Prettiest Eyes - Vol. 3

Prettiest Eyes - Vol. 3

Die Vor­gän­ger zum drit­ten Album die­ser Band aus Los Ange­les hab ich irgend­wie ver­schla­fen und muss die gleich mal nach­ho­len, denn was mir jetzt aus den Laut­spre­chern quillt ist exqui­sit. Das klingt in etwa so als hätte man den psy­che­de­li­schen Synth- und Gara­ge­punk der eben­falls auf Castle Face behei­ma­ten Pow! mit Sui­cide und Public Image Ltd. gekreuzt. Oder mit neue­ren Bands wie Wha­te­ver Brains und etwas gering­fü­gi­ger deren Nach­folge-Pro­jekt ISS. Um Spu­ren von Indus­trial ange­rei­chert. Auch neo­krau­tige Abflüge und eine kleine Dub-Exkur­sion dür­fen mal sein. Oder anders aus­ge­drückt: Sti­lis­tisch geht es hier drun­ter und drü­ber, aber daran gibt es mal sowas von gar nichts aus­zu­set­zen.

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Dots - Dots

Dots - Dots

Fuzz Punk mit einer sub­til psy­che­de­li­schen Note kre­iert diese Band aus Oak­land, deren Beset­zung per­so­nelle Über­schnei­dun­gen u.a. mit FM Kni­ves und Mid­nite Snaxx auf­weist. Das Resul­tat klingt ein biss­chen so als träfe der Psych-Pop letzt­ge­nann­ter Band auf eine Mix­tur aus Vexx und den bri­ti­schen Noi­se­pop­pern Fea­ture.

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Teresa Cienfuegos Y Las Cobras - Noche De Suicidas

Teresa Cienfuegos Y Las Cobras - Noche De Suicidas

Ast­rei­ner Scheiß aus Mexiko, mit dem ich in die­sem Moment echt mal nicht gerech­net hätte. Ein melan­cho­li­scher Son­nen­un­ter­gang am Sur­fer­strand trifft hier auf den Noise-/Jangle Pop und Proto-Shoegaze aus der bri­ti­schen C86-Schule, erwei­tert um die ten­den­zi­ell etwas psy­che­de­li­schen Aus­schwei­fun­gen des neu­see­län­di­schen Fly­ing Nun-Uni­ver­sums der 80er Jahre.

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Resounding No - Gross Dominance

Resounding No - Gross Dominance

Eine glit­zernde Wand aus Noise und Melo­dien errich­tet die­ses Trio aus New Brunswick, New Jer­sey auf ihrem Debüt-Tape, so mas­siv dass es einen nur mit­rei­ßen kann. Ein von Anfang bis Ende stim­mi­ges Kraft­pa­ket das zwi­schen den Eck­pfei­lern aus Noise Pop, ver­ne­bel­tem Psych, Shoegaze und kraft­vol­lem Indie Rock nicht nur mit bezau­bernd melan­cho­li­schen Melo­dien und ver­träum­ter Atmo­sphäre auf­war­tet, son­dern dabei auch ordent­lich die Wände zum wackeln bringt.

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Obsessions - Killing Time

Obsessions - Killing Time

Ast­rei­ner Gara­gen­stoff auf aus Van­cou­ver der sich durch starke Song­fun­da­mente aus­zeich­net und von einer tie­fen Melan­cho­lie durch­setzt ist. Außer­dem mit an Bord: reich­lich Surf-Twang, psy­che­de­li­sche Fuzz- und Feed­back­or­gien. In die­ser Kombi erin­nert das etwas an die letzte Apa­che Dro­pout LP, an etwas pop­pi­gere Crys­tal Stilts oder eine deut­lich lau­tere Vari­ante von The Fresh & Onlys.

Pura Crema - Fin De La Era 7"

Pura Crema - Fin De La Era 7"

Exzel­len­ter Stoff einer Band aus Mon­ter­rey, Mexico, der über das Washing­to­ner Label Res­su­rec­tion Records den Weg hier­her gefun­den hat. Ein gara­gi­ger Sound bil­det hier die Basis, auf der sich ein far­ben­fro­hes Spek­ta­kel ent­fal­tet als wären etwa die Red Dons mit ihrem Hang zur gro­ßen Hymne zusam­men mit dem all­ge­mei­nen Vibe von Apa­che Dro­pout in einem Meer aus 60s Psy­che­de­lia und Surf­rock ein­ge­taucht. Die B-Seite bekommt dann noch einen leich­ten Post Punk-Schliff á la Ex-Cult ver­passt und der no-wavige Saxo­fon­ein­satz trans­por­tiert den Song in uner­war­tet abge­ho­bene Sphä­ren.

Writhing Squares - Out Of The Ether

Writhing Squares - Out Of The Ether

An zeit­ge­nös­si­schem Psy­che­de­lic- und Space-Gedöns man­gelt es die­ser Tage ja kei­nes­wegs, wohl aber an Bands die sich trauen, die allzu aus­ge­tre­te­nen Pfade zu ver­las­sen und die­sen ergrau­ten, schon längst etwas abge­stan­den rie­chen­den Gen­res ein wenig Fri­sche zu ent­lo­cken. Writ­hing Squa­res sind da eine so lobens­werte wie auch hoch­po­tente Aus­nahme. Eine Hälfte des Duos aus Phil­adel­phia ist ansons­ten noch bei den Post­pun­kern Tai­wan Housing Pro­ject anzu­tref­fen, der andere Typ hat bei den sti­lis­tisch etwas näher gela­ger­ten Pur­ling Hiss seine Fin­ger mit drin. 2016 fie­len mir die bei­den schon mal mit einem sehr appe­tit­li­chen Mini­al­bum auf, aber der Nach­fol­ger davon ist noch mal ein ganz ande­res Biest, des­sen Sound einer­seits eine deut­li­che Ent­schla­ckungs­kur durch­lau­fen hat, ande­rer­seits aber genau dadurch stark an Form gewon­nen hat und ein wenig so klingt als trä­fen sich mal Sui­cide, mal eher Big Black mit Hawk­wind (oder heute eher: Dest­ruc­tion Unit), Chrome und MC5 zu einer bekiff­ten Jam­ses­sion. Die mini­mal-Instru­men­tie­rung aus 70er Roland-Style LoFi-Beats, Bass und wahl­weise mit Saxo­fon oder kos­mi­schen Synth-Sequen­zen oben­drauf, ver­passt der Sache eine ganz eigene Klang­farbe.

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Ice Balloons - Body In The Park

Ice Balloons - Body In The Park

Lehnte sich das Debüt­al­bum der New Yor­ker Combo mit Mit­glie­dern von u.a. Samiam und TV On The Radio an Bord noch mehr in die Rich­tung von unte­kühl­tem Post­punk und Indus­trial mit einem Hauch von Minis­try, gibt sich ihre neu­este 7" auf Mud­guts etwas leicht­fü­ßi­ger und ver­spiel­ter, begrüßt den Hörer mit einer infek­tiö­sen, leicht dub­bi­gen Groo­ve­ka­none auf der A-Seite und weiß auch auf der B-Seite mit einer ange­nehm abge­fah­re­nen Psy­che­de­lic Num­mer sehr zu gefal­len; jeweils mit einer wohl­do­sier­ten Ladung Noise ver­setzt.

Tot - Untergang

Tot - Untergang

Garage Punk mit deut­schen Lyrics ist aus irgend­ei­nem Grund ja eine ziem­lich rare Ange­le­gen­heit und genau das macht diese Debüt-EP einer Band irgendwo aus Nie­der­sach­sen zu einer erfri­schen­den Ano­ma­lie. Musi­ka­lisch hält sich das am psy­che­de­lisch-spa­ce­ro­cki­gen Rand des Gen­re­spek­trums auf, erin­nert mit sei­nen mas­si­ven Reverb- und Feed­back­or­gien z.B. an Dest­ruc­tion Unit oder die an die­ser Stelle neu­lich zu bewun­dern­den Aus­tra­lier Wash, aber auch große Teile der kali­for­ni­schen Dwyer-Con­nec­tion sind als Ver­gleich nicht ganz fehl am Platz. Zudem weckt ein leicht post­pun­ki­ger Unter­ton in Ver­bin­dung mit den mini­mal aber deut­lich gehal­te­nen Tex­ten Asso­zia­tio­nen zum Stutt­gar­ter Unbe­ha­gen. Sau­ber!

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Football & White Savage - Split LP

Football & White Savage - Split LP

Hätte man mir diese Split­scheibe zweier Bands aus Lees­burg und Chi­cago als ein vol­les Album einer ein­zi­gen Band ver­kauft, wäre mir - abge­se­hen von etwas unter­schied­li­cher Fide­li­tät der Pro­duk­tion - über­haupt nichts auf­ge­fal­len, so sehr ähnelt sich der Sound von Foot­ball und White Savage. Beide Bands bewe­gen sich selbst­be­wusst im Umfeld von Garage und Psy­che­de­lic, Noise Rock, Sludge Punk und ein wenig Post­core, dabei las­sen sie aber auch gar nix anbren­nen. In ver­schie­de­nen Momen­ten erin­nert mich das z.B. mal an The Blind Shake, ein ande­res mal an Hot Snakes. Knallt ganz vor­treff­lich.

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