Noi­se Rock, Sludge und Post Punk der häu­fig recht ge­tra­ge­nen und at­mo­sphä­ri­schen, je­doch nie­mals öden oder schwer­fäl­li­gen Mach­art. Ob­wohl der all­ge­mei­ne Vi­be für mich ab­so­lut klas­sisch klingt, fällt es mir schwer zu lo­ka­li­sie­ren, wo ich so et­was in der äl­te­ren Gen­re-Ver­gan­gen­heit schon mal ge­hört hab - das Zeug lässt sich schwer in die üb­li­chen Gen­re-Eck­punk­te ein­ord­nen. Un­ter an­de­rem hat das al­les die­sen ge­wis­sen tief­schwar­zen Ame­ri­ca­na-Vi­be wie man ihn z.B. auf al­ten 80er Sci­en­tists Plat­ten vor­fin­den mag oder in der Ge­gen­wart et­wa bei den US Post­pun­kern Bam­ba­ra, wäh­rend man im et­was klas­si­sche­ren Noi­se Rock-Spek­trum Ver­glei­che zu so un­ter­schied­li­chen Bands wie Al­pha Stra­te­gy, Lug­ga­ge, Tro­pi­cal Trash oder Heads zie­hen mag. Au­ßer­dem steckt da viel­leicht auch noch ein biss­chen Cows, U-Men oder Scratch Acid drin, al­ler­dings je­weils hal­ber Ge­schwin­dig­keit ab­ge­spielt. Egal wie man's nen­nen möch­te, es ist erst­klas­si­ger Scheiß!

Al­bum-Stream →

Tunic - Quitter

Ei­ne neue Tu­nic Plat­te, ein wei­te­rer Tritt in die Weich­tei­le. Nach­dem zu­letzt die Com­pi­la­ti­on Ex­ha­ling noch mal ih­re bis­he­ri­gen Sin­gles und EPs auf­ge­wärmt hat, nimmt die Band auf ih­rem zwei­ten "rich­ti­gen" Al­bum die Fä­den ein­fach ge­nau da wie­der auf wo sie zu­letzt lie­gen ge­blie­ben sind und er­wei­tern ih­re Klang­pa­let­te nur sehr zag­haft. Auf Al­b­um­län­ge kann das schon mal et­was re­pe­ti­tiv wir­ken, so dass man sich ab und an mal wun­dert: "Hab ich die­sen Song nicht ge­ra­de schon mal ge­hört?" Ist aber rei­ne Ko­rin­then­schei­ße­rei. So lan­ge die Ty­pen ihr Lärm­werk­zeug wei­ter­hin mit so ei­ner Über­zeu­gung und über­wäl­ti­gen­den (un-)Wucht zur An­wen­dung brin­gen, bin ich schon mehr als glück­lich.

Al­bum-Stream →

The Cowboy - Riddles From The Universe

The Cow­boy aus Cleve­land ha­ben bis­her noch mit je­der Plat­te ab­so­luit mei­nen Nerv ge­trof­fen und ih­re drit­te LP setzt die­sen Trend naht­los fort. Ihr Sound läuft in­zwi­schen so rund wie ein Uhr­werk und in­zwi­schen wür­de ich mal sa­gen, dass sie an der Schnitt­stel­le von drü­cken­dem Ga­ra­ge Punk und kan­ti­gem Noi­se Rock ih­re ganz ei­ge­ne klei­ne Mi­kro-Ni­sche mit so­for­ti­gem Wie­der­erken­nungs­wert eta­bliert ha­ben, je­doch wei­ter­hin ge­nug fri­sche Ideen ein­brin­gen um die Schei­ße span­nend zu hal­ten.

Al­bum-Stream →

John (timestwo) - Nocturnal Manoeuvres

Das Lon­do­ner Post­core-/Noi­se Rock-Duo über­zeugt ein wei­te­res mal mit blan­ker Durch­schlag­kraft ge­kop­pelt mit küh­ler Prä­zi­si­on, wo­bei je­de ein­zel­ne Spreng­la­dung auf ih­rem zwei­ten Al­bum ein mi­ni­ma­les Re­zept für den ma­xi­ma­len Scha­den an­zu­wen­den ver­steht. Es­sen­zi­el­les Pro­gramm für Freun­de et­wa von Tu­nic, USA Nails, Metz oder De­ath Pa­nels.

Al­bum-Stream →

Rider/​Horse - Select Trials

Nicht sehr lang nach der Du­ring 7" auf Chun­klet In­dus­tries (von de­nen ist in na­her Zu­kunft auch ein Lang­spie­ler zu er­war­ten) dockt jetzt noch ein wei­te­res Pro­jekt mit Be­tei­li­gung des Spray Paint Gi­tar­ris­ten und Vo­ka­lis­ten Co­ry Plump an. Hier macht er ge­mein­sa­me Sa­che mit ei­nem Ty­pen na­mens Chris, der in ir­gend­ei­ner nicht nä­her er­läu­ter­ten Funk­ti­on mal mit Les Sa­vy Fav und Trans Am ge­ar­bei­tet hat. Zu­sam­men brau­en die zwei je­den­falls et­was zu­sam­men, das die stär­ker elek­tro-fo­kus­sier­ten Vi­bes der letz­ten paar Spray Paint-Ver­öf­fent­li­chun­gen um ei­ne ge­wis­se In­dus­tri­al-Kan­te an­rei­chert und in ei­nen weit­aus dunk­le­ren, psy­che­de­li­schen Alb­traum ver­setzt. Das Er­geb­nis hat dann auch mal ein biss­chen was von Ex­haus­ti­on, Haun­ted Hor­ses oder Danyl Je­su, be­son­ders aber auch von den Dub-in­fi­zier­ten So­und­s­capes von Exek, mt de­nen sie nicht zu­letzt die­ser ge­wis­se Hauch von Swell Maps ver­bin­det.

Al­bum-Stream →

Big Bopper - New Mutations

Sieht nicht so aus als ob die­sen Te­xa­nern in ab­seh­ba­rer Zeit die Songs aus­ge­hen wer­den, im­mer­hin ha­ben die ge­ra­de ih­ren zwei­ten Lang­spie­ler in­ner­halb von nur we­ni­gen Mo­na­ten ab­ge­lie­fert - dan­kens­wer­ter Wei­se dies­mal in ei­ner et­was we­ni­ger Tin­ni­tus-in­du­zie­ren­den Ab­mi­schung. An­sons­ten wird hier naht­los an das glor­rei­che Cha­os an­ge­knüpft das Big Bop­per mit dem Vor­gän­ger eta­bliert ha­ben. Je­nes be­steht et­wa zu et­wa glei­chen Tei­len aus Post- und Ga­ra­ge Punk, Noi­se- und Math Rock, hat da­bei un­ter an­de­rem va­ge Ähn­lich­kei­ten zu Pat­ti, Ro­lex, Cu­tie, Mys­tic Ina­ne oder Bran­dy plus ein paar Krü­meln frü­her Mi­nu­te­men.

Al­bum-Stream →