Trigger Cut - Rogo

Auf dem zwei­ten Lang­spie­ler schraubt das Noi­se Rock-/Post­core-Trio den En­er­gie­le­vel noch mal be­trächt­lich hö­her, oh­ne da­bei an der Prä­zi­si­ons­ar­beit, den aus­ge­feil­ten Struk­tu­ren und Ar­ran­ge­ments zu ver­lie­ren, die be­reits ihr De­büt­al­bum aus­zeich­ne­ten. Be­son­ders in der ers­ten Hälf­te ist da­bei ein deut­li­cher Jaw­box- und Bas­tro-Vi­be am Werk. Frü­her hät­te ich ge­sagt, dass Ralph Schaar­schmidt mit sei­nen al­ten und neu­en Bands zum bes­ten aus der hie­si­gen Noi­se­rock-Sze­ne ge­hö­ren, aber in­zwi­schen bin ich der Mei­nung dass auch welt­weit nur we­ni­ge Bands auf ih­rem Le­vel un­ter­wegs sind.

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Nopes - Djörk

Drit­ter Lang­spie­ler der Band aus Oak­land und er­war­tungs­ge­mäß ist das mal wie­der ziem­lich gei­ler Scheiß hier. Ich find's im­mer noch ab­so­lut be­mer­kens­wert wie das, was mal als ei­ne Art Hüs­ker Dü-Ver­schnitt los­ging sich zu ei­ner der kraft­volls­ten, ei­gen­stän­digs­ten und so­fort wie­der­erkenn­ba­ren Bands der letz­ten Jah­re ent­wi­ckelt hat, die schein­bar oh­ne gro­ße Mü­he die ro­hen En­er­gien von Hard- & Post­core, Noi­se Rock und Ga­ra­ge Punk zu ei­nem wun­der­bar rau­bei­ni­gen, un­be­re­chen­ba­ren Biest ver­kan­tet.

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Fugitive Bubble - Fugitive Bubble /​/​ C-Krit - C-Krit

Im­po­tent Fe­tus heißt das fa­mo­se neue Kas­set­ten-Sub­la­bel des nicht we­ni­ger fan­tas­ti­schen Stuc­co-Im­pe­ri­ums, wel­ches zu­letzt schon mit dem Sep­tic Yanks Tape viel Freu­de in die Welt ge­bracht hat. In­zwi­schen bie­ten sich da auch schon wie­der zwei neue Pfüt­zen aus Noi­se zum drin Ba­den an, von zwei Bands un­kla­rer Her­kunft. Der Qua­li­täts­stan­dard wird da­bei je­den­falls wei­ter­hin recht­wink­lig ge­hal­ten. Von we­gen im­po­tent…
Fu­gi­ti­ve Bub­ble sau­en da­bei wun­der­bar mit ei­ner über­aus ein­falls- und ab­wechs­lungs­rei­chen Va­ria­ti­on von ab­ge­fuz­ztem Hard-, Noi­se- und Weird­core rum, die mich ab­wech­selnd mal an Das Drip, Warm Bo­dies, Vexx so­wie den frü­hen Out­put von NAG oder Ka­lei­do­scope er­in­nert.
C-Krit hin­ge­gen klin­gen ziem­lich nach ei­nem struw­we­li­gen Misch­kö­ter aus Soupcans, No Trend und Lum­py & The Dum­pers. Oben­drein ist auch ih­re Dar­bie­tung des al­ten Screa­ming Snea­kers-Ever­greens Vio­lent Days pu­res Gold.

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Prized Pig - PPEP

Ei­ne durch­weg an­ge­neh­me Hör­erfah­rung, die­ser De­büt­kurz­spie­ler ei­ner Band aus Los An­ge­les. Her­auf­be­schwo­ren aus Zu­ta­ten von Noi­se Rock, Post- und Ga­ra­ge Punk er­in­nert mich das an ei­ne stark ga­ra­gi­ge In­kar­na­ti­on von Nag, ge­würzt mit et­was ka­put­ter Fi­cke­rei aus dem Soupcans-, Stink­ho­le oder Lum­py & The Dum­pers-Uni­ver­sum. Le­cke­rer Sau­stall.

True Sons Of Thunder - It Was Then That I Was Carrying You

Der zwei­te Lang­spie­ler auf To­tal Punk legt hoch­wer­tig nach. True Sons Of Thun­der sind ei­ne Band mit Leu­ten von Mana­tees und Ob­li­vi­ans an Bord. Ihr habt viel­leicht schon ih­re kürz­lich auf Good­bye Boo­zy er­schie­ne­ne 7" be­merkt oder seid so­gar mit ih­ren ers­ten zwei Al­ben ver­traut, die noch vor der Ent­ste­hung die­ses Blogs er­schie­nen sind. Auf ih­rem neu­es­ten Re­lease pen­deln sie je­den­falls zwi­schen strai­ght nach vor­ne ge­hen­dem Ga­ra­ge Punk im Um­feld von The Cow­boy oder Flat Worms und Blues-ge­tränk­tem Noi­se­rock ir­gend­wo zwi­schen Cows, Ne­ar­ly Dead und di­ver­sem al­ten Am­Rep-Krem­pel, au­ßer­dem ei­nem ge­wis­sen U-Men Vi­be. Mit Skate Rock ist so­gar ein net­ter klei­ner Hard­core-Aus­flug mit da­bei.

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The Unfit - The Unfit

Die­se Band aus Se­at­tle treibt schon seit ei­ni­gen Jah­ren ihr Un­we­sen, lie­fert aber erst jetzt ih­re De­büt-LP ab. Kein Wun­der al­so, dass hier al­les schon sehr stim­mig wirkt. Ei­ne Band, die ihr spe­zi­fi­sches Sub­gen­re ir­gend­wo zwi­schen der Ga­ra­ge-af­fi­nen Zo­ne des Post­core-Spek­trums und ein biss­chen zeit­ge­nös­si­schem Noi­se Rock fest im Griff hat - in di­rek­ter Nach­bar­schaft zu Bands wie den frü­hen Vi­deo, Hot Sna­kes, As­cot Stab­ber, Da­vi­di­ans oder Flowers Of Evil.

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Wax Chattels - Clot

Zwei Jah­re nach ei­ner viel­ver­spre­chen­den, wenn auch stel­len­wei­se noch et­was un­aus­ge­reif­ten ers­ten LP, be­kom­men wir hier ei­nen deut­lich kon­sis­ten­te­ren Nach­fol­ger die­ser Band aus Auck­land, Neu­see­land ge­lie­fert. Ih­re ten­den­zi­ell eher abs­trak­ten, je­doch im­mer ein­präg­sa­men, in den Rand­be­rei­chen von Post Punk, Noi­se Rock und In­dus­tri­al an­ge­sie­del­ten Kom­po­si­tio­nen er­in­nern mich wahl­wei­se mal an Bands wie Girls In Syn­the­sis, Haun­ted Hor­ses, Ice Bal­loo­ns oder Tu­nic - mit ei­nem sub­ti­len Light­ning Bolt-Fak­tor oben­drein.

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Shifting - It Was Good

Für ei­ne Band, die bis­her nur ei­ne 7" auf dem Bu­ckel hat, er­staunt die Rei­fe des Sounds, der sich auf dem De­büt­al­bum von Shif­ting aus Dub­lin ent­fal­tet - nicht we­ni­ger als ei­ne voll aus­ge­form­te, viel­sei­ti­ge und ein­falls­rei­che Vi­si­on von Noi­se Rock, Post­core und Math Rock, die sich klar von klas­si­chen Acts der 90er und frü­hen 00er Jah­re wie Un­wound, Bas­tro, Cha­vez, Fro­dus, frü­hen Shel­lac be­ein­flusst zeigt, da­bei den­noch pro­blem­los auf ei­ge­nen Bei­nen steht. In der ge­gen­wär­ti­gen Gen­re­land­schaft könn­te man au­ßer­dem noch Mul­ti­cult als halb­wegs pas­sen­den Ver­gleich nen­nen.

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Brandy - The Gift Of Repetition

Es ist ab­so­lut pas­send, dass der ers­te Zwölf­zöl­ler auf dem US Ga­ra­ge-Über­la­bel To­tal Punk Re­cords mit ei­nem häm­mern­den Groo­ve á la ISS be­ginnt, war doch de­ren kürz­lich er­schie­ne­ne EP die ver­mut­lich letz­te 7", die je­mals auf La­bel er­schie­nen ist - der Über­gang in ei­ne neue To­tal Punk-Ära könn­te al­so kaum smoot­her und wir si­che­rer sein, dass der Geist hin­ter die­sem La­bel trotz ei­ner Än­de­rung des For­mats der glei­che ge­blie­ben ist. Ein biss­chen er­wach­sen ge­wor­den, viel­leicht. Die New Yor­ker Ga­ra­ge Noi­se-Com­bo Bran­dy klingt hier kom­pak­ter und kraft­vol­ler als je zu­vor, nach­dem sie sich ja schon an ei­nem bril­li­ant ro­hen De­büt­al­bum und ei­ner wei­te­ren 7" die Zäh­ne aus­ge­bis­sen hat­ten - ra­tet mal auf wel­chem La­bel die letz­te­re er­schie­nen ist… Eben­falls deut­li­cher als zu­vor schält sich dies­mal ein ge­wis­ser Feed­ti­me-Ein­fluss her­aus, wäh­rend ih­re abs­trak­te­ren Mo­men­te mal ei­nen leich­ten Spray Paint-Vi­be ent­wi­ckeln. Ganz be­son­ders füh­le ich mich aber an ak­tu­el­le Post Punk Acts wie Know­so oder NAG er­in­nert - bei­de hat­ten eben­falls schon Plat­ten auf To­tal Punk raus. Be­mer­kens­wert, wie vie­le Krei­se sich mit die­ser Ver­öf­fent­li­chung schlie­ßen.

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Help - 2053

Ih­re De­büt-EP vor ei­nem Jahr war ja schon ein aus­ge­zeich­ne­tes Stück zeit­ge­nös­si­scher Kra­wall, aber was die Band aus (ver­mut­lich) Port­land für den neu­en Lang­spie­ler auf die Bei­ne stellt ist da noch mal ei­ne ganz un­er­war­te­te Wucht aus Noi­se Rock und Post­core des höchs­ten Ka­li­bers. Was den all­ge­mei­nen Sound an­geht, ste­hen sie de­fi­ni­tiv mit bei­den Fü­ßen in der Ge­gen­wart und er­in­nern mich an Ge­nos­sen wie Tu­nic, De­ath Pa­nels, John (timest­wo), USA Nails oder Girls In Syn­the­sis. Auch wenn die­se Plat­te nicht wirk­lich neue Pfa­de er­schließt, wird da­für aber wirk­lich al­les zu Gold, was Help hier an­fas­sen - da­bei hilft si­cher auch die Tat­sa­che, dass für je­den Song ei­ne smar­te und trag­fä­hi­ge Kom­po­si­ti­on als Fun­da­ment dient. Ein per­fek­ter Stru­del aus an­triebs­star­ken Rhyth­men, ul­tra­fie­sen Bass­groo­ves, un­heil­vol­len Kra­che­rup­tio­nen und - wie man es schon auf der EP be­stau­nen durf­te - ei­nem mit Be­dacht do­sier­ten und des­halb be­son­ders ef­fek­ti­ven Sinn für Me­lo­die, wel­cher das gan­ze Dra­ma noch mal lo­cker aufs nächs­te Le­vel zu he­ben ver­mag.

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