Hamer - Hamer

Hamer - Hamer

Whoa… drei Jahre nach­dem diese Band aus Leeds mir mal mit einer durch­aus net­ten, ver­spul­ten EP auf­fiel hab jetzt nicht wirk­lich damit gerech­net, dass mich das mich ihr Lang­spiel­de­büt so weg­bläst wie das gerade pas­siert ist. Der relaxte DIY-Vibe der besag­ten EP muss hier einem lebens­mü­den Hoch­ge­schwin­dig­keits­trip irgendwo zwi­schen abge­fuz­z­tem Space-, Psche­de­lic- und Garage Punk wei­chen, der mit Sicher­heit kei­nen Ori­gi­na­li­täts­preis gewinnt, dafür aber eine Spreng­kraft ent­wi­ckelt, die einem auch gar keine Zeit lässt um sich über sol­chen Quatsch Gedan­ken zu machen. Ich fühle mich aus­ge­spro­chen posi­tiv an Dest­ruc­tion Unit, Wash, Flat Worms, Draggs oder gar an die japa­ni­schen Gen­re­ve­tara­nen High Rise erin­nert.

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Hobocop - Hungry Freak In The Data Mine

Hobocop - Hungry Freak In The Data Mine

Die Band aus Oak­land hat mal schlappe fünf Jahre gebraucht nach ihrer Debüt-EP auf Slo­venly Record­ings, um einen Nach­fol­ger an den Start zu brin­gen. Der ist dafür aber abso­lut bril­li­ant gera­ten und des­ori­en­tiert erneut mit einem wun­der­voll schrä­gen Klang­bild in dem z.B. exzen­tri­scher Gara­gen­krem­pel á la Wire­heads und UV Race mit die­ser leicht sprö­den Sorte von Art Rock zusam­men­fließt, wie man ihn der­zeit vor­nehm­lich aus der DIY-Szene von Port­land und deren Bands wie Honey Bucket und Shop Regu­lars ver­nimmt. Dazu kom­men dann noch psy­che­de­li­sche Vibes - etwa so Pink Flag in einem Müll­con­tai­ner auf­ge­nom­men - und noch wei­tere bri­ti­sche Alt­las­ten auf der Schwelle von Art- und Post Punk drü­cken hier regel­mä­ßig auf die Klin­gel. Swell Maps fal­len mir da ein, außer­dem The Fall und Mem­bra­nes - jeweils in ihren frü­hen Jah­ren. Und lange hab ich keine Platte mehr gehört, die der­art effek­ti­ven und bewuss­ten Gebrauch von ihrer char­man­ten LoFi-Ästhe­tik macht.

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Surf Friends - Doing Your Thing

Surf Friends - Doing Your Thing

Ich bezweifle stark dass es der­zeit eine neu­see­län­di­sche Band gibt, die neu­see­län­di­scher klingt als die Surf Fri­ends. Da passt es ja auch super ins Kli­schee, dass sie auf der ört­li­chen Insti­tu­tion Fly­ing Nun Records ver­öf­fent­li­chen. Und Sound­mä­ßig klingt das wie eine Zeit­reise in die Blü­te­zeit des Labels in den frü­hen Acht­zi­gern und hat die­sen spe­zi­el­len psy­che­de­li­schen Jangle Pop Vibe mit Anklän­gen an den quir­li­gen Pop von The Clean, den Indie­rock von The Stones und die Psy­che­de­lic Noise-Schiene, wie man sie damals unter ande­rem von The Pin Group und The Gor­dons bzw. deren Nach­fol­gern Bail­ter Space zu hören bekam; pas­send zu letz­te­ren lässt sich auch ein gewis­ser Shoegaze-Ein­schlag nicht ver­leug­nen. So ent­spannt und ver­träumt haben Surf Fri­ends noch nie zuvor geklun­gen und den­noch wird die Platte mit ihren im dezen­ten Neon schil­lern­den Tex­tu­ren nie lang­wei­lig. Von den Meis­tern gelernt, würde ich dazu mal sagen.

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Prettiest Eyes - Vol. 3

Prettiest Eyes - Vol. 3

Die Vor­gän­ger zum drit­ten Album die­ser Band aus Los Ange­les hab ich irgend­wie ver­schla­fen und muss die gleich mal nach­ho­len, denn was mir jetzt aus den Laut­spre­chern quillt ist exqui­sit. Das klingt in etwa so als hätte man den psy­che­de­li­schen Synth- und Gara­ge­punk der eben­falls auf Castle Face behei­ma­ten Pow! mit Sui­cide und Public Image Ltd. gekreuzt. Oder mit neue­ren Bands wie Wha­te­ver Brains und etwas gering­fü­gi­ger deren Nach­folge-Pro­jekt ISS. Um Spu­ren von Indus­trial ange­rei­chert. Auch neo­krau­tige Abflüge und eine kleine Dub-Exkur­sion dür­fen mal sein. Oder anders aus­ge­drückt: Sti­lis­tisch geht es hier drun­ter und drü­ber, aber daran gibt es mal sowas von gar nichts aus­zu­set­zen.

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Dots - Dots

Dots - Dots

Fuzz Punk mit einer sub­til psy­che­de­li­schen Note kre­iert diese Band aus Oak­land, deren Beset­zung per­so­nelle Über­schnei­dun­gen u.a. mit FM Kni­ves und Mid­nite Snaxx auf­weist. Das Resul­tat klingt ein biss­chen so als träfe der Psych-Pop letzt­ge­nann­ter Band auf eine Mix­tur aus Vexx und den bri­ti­schen Noi­se­pop­pern Fea­ture.

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Teresa Cienfuegos Y Las Cobras - Noche De Suicidas

Teresa Cienfuegos Y Las Cobras - Noche De Suicidas

Ast­rei­ner Scheiß aus Mexiko, mit dem ich in die­sem Moment echt mal nicht gerech­net hätte. Ein melan­cho­li­scher Son­nen­un­ter­gang am Sur­fer­strand trifft hier auf den Noise-/Jangle Pop und Proto-Shoegaze aus der bri­ti­schen C86-Schule, erwei­tert um die ten­den­zi­ell etwas psy­che­de­li­schen Aus­schwei­fun­gen des neu­see­län­di­schen Fly­ing Nun-Uni­ver­sums der 80er Jahre.

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Resounding No - Gross Dominance

Resounding No - Gross Dominance

Eine glit­zernde Wand aus Noise und Melo­dien errich­tet die­ses Trio aus New Brunswick, New Jer­sey auf ihrem Debüt-Tape, so mas­siv dass es einen nur mit­rei­ßen kann. Ein von Anfang bis Ende stim­mi­ges Kraft­pa­ket das zwi­schen den Eck­pfei­lern aus Noise Pop, ver­ne­bel­tem Psych, Shoegaze und kraft­vol­lem Indie Rock nicht nur mit bezau­bernd melan­cho­li­schen Melo­dien und ver­träum­ter Atmo­sphäre auf­war­tet, son­dern dabei auch ordent­lich die Wände zum wackeln bringt.

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Obsessions - Killing Time

Obsessions - Killing Time

Ast­rei­ner Gara­gen­stoff auf aus Van­cou­ver der sich durch starke Song­fun­da­mente aus­zeich­net und von einer tie­fen Melan­cho­lie durch­setzt ist. Außer­dem mit an Bord: reich­lich Surf-Twang, psy­che­de­li­sche Fuzz- und Feed­back­or­gien. In die­ser Kombi erin­nert das etwas an die letzte Apa­che Dro­pout LP, an etwas pop­pi­gere Crys­tal Stilts oder eine deut­lich lau­tere Vari­ante von The Fresh & Onlys.

Pura Crema - Fin De La Era 7"

Pura Crema - Fin De La Era 7"

Exzel­len­ter Stoff einer Band aus Mon­ter­rey, Mexico, der über das Washing­to­ner Label Res­su­rec­tion Records den Weg hier­her gefun­den hat. Ein gara­gi­ger Sound bil­det hier die Basis, auf der sich ein far­ben­fro­hes Spek­ta­kel ent­fal­tet als wären etwa die Red Dons mit ihrem Hang zur gro­ßen Hymne zusam­men mit dem all­ge­mei­nen Vibe von Apa­che Dro­pout in einem Meer aus 60s Psy­che­de­lia und Surf­rock ein­ge­taucht. Die B-Seite bekommt dann noch einen leich­ten Post Punk-Schliff á la Ex-Cult ver­passt und der no-wavige Saxo­fon­ein­satz trans­por­tiert den Song in uner­war­tet abge­ho­bene Sphä­ren.

Writhing Squares - Out Of The Ether

Writhing Squares - Out Of The Ether

An zeit­ge­nös­si­schem Psy­che­de­lic- und Space-Gedöns man­gelt es die­ser Tage ja kei­nes­wegs, wohl aber an Bands die sich trauen, die allzu aus­ge­tre­te­nen Pfade zu ver­las­sen und die­sen ergrau­ten, schon längst etwas abge­stan­den rie­chen­den Gen­res ein wenig Fri­sche zu ent­lo­cken. Writ­hing Squa­res sind da eine so lobens­werte wie auch hoch­po­tente Aus­nahme. Eine Hälfte des Duos aus Phil­adel­phia ist ansons­ten noch bei den Post­pun­kern Tai­wan Housing Pro­ject anzu­tref­fen, der andere Typ hat bei den sti­lis­tisch etwas näher gela­ger­ten Pur­ling Hiss seine Fin­ger mit drin. 2016 fie­len mir die bei­den schon mal mit einem sehr appe­tit­li­chen Mini­al­bum auf, aber der Nach­fol­ger davon ist noch mal ein ganz ande­res Biest, des­sen Sound einer­seits eine deut­li­che Ent­schla­ckungs­kur durch­lau­fen hat, ande­rer­seits aber genau dadurch stark an Form gewon­nen hat und ein wenig so klingt als trä­fen sich mal Sui­cide, mal eher Big Black mit Hawk­wind (oder heute eher: Dest­ruc­tion Unit), Chrome und MC5 zu einer bekiff­ten Jam­ses­sion. Die mini­mal-Instru­men­tie­rung aus 70er Roland-Style LoFi-Beats, Bass und wahl­weise mit Saxo­fon oder kos­mi­schen Synth-Sequen­zen oben­drauf, ver­passt der Sache eine ganz eigene Klang­farbe.

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