DDR - The Morning Grey

Ei­ne ziem­lich un­er­war­te­te und aus­ge­zeich­ne­te Mu­sik­ein­rei­chung kam hier rein von ei­ner Band aus Za­greb, Kroa­ti­en. DDR spie­len ei­ne Ab­art des me­lan­cho­li­schen old­school Post Punk mit ei­nem Fit­zel­chen Go­th im Mix, was mich in ver­schie­de­nen Au­gen­bli­cken mal an ge­gen­wär­ti­ge Bands wie Day­light Rob­be­ry, The Est­ran­ged, Pri­mi­ti­ve Teeth, Anxious Li­ving, Cri­mi­nal Code oder Xe­tas er­in­nert, wäh­rend sich aus dem Alt­be­stand auch klar ein biss­chen Wi­pers-mä­ßi­ge Gi­tar­ren­ar­beit fest­stel­len lässt und viel­leicht et­was spä­te­re Na­ked Ray­gun? In der zwei­ten Halb­zeit wird man zu­neh­mend me­lo­di­scher, was der Sa­che ei­nen ge­wis­sen me­lan­cho­li­schen Vi­be á la Lea­ther­face, HDQ oder Go­vernment Is­sue der Mitt- bis Spät­acht­zi­ger hin­zu­fügt.

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The Wind-Ups - Try Not To Think

Kein Wun­der, dass der Scheiß sich so ver­traut an­fühlt. Bei The Wind Ups han­delt es um ein neu­es So­lo­pro­jekt von Ja­ke Spre­cher, der Freun­den von Krach und Me­lo­die un­ter an­de­rem als Teil von Ter­ry Mal­ts und Smo­ke­s­creens be­kannt sein dürf­te. Deut­lich lau­ter und ro­her als sei­ne an­de­ren Bands in jün­ge­rer Zeit ge­klun­gen ha­ben (je­doch noch ein gu­tes Stück ent­fernt vom Tem­po und Fuzz-Fak­tor der frü­hen Ter­ry Mal­ts) klingt das häu­fig nach ei­ner Fu­si­on zwi­schen eben je­nen Ter­ry Mal­ts und so leicht in Rich­tung Post Punk schie­len­den Ga­ra­gen­bands á la Ty­vek und Par­quet Courts. An­de­re Songs ha­ben ein biss­chen was von The Spits, Ri­cky Hell oder ir­gend­was aus dem Reatard(s)-Dunstkreis. Wenn er aber hin­ge­gen vol­le Pul­le ei­nen auf Power­pop macht, ver­sprüht das zwei­fel­los ei­nen ge­wis­sen Bri­tish In­va­si­on Vi­be.

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Full Toilet - Why

Als Ge­gen­ge­wicht zum letz­ten Bei­trag ist hier mal ein mu­sik­ge­wor­de­ner Shit­post von ei­nem Ty­pen aus Se­at­tle, der zu­fäl­lig auch in der ei­nen oder an­de­ren lo­ka­len Sze­ne-Le­gen­de sei­ne Fin­ger mit drin hat­te. Ei­ne Rock­oper in vier­zehn Ak­ten, die auf ein hand­li­ches 7"-Format ein­ge­schrumpft wur­de und sich et­was an­fühlt wie ei­ne Ver­schmel­zung aus 80er No­me­ans­no, frü­hen Mi­nu­te­men und Sac­cha­ri­ne Trust… aber ver­mut­lich hab ich jetzt schon zu viel drü­ber nach­ge­dacht.

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Needles/​/​Pins - Needles/​/​Pins

Nicht viel ver­än­dert sich je­mals in der Mu­sik von Needles/​/​Pins aus Van­cou­ver und in so Scheiß­jah­ren wie den letz­ten an­dert­halb kann die­se Ver­traut­heit über­aus be­ru­hi­gend wir­ken. Sie spie­len im­mer noch die­se ge­wis­se Art von Punk Rock… ihr wisst schon. Die voll­kom­men un­sub­ti­le und ganz un­cool auf­rich­ti­ge, die emo­tio­na­le, me­lo­di­sche, eu­pho­ri­sche, Folk- und Ame­ri­ca­na-ge­tränk­te Mach­art, die im­mer zu pein­li­chem Mit­ge­sin­ge und emo­tio­na­lem Aus­druck im Pu­bli­kum führt. Ein­fach ab­ar­tig. Ich ver­mis­se es ge­ra­de so sehr…

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The Smog - First Time, Last Chance

Nur um das mal klar­zu­stel­len: Wenn ihr mich über­zeu­gen wollt, dass ich um­ge­rech­net ~4,60€ da­für be­zah­le um gan­ze zwei Songs run­ter­zu­la­den, dann soll­ten die­se zwei Songs bes­ser mal ver­dammt bril­li­an­te, über je­den Zwei­fel er­ha­ben­de Ka­no­nen sein. Aber ver­dammt bril­li­an­te, über je­den zwei­fel er­ha­be­ne Ka­no­nen… ja das sind die­se Songs ei­ner Band aus To­kyo frag­los. Die Kas­se darf al­so mal klin­geln.

Nasty Party - Celebration

Die­ses Duo aus Syd­ney und Lon­don trifft be­reits auf An­hieb al­le Nä­gel auf den Kopf mit so ehr­li­chen wie ein­dring­li­chen Ly­rics und ei­nem Sound nicht ganz un­ähn­lich zu jün­ge­ren bri­ti­schen DIY-Er­schei­nun­gen wie Si­li­co­ne Va­lues und Sub­ur­ban Ho­mes, wo­bei Nas­ty Par­ty ih­re deut­li­chen Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-Vi­bes aber mit ei­ner gu­ten La­dung Buz­zcocks-Dri­ve aus­ba­lan­cie­ren. Au­ßer­dem kom­men mir da­bei noch Pro­to Idi­ot und Freak Ge­nes in den Sinn.

Slayer Jr - Slayer Jr

Mal wie­der ein viel zu kur­zes Tape mit gu­tem, be­scheu­er­tem old­school Punk-Ge­pol­ter und deut­li­cher KBD-Schlag­sei­te, auf's Band ge­keucht von zwei Mit­strei­tern der Spa­cken Laun­cher aus L.A.. So ein An­ge­bot kann ich na­tür­lich kei­nes­falls ab­leh­nen.

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Cosme - Demo

Na das ist mal ein Le­cker­bis­sen! Ei­ne Band aus Ciu­dad Ló­pez Ma­te­os, Me­xi­ko lie­fert hier ei­ne Con­tai­ner­la­dung pu­rer Glück­se­lig­keit ab, die sich in drei un­mit­tel­bar vor­wärts ge­hen­den Song­ka­no­nen ma­ni­fes­tiert. Die Syn­th-Gla­sur oben­drauf per­fek­tio­niert ei­nen drin­gend be­nö­tig­ten Zu­cker­flash, der so­fort ins Blut über­geht.

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Civic - Future Forecast

Der ers­te Lang­spie­ler der Ka­pel­le aus Mel­bourne setzt naht­los fort, was schon die frü­he­ren EPs so lie­bens­wert mach­te. Si­cher, ih­rem old­schoo­li­gen Ga­ra­ge Punk mit deut­li­chem Ra­dio Bird­man-Ein­schlag ist in­zwi­schen ein ganz schön lan­ger Bart ge­wach­sen. Aber was für ein char­man­ter, ja gött­li­cher Bart das ist! Es ist ih­nen zu­gu­te zu hal­ten, dass sie auch et­was Ab­wechs­lung ver­su­chen, hier und da mal ei­nen kla­ren Wi­pers-Ein­fluss durch­schei­nen las­sen, mit düs­te­rem Post Punk rum­spie­len oder sich an Am­Rep-mä­ßi­gem Sludge- und Noi­se Rock ver­su­chen. Aber ma­chen wir uns hier nichts vor; am bes­ten sind sie im­mer noch dar­in, strai­gh­te aber aus­ge­feil­te Ro­cker am flie­ßen­den Band raus­zu­hau­en wie ei­ne gut ge­öl­te Ma­schi­ne.

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Youth Regiment - Youth Regiment

Ein wei­te­rer Imo­tent Fe­tus Re­lease, ein wei­te­rer kur­zer aber herz­haf­ter Knal­ler aus old­schoo­li­gem Hard­core­zeug, das sein ei­ge­nes Gen­re auf durch­aus char­man­te Art und Wei­se von un­ge­wöhn­li­chen Win­keln at­ta­ckiert.

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