Hatte gar nicht erwartet dass es sie noch gibt, dIese Band aus Chicago, die sich unter anderem Personal mit den Red Dons und Daylight Robbery teilt. Aus dem Umfeld letzterer Band wird hier in den kommenden Tagen auch noch mal etwas auftauchen. Endless Column tragen jedenfalls unverkennbar die Handschrift von Red Dons-Frontmann Doug Burns, kommen ein bisschen rüber wie eine etwas entspannter daher schrammelnde Variante eben dieser Band, gefiltert durch die Seele eines traurigen Surfers. Oder nach einer powerpoppigen Version von The Estranged. Und dass die Songs über jeden Zweifel erhaben sind, das versteht sich ja wohl von selbst.
Ich hatte mich schon gefragt, ob die Ein-Mann- Band von Matt Rendon aus Tucson, Arizona überhaupt noch existiert. Immerhin sind seid dem letzten Lebenszeichen vom ungekrönten König des British Invasion-Infizierten Garage Rock sage und schreibe sechs Jahre vergangen. Beantwortet wird die Frage nun in Form eines neuen Langspielers. Und der gute hat hier nichts verlernt, ganz im Gegenteil: Das mitreißende Powerpop-Songwriting, das die Band seit jeher meilenweit aus der Masse an ähnlich gelagerten Retrobands herausstechen lässt, hat eine spürbare Verjüngungskur verpasst bekommen, klingt so frisch und konsistent wie schon lange nicht mehr.
Der erste Langspieler der Yups aus Los Angeles ist eine wild gemischte Wundertüte, deren Inhalt ausnahmslos Spaß macht. Begrüßt wird man mit powerpoppigem Garage Punk, wie er den Booji Boys, Datenight oder Vaguess nicht fernsteht, außerdem einem Hauch von British Invasion, den Resonars nicht unähnlich. Im weiteren Verlauf gibt's unter anderem noch melodischen Noisepop á la No Age, Wavves, frühe Japandroids zu hören und relaxten oldschool Indie Rock, der ein bisschen klingt wie Swervedriver auf Valium. Bei all diesen Dingen lassen sie nix anbrennen.
Wet Dreams aus Oslo sind eine Seitenprojekt von Sebastian Ulstad, der manchen vielleicht als der Frontmann von Death By Unga Bunga eine Hausnummer ist und Wet Dreams als Spielwiese für Songs und Experimente ins Leben gerufen hat, die nicht so recht ins Repertoire seiner anderen Band passen wollen. In der Tat geht es auf Wet Dreams' ersten Langspieler um einiges knarziger zu mit einem Sound zwischen Garage Punk und Fuzz Pop, der ab und an auch mal leicht psychedelische Schlenker machen darf. Aber auch der von ihm gewohnte Powerpop-Faktor erstrahlt hier im besten Licht. Ich behaupte mal einfach, dass hier drin so zwei oder drei seiner stärksten Songs versteckt sind.
Auf seinem zweiten Langspieler schraubt das kalifornische Garagenwunder Vinny Vaguess den rohen Energielevel des grandiosen Vorgängers empfindlich herunter und rückt stattdessen ein Element in den Mittelpunkt, das eigentlich von Anfang an seine Geheimwaffe war, nämlich ein geradezu unfehlbares Gespür für simples aber mitreißendes Powerpop-Songwriting. Hin und wieder gibt's außerdem mal 'nen Ausflug in Cowpunk-Gefilde und auch daran gibt's überhaupt nichts auszusetzen. Wieder mal ziemlich brilliant.
Steve Adamyk und Kumpanen lassen auch auf ihrem mindestens sechsten Langspieler nichts anbrennen, wollen und brauchen sich auch gar nicht neu erfinden. Wie gehabt kommt straighter Garagepunk zu Gehör, der konstant zwischen dem simpel-effektiven Arschtritt á la Sick Thoughts und Powerpop-Melodien der Radioactivity- oder Bad Sports-Geschmacksrichtung minus deren Melancholie oszilliert, dabei gerade eben so Pop ist wie Punk sein darf, ohne in mir Würgereflexe auszulösen.
Exzellenter Stoff einer Band aus Monterrey, Mexico, der über das Washingtoner Label Ressurection Records den Weg hierher gefunden hat. Ein garagiger Sound bildet hier die Basis, auf der sich ein farbenfrohes Spektakel entfaltet als wären etwa die Red Dons mit ihrem Hang zur großen Hymne zusammen mit dem allgemeinen Vibe von Apache Dropout in einem Meer aus 60s Psychedelia und Surfrock eingetaucht. Die B-Seite bekommt dann noch einen leichten Post Punk-Schliff á la Ex-Cult verpasst und der no-wavige Saxofoneinsatz transportiert den Song in unerwartet abgehobene Sphären.
Seit ihrem Tape vor zweieinhalb Jahren hat sich soundmäßig nicht viel geändert bei Strange Passage aus Somerville, Massachusetts. Unaufgeregter Jangle-/Powerpop also, der mit einem durchweg sauberen Song-Unterbau überzeugen kann.
Fluffig-Powerpoppiges Zeug von einer Band aus Austin, irgendwo zwischen dem Indierock der 90er und dem College Rock der 80er. Das hat ein paar leise Spuren von Superchunk, Mega City Four, Surfa Rosa-Ära Pixies, späteren Replacements, ganz frühen Bitch Magnet, vielleicht sogar ein wenig Slickee Boys.
Missing Pages sind eine aktuelle Band um Stephen Svacina, der den meisten von euch ja sicher schon mal als Teil von Jonly Bonly und Mind Spiders untergekommen ist. Nach letztgenannter Band klingt ihr kräftiger Mix aus melodischem Punkgedöns, klassischem Indie Rock und Power Pop dann auch ein bisschen, natürlich aber auch nach den anderen zwei Teilen der texanischen Garagen-/Powerpop-Dreieinigkeit, Radioactivity und Marked Men. Außerdem etwas nach Milked, Xetas und Bad Sports. Geht klar!