Eat Avery's Bones - Where's Eat Avery's Bones?

Eat Avery's Bones - Where's Eat Avery's Bones?

Tra­ding Wre­ckage mel­det sich mal wie­der zu Wort, das "Fake Label" rund um ein in Aus­tin, Texas ansäs­si­ges, nur lose defi­nier­ba­res Sze­ne­kol­lek­tiv im Dunst­kreis von Noise und No Wave. Hier bereits zu bewun­dern gewe­sen in Form der Bands Flesh Narc und Gay Cum Dad­dies. Zu denen gibt's auch in die­ser For­ma­tion wie­der mas­sive Über­schnei­dun­gen im Lin­eup, ins­ge­samt war an die­ser Platte aber eine rotie­rende Beset­zung von min­des­tens elf Kra­wall­erzeu­gern betei­ligt. Gering­fü­gig gerad­li­ni­ger und zugäng­li­cher wirkt das hier als bei den genann­ten Bands, in man­chen Momen­ten fast schon tanz­bar. Den­noch ist das Zeug alles andere als nor­mal und nicht zuletzt auf­grund der epi­schen Spiel­zeit erst­klas­sig nerv­tö­tend.

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Whep - Welp

Whep - Welp

Noise Rock und Sludge Punk aus Den­ton, Texas. Klar ist das nichts neues unter der Sonne und einige wer­den sicher schon mit den Augen rol­len wenn ich erwähne, dass die ein biss­chen nach der all­seits belieb­ten Oldies-Kapelle Jesus Liz­ard klin­gen. Also hier: Die klin­gen etwas nach Jesus Liz­ard. Siehste? Schon sind 'se am rol­len. Ver­ein­zelt spü­len auch die ebenso unver­meid­li­chen, frü­hen Shel­lac an die Ober­flä­che oder ein Hauch von Slug. Aber ziem­lich gut ist das eben auch, bringt beacht­li­chen Wumms und eine ange­nehm räu­dig-rus­ti­kale Kante mit.

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Tropical Trash - Southern Indiana Drone Footage

Tropical Trash - Southern Indiana Drone Footage

Nach­dem die Noi­se­combo aus Loui­se­ville, Ken­tu­cky vor ein paar Jah­ren mit ihrem Debüt­al­bum UFO Rot bereits einen star­ken ers­ten Ein­druck hin­ter­las­sen hat, hab ich die Band erst­mal etwas aus den Augen ver­lo­ren bis eine Split 7" mit den Ita­lie­nern Bru­tal Bir­th­day wie­der meine Auf­merk­sam­keit geweckt hat. In der Zwi­schen­zeit hat ihr Sound aus Noise Rock, Sludge Punk, Post­core und einer rauen Gara­gen­kante ganz schön an Wucht und Bestimmt­heit dazu­ge­won­nen und erin­nert mich mal an eine zugäng­li­chere Vari­ante von Nearly Dead, ver­quickt mit jeder Menge alter Hot Snakes, ein paar sub­ti­len Sonic Youth-Momen­ten, der Dis­so­nanz von Spray Paint und dem kom­pro­miss­lo­sen Druck von Metz. Bin über­zeugt.

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Laxity - Demo Tape 2018

Laxity - Demo Tape 2018

Das ist schon die dritte Platte an einem Stück heute, deren Song­texte in einer mir unver­ständ­li­chen Spra­che gesun­gen, gebrüllt oder gekotzt wer­den. Das ist rei­ner Zufall, echt jetzt. Jeden­falls kom­men Laxity aus Kra­kau und tref­fen abso­lut mei­nen Nerv mit einem Sound aus Post Punk, ganz viel Noise, No-Wavi­ger Dis­so­nanz und ver­ein­zelt etwas Hard­core. Wen Bands wie Soup­cans, Vul­ture Shit, Gum­ming oder Strange Attrac­tor nicht abschre­cken, der ist sicher auch bei die­ser Band ganz rich­tig am Platze. Aber auch wer sich für eine extra-krude Vari­ante von Spray Paint erwär­men kann, wird hier seine Momente fin­den.

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Mothers Dearest - Mothers Dearest

Mothers Dearest - Mothers Dearest

Musik, die so stark im Spek­trum von Sludge und Doom ver­wur­zelt scheint ist sel­ten mein Ding, aber diese Platte zieht mich den­noch auf ihre Seite und klingt trotz des etwas abge­stan­den rie­chen­den Gen­re­um­fel­des sehr frisch für meine Ohren. Dabei hilft es auch, dass Mothers Dea­rest aus Wel­ling­ton, Neu­see­land weni­ger auf der Metal-, als auf der Noise Rock-las­ti­gen Seite ope­rie­ren. Etwas als hätte man die sprö­den, stock­düs­te­ren Epen des letz­ten Alpha Stra­tegy Albums mit einer guten Ladung Neu­ro­sis gekreuzt und dabei ein paar Köpfe Amphet­amine Rep­tile geraucht.

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Césped De Verdad - Chusma Ocre

Césped De Verdad - Chusma Ocre

Was ist das denn für ein gei­ler Scheiß, den uns da eine Band aus Valen­cia auf­tischt? Begrüßt einen mit Post Punk in no-wavi­ger Dis­so­nanz und ent­wi­ckelt sich dar­auf hin zu einem unbe­re­chen­ba­ren Bas­tard, der einem unver­mit­telt her­ein­bre­chende Hard­core­at­ta­cken, Ver­satz­stü­cke von 90er Dischord-Post­core, ein biss­chen Emo­ge­döns, Math­rock und melo­di­schem Indie Rock der ver­gan­ge­nen Dekade um die Ohren haut. Über all dem schwe­ben die unkon­ven­tio­nel­len Har­mo­nien á la Sonic Youth der Daydream Nation-Ära, das ver­bin­dende Ele­ment wel­ches diese selt­sa­men Klang­kon­strukte zusam­men­hält. In der Gegen­wart könnte man vage Ver­glei­che zu den Leip­zi­gern Molde bemü­hen.

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Brutal Birthday - Commotion 7"

Brutal Birthday - Commotion 7"

…und gleich noch mal Sounds in der Gegend von Noise Rock und Sludge Punk; und zwar von jener Band aus Bolo­gna, die vor gerau­mer Zeit schon auf einer Split 7" mit Tro­pi­cal Trash sehr gefiel und die nun eine ebenso kurze und schmerz­hafte Debüt-EP des mal mehr, mal weni­ger pri­mi­ti­ven Lärms hin­ter­her schiebt.

Football & White Savage - Split LP

Football & White Savage - Split LP

Hätte man mir diese Split­scheibe zweier Bands aus Lees­burg und Chi­cago als ein vol­les Album einer ein­zi­gen Band ver­kauft, wäre mir - abge­se­hen von etwas unter­schied­li­cher Fide­li­tät der Pro­duk­tion - über­haupt nichts auf­ge­fal­len, so sehr ähnelt sich der Sound von Foot­ball und White Savage. Beide Bands bewe­gen sich selbst­be­wusst im Umfeld von Garage und Psy­che­de­lic, Noise Rock, Sludge Punk und ein wenig Post­core, dabei las­sen sie aber auch gar nix anbren­nen. In ver­schie­de­nen Momen­ten erin­nert mich das z.B. mal an The Blind Shake, ein ande­res mal an Hot Snakes. Knallt ganz vor­treff­lich.

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Abstract Sense - Realm

Abstract Sense - Realm

Die Ein-Mann-Band Abs­tract Sense aka Ozan Bodur, der hier vor nicht allzu lan­ger Zeit ja schon mit einer sehr, sehr star­ken Debüt-EP über­raschte, hat jetzt offen­bar sei­nen Wohn­sitz von Istan­bul nach Brüs­sel ver­legt. Da möchte man ja gerne mal auf 'ne Tasse Kaf­fee vor­bei­schauen. Nicht zuletzt, weil in Brüs­sel musik­mä­ßig eh immer eini­ges zu gehen scheint.

Sein ers­ter Lang­spie­ler nimmt jeden­falls die Fäden dort wie­der auf, wo er bei der EP auf­ge­bört hat, wei­tet aber sein klang­li­ches Spek­trum auch wei­ter aus, koket­tiert in z.B. in Jizz Jazz mit dem titel­ge­ben­den Genre oder taucht in With­draw auch mal in psy­che­de­lisch-abge­spa­cete Sphä­ren ein. Ansons­ten domi­niert aber wei­ter­hin seine mar­kante Mischung aus Noise Rock, Post Punk und 90er Indie­rock, die von sei­ner mit­rei­ßen­den und noch mal ein gan­zes Stück aus­ge­feil­te­ren Gitar­ren­ar­beit irgendwo zwi­schen Wipers, Sonic Youth und Spu­ren­ele­men­ten von Kurt Ebel­häu­ser (ins­be­son­dere sehe ich mich an frühe Scum­bu­cket erin­nert) das beson­dere Etwas ver­passt bekommt.

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Young Skulls - Bomb Train 7"

Young Skulls - Bomb Train 7"

Was für 'n Auf­prall! Die Debüt­sin­gle auf Slo­venly des New Yor­ker Trios mit Mit­glie­dern u.a. von Scene Crea­mers, Trans Am, Chrome Cranks und El Front an Bord fackelt nicht lange rum und knallt in roher Voll­endung zwei wuch­tige Spreng­sätze aus Gara­ge­punk/-blues auf den Beton­bo­den, wobei die A-Seite etwas nach Gun Club-meets-UV Race klingt; auf der B-Seite ver­mischt sich dass dann mit ast­rei­nem Noi­se­rock-Don­ner­schlag, einem leich­ten Devo-Vibe und dem Casio-Punk von R. Clown.