Germ House - Germ House

Die neu­es­te EP der Ein-Mann-Band Germ House aka Jus­tin Hub­bard aus Rho­de Is­land lie­fert wie­der ei­nen Klum­pen star­ker Songs in sei­ner ur­ei­ge­nen Ver­schmel­zung von rus­ti­ka­ler Post Punk-Abs­trak­ti­on mit ei­nem fol­ki­gen Un­ter­bau. Be­son­ders in der ers­ten Hälf­te wirkt das Song­ma­te­ri­al ein klei­nes biss­chen wei­ter aus­ge­formt als bis­her ge­wohnt, oh­ne da­bei aber den ver­schro­be­nen, Bruch­stück­haf­ten Charme ein­zu­bü­ßen.

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Peace De Résistance - Bits and Pieces

Als die ver­zau­bern­de 2020er De­büt-EP die­ses New Yor­ker Ty­pen ge­lan­det war, hat­te ich noch kei­nen blas­sen Schim­mer, wer hin­ter die­sen ent­rück­ten Klän­gen ste­cken könn­te. Stellt sich her­aus: Es ist nie­mand ge­rin­ge­res als Mo­ses Brown, an­der­wei­tig be­kannt als die Front­sau von In­sti­tu­te. Macht ir­gend­wie Sinn, rück­bli­ckend… kei­ne Ah­nung war­um ich da nicht selbst drauf ge­kom­men bin. Auf dem ers­ten Lang­spie­ler ent­fal­tet sich jetzt ein et­was voll­kör­ni­ger, aber nach wie vor ziem­lich mi­ni­ma­lis­ti­scher Sound in vol­ler Band­be­set­zung, der ein­fach wun­der­bar fehl am Platz wirkt - ei­ne ne­bu­lö­se Zeit­kap­sel fal­scher Er­in­ne­run­gen, die frü­he Strän­ge des Pro­to-, Art- und Post Punk zu ei­nem plau­si­bel wir­ken­den Man­de­la-Ef­fekt ver­webt.

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208 - Nearby

Auch wenn ich ab­so­lut glück­lich über die viel­fäl­ti­ge, cle­ve­re und im­mer schön selt­sa­me Evo­lu­ti­on bin, wel­che die di­ver­sen Strän­ge des Ga­ra­ge Punk in jün­ge­ren Jah­ren durch­lau­fen ha­ben, steht mir doch manch­mal der Kopf mehr nach et­was we­ni­ger durch­ge­gar­ter, ru­di­men­tä­rer Haus­manns­kost. Das neue Tape des Ga­ra­gen­du­os 208 aus De­troit trifft ge­nau in die­se Ker­be mit der ro­hen, pri­mi­ti­ven, ver­schwitz­ten und et­was zu be­sof­fe­nen Mach­art von Ga­ra­ge Punk - die Sor­te für die man ei­ne See­le aber kein Ge­hirn braucht. Wo­bei, mir ist na­tür­lich be­wusst, dass die See­le ein dum­mes re­li­giö­ses Kon­zept ist, für das es in der Rea­li­tät null Evi­denz gibt. Al­so gut, sa­gen wir statt­des­sen mal, es ge­nügt ein vom Le­ben durch­ge­schüt­tel­tes, leicht de­fek­tes Ge­hirn um da­mit um­zu­ge­hen oder ir­gend­was in die Rich­tung, okay? Das Klang­bild hier ist ein­fach per­fekt und ein all­ge­gen­wär­ti­ges, di­gi­ta­les wie auch ana­lo­ges Clip­ping ist kein Bug son­dern ein Fea­ture - ein Fuzz-ge­trie­ben­der Zer­mal­mer von Songs, die in ers­ter Li­nie äl­te­ren Scheiß her­auf­be­schwö­ren wie et­wa Ob­li­vi­ans, Go­ries, Pus­sy Ga­lo­re, Feed­ti­me, Rea­tards oder was auch im­mer euch da­zu noch ein­fällt.

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The Mute Servants - The Mute Servants

Ein Typ aus dem bri­ti­schen Wat­ford macht hier so ei­ni­ges falsch und ich find's ziem­lich geil. Et­wa, in­dem er 8 Songs, zwölf Mi­nu­ten ab­ge­fuz­z­ten Ga­ra­ge Rock auf sie­ben Zöl­le zu­sam­men­quetscht und das Ding für bes­te Ne­ga­tiv-Fi­de­li­tät dann auf 33 ta­cken dre­hen lässt. Au­ßer­dem, wer braucht schon aus­ge­feil­te Struk­tu­ren und fei­ne Nu­an­cen, wenn statt­des­sen auch ein­fach al­les die gan­ze Zeit schei­ße laut sein kann? War­um ei­nen Song mit drei Ak­kor­den schrei­ben, wenn's auch mit nur ei­nem geht? Ja, al­so… er­war­tet nichts zu schlau­es von die­ser EP, de­ren zot­te­li­ge In­ten­si­tät da­für aber pro­blem­los zu kom­pen­sie­ren ver­mag. Mal hat das was von ei­ner MC5 hul­di­gen­den In­kar­na­ti­on der frü­hen The Men auf Kol­li­si­ons­kurs mit De­st­ruc­tion Unit aber auch jün­ge­re Acts wie Ha­mer und Su­per-X sind da nicht all­zu weit her­ge­holt.

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Jackson Reid Briggs - Fear​/​​Move

Ich hat­te so mei­ne Pro­ble­me, mich mit den letz­ten paar Ver­öf­fent­li­chun­gen von Jack­son Reid Briggs und ih­rem et­was schwer­fäl­li­gen, über­la­de­nen Klang­kos­tüm an­zu­freun­den. Sei­ne neu­es­te EP - wäh­rend ei­ner kur­zen Ver­schnauf­pau­se zwi­schen Aus­tra­li­ens der­ben Co­vid-Lock­downs in ei­ner von sei­nen üb­li­chen "Hea­ters" ab­wei­chen­den Kon­stel­la­ti­on auf­ge­nom­men - sprüht hin­ge­gen wie­der vor En­er­gie und Spiel­freu­de in vier durch­weg star­ken Songs, de­nen der deut­lich ent­schlack­te Sound ganz aus­ge­zeich­net steht.

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Germ House - World's A Chore

Wie­der mal ei­ne tol­le EP von Germ House, ei­nem So­lo­pro­jekt von Jus­tin Hub­bard aus Rho­de Is­land, der zu­fäl­lig auch bei Far Cor­ners sei­ne Fin­ger im Spiel hat. Die drei neu­en Songs strah­len er­neut den ver­trau­ten Lo-Fi Charme aus und de­cken ei­ne Band­brei­te ab, die von kan­ti­gem Post Punk - wel­cher si­cher ein paar Ein­flüs­se bei The Fall oder De­spe­ra­te Bicy­cles auf­ge­so­gen hat - hin zu klas­si­schem Ga­ra­ge Rock und ge­gen­wär­ti­gem Ga­ra­ge Punk reicht. Gleich­zei­tig of­fen­bart das gan­ze aber auch ein pa­ra­do­xes Ohr­wurm­po­ten­zi­al und ei­nen ver­spiel­ten Vi­be, der mich an The Woo­len Men den­ken lässt.

Peace De Résistance - Hedgemakers

Na das ist ja mal ein be­mer­kens­wer­ter Scheiß hier. Der mi­ni­ma­lis­ti­sche Ga­ra­ge Rock auf dem Tape ei­nes New Yor­ker Ty­pen (oder ei­ner Band, ist et­was un­klar) klingt ge­ra­de­zu wie ein ver­lo­re­nes Pro­to­punk-Re­likt, wür­de aber auch auf ei­ner ty­pi­schen Mess­the­tics-/Ho­me­work Com­pi­la­ti­on nicht wei­ter auf­fal­len. Die ein­ge­schrumpf­te Per­cus­sion, ab­ge­kämpf­ten Vo­cals, spär­li­chen Ar­ran­ge­ments und Lo-Fi Pro­duk­ti­ons­wer­te ver­lei­hen die­sen Songs ei­ne ganz spe­zi­el­le Qua­li­tät, die glei­cher­ma­ßen roh und schlaf­trun­ken rü­ber­kommt.

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Print Head - Happyhappy

Whoa, was für ein wun­der­bar schrä­ger Bro­cken von Lo­Fi-mä­ßi­gem DIY-Rum­ge­schwur­bel in den Grau­zo­nen von Post Punk und Ga­ra­ge Rock, die­se Di­gi­tal­ver­öf­fent­li­chung ei­ner un­de­fi­nier­ten Person(en) aus Hicks­vil­le, New York. Klingt ein biss­chen so als ob ei­ne be­son­ders kru­de In­kar­na­ti­on der Woo­len Men ge­mein­sa­me Sa­che mit Half Ja­pa­ne­se und The UV Race macht. Ein­fach ent­zü­ckend!

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Super-X - Super-X

Nach ei­ner star­ken EP im Jahr 2017, lie­fern Su­per-X aus Mel­bourne jetzt ihr Lang­spiel­de­büt ab, das er­neut aus al­len Näh­ten platzt an­ge­sichts ei­ner un­ge­mein ab­ge­spa­ce­ten Wucht. Klas­si­sche Stoo­ges-En­er­gie kol­li­diert hier mit psy­che­de­li­schem Feu­er­werk á la frü­he Te­le­scopes, ei­ner un­er­war­tet kräf­ti­gen Do­sis Post Punk und ei­ner Spur MX-80. Da­bei blei­ben sie über die ge­sam­te Stre­cke span­nend und so viel­sei­tig, dass sich mit­un­ter doch sehr un­ter­schied­li­che Bands wie Pu­blic Eye, Writ­hing Squa­res, De­st­ruc­tion Unit, Faux Fero­cious, Bail­ter­space, The Cow­boy oder The Men in ih­rer Open Your He­art-Ära als Ver­glei­che an­bie­ten.

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The Busymen - Tick Tock

Ga­ra­ge Punk aus Bris­bane. Dies­mal von der ul­tra-alt­schu­li­gen, je­doch ganz und gar nicht lang­wei­li­gen, an­ge­nehm ab­ge­fre­ak­ten Sor­te. Klar hat das je­de Men­ge Stoo­ges-En­er­gie an Bord, die Or­gel­sounds las­sen so ei­nen sub­ti­len 80er Fly­ing Nun-Vi­be durch­schim­mern und der Wil­de hinter'm Mi­kro chan­nelt so ei­nen selt­sa­men Mix aus Ig­gy, Jad Fair, Mark E. Smith und ei­nem Da­mo Su­zu­ki, der ge­ra­de sei­nen sieb­ten Kaf­fee ge­habt hat.

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