Dead Tenants - LPII

Dead Tenants - LPII

Dead Ten­ants aus New York mach­ten schon auf ihrem selbst­ver­öf­fent­lich­ten Debüt­al­bum vor vier Jah­ren ganz schön was her. Auf Already Dead Tapes And Records ist nun ihr zwei­ter Lang­spie­ler als Tape und digi­tal zu bekom­men. Da set­zen die noch mal ordent­lich einen drauf und ihre recht abge­fah­rene Mischung aus Noi­se­rock, Post Punk und -core kommt dar­auf ver­dammt kom­pakt und kurz­wei­lig rüber. Bands, die will­kür­lich mit krum­men Tak­ten und Poly­rhyth­men han­tie­ren gibt es in ihrem Gen­re­spek­trum wie Sand am Meer. Aber sol­che, bei denen das ganze auch noch musi­ka­li­schen Sinn ergibt und den kan­ti­gen Struk­tu­ren zum Trotz so ver­dammt arsch­tre­tende Groo­ves fabri­ziert… Sol­che Bands sind rar gesät.

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Nearly Dead - Something Stronger

Nearly Dead - Something Stronger

Auch auf ihrem neu­es­ten Album sche­ren sich Nearly Dead aus Vic­to­ria, Kanada einen Dreck um Schön­klang, Publi­kums­er­war­tun­gen und Zugäng­lich­keit. Ihr maxi­mal räu­di­ger, mono­ton-repe­ti­ti­ver Mix aus Noise Rock, Fuzz und Sludge stra­pa­ziert die Geduld und Ner­ven des Hörers, ist so pene­trant dass man ihn ein­fach nicht mehr igno­rie­ren kann und bleibt schwer im Magen lie­gen als hätte man zwei Kilo Beton gefres­sen. Seid ihr mal an einer dun­kel­brau­nen Pfütze vor­bei­ge­lau­fen und dach­tet euch: "Cool, da leg ich mich jetzt mal rein."? Eine ähn­lich ver­lo­ckende Wir­kung ent­fal­tet diese Musik. Abar­tig im schöns­ten Sinne.

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Digital Fun - Love /​ Park Town /​ What Did He Or She Do? /​ Tell Her To Look At Me

Digital Fun - Love / Park Town / What Did He Or She Do? / Tell Her To Look At Me
Digital Fun - Love / Park Town / What Did He Or She Do? / Tell Her To Look At Me

Zwei digi­tale Sin­gles von einem Typen aus Lon­don. Des­sen Lärm irgendwo zwi­schen Noi­se­rock, Elek­tro-, Garage- und Post Punk erin­nert etwas an eine Vari­ante der eben­falls aus Lon­don stam­men­den Power­plant, der irgend­wer eine kleine Dosis Big Black ins Bier gekippt hat.

Gouge Away - Burnt Sugar

Gouge Away - Burnt Sugar

Nach­dem mich das erste Album der Band aus Fort Lau­derdale, Flo­rida mit sei­nem recht unspan­nen­den Hard­core alles andere als vom Hocker gehauen hat, bin ich abso­lut posi­tiv über­rascht von der Stärke des Nach­fol­gers. Das alte Geknüp­pel haben sie dar­auf gegen einen Post­core-Sound mit star­ker Jaw­box-Note und noi­sero­cki­ger Kante ein­ge­tauscht. Das steht ihnen auch bei wei­tem bes­ser und obgleich sie dem alten Genre beim bes­ten Wil­len keine neuen Tricks bei­brin­gen, haben sie eine durch­ge­hend kurz­wei­lige und abwechs­lungs­rei­che Platte fabri­ziert, die ein­fach jeder­zeit weiß was sie tut.

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Anybodys - Necessity of Contrast

Anybodys - Necessity of Contrast

Post Punk/​Noise Rock aus Van­cou­ver mit deut­li­chen Anklän­gen an Sonic Youth, Live Skull und diverse Acts der nein-wel­li­gen Ver­gan­gen­heit. Geht klar, kann was, nehm ich mit.

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Defenders - The Dissonance Channel

Defenders - The Dissonance Channel

Eine kom­pe­tent dar­ge­bo­tene Mischung aus Post­core und Noise Rock mit ver­ein­zel­ten Math-Ein­flüs­sen ver­mag auf dem aktu­el­len Mini­al­bum die­ser Band aus Bal­ti­more zu über­zeu­gen, die über weite Stre­cken einen Mit­tel­weg zwi­schen Jaw­box, frü­hen Uns­ane und Hel­met beschrei­tet, dabei aber dank eini­ger stra­te­gisch geschickt plat­zier­ter Über­ra­schun­gen nie lan­ge­weile auf­kom­men lässt.

Cryptorips - Shadow Up Gold

Cryptorips - Shadow Up Gold

Gleich noch mal exzel­len­tes Zeug aus dem Post­core-/Noise Rock-Spek­trum. Der erste Lang­spie­ler der Cryp­to­rips aus Dart­mouth, Kanada (deren erste EP es hier auch schon mal zu bestau­nen gab) macht mir die Arbeit rela­tiv leicht: Das klingt alles sehr nach einer Kom­bi­na­tion von Metz und alten Hot Snakes/​Drive Like Jehu, dazu gibt es dann aber noch ein paar melo­di­sche 90er Indie­rock-Momente. Alt­be­währt und sehr, sehr gut.

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Exhalants - Exhalants

Exhalants - Exhalants

Exha­lants aus Aus­tin, Texas mach­ten im letz­ten Herbst mit ihrem Demo schon ordent­lich gespannt auf das wei­tere Schaf­fen der Band. Über Self Sabo­tage Records ist nun ihr Debüt­al­bum zu bekom­men und das weiß erneut zu über­zeu­gen mit sei­nem Noise Rock und Post­core, der irgendwo zwi­schen den Klang­wel­ten von 90er AmRep und Touch & Go agiert.

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Idles - Joy As An Act Of Resistance

Idles - Joy As An Act Of Resistance

Ich hatte ja meine Vor­be­halte, aber auf dem zwei­ten Album der gerade ziem­lich gehyp­ten Band aus Bris­tol kommt ihre unver­schämt vor­wärts schie­bende Mischung aus Post­punk/-core und Noise Rock kei­nes­wegs ver­wäs­sert rüber, son­dern Idles klin­gen hier ein­fach noch viel mehr nach sich selbst als schon auf ihrem gran­dio­sen Debüt. Das glei­che gilt für den Gesang von Front­mann Joe Tal­bot, der dem vor­mals noch etwas im Zaum gehal­te­nen inne­ren Spring­teu­fel unge­zü­gelt freien Lauf lässt. Wie ein end­los agi­tier­ter (oder man könnte auch sagen: unglaub­lich bri­ti­scher) See­len­ver­wand­ter von Protomartyr's Joe Casey spuckt er häss­li­che Rea­li­tä­ten auf den Boden, die aus sei­nem Mund wie sinis­tere Abzähl­reime klin­gen. Und zwar von der Sorte, an deren Ende unver­meid­lich jemand wei­nend nach Hause läuft. Eine pas­sende Unter­ma­lung für's neue Zeit­al­ter der Bul­lies.

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Alpha Strategy - The Gurgler

Alpha Strategy - The Gurgler

Auf Album Num­mer drei - erneut aus dem Hause Albini und Weston mit reich­lich Knarz und Druck aus­ge­stat­tet und erst­mals von der pol­ni­schen Genre-Fes­tung Antena Krzyku in PVC gepresst - hat die Noi­se­rock-For­ma­tion aus Toronto ihr Marsch­tempo mal locker hal­biert und das Drama bis zum Anschlag auf­ge­dreht. Schmerz­haft im bes­ten Sinne ist diese Musik, deren epi­sche Qua­li­tä­ten kei­nen Platz in her­kömm­li­chen Song­struk­tu­ren fän­den. Und als wäre das alleine noch nicht bedrü­ckend genug, kon­fron­tie­ren Alpha Stra­tegy den Hörer mit tief­schwar­zer Lyrik, deren Bil­der sich nur als vage Kon­tu­ren im Nebel erschlie­ßen, aber deren mensch­li­chem Spie­gel­bild ich nicht in einer unbe­leuch­te­ten Gasse begeg­nen will. In sei­ner sprö­den, schlep­pen­den Art klingt das ein biss­chen als träfe das sper­rige letzte Album der Ber­li­ner Heads auf die krie­chen­den Arran­ge­ments der Post­pun­ker Beha­vior, die Thea­tra­lik aktu­el­ler Iceage und die Bös­ar­tig­keit von The Bir­th­day Party. Ein kla­res High­light, selbst in die­sem an hoch­ka­rä­ti­gem Noi­se­rock nicht gerade armen Jahr.

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