Ghost Guilt - Mating In Captivity

Ghost Guilt - Mating In Captivity

Die zweite EP die­ser Band aus Durham macht schon mal eine äußerst sym­pa­thi­sche Figur mit drei melo­di­schen Kra­chern irgendwo zwi­schen Fuzz Punk und 90er Indie Rock.

Flat Worms - The Apparition /​ Melt The Arms

Flat Worms - The Apparition / Melt The Arms

Flat Worms aus Los Ange­les mel­den sich zurück mit einer gewohnt hoch­wer­ti­gen 7" auf Famous Class, auf der ihr Sound ein gutes Stück ver­spiel­ter rüber kommt als auf ihrem letzt­jäh­ri­gen Debüt­al­bum. Dabei tritt der Gara­gen­fak­tor in den Hin­ter­grund, die zwei Songs rücken statt­des­sen ver­mehrt in die Gegend von Noise-getränk­tem Post Punk. War alles auch frü­her schon da, aber dies­mal gewäh­ren sie die­ser spe­zi­el­len Sau etwas groß­zü­gi­ge­ren Aus­lauf.

Nearly Dead - Something Stronger

Nearly Dead - Something Stronger

Auch auf ihrem neu­es­ten Album sche­ren sich Nearly Dead aus Vic­to­ria, Kanada einen Dreck um Schön­klang, Publi­kums­er­war­tun­gen und Zugäng­lich­keit. Ihr maxi­mal räu­di­ger, mono­ton-repe­ti­ti­ver Mix aus Noise Rock, Fuzz und Sludge stra­pa­ziert die Geduld und Ner­ven des Hörers, ist so pene­trant dass man ihn ein­fach nicht mehr igno­rie­ren kann und bleibt schwer im Magen lie­gen als hätte man zwei Kilo Beton gefres­sen. Seid ihr mal an einer dun­kel­brau­nen Pfütze vor­bei­ge­lau­fen und dach­tet euch: "Cool, da leg ich mich jetzt mal rein."? Eine ähn­lich ver­lo­ckende Wir­kung ent­fal­tet diese Musik. Abar­tig im schöns­ten Sinne.

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Commander Keen - Dying In The South

Commander Keen - Dying In The South

Wenn ich mir jede Woche mei­nen Weg durch das Dickicht an Musik­ein­rei­chun­gen schlage, fühlt sich das meis­tens mehr nach unbe­zahl­ter Arbeit an als nach Spaß. Am Ende lohnt es sich aber doch, wenn mir ab und an eine sol­che Perle unter­kommt wie der zweite Lang­spie­ler von Com­man­der Keen aus dem Städt­chen Coo­ke­ville, Ten­nes­see. Unter­schätze nie die Klein­stadt­punks!
Nicht nur sind die Typen nach einem Hel­den mei­ner Kind­heit benannt, auch in musi­ka­li­scher Hin­sicht lie­gen wir abso­lut auf einer Wel­len­länge. So viel lieb­ge­won­ne­nes aus der jün­ge­ren wie auch uralten Ver­gan­gen­heit spült meine Asso­zia­ti­ons­ma­schine da an die Ober­flä­che. Begin­nend mit dem ener­gi­schen Post­core von Drive Like Jehu, dem Fuzz Punk von Cali­for­nia X oder Happy Diving, Noi­se­pop á la No Age, Play­lounge oder den unver­meid­li­chen Japan­dro­ids. Ihre Songs pen­deln außer­dem zwi­schen der hym­ni­schen Eupho­rie etwa von Beach Slang oder Needles/​/​Pins und der Melan­cho­lie von Milk Music. Haben die Qua­li­tä­ten des arsch­tre­tend-melo­di­schen Post­punks von Piles oder Die! Die! Die! und gele­gent­lich scheint sogar eine leise Ahnung von Quick­sand oder Lea­ther­face durch.
Das alles wurde hoch­kom­pakt in zehn über jeden Zwei­fel erha­be­nen Songs ver­kap­selt, deren Gehalt an hart­nä­cki­gen Hooks und Melo­dien weit ober­halb der emp­foh­le­nen Tages­do­sis liegt. Davon wird mir aber kei­nes­wegs schlecht, ich bekomme nur noch mehr Hun­ger auf einen zwei­ten Nach­tisch. So. Ver­dammt. Gut.

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Muscle Dungeon - Beef Angel

Muscle Dungeon - Beef Angel

Diese EP einer Band aus Port­land ist schon nicht mehr so ganz neu aber dafür eine ziem­li­che Bombe mit ihrem ast­rei­nen Fuzz Punk/​Noise Pop, der irgend­wie sein Jahr­zehnt ver­passt hat und gerade des­halb abso­lut will­kom­men in der Gegen­wart ist. Ganz beson­ders für Freunde von so melo­die­ver­lieb­ten Lär­mer­zeu­gern á la No Age, Diar­r­hea Pla­net, frü­hen Male Bon­ding oder Jeff The Bro­ther­hood.

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Blood Cookie - Empty Your Mind

Blood Cookie - Empty Your Mind

Hoch­po­ten­ter Scheiß, was die­ses Trio aus Min­nea­po­lis auf ihrem bereits drit­ten Lang­spie­ler ver­an­stal­tet. Melo­di­sche Frag­mente und shoega­zige Tex­tu­ren kol­li­die­ren mit dis­so­nan­tem Lärm. Wuch­tig nach vorne gehen­der Post Punk á la Lié, Death Stuff, Shit Giver oder Dasher trifft auf den Fuzz Punk/​Noise Pop etwa von Slow­coa­ches oder UV-TV, Noise Rock der Marke USA Nails oder Bat­piss. Unvor­her­seh­bar, eigen­wil­lig und doch erstaun­lich homo­gen, abso­lut eigen­stän­dig kommt diese wilde Mix­tur rüber.

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Civilian - More Like ET

Civilian - More Like ET

Her­vor­ra­gend ange­piss­tes Zeug aus Los Ange­les. Irgendwo zwi­schen Garage-, Fuzz- und Hard­core Punk ange­sie­delt hat das schon län­ger keine Dusche mehr gese­hen und könnte so auch schon vor knap­pen vier­zig Jah­ren der kali­for­ni­schen Szene ent­sprun­gen sein. Wem seine KBD-Com­pi­la­ti­ons nicht mehr ergie­big genug sind, der fin­det hier drin neue Medi­zin.

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Germ House & Far Corners - Split Tape

Germ House & Far Corners - Split Tape

Gelun­gene Split­kas­sette zweier Bands aus Rhode Island, die jeweils den Front­mann Jus­tin Hub­bard gemein­sam haben. Die mir bis­lang weni­ger ver­trau­ten Germ House gefal­len dabei schon mal ganz aus­ge­zeich­net mit weit­ge­hend relax­tem, mini­ma­lis­tisch-repe­ti­ti­vem Lo-Fi Indie­rock, dem man einen gewis­sen Woo­len Men-Vibe oder Ähn­lich­kei­ten zum Psych-/Fuzz Pop von Vio­lent Change nicht abspre­chen kann.
Deut­lich der­ber geht dann der noi­selas­tige Post­punk der Far Cor­ners zur Sache, die ja hier in der Ver­gan­gen­heit schon mit ein paar klasse EPs auf­ge­fal­len sind. Die neuen Songs sind natür­lich eben­falls wie­der erste Sahne.

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Grimly Forming - Grimly Forming

Grimly Forming - Grimly Forming

Aus­ge­spro­chen anspre­chend, der Kra­wall die­ser Band aus Los Ange­les. In sei­ner Mischung aus ange­piss­tem Hard­core und Garage Punk plus einer groß­zü­gig bemes­se­nen Schau­fel Fuzz und Noise steht das gen­re­über­schrei­ten­den Bands wie Anxiety, Soup­cans oder Vul­ture Shit nicht allzu fern.

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Co Sonn - VBG Trash Ensemble Vol. II

Co Sonn - VBG Trash Ensemble Vol. II

Cas­per Teng­berg aus dem schwe­di­schen Väners­borg macht auf sei­nem zwei­ten Lang­spie­ler genau da wei­ter wo der Vor­gän­ger auf­ge­hört hat, das Song­ma­te­rial macht dabei aber einen kon­sis­ten­te­ren Ein­druck und hat offen­sicht­lich ein Quänt­chen mehr Fein­schliff erfah­ren. Natür­lich klingt sein char­man­ter Sound zwi­schen rum­pe­li­gem Gara­gen­ge­döns und ein­gän­gi­gem Fuzz­pop immer noch schön Lo-Fi. Unter der knar­zi­gen Ober­flä­che ver­ber­gen sich so einige hart­nä­ckige Ohr­wür­mer.



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