Dharma Dogs – Music For The Terminally Besotted

Dharma Dogs - Music For The Terminally Besotted

Eine gelun­gene Über­ra­schung, das Debüt­al­bum die­ser Band aus Madi­son, Wis­con­sin; damit konnte in der gegen­wär­ti­gen Musik­land­schaft wirk­lich nie­mand rech­nen. Ihr sta­che­li­ger Sound klingt wie eine wilde Anhäu­fung aus so ziem­lich allem, was sich im US-Punk der frü­hen bis mitt­le­ren 80er nicht an die damals schon weit­ge­hend in Stein gemei­ßel­ten Punk- und Hard­core-Kon­ven­tio­nen hal­ten wollte. Man kann jetzt natür­lich par­al­le­len zu den offen­sicht­lichs­ten Acts wie frühe Hüs­ker Dü, Mis­sion Of Burma, Sonic Youth oder Dino­saur Jr zie­hen, aber das trifft nicht so wirk­lich den Kern der Sache. Eher passt da schon der Hard­core-las­tige Vor­gän­ger letzt­ge­nann­ter Band, Deep Wound, nach denen sie gleich einen Song benannt haben. Über­haupt ist das Herz die­ser Platte in den eher halb-bekann­ten Bands der besag­ten Zeit­spanne zu suchen wie etwa Sac­cha­rine Trust, Live Skull, Angst, Das Damen oder ganz frühe Meat Pup­pets. Der halbe SST-Kata­log hat hier schein­bar Pate gestan­den. Das alles prä­sen­tiert sich in einem wun­der­bar unper­fek­ten Klang­tep­pich, der genau das rich­tige Maß an LoFi-Knarz mit­bringt. Auch wer sich nach der genia­len ers­ten Milk Music EP etwas ver­prellt von des­sen Nach­fol­gern fühlte und auch einen fie­sen, Streit suchen­den Zwil­lings­bru­der davon ver­tra­gen kann, wird hier dran sei­nen Spaß haben.



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Chain & The Gang – Experimental Music

Chain & The Gang - Experimental Music

2017 war ein bemer­kens­wert geschäf­ti­ges Jahr für die­sen Mann, der mit Leich­tig­keit die Rol­len des Rock’n’Roll-Poeten, Akti­vis­ten, Phi­lo­so­phen, Per­for­mance-Künst­lers und Essay­is­ten (Wink/​mit dem/​Zaun­pfahl) in einer Per­son ver­eint. Ian Sveno­nios, bekannt auch aus alten Bands und Pro­jek­ten wie The Nation Of Ulys­ses, The Make-Up, XYZ und Weird War, hat die­ses Jahr bereits eine Art Best Of-Album mit sei­ner der­zei­ti­gen Band Chain & The Gang ver­öf­fent­licht, das aus­schließ­lich Neu­auf­nah­men der alten Songs ent­hielt. Im Novem­ber kann man sich außer­den auf das erste Album sei­nes Solo­pro­jekts Escape-ism freuen. In der Zwi­schen­zeit haben Chain & The Gang noch kur­zer­hand ihr fünf­tes Album raus­ge­hauen. Schnell und dre­ckig mit Vier­spur-Tech­nik auf­ge­nom­men, erstrahlt das ganze nach den etwas clea­ne­ren letz­ten Alben jetzt wie­der im bes­ten Vin­tage-Sound, der ihnen eh bes­ser steht. Und die zehn Songs, die sich über­wie­gend wie gewohnt ums Über­le­ben im schei­tern­den Kapi­ta­lis­mus dre­hen, gehö­ren mit zum bes­ten, was die Band bis­lang ver­bro­chen hat.



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Jackson Reid Briggs & The Heaters – Spit On It And Give It A Name

Jackson Reid Briggs & The Heaters - Spit On It And Give It A Name

Das hier ist bereits das zweite Album, das die Band aus Mel­bourne in die­sem Jahr ver­öf­fent­licht hat. Und so lang­sam müs­sen das drin­gend mal mehr Leute mit­be­kom­men, denn wie schon der Vor­gän­ger ist das Album ein defi­ni­ti­ves High­light des Jah­res. Unglaub­lich Ärsche tre­ten­der Punk­rock ist das nach wie vor, mit varia­blem Gara­gen­fak­tor. Aber wäh­rend das erste Album When Are You Going To Give Up On Me So I Can Give Up On Mys­elf noch eine ein­zige kom­pro­miss­lose Atta­cke war, ist der neue Lang­spie­ler abwechs­lungs­rei­cher und melo­di­scher aus­ge­fal­len. Eine sub­tile Noise-Kante hat das stel­len­weise und auch die folk­i­gen Ein­flüsse der letz­ten EP schei­nen ver­ein­zelt wie­der durch. Ent­spre­chend fällt mir auch kein tref­fen­der Ver­gleich zu einer bestimm­ten Band ein, aber in unter­schied­li­chen Momen­ten kann man sich mal an X (sowohl die Amis als auch die Aus­tra­lier), Sci­en­tists oder Naked Ray­gun erin­nert füh­len.



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Splutter – Songs From The Cultural Gulag

Splutter - Songs From The Cultural Gulag

Das Demo der Band aus Man­ches­ter hat ja schon sehr ordent­lich in die Scheiße gehauen, auf der neuen digi­ta­len Sin­gle hat ihr Sound aus Fuzz und Garage aber noch eini­ges an Kon­tur und Druck gewon­nen. So ähn­lich würde ich mir eine tech­nisch etwas ver­sier­tere Vari­ante von Lumpy and the Dum­pers vor­stel­len.

Impotentie – Demonstratieve Opnamens

Impotentie - Demonstratieve Opnamens

Schön dre­ckig daher rum­peln­den Fuzz­punk gibt es auf dem Demo von Impo­ten­tie zu begut­ach­ten. Dabei darf man sich nich von den auf Nie­der­län­disch gesun­ge­nen Lyrics an der Nase her­um­füh­ren las­sen: Die Band kommt in Wirk­lich­keit aus Mont­real.


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Dirty & His Fists – Dirty & His Fists 7″

Dirty & His Fists - Dirty & His Fists 7"

Nach dem sehr guten Demo lie­fert die Band aus Los Ange­les jetzt eine ebenso aus­ge­zeich­nete 7″ nach. Strai­gh­ter Gara­ge­punk mit ganz schö­nem Vor­wärts­schub und ver­ein­zelt sub­ti­len Anklän­gen an die Dead Boys, an dem es ein­fach über­haupt nichts zu meckern gibt.

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Dark/​Light – Kill Some Time

Dark/Light - Kill Some Time

Neues aus dem Hause Dirt Cult Records. Der Punk­rock auf dem Debüt­al­bum von Dark/​Light aus Port­land weiß mir mit sei­nem offen­sicht­lich Wipers-beein­fluss­ten Sound sofort zu gefal­len; in Cold Wea­ther Music kommt außer­dem noch ein gewis­ser Gun Club-Vibe auf. Dar­über hin­aus soll­ten auch Freunde von Bands wie Hys­te­rese, Day­light Rob­bery oder Ner­vo­sas unbe­dingt mal ein Ohr ris­kie­ren.



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Terry Malts & Kids On A Crime Spree – Our Love

Terry Malts & Kids On A Crime Spree - Our Love

Zwei Grö­ßen des zeit­ge­nös­si­schen Noise-, Fuzz- und Power­pops ver­sam­meln sich auf die­ser schi­cken 10″ Split-EP aus dem Hause Emo­tio­nal Response. Kids On A Crime Spree tra­gen dazu zwei psy­che­de­li­sche Pop­num­mern bei, die knie­tief im Reverb der Phil Spec­tor-Grö­ßen­ord­nung getränkt sind. Terry Malts machen das, was sie am bes­ten kön­nen und prä­sen­tie­ren zwei unwi­der­steh­li­che Ohr­wür­mer, die wie­der deut­lich mehr Beiß­kraft zei­gen als das etwas Hand­zahme letzte Album.


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Ufosekte – Demo

Ufosekte - Demo

Sehr gei­les Punk­zeugs aus Frank­furt, dem man einen gewis­sen Wipers-Vibe nicht abspre­chen kann. Außer­dem erin­nert mich das unter ande­rem an Bands wie Radioac­tivity, Short Days, Rats Rest oder The Est­ran­ged. Nur die bes­ten Refe­ren­zen also. Ich will mehr davon!

Xertz – Demo

Xertz - Demo

Das Demo von Xertz aus Win­ni­peg punk­tet mit melo­disch-melan­cho­li­schem (Post-)Punk und Anklän­gen an Wipers, Naked Ray­gun, Hüs­ker Dü in der Zen Arcade-Phase und diver­ses Zeug aus dem frü­hen DC-Post­core der mitt­le­ren bis spä­ten Acht­zi­ger. Unbe­dingt im Auge behal­ten, diese Band.