Smooth Brain - Demoted

Wow, das kam jetzt mal un­er­war­tet. Die­se Band aus Cleve­land, Ohio, die sich Mit­glie­der un­ter an­de­rem mit Cruels­ter, Know­so und Per­verts Again teilt, hat­te ih­re letz­te EP be­reits im Au­gust 2013 ver­öf­fent­licht, nur ei­ne Hand­voll Mo­na­te be­vor die­ses Blog hier sei­nen Lauf nahm. Hier ist al­so plötz­lich ih­re drit­te 7" bis­her und nimmt die Fä­den ziem­lich ge­nau da wie­der auf, wo sie vor über zehn Jah­ren lie­gen ge­blie­ben sind, ser­viert uns fünf neue Pa­ra­de­bei­spie­le von ul­tra-straigh­ten, ein­gän­gi­gen Ga­ra­ge Punk-Ex­plo­sio­nen die, von den zu­vor ge­nann­ten Bands, wohl am ehes­ten den schnör­kel­lo­sen Pun­k­at­ta­cken von Cruels­ter äh­nelt.

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Brandon Monkey Fingers - Brandon Monkey Fingers

Bran­don Mon­key Fin­gers aus St. John's, Ka­na­da füh­len sich heut­zu­ta­ge ir­gend­wie fehl am Platz an und ihr wisst ja, dass mich der­ar­ti­ger Scheiß ma­gisch an­zieht. Ihr De­üt­al­bum be­wegt sich in ei­nem Klang­spek­trum ir­gend­wo zwi­schen old­schoo­li­gem Fuzz Punk, '80er und '90er (Pro­to-) Grunge und In­die Rock, ge­würzt mit sub­ti­len An­klän­gen an den leicht slud­gi­gen Am­Rep-Style Noi­se Rock. Vom al­ten In­ven­tar könn­te man z.B. U-Men und frü­he Mudho­ney zu den spi­ri­tu­el­len Vor­läu­fern zäh­len oder das ro­he­re En­de des Se­ba­doh-Spek­trums. In jün­ge­rer Zeit wie­der­um wür­de ich et­wa Dog Date und Hell­co als mög­li­che Re­fe­ren­zen an­füh­ren, au­ßer­dem frü­he Pa­le An­gels oder viel­leicht auch ei­ne we­ni­ger eu­pho­ri­sche, me­lo­die­ver­lieb­te Va­ri­an­te von Ca­li­for­nia X. Darth Vader's Boner hat ei­nen Vi­be nicht ganz un­ähn­lich zu den Ga­ra­ge-/Noi­se Rock-Hy­bri­den von The Cow­boy und Flat Worms. H.M.P. klingt ein we­nig als wür­den jün­ge­re Noi­se Ro­cker wie Metz, John (timestwo), Greys oder Van­gas mit psy­che­de­li­schen Folk-Ein­flüs­sen á la Angst ver­quirlt. Nor­bit hin­ge­gen steu­ert mit so ei­ni­ger Di­no­saur Jr.- und Cloud Not­hings-mä­ßi­ger En­er­gie un­ter der Hau­be auf ei­nen me­lo­di­sches Fi­na­le á la '90er Weezer zu.

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Eye Ball - Kick You

Tol­ler klei­ner Le­cker­bis­sen, die­se De­büt­sin­gle ei­ner Band "from the nor­t­hern ame­ri­cas". Kick You klingt wie ei­ne Ver­schmel­zung der bes­ten Ten­den­zen von, sa­gen wir mal, Ra­dio­ac­ti­vi­ty, So­nic Ave­nues und Cheap Whine, ge­würzt mit ei­nem durch­aus to­le­ra­blen Pop Punk-Vi­be. Vio­lins lässt dann ei­nen sat­ten Hard­core-An­schub in ein selt­sa­mes ge­bräu aus frü­hen Pi­xies und Mudho­ney mün­den, ver­edelt mit leicht psych-las­ti­gen Ge­sangs­har­mo­nien.

D. Sablu - No True Silence

Der Ga­ra­gen­spe­zi D. Sab­lu aus New Or­leans hin­ter­ließ schon durch­weg po­si­ti­ve Ein­drü­cke mit ei­ner Rei­he von De­mos und Tapes in den Jah­ren 2020-2022. Auf sei­nem Lang­spiel­de­büt via Yes We Can­ni­bal kommt sei­ne Vi­si­on aber erst­mals so rich­tig fo­kus­siert rü­ber, spannt da­bei sti­lis­tisch ei­nen recht groß­zü­gi­gen Bo­gen et­wa vom leicht in Rich­tung Noi­se Rock/​Postcore ten­die­ren­den Ope­ner Bom­ber Stomp hin zu ul­tra-straigh­ten Ga­ra­ge Punk-Smas­hern wie Too Much Of The News oder dem Dead Boys-in­fi­zier­ten Stuck In A Rut. Ins­ge­samt hat das so ei­nen ge­wis­sen Kid Chro­me, Sau­na Youth- oder Teen­an­ger-Vi­be, macht aber ger­ne auch mal Ab­ste­cher in de­fi­ni­ti­ves Hard­core Punk-Ter­ri­to­ri­um et­wa in den De­to­na­tio­nen Scan­da­lous und World Peace. Was auch im­mer D. Sab­lu hier an­fasst wird zu Gold oder we­nigs­tens zu Kup­fer auf die­sem Al­bum. Nicht zu­letzt füh­le ich mich auch sehr po­si­tiv an die jüngs­te EP von Jean Mi­gnon er­in­nert.

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Bootlicker - 1000 Yd. Stare

Boot­li­cker aus Vic­to­ria, Bri­tish Co­lum­bia, Ka­na­da sind und blei­ben ei­ne Ur­ge­walt an der vor­ders­ten Front des halb­wegs kon­tem­po­rär aber glei­cher­ma­ßen aus­ge­spro­chen old­school klin­gen­den Hard­co­re­punks mit ei­ner aus­ge­präg­ten Ga­ra­gen­kan­te und ei­nem leich­ten Sprit­zer Oi!, reich­hal­tig an grif­fi­gen Hooks und durch­schla­gen­den Riffs. Nur die bes­ten Re­fe­ren­zen fal­len mir da­zu ein, mit­un­ter auch so fa­mo­se Bands wie die frü­hen Elec­tric Chair, Chain Whip, Il­li­te­ra­tes, Hood Rats, Cri­sis Man, Head­cheese und Im­plo­ders.

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Bermuda Squares - Outsider

Noch ein stol­zer Fang hat hier mal wie­der das hy­per­sen­si­ble Früh­warn­sys­tem des Ga­ra­ge Punk-Über­la­bels Feel It Re­cords aus Cin­cin­na­ti, Ohio aus­ge­löst. Die Band aus Min­nea­po­lis teilt sich un­ter an­de­rem Mit­glie­der mit Green/​Blue, Ci­tric Dum­mies und noch ei­nen gan­zen Hau­fen an­de­rer mehr oder we­ni­ger ein­schlä­gi­ger Bands und ver­sprüht auf ih­rer De­büt-LP ei­nen ul­tra­ein­gän­gi­gen '77er Vi­be, der naht­los die Wel­ten der frü­hen US- und UK-Sze­ne ver­eint, et­wa wie ei­ne Ver­schmel­zung von Di­ckies, Dead Boys und Ad­verts, aber auch jün­ge­re Bands bie­ten sich als Re­fe­ren­zen an wie et­wa Shop Talk, The Ce­le­bri­ties, Tom­my and the Com­mies, Sick Thoughts, Bad Sports und Tro­pi­ca­na.

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Silicone Values - Who Do You Hate? /​ Spirit Of The Age

Weiß ja nicht ob ihr's schon mit­be­kom­men habt, aber die­se chro­nisch unter'm Ra­dar agie­ren­de Band aus Bris­tol hat zu­letzt auf dem fran­zö­si­schen La­bel SDZ Re­cords ei­ne Com­pi­la­ti­on-LP ver­öf­fent­licht, die sechs der sie­ben bis­he­ri­gen Sin­gles der Band ver­eint und au­ßer­dem auch drei neue Tracks mit­bringt. Al­so der per­fek­te Ein­stieg für je­ne, die noch nicht un­heil­bar die­ser Band ver­fal­len sind! Aber wie auch im­mer, jetzt ist auch schon wie­der die neu­es­te in ih­rer phä­no­me­na­len Rei­he von di­gi­ta­len Sin­gles am Start und wie al­les was die Band bis­her an­ge­fasst hat, sind auch die­se zwei Songs jetzt schon In­stant-Klas­si­ker des end­los char­man­ten Me­kons-, De­spe­ra­te Bicy­cles- und Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-ge­tränk­ten old­school DIY Punk von un­ver­wech­sel­bar bri­ti­scher Prä­gung.

Teen Line - Collecting To Collect

Die­se schi­cke Kas­set­te auf Wea­ther Va­ne Re­cords von ei­ner Band, die un­ter an­de­rem Mit­glie­der mit Vin­ta­ge Crop ge­mein hat, zieht mich so­fort in ih­ren Bann mit ei­ner ab­so­lut zeit­lo­sen Spiel­art des ele­gan­ten, form­voll­ende­ten Power Pop, der sich ins­be­son­de­re durch weit über'm Durch­schnitt ope­rie­ren­des Song­wri­ting-Hand­werk ab­set­zen kann. Denkt da­bei mal an solch mehr oder we­ni­ger ak­tu­el­le Bands wie Bed Wet­tin' Bad Boys, Tom­my and the Com­mies, Bad Sports, The Wind-Ups, Da­ten­ight, Ex-Gold, Va­ca­ti­on, Mr. Teenage, Yups, Fro­zen Teens… pick your poi­son! Auch wenn das gan­ze et­was ein­sei­tig be­la­den ist mit den meis­ten Hits auf der A-Sei­te und ei­nem kla­ren Durch­hän­ger in der zwei­ten Hälf­te, schafft es das Al­bum den­noch mit dem raus­schmei­ßer Hold Mu­sic, sich zu ei­nem glor­rei­chen Fi­na­le auf­zu­schwin­gen wie ei­ne zwi­schen­drin ähn­lich rich­tungs­los da­hin düm­peln­de Twin Peaks Staf­fel 2. Gu­ter Trick!

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Hood Rats - Crime, Hysteria & Useless Information

End­lich ei­ne gan­zes Al­bum der Hood Rats aus Mont­re­al! Die trei­ben sich jetzt auch schon so ei­ni­ge Jah­re rum, aber so rich­tig in die Gän­ge ka­men die im Win­ter '22 - '23 mit ih­ren letz­ten bei­den EPs. Die neue LP setzt sich dann auch über­wie­gend aus schön wuch­ti­gen Neu­auf­nah­men von Songs be­sag­ter EPs und von ei­nem 2022er De­mo zu­sam­men, aber das soll nicht da­von ab­len­ken, was für ei­ne ex­qui­si­te Bom­be aus schnör­kel­los nach vor­ne ge­hen­dem US-Punk und Hard­core im Geis­te der frü­hen '80er das ge­wor­den ist, an­ge­rei­chert um sub­ti­le KBD-Vi­bes und et­was ge­gen­wär­ti­gen Ga­ra­ge Punk. Ganz klar die de­fi­ni­ti­ve In­kar­na­ti­on die­ses Feu­er­werks aus Kil­ler­tu­nes!

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Chaos OK - Demo /​/​ Valtatyhjiö - Kuristusleikki

Die Hard-/Post­co­re-In­sti­tu­ti­on Sor­ry Sta­te Re­cords aus Ral­eigh, North Ca­ro­li­na hat zwei neue Le­cker­bis­sen für uns auf La­ger. Zu­erst wä­re da mal die De­mo­kas­set­te von Cha­os OK aus At­lan­ta zu nen­nen. Der Na­me sug­ge­riert ja schon mal old­school bri­ti­schen Lärm und in der Tat hat das zu Be­ginn so ei­nen leicht UK82-mä­ßi­gen Vi­be, wel­cher dar­auf­hin aber recht schnell in ei­ne et­was ak­tu­el­ler wir­ken­de Form über­geht, nicht un­ähn­lich zu leicht Ga­ra­ge-in­fi­zier­ten Hard­core-Acts á la frü­he Elec­tric Chair oder Ka­lei­do­scope. Die letz­ten zwei Songs kom­men hin­ge­gen rü­ber wie ei­ne Mi­schung aus zeit­lo­sem Noi­se, Post Punk und Post­co­re, ir­gend­wo zwi­schen den Wel­ten et­wa von Crass, Flip­per und Dri­ve Li­ke Je­hu. Auf­re­gen­der Scheiß!

Ei­ne ähn­lich old­schoo­li­ge, wenn­gleich auch bei wei­tem pri­mi­ti­ve­re Na­tur­ge­walt ist die neu­es­te 7" der Fin­nen Val­ta­ty­h­jiö, die hier vor al­lem mit­tels schie­rer Kraft­ein­wir­kung über­zeu­gen und di­ver­se Ei­gen­schaf­ten von über­wie­gend eu­ro­päi­schem '80er Hard­core mit - und da­mit schließt sich der Kreis be­züg­lich bri­ti­scher Ein­flüs­se - klar NWOBHM-in­spi­rier­ten (Speed-)Metal-Versatzstücken an­rei­chern.

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