Freak Genes - III

Freak Genes - III

Ich dachte eigent­lich, dass ich das letzte Album Quack Quack des ultra­sym­pa­thi­schen Duos hier irgend­wann schon gepos­tet hätte. Aber nein, das muss ich sei­ner­zeit mal wie­der ver­peilt haben. Dann hol ich's halt anläss­lich ihrer neuen LP nach. Darf ich vor­stel­len: Freak Genes, ein bri­ti­sches Duo bestehend aus Andrew Ander­son, der auch bei den Hip­shakes und den famo­sen Proto Idiot mit­mischt und Char­lie Mur­phy, den man viel­leicht von den eben­falls sehr geschätz­ten Red Chords kennt. Was die zusam­men fabri­zie­ren klingt aber nach kei­ner die­ser Bands. Dafür setzt es eine hoch­gra­dig ver­schro­bene Mischung aus ver­schram­mel­tem Fuzz-/Ga­ra­ge­pop und ver­spul­tem Elek­tro-/Syn­th­punk. Seit der letz­ten Platte hat sich der Fokus klar zuguns­ten der elek­tri­schen Sounds ver­scho­ben. Da haben einer­seits sicher uralte bekannte wie Despe­rate Bicy­cles, Tele­vi­sion Per­so­na­li­ties oder die der­zeit schein­bar mal wie­der als sehr schick gel­ten­den Devo als Inspi­ra­tion gedient. Manch­mal drängt sich mir der Begriff Bub­ble­gum Sui­cide gera­dezu auf. Und aktu­ell könnte man da Par­al­le­len zu Won­der Bread, ISS, Buck Goo­ter oder Wha­te­ver Brains drin erken­nen.

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V.A. - American Idylls

V.A. - American Idylls

Das Sze­ne­boll­werk Sorry State Records aus Ral­eigh, North Caro­lina macht einen auf Flex Your Head und haut eine ambi­tio­nierte Com­pi­la­tion in Form einer Dop­pel-LP raus, die in sat­ten 49 Songs von 19 Bands als Moment­auf­nahme der ört­li­chen Punk­szene ver­stan­den wer­den will. Wenn auch ten­den­zi­ell das räu­dig old­schoo­lige Hard­core­ge­döns in mal mehr, mal weni­ger ori­gi­nel­ler Daseins­form domi­niert, kann man sich kaum über man­gelnde Viel­falt bekla­gen - Ame­ri­can Idylls klingt wie ein Rund­um­schlag von so ziem­lich vie­lem, was auch die­ses Blog antreibt, und das auf über­wie­gend sehr star­kem bis gran­dio­sem Niveau. Einige Bands, die hier schon mal vor­ge­kom­men sind und andere, die ich bes­ser mal im Auge behalte. Keine Zweit­ver­wer­tung, son­dern zu 100% exklu­si­ves Mate­rial wurde hier ver­bra­ten. Viel­leicht die essen­zi­elle Punk­com­pi­la­tion in die­sem Jahr.

Powerplant - People In The Sun

Powerplant - People In The Sun

Das Lon­do­ner Ein-Mann Synth- und Gara­ge­punk-Pro­jekt legt nach eini­gen bereits sehr köst­li­chen Sin­gles und EPs sei­nen ers­ten abend­fül­len­den Release vor. Ich muss sagen, damit toppt der Ver­ant­wort­li­che Theo Zhykha­ryev die bis­he­ri­gen Kurz­spie­ler noch um ein gutes Stück; die Platte besteht eigent­lich nur aus wasch­ech­ten High­lights. Aus­ge­präg­ter als bis­her ist außer­dem ein gewis­ser psy­che­de­li­scher Vibe, der mich an Pow! den­ken lässt. Außer­dem Pflicht­pro­gramm für alle, die etwa Digi­tal Lea­ther, Aus­mu­te­ants, Dele­ti­ons oder Leisure etwas abge­win­nen kön­nen.

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Clarko - Medeocre Man 7"

Clarko - Medeocre Man 7"

Ein neuer Kurz­spie­ler aus dem Hause Iron Lung Records mit ganz vor­züg­li­chem, devo­fi­zier­tem Syn­th­punk, den man aktu­ell auch irgendwo in der Nach­bar­schaft von Won­der Bread, Aus­mu­te­ants oder Dr. Rot ein­ord­nen kann.

Channel 83 - Internet ALERT '99

Channel 83 -  Internet ALERT '99

Yay! Drei neue Minu­ten gepflegte Schrot­t­äs­the­tik vom Syn­th­punk-Pro­jekt aus Orlando, Flo­rida. Wem die letzte EP schon etwas zu behäm­mert klang, der wird diese hier erst rich­tig has­sen. Die drei Songs sen­ken nach­weis­lich den IQ des Hörers. Das gute dabei: Einem geschä­dig­ten Denk­ver­mö­gen ist das scheiß­egal.

Public Interest - Between

Public Interest - Between

Der Post- und Syn­th­punk auf dem ers­ten Tape von Public Inte­rest aus Oak­land gibt sich ziem­lich varia­bel, lässt z.B. mal den kal­ten Syn­thwave raus­hän­gen, klingt ein ande­res mal nach einer elek­tri­fi­zier­ten Vari­ante von Diät und nach Useless Eaters im spa­ci­gen Abgroo­ve­mo­dus. Oder wie etwa Aus­mu­te­ants und Puff ver­mut­lich klin­gen wür­den, wenn beide Bands mal irgend etwas mal ernst näh­men.

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Heavy Larry - Pseudo Science

Heavy Larry - Pseudo Science

Erfreu­li­che Geräu­sche gibt's aus der Syn­th­punk-Ecke zu ver­mel­den. Mal wie­der aus Aus­tra­lien, war ja klar. Aber dies­mal klingt das so gar nicht nach dem hei­mi­schen Aus­mu­te­ants-Umfeld, son­dern eher nach der ver­schro­be­nen LoFi-Ästhe­tik von US-Bands á la Won­der Bread, Chan­nel 83 oder C57BL/​6. Ist gekauft.

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Digital Leather - FEEET

Digital Leather - FEEET

Eine ver­dammt not­wen­dige Com­pi­la­tion von Shawn Foree und sei­nem groß­ar­ti­gen Syn­th­punk-Pro­jekt Digi­tal Lea­ther ist seit kur­zem vom Düs­sel­dor­fer Label Sten­cil Trash Records zu bekom­men. Forees Musik sauge ich mir seit andert­halb Jahr­zehn­ten mit dem Stroh­halm rein und hab immer noch nicht genug davon. Da kommt es gele­gen, dass FEEET über­wie­gend die obsku­re­ren Ecken sei­ner umfang­rei­chen Dis­ko­gra­fie plün­dert. Die meis­ten die­ser Songs sind irgend­wann mal auf diver­sen Tapes erschie­nen und viele sind nun erst­mals Digi­tal und auf Vinyl zu bekom­men. Nur ein Teil davon war mir bis­lang geläu­fig und einige der­je­ni­gen, die ich schon kenne hätte ich gerne mal in digi­ta­ler oder phy­si­scher Form gehabt. Einen Track hier kennt nicht mal Dis­cogs.

Das ganze klingt kei­nes­wegs nach Krü­meln vom Tisch, son­dern ergibt in der Summe ein sehr star­kes und homo­ge­nes Album. Wer also einen guten Ein­stieg in die gleich­zei­tig so quir­lige wie auch zap­pen­dus­tere Welt von Digi­tal Lea­ther sucht wird hier fün­dig. Außer­dem Pflicht­pro­gramm für die­je­ni­gen, die zwar mit Forees Werk ver­traut sind, aber nicht schon seit 15 Jah­ren auf obsku­ren Labels erschie­nene Kas­set­ten aus den Staa­ten impor­tie­ren. Und auf wen kei­nes der bei­den Kri­te­rien zutrifft, der sollte hier hier den­noch zugrei­fen, weil das Teil ein­fach eine von Anfang bis Ende bril­li­ante Platte ist.

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R. Clown - The Big Break

R. Clown - The Big Break

Der ver­län­gerte Syn­th­punk-Arm von Ray­mond Schmidt (u.a. S.B.F., Race Car) hat seine zweite EP bei Digi­tal Regress drau­ßen und erweist sich - wie eigent­lich alles woran er sich betei­ligt - erneut als hoch­po­tente Spaß­ka­none.

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Garage Punk Sammelpost: QQQL /​ Dummy /​ Skull Cult

Garage Punk Sammelpost: QQQL / Dummy / Skull Cult
Garage Punk Sammelpost: QQQL / Dummy / Skull Cult
Garage Punk Sammelpost: QQQL / Dummy / Skull Cult

Hier mal drei Ver­öf­fent­li­chun­gen, die in der einen oder ande­ren Art ganz gut zusam­men pas­sen.
Erst­mal wäre da schon wie­der ein neuer Release um Con­nie Vol­taire of Neo Neos fame. QQQL heißt sein neu­es­tes Pro­jekt und anders als erwar­tet ist er dies­mal nicht alleine am Werk son­dern QQQL sind ein Trio, was unver­meid­lich für drei­fa­ches Chaos und von mei­ner Seite für poten­zier­tes Wohl­ge­fal­len sorgt.

Außer­dem ist auf Vol­taires Label Ano­t­her Label erst­mals eine Platte erschie­nen, an der er selbst nicht betei­ligt war. Dummy ist das Solo­pro­jekt eines gewis­sen Sean Alberts und des­sen erste EP gefällt mit Synth- und Garage Punk, der Ver­glei­che zu Mark Cone, Won­der Bread, Power­plant oder Skull Cult nahe­legt.

Und letzt­ge­nannte haben pas­sen­der Weise eben­falls eine neue EP im Ange­bot, die man im Ver­gleich zum frü­he­ren Out­put fast schon als kohä­rent bezeich­nen könnte und die oben­drein mit einer bril­li­an­ten, ganz schö­nen Wind erzeu­gen­den Tal­king Heads-Cover­ver­sion glänzt.

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