The Smog – First Time, Last Chance

Nur um das mal klarzustellen: Wenn ihr mich überzeugen wollt, dass ich umgerechnet ~4,60€ dafür bezahle um ganze zwei Songs runterzuladen, dann sollten diese zwei Songs besser mal verdammt brilliante, über jeden Zweifel erhabende Kanonen sein. Aber verdammt brilliante, über jeden zweifel erhabene Kanonen… ja das sind diese Songs einer Band aus Tokyo fraglos. Die Kasse darf also mal klingeln.

T.L.B.M. & The Joy Toys – T.L.B.M. & The Joy Toys

Für jeden Käufer dieser netten kleinen Kassette – erschienen bei den allseits beliebten Vertickern inkorporierter, innovativer Diskontinuität – gibt’s eine gratis fake Backstory dazu. Nee klar, 1982… das ist natürlich immer noch der gleiche Typ, der vor geraumer Zeit das Ding hier verbrochen hatte. Sein neuester Output hat ein bischen weiniger kaputtes Rumgeschwurbel im Tee, was er aber mit mehr Fuzz, mehr Melodien und durch Abwesenheit glänzenden Produktionswerten auszugleichen versteht. Für meine Ohren klingt’s genau richtig.

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Ope – Tapes 1-3

Hier ist noch ein Überbleibsel von letzter Woche das ich hier eigentlich auslassen wollte, sich bei genauerem hinhören aber als stärker erwies als ich zunächst dachte. Ein melodischer Mix aus verträumt-melancholischem Noise Pop, Orgel-und-Synth Punk entfaltet sich auf diesen Tapes und versprüht außerdem eine gute Menge Psychedelia der alten Flying Nun-Schule.

Nice Surprise – Nice Surprise

In der Tat eine nette Überraschung, die als Lathe Cut erschienene Debüt-7″ eines Duos aus Austin, die melodischen Lärm irgendwo zwischen Power- und Garage Pop erzeugt. Besonders die Killer A-Seite I’m Old ist sicher ein gefundenes Fressen für Freunde von Zeug wie Tommy & The Commies, Bad Sports, Radioactivity, Cheap Whine oder Sonic Avenues.

Eugh – Cassingle #1

Neuer Scheiß von dem Garagenprojekt aus Melbourne im Dunstkreis der Kitchen People. Die A-Seite präsentiert ein glitzerndes, etwa an Liquids, Satanic Togas oder Datenight erinnerndes Powerpop-Juwel. Die B-Seite wiederum setzt dann die grobe Richtung der ersten EP fort mit schnuckeligem aber schwungvollem Garage Punk, den man auch Bands wie R.M.F.C., Set-Top Box oder Research Reactor Corp. in die Schuhe schieben könnte.

Liquids – Life Is Pain Idiot

Liquids, das Soloprojekt von Mat Williams treibt jetzt schon eine ganze weile sein Unwesen und jeder neue Eintrag in seiner inzwischen halbwegs massiven Diskografie war eine erfreuliche, wenn auch etwas inkonsistente Überrschung, weil viele seiner Veröffentlichungen eher einer losen Ansammlung von Songs sehr wechselhafter Qualität glichen. Das ist aber keineswegs mehr der Fall auf Life Is Pain Idiot, seinem neuesten Langspieler. Erneut unter der Produzentenmagie von Erik Nervous aufgenommen, mischt sich hier neuer Krempel nahtlos zwischen eine gute Auswahl bereits geläufiger, neu aufgenommener Songs, die hier klar in ihrer definitiven Fassung vorliegen.

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Mr. Teenage – Automatic Love

Diese Debüt-7″ einer Band aus Melbourne trifft gleich beim ersten Versuch mitten ins Schwarze und lässt ein über alle Zweifel erhabenes Powerpop-Spektakel mit Garagenantrieb von der Leine. Klares Pflichtprogramm z.B. für Bewunderer von Bad Sports oder Tommy And The Commies.

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Vaguess – Directions For Use

Das Garagepunk-Überwesen Vinny Vaguess aus Los Angeles bleibt auch auf seiner neuesten EP ’ne spannende Sache. Waren die vorherigen zwei Langspieler eine geringfügig entspanntere, Powerpop-lastige Angelegenheit, überrascht er hier erneut mit quirligen Post Punk-Versatzstücken – häufig unter Zuhilfenahme von leicht Devo-mäßigen Synths. Und wo wir schon vom Teufel reden… mit Lesser of Two ist hier sogar eine ausgewachsene Synthpop-Hymne mit im Gepäck, nicht unähnlich zu manchem was Alien Nosejob in jüngerer Zeit verbrochen haben. Weitere Orientierungspunkte wären vielleicht Nick Nirmal, Andy Human and the Reptoids, Teenanger, gelegentliche Spuren von Ausmuteants. Alles davon zündet ganz vortrefflich, was unter anderem mal wieder seinem erwartungsgemäß exzellenten Songhandwerk geschuldet ist.

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Tommy And The Commies – Hurtin‘ 4 Certain

Neuer Krempel von Tommy and the Commies aus Sudbury, Kanada. Inzwischen sollte sich ja rumgesprochen haben, was man zu erwarten hat: Ein wunderbares Spektakel aus erstklassigem Powerpop, leichtem Garagenfaktor und einer Extraladung von Buzzcocks-mäßigem, melodischem Punkrock. Eine schwungvolle Performance und über jeden Zweifel erhabene Songwriting-Skills heben das ganze noch mal auf ein höheres Level.

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Alien Nosejob – Suddenly Everything Is Twice As Loud

Keine Ahnung ob Alien Nosejob aktuell als vollzählige Band existieren, aber zumindest das zweite Album seines Projekts hat Jake Robertson (Ausmuteants, School Damage, Leather Towel, Hierophants, etc.) jedenfalls ganz alleine eingespielt. Nachdem die letzten paar Veröffentlichungen ein recht wilder Ritt waren, der von Power- und Jangle Pop über Synth Pop bis hin zu einer Hardcore-7″ reichte, ist der neue Langspieler ein unerwartet homogenes Werk, das sich in einem Spannungsfeld zwischen typischem Ausmuteants-Garagenzeug und traurigem Powerpop bewegt, verpackt in einer flauschigen, mal mehr, mal weniger hochfidelen Analogästhetik. Das Songmaterial ist ausnahmslos vom feinsten – Mr. Robertson ganz in seinem Element.

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