Neutrals – Kebab Disco

Nach zwei wahnsinnig starken EPs hätte es mich doch sehr verwundert, wenn das erste Album der Band aus Oakland – erstmals beim Qualitätslabel Emotional Response erschienen – kein verdammter Gewinner wird. Und jau, die Platte hält mit links das Versprechen der EPs. Verspulten Schrammelpunk gibt es zu genießen, der am Morgen wohl viel Television Personalities im Müsli hatte und nicht nur jede Menge verschrobenen Charme sondern auch ausnamslos saumäßig gute Songs mitbringt.

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Microdoser – First Dose

Drei Spacken aus Santa Fe, New Mexico zünden auf ihrer Debüt-EP eine voll geladene Songkanone aus Schrammelfolkpowerpoppunk. Auf lyrischer Ebene hat das mehr Schaden als auf ein Dach passt und musikmäßig könnte man mit bestem Gewissen Vergleiche zu Bands wie TV Personalities, Dead Milkmen, The Pooh Sticks oder späteren Mekons bemühen.

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Vacation – Zen Quality Seed Crystal

Nachdem mir schon das letzte Album von Vacation aus Cincinnati, Ohio mit Leichtigkeit alle Türen eingerannt hat, verpassen sie ihrem Sound auf dem neuesten Tape ein saftiges downgrade, das ihnen sehr gut steht. Der borderline-LoFI Klang versprüht einen etwas verspielteren Vibe, ohne dass dabei der Lärm zu kürz käme. Da fühlt man sich unweigerlich an alte Guided By Voices, Sebadoh, ein bisschen Superchunk und außerdem an gegenwärtige Bands wie Treehouse erinnert. Wie es von den Jungs nicht anders zu erwarten war, glänzt das alles erneut durch hochwertiges Songwriting.

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Corner Boys – Waiting For 2020

Schnauze schon voll von 2019? Erzähl mir was neues. Waiting for 2020 ist neu. Mit ihrem ersten Langspieler knallen die Corner Boys aus Vancouver zum ersten mal so richtig rein bei mir, nachdem die bisherigen EPs noch nicht so richtig zünden wollten. Das ist erstklassiger Powerpop mit Punkantrieb und Garagenzusatz, außerdem mit Ähnlichkeiten zu Bad Sports, Booji Boys oder Steve Adamyk Band – jeweils um eine ausgeprägte 77er Kante ergänzt.

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Endless Column – Endless Column

Hatte gar nicht erwartet dass es sie noch gibt, dIese Band aus Chicago, die sich unter anderem Personal mit den Red Dons und Daylight Robbery teilt. Aus dem Umfeld letzterer Band wird hier in den kommenden Tagen auch noch mal etwas auftauchen. Endless Column tragen jedenfalls unverkennbar die Handschrift von Red Dons-Frontmann Doug Burns, kommen ein bisschen rüber wie eine etwas entspannter daher schrammelnde Variante eben dieser Band, gefiltert durch die Seele eines traurigen Surfers. Oder nach einer powerpoppigen Version von The Estranged. Und dass die Songs über jeden Zweifel erhaben sind, das versteht sich ja wohl von selbst.

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The Resonars – No Exit

Ich hatte mich schon gefragt, ob die Ein-Mann- Band von Matt Rendon aus Tucson, Arizona überhaupt noch existiert. Immerhin sind seid dem letzten Lebenszeichen vom ungekrönten König des British Invasion-Infizierten Garage Rock sage und schreibe sechs Jahre vergangen. Beantwortet wird die Frage nun in Form eines neuen Langspielers. Und der gute hat hier nichts verlernt, ganz im Gegenteil: Das mitreißende Powerpop-Songwriting, das die Band seit jeher meilenweit aus der Masse an ähnlich gelagerten Retrobands herausstechen lässt, hat eine spürbare Verjüngungskur verpasst bekommen, klingt so frisch und konsistent wie schon lange nicht mehr.

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Yups – Man On The Moon Man On The Moon

Der erste Langspieler der Yups aus Los Angeles ist eine wild gemischte Wundertüte, deren Inhalt ausnahmslos Spaß macht. Begrüßt wird man mit powerpoppigem Garage Punk, wie er den Booji Boys, Datenight oder Vaguess nicht fernsteht, außerdem einem Hauch von British Invasion, den Resonars nicht unähnlich. Im weiteren Verlauf gibt’s unter anderem noch melodischen Noisepop á la No Age, Wavves, frühe Japandroids zu hören und relaxten oldschool Indie Rock, der ein bisschen klingt wie Swervedriver auf Valium. Bei all diesen Dingen lassen sie nix anbrennen.

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Wet Dreams – Wet Dreams

Wet Dreams aus Oslo sind eine Seitenprojekt von Sebastian Ulstad, der manchen vielleicht als der Frontmann von Death By Unga Bunga eine Hausnummer ist und Wet Dreams als Spielwiese für Songs und Experimente ins Leben gerufen hat, die nicht so recht ins Repertoire seiner anderen Band passen wollen. In der Tat geht es auf Wet Dreams‘ ersten Langspieler um einiges knarziger zu mit einem Sound zwischen Garage Punk und Fuzz Pop, der ab und an auch mal leicht psychedelische Schlenker machen darf. Aber auch der von ihm gewohnte Powerpop-Faktor erstrahlt hier im besten Licht. Ich behaupte mal einfach, dass hier drin so zwei oder drei seiner stärksten Songs versteckt sind.

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Vaguess – Have A Good Summer

Auf seinem zweiten Langspieler schraubt das kalifornische Garagenwunder Vinny Vaguess den rohen Energielevel des grandiosen Vorgängers empfindlich herunter und rückt stattdessen ein Element in den Mittelpunkt, das eigentlich von Anfang an seine Geheimwaffe war, nämlich ein geradezu unfehlbares Gespür für simples aber mitreißendes Powerpop-Songwriting. Hin und wieder gibt’s außerdem mal ’nen Ausflug in Cowpunk-Gefilde und auch daran gibt’s überhaupt nichts auszusetzen. Wieder mal ziemlich brilliant.

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Steve Adamyk Band – Paradise

Steve Adamyk und Kumpanen lassen auch auf ihrem mindestens sechsten Langspieler nichts anbrennen, wollen und brauchen sich auch gar nicht neu erfinden. Wie gehabt kommt straighter Garagepunk zu Gehör, der konstant zwischen dem simpel-effektiven Arschtritt á la Sick Thoughts und Powerpop-Melodien der Radioactivity- oder Bad Sports-Geschmacksrichtung minus deren Melancholie oszilliert, dabei gerade eben so Pop ist wie Punk sein darf, ohne in mir Würgereflexe auszulösen.

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