Brandy - The Gift Of Repetition

Es ist ab­so­lut pas­send, dass der ers­te Zwölf­zöl­ler auf dem US Ga­ra­ge-Über­la­bel To­tal Punk Re­cords mit ei­nem häm­mern­den Groo­ve á la ISS be­ginnt, war doch de­ren kürz­lich er­schie­ne­ne EP die ver­mut­lich letz­te 7", die je­mals auf La­bel er­schie­nen ist - der Über­gang in ei­ne neue To­tal Punk-Ära könn­te al­so kaum smoot­her und wir si­cher sein, dass der Geist hin­ter die­sem La­bel trotz ei­ner Än­de­rung fes For­mats der glei­che ge­blie­ben ist. Ein biss­chen er­wach­sen ge­wor­den, viel­leicht. Die New Yor­ker Ga­ra­ge Noi­se-Com­bo Bran­dy klingt hier kom­pak­ter und kraft­vol­ler als je zu­vor, nach­dem sie sich ja schon an ei­nem bril­li­ant ro­hen De­büt­al­bum und ei­ner wei­te­ren 7" die Zäh­ne aus­ge­bis­sen hat­ten - ra­tet mal auf wel­chem La­bel die letz­te­re er­schie­nen ist… Eben­falls deut­li­cher als zu­vor schält sich dies­mal ein ge­wis­ser Feed­ti­me-Ein­fluss her­aus, wäh­rend ih­re abs­trak­te­ren Mo­men­te mal ei­nen leich­ten Spray Paint-Vi­be ent­wi­ckeln. Ganz be­son­ders füh­le ich mich aber an ak­tu­el­le Post Punk Acts wie Know­so oder NAG er­in­nert - bei­de hat­ten eben­falls schon Plat­ten auf To­tal Punk raus. Be­mer­kens­wert, wie vie­le Krei­se sich mit die­ser Ver­öf­fent­li­chung schlie­ßen.

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Help - 2053

Ih­re De­büt-EP vor ei­nem Jahr war ja schon ein aus­ge­zeich­ne­tes Stück zeit­ge­nös­si­scher Kra­wall, aber was die Band aus (ver­mut­lich) Port­land für den neu­en Lang­spie­ler auf die Bei­ne stellt ist da noch mal ei­ne ganz un­er­war­te­te Wucht aus Noi­se Rock und Post­core des höchs­ten Ka­li­bers. Was den all­ge­mei­nen Sound an­geht, ste­hen sie de­fi­ni­tiv mit bei­den Fü­ßen in der Ge­gen­wart und er­in­nern mich an Ge­nos­sen wie Tu­nic, De­ath Pa­nels, John (timest­wo), USA Nails oder Girls In Syn­the­sis. Auch wenn die­se Plat­te nicht wirk­lich neue Pfa­de er­schließt, wird da­für aber wirk­lich al­les zu Gold, was Help hier an­fas­sen - da­bei hilft si­cher auch die Tat­sa­che, dass für je­den Song ei­ne smar­te und trag­fä­hi­ge Kom­po­si­ti­on als Fun­da­ment dient. Ein per­fek­ter Stru­del aus an­triebs­star­ken Rhyth­men, ul­tra­fie­sen Bass­groo­ves, un­heil­vol­len Kra­che­rup­tio­nen und - wie man es schon auf der EP be­stau­nen durf­te - ei­nem mit Be­dacht do­sier­ten und des­halb be­son­ders ef­fek­ti­ven Sinn für Me­lo­die, wel­cher das gan­ze Dra­ma noch mal lo­cker aufs nächs­te Le­vel zu he­ben ver­mag.

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Glen Schenau - Jhumble​/​​Jearnest 7"

Glen Schen­au, man­chen si­cher be­kannt als der Front­mann der Kult­band Kitchen's Floor aus Bris­bane, hat so­lo bis­her zwei EPs von eher Rich­tung Avant­gar­de schie­len­dem Art Rock ver­öf­fent­licht, der schon al­lei­ne auf­grund sei­ner all­ge­mei­nen Schräg­heit über­zeug­te - durch­zo­gen von dis­so­nant-hy­per­ak­ti­ver Schram­me­lei, wie ei­ne fun­ky ka­put­te Al­ter­na­tiv­rea­li­täts-Va­ri­an­te von The Wed­ding Pre­sent und end­gül­tig über die Klip­pe ge­scho­ben von sehr nach Töp­fen, Pfan­nen und Plas­tik­ei­mern klin­gen­der Per­cus­sion. Letz­te­res weicht auf sei­ner neu­es­ten 7" ei­nem her­kömm­li­chen Drum­kit und vol­lem Bandsound, der ins­ge­samt in ei­ne ge­ring­fü­gig we­ni­ger ex­pe­ri­men­tel­le, deut­lich gref­ba­re Form an den Tel­ler­rän­dern von Post Punk, Noi­se Rock und 90er In­die­rock mor­pht, oh­ne dass da­bei die Ver­spielt­heit und krea­ti­ve En­er­gie der Vor­gän­ger auf der Stre­cke blie­be. Melk­bel­ly trifft auf Live Skull? Nee, das trifft die­sen Na­gel nicht so ganz den Kopf… aber auch kei­nes­wegs kom­plett da­ne­ben.

DeStructos - Blast!

Auf ei­ner De­büt-EP, an der es ab­so­lut nichts aus­zu­set­zen gibt, ver­schießt ein Duo aus Phil­adel­phia vier treff­si­che­re La­dun­gen aus schlau ar­ran­gier­tem, viel­sei­ti­gem Lärm ir­gend­wo im Um­feld von Post­core, Noi­se Rock- und Post Punk, lie­fert da­bei As­so­zia­tio­nen an das Schaf­fen di­ver­ser Bands á la Da­s­her, Cu­tie, Do­nors, Litt­le Ugly Girls, Hit Bar­gain, Street Ea­ters oder Xe­tas.

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Still /​ Form - Still /​ Form

Ist das et­wa der Mar­ria­ge + Can­cer-Front­mann, der da sei­ne Tex­te ins Mi­kro grunzt? Ja, stellt sich her­aus. Glei­cher Typ. Auch die Mu­sik ist da­von nicht all­zu weit ent­fernt. Noi­se Rock mit ein biss­chen Math und ul­tra-klas­si­schen Wur­zeln in den 90ern, ziem­lich ge­nau in der Mit­te zwi­schen dem Schlau­mei­ern des Touch & Go- und den et­was stär­ker Sludge- und Me­tal-af­fi­nen Kids des Am­phet­ami­ne Rep­ti­le-Uni­ver­sums.

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Flat Worms - Antarctica

Nach be­reits ei­nem Al­bum und ei­ner Hand­voll EPs wis­sen wir ja schon in et­wa, was man von ei­ner neu­en Flat Worms-Plat­te er­war­ten kann. Das heißt aber nicht, dass sie auf der Stel­le tre­ten; viel­mehr ha­ben sie mit je­der neu­en Ver­öf­fent­li­chung ei­ne be­stimm­te Fa­cet­te ih­res Sounds ge­nau­er er­forscht und er­wei­tert. Die­ses mal ha­ben sie mit Ste­ve Al­bi­ni in sei­ner elek­tri­schen Au­dio­fa­brik auf­ge­nom­men und pas­sen­der­wei­se kommt das Er­geb­nis nicht nur mit des­sen ty­pi­scher Klang­cha­rak­te­ris­tik da­her, son­dern scheint sich auch ein biss­chen In­spi­ra­ti­on aus sei­ner lang­jäh­ri­gen Ge­schich­te als Pro­du­zent Ton­tech­ni­ker ge­zo­gen zu ha­ben. Ins­be­son­de­re ist hier ein kla­rer Schwenk in Rich­tung Noi­se Rock und Post­core wahr­nehm­bar, der ir­gend­wie auch schon im­mer ein un­ter­schwel­li­ger Teil ih­res Sounds war, aber noch nie so im Zen­trum stand wie hier, un­ter an­de­rem ver­gleich­bar mit ge­gen­wär­ti­gen Bands wie Me­at Wa­ve, Metz oder USA Nails. Wei­te­re klei­ne aber an­ge­neh­me Über­ra­schun­gen sind der fast als re­laxt zu be­zeich­nen­de Ti­tel­track und die 90er In­die Rock-Vi­bes in Mar­ket For­ces.

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Donors - Donors

Das hier ist ein selt­sa­mes Biest. Do­nors aus Nash­ville zo­gen schon vor zwei Jah­ren mit ih­rer ers­ten EP und ei­nem noch nicht ganz so aus­ge­fre­ak­ten Cock­tail aus Ga­ra­ge- und Post Punk mei­ne Auf­merk­sam­keit auf sich, aber das hier ist ein ganz an­de­rer Le­vel an Schräg­heit, wenn sie ih­ren Sound in zu­neh­men­dem Ma­ße mit dis­so­nan­tem No Wa­ve ver­wüs­ten so­wie mit al­tem pro­to-Noi­se­rock á la Flip­per oder No Trend an­rei­chern. Wo­mit könn­te ich die­ses Zeug ver­glei­chen… Ty­vek oder Con­stant Mon­grel als No Wa­ve Band re­inkar­niert? Spray Paint auf'm Ga­ra­gen­trip? Auch wenn ich nicht so si­cher bin was die Band sich hier mal vor­ge­nom­men hat, be­steht doch kein Zwei­fel dass ihr Un­ter­fan­gen ein durch­schla­gen­der Er­folg ist. Und ge­ra­de glaubt man al­les ver­ar­bei­tet zu ha­ben, da über­ra­schen sie ei­nen noch mal im Raus­schmei­ßer Fi­ne Print mit ei­ner an Haun­ted Hor­ses er­in­nern­den In­dus­tri­al-Kan­te.

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Signal - Love w/​o Moisture

Ein ro­her, po­ten­ter Mix aus Noi­se-/Fuzz Punk und Post­core von ei­ner New Yor­ker Band. Hat was von ei­ner noi­se-las­ti­ge­ren Ver­schmel­zung aus Lié und Ugly Litt­le Girls, hat aber auch ei­ni­ges an dre­ckig ga­ra­gi­gem Sound in Rich­tung Warp oder Vexx mit an Bord.

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Vangas - Dog Walker /​ Waltz In E Minor

Die Noi­sero­cker Van­gas aus At­lan­ta blei­ben auch auf auf ih­rer neu­en 7" via Chun­klet an­ge­nehm un­kon­ven­tio­nell. Auf der A-Sei­te kriecht ein schüch­ter­ner Groo­ve lang­sam ei­ner un­ver­meid­li­chen Erup­ti­on ent­ge­gen, wo dann die Schei­ße auf den Pro­pel­ler trifft. Die noch deut­lich un­ge­müt­li­che­re B-Sei­te er­in­nert mich dann et­was an ih­re Noi­se Rock-Zeit­ge­nos­sen Mar­ria­ge + Can­cer aus Port­land oder die Ka­na­di­er Ne­ar­ly Dead.

Maximum Roach - Dry Rot

Hoch­ex­plo­si­ven Noi­se Punk mit Ga­ra­ge­core-Ra­ke­ten­an­trieb lie­fert uns das De­bü­tau­bum von Ma­xi­mum Roach ir­gend­wo aus Ari­zo­na. Ab­wech­selnd darf man sich mal an Bands wie Be­ast Fiend, An­xie­ty, Soupcans, Bo Gritz oder Mys­tic Ina­ne er­in­nert füh­len.

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