Cherry Cheeks - Motivator /​ No Ticket /​ Neighborhood WATCH!

Ich hab al­les ver­sucht, den Out­put die­ses Pro­jekts aus Or­lan­do, Flo­ri­da als ein wei­te­res mit­tel­mä­ßi­ges Syn­th­punk-Ar­te­fakt un­se­rer Zei­ten ab­zu­tun… na ja, bei der ers­ten EP zu­min­dest. Die zwei­te führ­te dann schon zu ei­nem ge­wis­sen Miss­trau­en ge­gen­über mei­nem ei­ge­nen Ur­teils­ver­mö­gen. Mit EP Num­mer drei kam dann end­lich die Er­leuch­tung dar­über, was für ei­nen ge­ball­ten Hau­fen Na­tur­dün­ger sich mein an­ge­schla­ge­ner Klum­pen aus grau­er Mas­se manch­mal zu­sam­men­denkt. Ich könn­te mal ein Anus­im­plan­tat für mei­nen Kopf ge­brau­chen. Evo­lu­ti­on, du bist so ei­ne Ent­täu­schung… Die­se zwölf Songs sind unter'm Strich nicht we­ni­ger als ein aus­ge­spro­chen spa­ßi­ger Syn­th­punk-Trip. Ei­ner von der eher po­pori­en­tier­ten Mach­art, der so­weit mit je­der neu­en EP et­was an Klas­se da­zu­ge­won­nen hat. Al­so an­bei­ßen, wenn du et­wa Zeug wie Trash­dog, Warm Exit, Dot.com, Set Top Box, Power Plant, T.L.B.M. oder Spy­ro­ids gut aus­ste­hen kannst.

Al­bum-Stream →

Moth - Machine Nation

Mo­th aus Mel­bourne hat­ten vor ge­rau­mer Zeit be­reits ein ganz or­dent­li­ches De­mo raus, aber ih­re ers­te EP ist da mal um ei­ni­ges bes­ser. Mal ganz un­ro­man­tisch aus­ge­drückt ist das recht ty­pi­sches Ga­ra­ge- und Syn­th­punk-Ge­döns wie man es in der Ge­gen­wart ge­wohnt ist… aber an­de­rer­seits auch durch­weg kom­pe­tent, mit reich­lich viel Punch und ei­nem leich­ten psy­che­de­li­schen Touch. An­sons­ten ge­hen sie weit­ge­hend nach eta­blier­tem Useless Ea­ters-, Pow!-, Ex-Cult-, oder Flat Worms-Re­zept vor. Da kann man ja auch nicht viel falsch ma­chen.

Al­bum-Stream →

Eugh - The Most Brilliant Man Alive

Wo wir ge­ra­de schon beim The­ma Kit­chen Peop­le und Wart­t­man Inc. sind: Hier ist gleich noch mal ei­ne kom­pak­te La­dung Syn­th­punk-Wahn­sinn von ei­nem So­lo­pro­jekt aus dem Kit­chen Peop­le-Um­feld, der ei­ne ge­wis­se Ähn­lich­keit zu Wart­t­man-Acts á la Set-Top Box und Re­se­arch Re­ac­tor Corp. auf­weist, au­ßer­dem ab und an noch ein paar ver­ein­zel­te Ein­spreng­sel von Di­gi­tal Lea­ther oder Trash­dog.

Al­bum-Stream →

Kitchen People - Planet Perth

Die neu­es­ten Re­kru­ten der aus­tra­li­schen Wart­t­man Gang sind Kit­chen Peop­le aus Perth. Die hat­ten be­reits die ei­ne oder an­de­re Ver­öf­fent­li­chung am Start, von de­nen aber - um hier mal ganz ehr­lich zu sein - kei­ne auch nur an­nä­hernd so gut Är­sche trat wie es ih­re neu­es­te EP be­werk­stel­ligt - ein an­ge­mes­sen schrä­ger Syn­th-/Ga­ra­ge­punk-Mu­te­ant. Die Jungs pas­sen wie Arsch auf Ei­mer in die ab­ge­fuck­te Wart­t­man-Nach­bar­schaft.

Al­bum-Stream →

Isotope Soap - An Artifact Of Insects

Iso­to­pe Soap a.k.a. das schwe­di­sche Punk-Ur­ge­stein Pe­ter Swe­denh­mar hat schon in der Ver­gan­gen­heit un­ter die­sem Mo­ni­ker aus­schließ­lich qua­li­täts­wa­re ab­ge­lie­fert - in Form von drei EPs, die im letz­ten Jahr ver­dien­ter Wei­se auch noch mal als Com­pi­la­ti­on von Emo­tio­nal Re­spon­se wie­der­ver­öf­fent­licht wur­den. Auch sein ers­ter Lang­spie­ler ent­täutscht nicht. Hier plün­dert er sich noch mal deut­lich frei­zü­gi­ger sei­nen Weg durch Jahr­zehn­te von ob­sku­rem Punk - das Re­sul­tat ist sein viel­sei­tigs­tes und ver­spiel­tes­tes Ma­te­ri­al bis­her, wo­bei un­ter an­de­rem auch mal Platz für ne­be­li­gen Space Punk, pu­ren Elek­tro­pop und ver­träum­te Kraut­scapes drin ist. Und na­tür­lich gibt es auch ei­ni­ges von sei­nem et­was we­ni­ger ver­spul­ten, ein­gän­gi­gen De­vo-meet-Aus­mu­te­ants Ga­ra­ge- und Syn­th­punk Style, wie er be­reits auf den EPs ei­ne gu­te Fi­gur ab­ge­ge­ben hat.

Al­bum-Stream →

Trashdog - Dipshitticus

Ein wun­der­vol­les, ge­stör­tes Cha­os ist das zwei­te Al­bum von Trash­dog aka An­drew Jack­son - dem ver­ant­wort­li­chen Spa­cken hin­ter dem La­bel Di­gi­tal Hot­dogs - ge­wor­den. Dass hier die Uh­ren nicht ganz nor­mal ti­cken war schon zu er­war­ten, aber von der Mas­se an feins­ter Qua­li­tät, die hier wild über den Bo­den ver­teilt zu ent­de­cken ist, bin ich doch stark über­rascht - be­son­ders nach­dem mich das ers­te Al­bum nicht so kom­plett über­zeu­gen moch­te. Zu ei­nem Drit­tel be­steht das aus be­kiff­ten bis hirn­ver­brann­ten Gags. Zu ei­nem wei­te­ren aus eben­so mit­rei­ßen­den wie schrä­gen Sounds, die ir­gend­wo zwi­schen Ga­ra­ge Punk, Power Pop, Syn­th- und Elek­tro­punk, ei­nem Sprit­zer Glam ihr aus­ge­spro­chen ein­falls­rei­ches Un­we­sen trei­ben. Beim letz­ten Drit­tel bin ich mir dann nicht so si­cher, in wel­che der bei­den Ka­te­go­rien es jetzt ge­hört. Al­les zu­sam­men er­gibt ei­ne viel­leicht et­was über­wäl­ti­gen­de, aber nichts des­to trotz sehr gei­le Ab­fahrt.

Al­bum-Stream →

Warm Exit - Demo

Warm Exit aus Brüs­sel lie­fern hier ei­ne ta­del­lo­se klei­ne Do­sis an Syn­th-ver­edel­tem Ga­ra­ge­punk, der ab­wech­seld mal an Bands wie Aus­mu­te­ants, Power­plant, Erik Ner­vous (& The Be­ta Blo­ckers) oder Dumb er­in­nert.

Dee Bee Rich - Demo

Nach ei­nem stark Syn­th-las­ti­gen Tape vor gar nicht so lan­ger Zeit gibt's auch schon 'nen klei­nen Nach­schlag von dem Ty­pen der schein­bar auch in so ziem­lich je­der an­de­ren Ber­li­ner Band sei­ne Fin­ger drin hat. Dies­mal stär­ker Gi­tar­ren­be­tont, was den Sound mehr so Rich­tung Ga­ra­ge ver­schiebt und ein biss­chen vom frü­hen Erik Ner­vous-Vi­be hat.

Spray Paint - Into The Country

Die stark No Wa­ve-in­spi­rier­ten Noi­sero­cker aus Aus­tin ha­ben die letz­ten Jah­re mit di­ver­sen Kol­la­bo­ra­tio­nen und dar­aus re­sul­tie­rend ei­nem Lang­spie­ler, ei­ner EP und zwei Sie­ben­zöl­lern sehr an­spre­chend kurz­wei­lig über­brückt. Jetzt gibt's seit län­ge­rem mal wie­der ein "re­gu­lä­res" Al­bum, wenn auch die Auf­nah­men be­reits aus dem Jahr 2016 stam­men. So klingt das Ma­te­ri­al auch eher nach ei­ner lo­gi­schen Fort­set­zung der in je­nem Jahr er­schie­ne­nen LP Feel The Clamps. Wie mit je­der ih­rer Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­su­chen sie kei­ne Neu­erfin­dung ih­res Sounds, son­dern er­wei­tern ihr Klang­spek­trum gra­du­ell und sorg­fäl­tig um ein paar neue Fa­cet­ten. Dies­mal fal­len vor al­lem die deut­lich ent­schlack­ten Ar­ran­ge­ments so­wie auch der groß­zü­gi­ge Ein­satz von Syn­ths und elek­tro­ni­schen Drums auf. Das Er­geb­nis läuft wie im­mer rund.

Al­bum-Stream →

Dot.Com - www.demo.com

Kei­ne Ah­nung wer, von wel­chen üb­li­chen Ver­däch­ti­gen, hier schon wie­der be­tei­ligt ist, aber die­ses De­mo fügt sich fast schon zu per­fekt in den Ka­ta­log von Wart­t­mann Inc. ein, muss ich bei ih­rem ka­put­ten Zeug aus Lo-Fi DIY Syn­th- und Ga­ra­ge Punk doch an die eben­falls dort ver­öf­fent­lich­ten Schand­ta­ten von Set-Top Box und Re­se­arch Re­ac­tor Corp. den­ken.