YC-CY – Béton Brut

Irgendwe konnte ich die begeisterten Reaktionen auf das Debütalbum der Schweizer im vorletzten Jahr noch nicht so hundertprozentig nachvollziehen. Zu überladen klang mir das; nach reichlich Ideeen aber einem empfindlichen Mangel an Orientierung und Feinschliff. In den letzten zwei Punkten hat der nun erschienene Nachfolger dramatisch zugelegt. Das klingt nicht nur verdammt gut, sondern hat diesmal auch durchweg Hand und Fuß - so zieht mich ihr wuchtig rotierender Sound zwischen Noise Rock und Post Punk letztendlich doch noch auf seine Seite. Oft klingt mir das nach einer seltsamen Verschmelzung von Lardo und Haunted Horses.

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T.L.B.M. – Vol. 5

Wieder mal eins dieser Ein-Mann Homerecording-Projekte die in letzter Zeit ja vermehrt kruden Lärm in den Äther schicken. Ein ganz prächtiges Exemplar davon aus Los Angeles ist diesmal am Start. Auf dessen aktuellen Tape gibt's ansteckenden LoFi-Sound zwischen Garage-, Elektro- und Weirdo Punk zu schlucken, der Freunden von Wonder Bread, Skull Cult, Set-Top Box, Giorgio Murderer oder Clarko sicher gut ins ästhetische Empfinden passt.

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Ufosekte – Ufosekte

Die Frankfurter Band beeindruckte schon vor zwei Jahren mit einem 2-Song Demo und auch ihre erste EP via Tomatenplatten ist ein Postpunk-Arschtritt mit viel Schmackes, der etwas von der aktuellen Berliner Schule á la Pretty Hurts hat, von US-Bands wie Red Dons, Criminal Code und The Estranged. Ganz besonders finde ich aber starke Parallelen zum derzeitigen Punkgeschehen in Frankreich, zu Bands wie Telecult, Youth Avoiders und Night Watchers.

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Nots – 3

Endlich mal wieder ein neues Nots Album! Nun eilt Nots Alben ja der Ruf voraus, sehr gute Alben zu sein. Auch das neueste davon wird niemanden vom Gegenteil überzeugen. Die eiskalte Konsequenz beeindruckt mich immer noch, mit der die Postpunk-Formation aus Memphis, Tennessee seit einem halben Jahrzehnt ihren kompromisslos monotonen Sound durchzieht und sich dabei offensichtlich 'nen Scheiß dafür interessiert, auf welchen Zug die restliche Szene gerade wieder aufpringt. Ganz im Gegenteil, Nots haben sich schon lange ihre eigenwillige kleine Mikronische erobert und perfektionieren eben diese zunehmend. Das alte Feuer haben sie sich bei all dem bewahrt, bleiben so roh und stachelig wie man es von ihnen nicht anders kennt.

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Radical Kitten – Contre Nature Han

Fitter Post Punk aus Toulouse, der fraglos seine Hausaufgaben gemacht hat und wiederholt einen fast-schon-aber-noch-nicht-ganz tanzbaren Rhythmusmotor gegen Leitplanken aus Noise anecken lässt.

Brandy – Clown Pain 7″

Nach ihrem sehr geilen ersten Tape hat es ein bisschen Zeit und eine Vinyl-Reissue auf Monofonus Press gebraucht, bis mal ein paar mehr Leute die New Yorker Band wahrgenommen haben. Ihr neue 7" ist mit Total Punk erneut auf einem Label erschienen, das einfach für Qualität steht. Die Produktion ist diesmal etwas Hochwertiger, der Sound dadurch etwas zugänglicher. Was aber nicht heißt dass ihr primitives Riffing auf der Schwelle zwischen Noise und Garage seinen Beißreflex verloren hätte. Es knarzt auch diesmal wunderschön.

Bruised – Rotten Codex

Lange drauf gewartet, jetzt ist er endlich draußen: Der erste Langspieler von Bruised aus Chicago. Der hält was er verspricht und begeistert mit wahnsinnig hochwertigem Post Punk, der wenig Interesse daran zeigt, seine Performance in ein genretypisch rigides Korsett zu zwängen, sondern der einfach nur mit Überzeugung geradeaus rocken will und in puncto Songs durchweg einen robusten, tragfähigen Unterbau vorzuweisen hat. Das vereint einige der besten Tendenzen von Bands wie Sievehead, Negative Space, Diät, Rank Xerox und Institute. Nuff said.

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Co-op – III

Nach der ziemlich geilen EP vor anderthalb Jahren war es man höchste Zeit für neues Material der Band aus Vancouver. Das wirkt im Gesamteindruck etwas unfokussierter, was wohl vor allem an den drei Instrumentalstücken und Interludes liegt, die den Fluss des Albums eher unterbrechen als ihm dienlich zu sein. Lässt man eben jene aus, bleibt eber erneut eine ausgezeichnete EP übrig. Wie gehabt trifft in ihrem Art- und Post Punk elaborierte Songarchitektur auf Wire-Minimalismus und psychedelische Zutaten, die mich an Paint Thinner erinnern. Andererseits kann es auch mal ein wenig nach Bambara oder Protomartyr in ihren etwas kantigeren Momenten klingen.

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Dr. Sure’s Unusual Practice – Its Alive ​/ ​Busy Bigness

Saugute Debüt-Cassingle hat hier mal wieder eine Band aus Melbourne hingelegt. Quirligen Post Punk gibt's zu hören, der mit einer garagigen Klangästhetik und new-wavigen Vibes sogar einem notorischen Trübsalbläser wie mir für ein moderates Maß an guter Laune beschert.

Drahla – Useless Coordinates

Die Post-/Artpunk-Kapelle aus Leeds hat in den vergangenen Jahren ja schon mit drei EPs für reichlich Aufsehen gesorgt und sich dabei qualitativ mit jeder Veröffentlichung deutlich gesteigert - und dabei war schon die erste davon saugut. Dieser Aufwärtstrend wird auch mit ihrem Langspieldebüt fortgeführt, dessen Songstrukturen und Arrangements so perfekt ausbalanciert, bis ins kleinste Detail ausformuliert und effektiv rüber kommen wie kaum etwas, das ich in letzter Zeit zu Gehör bekam. Zum Einstieg gibt es wieder die von den EPs bekannten Sonic Youth-Gitarren zu hören, man kann leichte Anflüge von Jawbox oder aktuelleren Noiserockern wie Tunic vernahmen. Von all dem entfernen sie sich aber zunehmend im Laufe des Albums. Stellenweise erinnert mich der Sound dann stark an die New Yorker Pill, allerdings verschweißt mit dem kräftigen Motor von Drive Like Jehu. Starke Platte.

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