Tropical Nightmare – Tropical Nightmare

Tropical Nightmare - Tropical Nightmare

Irgend­wie ist es mir im letz­ten Jahr ent­gan­gen, dass die bri­tisch-bra­si­lia­ni­sche Band ihre zweite EP ver­öf­fent­licht hat. Die ent­puppt sich jeden­falls mal wie­der als ein schön kom­pro­miss­lo­ser Bro­cken aus Noise, Sludge, Post- und Hard­core.


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Dharma Dogs – Music For The Terminally Besotted

Dharma Dogs - Music For The Terminally Besotted

Eine gelun­gene Über­ra­schung, das Debüt­al­bum die­ser Band aus Madi­son, Wis­con­sin; damit konnte in der gegen­wär­ti­gen Musik­land­schaft wirk­lich nie­mand rech­nen. Ihr sta­che­li­ger Sound klingt wie eine wilde Anhäu­fung aus so ziem­lich allem, was sich im US-Punk der frü­hen bis mitt­le­ren 80er nicht an die damals schon weit­ge­hend in Stein gemei­ßel­ten Punk- und Hard­core-Kon­ven­tio­nen hal­ten wollte. Man kann jetzt natür­lich par­al­le­len zu den offen­sicht­lichs­ten Acts wie frühe Hüs­ker Dü, Mis­sion Of Burma, Sonic Youth oder Dino­saur Jr zie­hen, aber das trifft nicht so wirk­lich den Kern der Sache. Eher passt da schon der Hard­core-las­tige Vor­gän­ger letzt­ge­nann­ter Band, Deep Wound, nach denen sie gleich einen Song benannt haben. Über­haupt ist das Herz die­ser Platte in den eher halb-bekann­ten Bands der besag­ten Zeit­spanne zu suchen wie etwa Sac­cha­rine Trust, Live Skull, Angst, Das Damen oder ganz frühe Meat Pup­pets. Der halbe SST-Kata­log hat hier schein­bar Pate gestan­den. Das alles prä­sen­tiert sich in einem wun­der­bar unper­fek­ten Klang­tep­pich, der genau das rich­tige Maß an LoFi-Knarz mit­bringt. Auch wer sich nach der genia­len ers­ten Milk Music EP etwas ver­prellt von des­sen Nach­fol­gern fühlte und auch einen fie­sen, Streit suchen­den Zwil­lings­bru­der davon ver­tra­gen kann, wird hier dran sei­nen Spaß haben.



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Nasti – Big Achievements

Nasti - Big Achievements

Ein bren­nen­des Ener­gie­bün­del aus räu­di­gem Hard­core­punk, einem gewis­sen Post­core-Anteil und einem herz­haf­ten Noise-Nach­bren­ner ist der erste Lang­spie­ler von Nasti aus Seat­tle. Im Bol­ler­mo­dus, der hier domi­niert, tre­ten sie schon sehr beacht­lich Popo. Aber die eigent­li­chen Glanz­stü­cke des Albums sind in mei­nen Augen die im Tempo gedros­sel­ten Songs Stale und Atro­phy, bei denen sich die Band sti­lis­tisch etwas wei­ter aus dem Fens­ter lehnt.



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ViewMaster – Alternative Classics

ViewMaster - Alternative Classics

Wow Bob, wow. Auf ein­mal lag ganz unschein­bar der Link zu die­sem von vorne bis hin­ten gei­len Tape zwi­schen den Emails von „Band die glaubt nach einer viel bes­se­ren Band zu klin­gen“ und „Band die ver­sucht dem Indie-Trend der Stunde zu ent­spre­chen“. Es sind Ein­rei­chun­gen wie diese, für die es sich den­noch lohnt, sich der Masse an völ­lig fehl­ge­lei­te­ten Prom­o­an­fra­gen aus­zu­set­zen.

View­Mas­ter kom­men aus Van­cou­ver und alle Band­mit­glie­der spie­len oder spiel­ten bereits in diver­sen loka­len Kapel­len, von denen mir bis­her keine ein­zige bekannt war. Vor gut andert­halb Jah­ren erst gegrün­det, kann das Trio schon einen gänz­lich aus­ge­reif­ten Sound und tadel­lo­ses Song­ma­te­rial vor­wei­sen (wer selbst nach­voll­zie­hen will, wie krass und rapide sich ihre Musik ent­wi­ckelt hat, kann ja mal in ihr altes Demo rein­hö­ren…). Darin trifft vor­züg­lich drü­cken­der Sonic Youth-Noise auf eine Ver­schmel­zung von früh-90er Indie-/Al­ter­na­tive Rock und Shoegaze, wie man sie einst­mals von Swer­ve­d­ri­ver oder frü­hen Cathe­rine Wheel zu hören bekam. Hinzu kom­men noch deut­li­che Post­punk-Ein­flüsse und das alles stützt sich auf aus­nahms­los starke, fast schon kri­mi­nell grif­fige Songs. In der Gegen­wart kann man außer­dem eine ent­fernte Ver­wandt­schaft zu Bands wie etwa Die! Die! Die!, Piles, Fist City oder Never Young fest­stel­len.


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Humiliation – Laughing Wall 7″

Humiliation - Laughing Wall 7"

Eine derbe aber kei­nes­wegs stumpfe Lär­m­at­ta­cke lie­fern Humi­lia­tion aus Phoe­nix auf ihrem zwei­ten Kurz­spie­ler ab. Das bewegt sich irgendwo im Umfeld von Hard-/Post­core und Noise, erin­nert mich dabei ein wenig an den dre­cki­gen, druck­vol­len Post­core von Bad Bree­ding oder an aktu­elle Bol­ler­bands á la Sesso Vio­lento, Dauðy­flin oder Impulso.

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VLLY – Seedling 7″

VLLY - Seedling 7"

Shoegaze der sel­ten gewor­de­nen Sorte gibt es auf der Debüt-7″ von Seed­ling aus Seat­tle zu hören. Sol­chen, den man man auch im Wach­zu­stand genie­ßen kann gibt auf des A-Seite bestau­nen, mit ordent­li­chem Druck und einer Schippe vol­ler Noise . Die B-Seite hin­ge­gen kriecht lang­sam und ver­träumt vor­wärts, ohne dabei in schläf­ri­ger Belie­big­keit zu ver­sin­ken. Auch im Schleich­mo­dus hat ihr Sound nicht nur Tex­tur, son­dern auch Pro­fil.

Haunted Horses – Come

Haunted Horses - Come

Nach einer län­ge­ren Funk­stille hat das Duo aus Seat­tle mal wie­der eine neue EP am Start. Die trifft ganz schön mei­nen Nerv mit einer Mischung aus Noise Rock und expe­ri­men­tel­lem, düs­te­rem Post Punk, der sich musi­ka­lisch irgendwo im Umfeld von so Bands wie Exhaus­tion, Nar­row Lands, Spray Paint oder Hou­se­wi­ves bewegt; dazu wohnt dem gan­zen noch auch ein Hauch alter Minis­try inne.


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Housewives – FF061116

Housewives - FF061116

Die Lon­do­ner Band macht bereits seit ein paar Jah­ren von sich reden; mit ihrem neuen, zwei­ten Lang­spie­ler tref­fen sie aber zum ers­ten mal wirk­lich mei­nen Nerv. Zu hören gibt’s schön abs­trak­ten, schlep­pen­den bis abge­hack­ten Post­punk mit Aus­läu­fern in Rich­tung Noise, No Wave, Indus­trial und Ambi­ent. Das erin­nert manch­mal an das sper­rige Früh­werk von Sonic Youth oder an eine Vari­ante von Spray Paint, die mit vier plat­ten Rei­fen im Schne­cken­tempo über gro­bes Kopf­stein­pflas­ter klap­pert.



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Deafkids – Configuração do Lamento

Deafkids - Configuração do Lamento

Ziem­lich gei­les expe­ri­men­tel­les Noi­se­ge­döns gibt’s auf der aktu­el­len EP die­ser Band aus São Paulo zu ver­dauen, das irgendwo zwi­schen repe­ti­ti­vem mimi­mal-Rif­fing, Per­cus­sion-Exkur­sen und psy­che­de­li­schem Nebel ope­riert. Dar­ge­bo­ten wird das ganze in der Form von zwei kom­pak­ten Sui­ten. Der Krem­pel wird übri­gens im Okto­ber auf Neu­rot Record­ings wie­der­ver­öf­fent­licht.

Staer – Staer

Staer - Staer

Eine schon etwas ältere aber groß­ar­tige EP einer Band aus dem Nor­we­gi­schen Sta­van­ger. Um deren Musik zu beschrei­ben könnte man Begriffe wie Jazz­punk, Post­punk und expe­ri­men­tel­ler Noi­se­rock bemü­hen, den Kern der Sache trifft man damit aber nicht wirk­lich.