Deltoids – Demo

Deltoids - Demo

Die erste Ton­kon­serve die­ser Ber­li­ner Band stellt sich als ein vor­züg­lich flup­pen­des Ener­gie­bün­del aus räu­di­gem Punk, Garage und einem Sprit­zer Hard­core her­aus. Klingt jetzt sicher nicht so span­nend, aber der Teu­fel liegt bei sowas ja bekann­ter­ma­ßen im Detail und in die­sen vier Songs kommt ein­fach alles sowas von auf den Punkt. Es scha­det dabei sicher nicht, dass auch die Dar­bie­tung ganz hoch­qua­li­fi­ziert Popo zu tre­ten weiß.


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Tarantüla – Weird Tales of Radiation and Hate

Tarantüla - Weird Tales of Radiation and Hate

Eine wei­tere aus­ge­zeich­nete EP von der Band aus Chi­cago. Die auf dem Vor­gän­ger noch deut­lich wahr­nehm­ba­ren, der Vor­gän­ger­band Cülo geschul­de­ten Hard­core-Wur­zeln tre­ten dar­auf wei­ter in den Hin­ter­grund, dafür ent­fal­tet sich der neue Sound aus Garage- und Post­punk, mitt-80er Post­core (Naked Ray­gun las­sen grü­ßen…) und ein wenig Noise in vol­ler Pracht. Ihr kom­pak­tes­tes und zugäng­lichs­tes Stück Lärm bis­her.


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Proto Idiot – Leisure Opportunity

Proto Idiot - Leisure Opportunity

Einige der jün­ge­ren Relea­ses auf Slo­venly Record­ings waren nicht so wirk­lich meine Tasse Tee in ihrer für mei­nen Geschmack doch etwas zu kon­ser­va­ti­ven Rück­be­sin­nung auf aus­ge­latschte 08/​15 Garage-For­meln; in mei­nen Augen war da mehr Masse als Klasse am Start. Die neu­este Ver­öf­fent­li­chung ent­puppt sich jedoch mal wie­der als eine ein­zige Rock’n’Roll-Glückspille.

Proto Idiot aus Man­ches­ter exis­tie­ren wohl schon ’ne Weile und haben bereits eine ganze Reihe von EPs und zwei Com­pi­la­ti­ons ver­öf­fent­licht, mir begeg­nen sie hier aber zum ers­ten mal mit ihrem (besagte Com­pi­la­ti­ons nicht mit­ge­zählt) Lang­spiel­de­büt. Das ent­zückt mit einem Sound aus ganz viel Garage- und einem klei­nen biss­chen Post­punk. Das hat durch­aus was von frü­hen Par­quet Courts und Eddy Cur­rent Sup­pres­sion Ring, es kommt aber auch immer wie­der der Vibe der Buz­z­cocks und gene­rell der bri­ti­schen 77er Schule auf. Ange­nehm dum­mer aber auch aus­ge­zeich­net rocken­der Spaß. Der Ope­ner kün­digt unmiss­ver­ständ­lich an, was fol­gen wird: I’m stu­pid. You’re stu­pid. Let’s do it!



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Ascot Stabber – Bad Spell

Ascot Stabber - Bad Spell

Diese Band aus dem eh schon für jede Menge Qua­li­täts­lärm bekann­ten Bris­bane trifft mit ihrer ers­ten EP schon mal ziem­lich ins Schwarze. Strai­gh­tes aber aus­ge­feil­tes Punk­zeug mit beacht­li­chem Garage- und Fuzz-Fak­tor, deut­li­chen Anzei­chen von Hard- und Post­core. Als grobe Ori­en­tie­rungs­hilfe hätte ich zum Bei­spiel frühe Video, Flowers Of Evil, Bad Bree­ding, Hot Snakes oder Davi­di­ans anzu­bie­ten.


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La Vase – La Vase

La Vase - La Vase

Ein­fach gestrick­ten aber ebenso mit­rei­ßend dar­ge­bo­te­nen Punk­rock mit garagigen/​postpunkigen Zwi­schen­tö­nen setzt es auf dem Debüt­al­bum der Leip­zi­ger Band. Stel­len­weise könnte man das als eine etwas erdi­gere Ver­sion von Short Days beschrei­ben, außer­dem meine ich leichte Spu­ren von z.B. Daily Ritual oder Cri­mi­nal Code zu erken­nen. Kann was.



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Lumpy & The Dumpers – Those Pickled Fuckers

Lumpy & The Dumpers - Those Pickled Fuckers

Äh… Wei­ter­ent­wick­lung? In einem Atem­zug mit die­ser Band? Jeden­falls haben Lumpy & The Dum­pers aus Saint Louis mal wie­der ein neues Häuf­chen Dung fal­len las­sen. Nach wie vor ist das im Umfeld von Noise, Punk und Garage zu ver­or­ten, aber was sie auf ihrer neu­es­ten EP fabri­zie­ren könnte man teil­weise schon als semi-kom­pe­tent bezeich­nen. Neu dazu kommt außer­dem ein zag­haf­ter Ein­satz elek­tro­ni­scher Lär­mer­zeu­gung und in Someone’s in the House hat sich über­ra­schend ein No-Wavi­ges Saxo­fon ver­irrt. Aber zu kei­nem Zeit­punkt droht das ganze auch nur annä­hernd nor­mal zu klin­gen. L&TD bewah­ren ihren rohen, abge­fuck­ten Charme.



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Big Heet – On A Wire

Big Heet - On A Wire

Der die­ses Jahr aus der Taufe geho­bene Tape Club des New Yor­ker Labels Explo­ding In Sound hat mich vor kur­zem ja schon mit dem groß­ar­ti­gen Tape von Mil­ked sehr beein­druckt. Auch die neu­este Kas­set­ten­ver­öf­fent­li­chung der Bude weiß mir durch­aus zu gefal­len. Die kommt von von Big Heet aus Tal­la­has­see, Flo­rida und zu hören gibt’s recht ver­schwur­bel­ten und viel­sei­ti­gen Post­core, der neben vie­len ande­ren Ein­flüs­sen öfter mal an so Bands wie Unwound, Jaw­box oder Drive Like Jehu erin­nert. Den Song­struk­tu­ren würde hier und da noch etwas Fein­schliff und Ent­wir­rung gut tun, aber es gibt auch hau­fen­weise posi­tive Über­ra­schun­gen. Etwa wenn der Ope­ner On A Wire mit sehr mar­kan­ten Mis­sion Of Burma-Har­mo­nien auf­war­tet. Wenn in Mir­ror aus an 80er Sonic Youth erin­nern­den Dis­so­nan­zen plötz­lich ein kur­zes Gitar­ren­solo auf­poppt, das man so eher auf einem frü­hen Tele­vi­sion-Demo erwar­tet hätte. Oder wenn sie, wie in Incom­plete, in einen abso­lut tadel­lo­sen, melo­di­schen Punk­klop­per aus­bre­chen, der bei aktu­el­len Genre-Grö­ßen wie Red Dons oder Radioac­tivity nicht fehl am Platz wäre. Die wei­tere Ent­wick­lung der Band wird sicher span­nend.



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Dharma Dogs – Music For The Terminally Besotted

Dharma Dogs - Music For The Terminally Besotted

Eine gelun­gene Über­ra­schung, das Debüt­al­bum die­ser Band aus Madi­son, Wis­con­sin; damit konnte in der gegen­wär­ti­gen Musik­land­schaft wirk­lich nie­mand rech­nen. Ihr sta­che­li­ger Sound klingt wie eine wilde Anhäu­fung aus so ziem­lich allem, was sich im US-Punk der frü­hen bis mitt­le­ren 80er nicht an die damals schon weit­ge­hend in Stein gemei­ßel­ten Punk- und Hard­core-Kon­ven­tio­nen hal­ten wollte. Man kann jetzt natür­lich par­al­le­len zu den offen­sicht­lichs­ten Acts wie frühe Hüs­ker Dü, Mis­sion Of Burma, Sonic Youth oder Dino­saur Jr zie­hen, aber das trifft nicht so wirk­lich den Kern der Sache. Eher passt da schon der Hard­core-las­tige Vor­gän­ger letzt­ge­nann­ter Band, Deep Wound, nach denen sie gleich einen Song benannt haben. Über­haupt ist das Herz die­ser Platte in den eher halb-bekann­ten Bands der besag­ten Zeit­spanne zu suchen wie etwa Sac­cha­rine Trust, Live Skull, Angst, Das Damen oder ganz frühe Meat Pup­pets. Der halbe SST-Kata­log hat hier schein­bar Pate gestan­den. Das alles prä­sen­tiert sich in einem wun­der­bar unper­fek­ten Klang­tep­pich, der genau das rich­tige Maß an LoFi-Knarz mit­bringt. Auch wer sich nach der genia­len ers­ten Milk Music EP etwas ver­prellt von des­sen Nach­fol­gern fühlte und auch einen fie­sen, Streit suchen­den Zwil­lings­bru­der davon ver­tra­gen kann, wird hier dran sei­nen Spaß haben.



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Chain & The Gang – Experimental Music

Chain & The Gang - Experimental Music

2017 war ein bemer­kens­wert geschäf­ti­ges Jahr für die­sen Mann, der mit Leich­tig­keit die Rol­len des Rock’n’Roll-Poeten, Akti­vis­ten, Phi­lo­so­phen, Per­for­mance-Künst­lers und Essay­is­ten (Wink/​mit dem/​Zaun­pfahl) in einer Per­son ver­eint. Ian Sveno­nios, bekannt auch aus alten Bands und Pro­jek­ten wie The Nation Of Ulys­ses, The Make-Up, XYZ und Weird War, hat die­ses Jahr bereits eine Art Best Of-Album mit sei­ner der­zei­ti­gen Band Chain & The Gang ver­öf­fent­licht, das aus­schließ­lich Neu­auf­nah­men der alten Songs ent­hielt. Im Novem­ber kann man sich außer­den auf das erste Album sei­nes Solo­pro­jekts Escape-ism freuen. In der Zwi­schen­zeit haben Chain & The Gang noch kur­zer­hand ihr fünf­tes Album raus­ge­hauen. Schnell und dre­ckig mit Vier­spur-Tech­nik auf­ge­nom­men, erstrahlt das ganze nach den etwas clea­ne­ren letz­ten Alben jetzt wie­der im bes­ten Vin­tage-Sound, der ihnen eh bes­ser steht. Und die zehn Songs, die sich über­wie­gend wie gewohnt ums Über­le­ben im schei­tern­den Kapi­ta­lis­mus dre­hen, gehö­ren mit zum bes­ten, was die Band bis­lang ver­bro­chen hat.



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Jackson Reid Briggs & The Heaters – Spit On It And Give It A Name

Jackson Reid Briggs & The Heaters - Spit On It And Give It A Name

Das hier ist bereits das zweite Album, das die Band aus Mel­bourne in die­sem Jahr ver­öf­fent­licht hat. Und so lang­sam müs­sen das drin­gend mal mehr Leute mit­be­kom­men, denn wie schon der Vor­gän­ger ist das Album ein defi­ni­ti­ves High­light des Jah­res. Unglaub­lich Ärsche tre­ten­der Punk­rock ist das nach wie vor, mit varia­blem Gara­gen­fak­tor. Aber wäh­rend das erste Album When Are You Going To Give Up On Me So I Can Give Up On Mys­elf noch eine ein­zige kom­pro­miss­lose Atta­cke war, ist der neue Lang­spie­ler abwechs­lungs­rei­cher und melo­di­scher aus­ge­fal­len. Eine sub­tile Noise-Kante hat das stel­len­weise und auch die folk­i­gen Ein­flüsse der letz­ten EP schei­nen ver­ein­zelt wie­der durch. Ent­spre­chend fällt mir auch kein tref­fen­der Ver­gleich zu einer bestimm­ten Band ein, aber in unter­schied­li­chen Momen­ten kann man sich mal an X (sowohl die Amis als auch die Aus­tra­lier), Sci­en­tists oder Naked Ray­gun erin­nert füh­len.



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