Class - But Who's Reading Me?

Class aus Tuc­son, Ari­zo­na lie­fern hier ihr bis­lang stärks­tes Ma­te­ri­al auf dem schein­bar un­fehl­ba­ren La­bel Feel It Re­cords ab. Die Her­kunft lässt na­tür­lich so­fort an The Re­so­nars den­ken und in der Tat war de­ren Mas­ter­mind Matt Ren­don auch hier an der Pro­duk­ti­on be­tei­ligt und wei­te­re Par­al­le­len gibt es dem Sound der Band zu at­tes­tie­ren in Form ei­ner leicht Bri­tish In­va­si­on-in­spi­rier­ten Mach­art des ge­mä­ßigt psy­che­de­li­schen Ga­ra­ge Rock, Jang­le- und Power Pop. Class ver­pas­sen dem gan­zen je­doch ei­nen deut­lich di­rek­te­ren Ga­ra­ge Punk-Sound, wo­bei der Vi­be des Songs Bur­ning Cash auch auf der letz­ten Stran­ge At­trac­tor LP nicht aus dem Rah­men ge­fal­len wä­re.

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Thee Khai Aehm - Samhainia!

Mehr psy­che­de­li­sches Ga­ra­ge Punk-Cha­os von den Kel­ler­kin­dern aus Karls­ru­he. Dies­mal hat das ei­ne we­ni­ger Lo­Fi-mä­ßi­ge aber den­noch an­ge­mes­sen kräf­ti­ge Klang­äs­the­tik ver­passt be­kom­men und wie­der­holt mag man sich an Bands wie Stran­ge At­trac­tor, Sa­la­mi­re­cor­der oder vor al­lem di­ver­se In­kar­na­tio­nen der Oh Sees er­in­nert füh­len. My Spell klingt fast so als trä­fen die letzt­ge­nann­ten auf die No Wa­ve-in­fi­zier­ten Dro­nes der Noi­ser­o­cker Spray Paint.

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Thee Khai Aehm - Parrier

Ein neu­es Dun­ge­on Punk-Ar­te­fakt aus Karls­ru­he! An­ders als die meis­ten Bands des jun­gen Mi­kro-Gen­res nä­hern sich Thee Khai Aehm ih­rer Sa­che we­ni­ger mit old­school Me­tal-Ver­satz­stü­cken, da­für um­so mehr mit ei­nem star­ken Psych-/A­cid Rock-Vi­be, ein biss­chen wie ein Ex­trakt aus Oh Sees, Stran­ge At­trac­tor… und Sa­la­mi­re­cor­der viel­leicht auch? Ziem­lich ver­spielt ist das, im­mer or­dent­lich schräg, manch­mal episch, prä­sen­tiert in ei­ner mo­de­rig an­mu­ten­den Pro­duk­ti­ons­äs­the­tik, die be­stimmt schon sehr lan­ge kein Son­nen­licht mehr ge­se­hen hat.

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The Blinds - Endless Fascination

Die 2017er De­büt-EP die­ser Band aus Mel­bourne hat sich in mei­ne Syn­ap­sen ein­ge­brannt als ei­nes der be­ein­dru­ckends­ten Ar­te­fak­te aus den Ga­ra­ge-/Post-/Art Punk-Sphä­ren ih­rer Zeit. Schlap­pe fünf Jah­re spä­ter gibt es jetzt ei­nen Nach­fol­ger zu be­gut­ach­ten und es fin­det sich dar­auf er­war­tungs­ge­mäß ein et­was ge­ord­ne­te­res Klang­bild, aber im­mer noch vol­ler Am­bi­ti­on und Über­ra­schun­gen. Wie ge­habt scheint das reich­lich In­spi­ra­ti­on von Wire's Chairs Miss­ing und Pink Floyd der frü­hen Syd Bar­ret-Ära zu schöp­fen, ver­la­gert dies­mal aber das Ge­wicht deut­lich in Rich­tung Post Punk, was manch­mal auch et­was von ei­ner nerdi­ge­ren Va­ri­an­te der B-Boys oder Go­to­beds hat. Els­whe­re, der ge­rad­li­nigs­te und ein­la­dends­te Mo­ment der EP, ist hin­ge­gen ei­ne me­lo­disch lär­men­de old­school In­die­rock-Hym­ne wie sie ei­nem heu­te viel zu sel­ten be­geg­net.

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The Drin - Engines Sing for the Pale Moon

Ir­gend­wie hab ich die­ses be­zau­bern­de Al­bum aus ei­gen­wil­li­gem Post Punk über­se­hen als es zum ers­ten mal als Tape auf Fu­ture Shock er­schie­nen ist und ich ge­hö­re ge­teert und ge­fe­dert da­für. Nu ja, hier kommt mei­ne zwei­te Chan­ce, denn das Ding ist jetzt noch­mal auf Drun­ken Sail­or Re­cords auf zwölf Zoll brei­tem PVC er­schie­nen. The Drin sind ein So­lo­pro­jekt von Dy­lan Mc­Cart­ney, der viel­leicht schon aus so Bands wie Va­ca­ti­on, The Serfs, Crime Of Pas­sing, The Switz­er­lands und noch ein paar an­de­ren ge­läu­fig ist. Die Plat­te be­ginnt mit ei­nem et­was Joy Di­vi­si­on-mä­ßi­gen Beat, der un­ver­mit­telt in Dro­nes ge­tränkt wird, de­nen so ein biss­chen was von Sui­ci­de-meets-Chro­me in­ne­wohnt. Als nächs­tes dann ei­ne Num­mer, die klingt als hät­ten frü­he Ri­de ei­ne Dub-Er­leuch­tung be­kom­men und nach­fol­gend scheint das Zeug hier durch zu­fäl­li­ge Ite­ra­tio­nen des frü­hen bri­ti­schen DIY Post Punk zu krei­sen - mehr als ein­mal füh­le ich mich an Bands wie The Mem­bra­nes, De­spe­ra­te Bicy­cles und Swell Maps er­in­nert. An jün­ge­ren Acts könn­te man in den Dub-las­ti­gen Mo­men­ten Exek als Ver­gleich be­mü­hen und an an­de­ren Stel­len die Neo Kraut- und Space Rock-Aus­flü­ge von Moon Duo. Ei­ne ein­zi­ge Schön­heit, das al­les.

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Toe Ring - Footage

Ei­ne wun­der­sa­me klei­ne EP voll mit ent­rück­tem Ga­ra­ge-/Power-/Fuzz Pop hat da ein Duo aus Phil­adel­phia aus dem Hut ge­zau­bert. Das fängt et­wa so an als trä­fe das schar­fe Pop-Ge­spür der Boo­ji Boys oder Daugh­ter Bat & The Lip Stings auf den smar­ten rhyth­mi­schen Post Punk der Li­thics. Dar­auf­hin groo­ven sich die nach­fol­gen­den drei Songs dann auf ei­nen et­was ent­spann­te­ren krau­tig-psy­che­de­li­schen Vi­be ein wie man ihn un­ter an­de­rem in den Lo-Fi Pop­wel­ten von Bands wie Germ House, Far Cor­ners, Vio­lent Ch­an­ge, Ho­ney Ra­dar oder gar den frü­hen Woo­len Men ver­mu­ten wür­de. Durch­weg ex­zel­len­ter Scheiß, das.

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Safety Net - Art

Die letzt­jäh­ri­ge He­alth EP war schon ech­ter Qua­li­täts­scheiß, aber der jetzt er­schie­ne­ne Nach­fol­ger ist dann mal so ir­sin­nig an­spre­chend, da war ich echt nicht drauf vor­be­rei­tet… Das Trio kommt aus Nash­ville und ich hab mal den kon­kre­ten Ver­dacht, dass Con­nor und Sean die glei­chen Ty­pen sind, die euch an­sons­ten si­cher­lich als das Duo Skull Cult be­kannt sind. Kei­ne Ah­nung wer Cam ist. Oh, und dann ist da noch das klei­ne De­tail na­mens Erik Ner­vous, der hier mi­schend und mas­ternd sei­ne pa­ten­tier­ten Bier­fle­cken hin­ter­las­sen hat auf die­ser Kas­set­te, de­ren Sound so gleich­wer­tig ek­lek­tisch wie cat­chy da­her­kommt. Ver­hall­ter Ga­ra­ge Surf Twang? Ab­ge­spac­te Psy­che­de­lic Frea­kouts? Wire und Mis­si­on Of Bur­ma trip­pen auf Ben­zos? Al­les am Start hier! Und an­mu­tig über all dem schwebt das per­fek­te 70er-Power­pop-meets-80er-Hair-Me­tal-Meis­ter­werk Be Wi­th You - ein be­rau­schend sü­ßer K.O.-Hieb mit plü­schig wei­chem Auf­prall.

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Peace De Résistance - Hedgemakers

Na das ist ja mal ein be­mer­kens­wer­ter Scheiß hier. Der mi­ni­ma­lis­ti­sche Ga­ra­ge Rock auf dem Tape ei­nes New Yor­ker Ty­pen (oder ei­ner Band, ist et­was un­klar) klingt ge­ra­de­zu wie ein ver­lo­re­nes Pro­to­punk-Re­likt, wür­de aber auch auf ei­ner ty­pi­schen Mess­the­tics-/Ho­me­work Com­pi­la­ti­on nicht wei­ter auf­fal­len. Die ein­ge­schrumpf­te Per­cus­sion, ab­ge­kämpf­ten Vo­cals, spär­li­chen Ar­ran­ge­ments und Lo-Fi Pro­duk­ti­ons­wer­te ver­lei­hen die­sen Songs ei­ne ganz spe­zi­el­le Qua­li­tät, die glei­cher­ma­ßen roh und schlaf­trun­ken rü­ber­kommt.

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Super-X - Super-X

Nach ei­ner star­ken EP im Jahr 2017, lie­fern Su­per-X aus Mel­bourne jetzt ihr Lang­spiel­de­büt ab, das er­neut aus al­len Näh­ten platzt an­ge­sichts ei­ner un­ge­mein ab­ge­space­ten Wucht. Klas­si­sche Stoo­ges-En­er­gie kol­li­diert hier mit psy­che­de­li­schem Feu­er­werk á la frü­he Te­lesco­pes, ei­ner un­er­war­tet kräf­ti­gen Do­sis Post Punk und ei­ner Spur MX-80. Da­bei blei­ben sie über die ge­sam­te Stre­cke span­nend und so viel­sei­tig, dass sich mit­un­ter doch sehr un­ter­schied­li­che Bands wie Pu­blic Eye, Wri­thing Squa­res, De­s­truc­tion Unit, Faux Fero­cious, Bail­ter­space, The Cow­boy oder The Men in ih­rer Open Your He­art-Ära als Ver­glei­che an­bie­ten.

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Boogie Board - Station

Die ak­tu­el­le EP von so 'nem Ty­pen aus Chi­ca­go lie­fert uns vier­ein­halb kur­ze aber wir­kungs­vol­le Far­ben­spie­le aus un­ver­schämt über die Dis­tor­ti­on-Klip­pe ge­schubs­ter krau­tig-spa­ce­ro­cken­der Psy­che­de­lic-Ga­ra­ge-Fuzz-Ek­sta­se. So et­wa De­s­truc­tion Unit tref­fen auf Chro­me, Draggs kol­li­die­ren mit Dr. Mix & The Re­mix.

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