Spray Paint And The Rebel - Charles And Roy's Purple Wang

Spray Paint And The Rebel - Charles And Roy's Purple Wang

Für das (wenn ich nichts ver­pass hab) dritte Kapi­tel ihrer Kol­la­bo­ra­ti­ons-Serie bege­ben sich die expe­ri­men­tel­len Noi­sero­cker Spray Paint aus Aus­tin, Texas auf Kol­li­si­ons­kurs mit dem Lon­do­ner Weirdo Folk- und Gara­gen­blues-Pro­jekt The Rebel. Was dabei her­aus­kam ist bis­lang mein Favo­rit der Reihe, aber ich bin ja auch nicht mehr ganz rich­tig im Kopf. Wie schon Dan Mel­chior auf der Con­tri­bu­ters-Platte lockert auch The Rebel aka Coun­try Teasers Front­mann Ben Wal­lers den Sound deut­lich auf, ver­passt ihm gleich­zei­tig aber eine noch viel schrä­gere Kante. Zwi­schen­zeit­lich kann das mal ein biss­chen so klin­gen als wären frühe The Fall in einen Pot(t) aus hal­lu­zi­no­ge­nem Kraut gefal­len.

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Glen Schenau - Phantom Vibration

Glen Schenau - Phantom Vibration

Auf sei­nem ers­ten Vinyl­re­lease führt der Aus­tra­lier - den man unter ande­rem schon als Teil von Kitchen's Floor, Bent, Cured Pink und noch eini­gen ande­ren Bands gehört hat - sein end­los ver­schro­be­nes wie auch lie­bens­wer­tes Geschram­mel fort, wie man's schon vom letz­ten Tape kennt. Aber gleich­zei­tig haben seine selt­sa­men Song­kon­strukte auch eini­ges an Pro­fil gewon­nen. Post Punk ohne Punk. Noise Rock ohne Noise.  Es bleibt span­nend.

Flogging A Dead One Horse Town - Noise Crack /​ EP 4

Flogging A Dead One Horse Town - Noise Crack / EP 4

Auf der aktu­el­len EP die­ser Combo aus Auck­land, Neu­see­land nimmt ihr dis­so­nan­ter und wun­der­bar unkon­ven­tio­nel­ler Sound aus Noise Rock und Post Punk eine deut­lich kon­kre­tere Form an als auf bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen. Ein biss­chen klingt das als träfe der abs­trakte Lärm von Spray Paint oder House­wi­ves auf die uralte AmRep- und Touch&Go-Schule.

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Puss - Antimatter

Puss - Antimatter

Was für'n gei­ler Scheiß ist das denn bitte? Auf der aktu­el­len EP die­ser New Yor­ker For­ma­tion begeg­net einem kaput­ter Lärm zwi­schen Elek­tro­punk, Noise und einer Spur von No Wave. Am Mikro dann eine Art Damo Suzuki auf einem sehr bösen Höl­len­trip, der ihrem schrä­gen Sound den letz­ten Schub­ser in Rich­tung Wahn­sinn ver­passt. Auch wenn mir da Ver­glei­che z.B. zu Pri­mi­tive Cal­cu­la­tors oder Holi­day Inn ein­fal­len - das Zeug ist ziem­lich weit drau­ßen.

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Gad Whip - Post Internet Blues

Gad Whip - Post Internet Blues

Die expe­ri­men­telle Post­punk-For­ma­tion irgendwo aus Eng­land ist an die­ser Stelle ja schon mit der einen oder ande­ren EP auf­ge­schla­gen. Mit ihrem aktu­el­len Lang­spie­ler hie­ven Gad Whip ihren eigen­wil­li­gen Sound aber auf ein ganz ande­res Level, ver­wirk­li­chen zuneh­mend das den frü­he­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen inne­woh­nende Poten­zial. Es ist glei­cher­ma­ßen ihre zugäng­lichste wie auch ihre unvor­her­seh­barste Platte bis­lang, deren urei­gene Vision des ver­ton­ten Unba­ha­gens immer für eine betrüb­li­che Über­ra­schung gut ist. Ein unge­schön­ter Blick auf die häss­li­che Gegen­wart vor der eige­nen Haus­tür und ein hol­pe­ri­ger Trip in eine unge­wisse Zukunft. Das bricht sich auch aber­mals Bahn in den ruhe­lo­sen Rants von Front­mann Pete Davies. Unge­hal­te­ner und auf­ge­wühl­ter als je zuvor ergießt sich ein unge­fil­ter­ter Bewusst­seins­strom über den Hörer, der Inhalt­lich durch­weg vom Zer­fall geprägt ist. Wie­der­keh­rende Bil­der von dahin­rot­ten­der Infra­struk­tur sind nur ein Spie­gel von poli­ti­schen, sozia­len, media­len und mora­li­schen Rea­li­tä­ten, die hier genauso unge­schminkt zum Aus­druck kom­men. Post Inter­net Blues reak­ti­viert die Wut im Bauch und hin­ter­lässt einen Kloß im Hals wie es noch keine andere Platte aus dem 12XU-kom­pa­ti­blen Spek­trum in die­sem Jahr geschafft hat.

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The Channels - Double Negative

The Channels - Double Negative

Star­kes Zeug kommt mal wie­der aus dem Hause Drop Medium. The Chan­nels kom­men irgendwo aus Mas­sa­chu­setts und erzeu­gen auf ihrem (ver­mut­lich) zwei­ten Lang­spie­ler einen dich­ten und ato­na­len, in Dub getränk­ten Sound aus Noise, Post Punk und ganz viel altem No Wave. Per­so­nelle Con­nec­tions zu Gue­rilla Toss sind gege­ben, was sound­mä­ßig ja auch nicht ganz fern liegt. Mich erin­nert diese Mischung aber eher an kon­tem­po­räre Bands wie Spray Paint, Exek, House­wi­ves oder Haun­ted Hor­ses.



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Soft Issues - Soft Issues

Soft Issues - Soft Issues

Oh my, das ist ja mal ein… Ding. Soft Issues sind ein Duo aus Leeds und ihre erste EP kommt mit einem räu­di­gen Bro­cken von Geräusch daher, einer kom­pro­miss­lo­sen Klang­at­ta­cke im Spek­trum von purem Noise, Power Elec­tro­nics, Indus­trial. Das alles mit einer pri­mi­ti­ven, pun­ki­gen Ener­gie, die selbst in die­sen extre­men Gen­res recht sel­ten gewor­den ist.


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Zlota Jesieǹ - W tobie nie jestem sobą

Zlota Jesieǹ -  W tobie nie jestem sobą

Art- & Post­punk, Noise- und Expe­ri­men­tal­rock aus War­schau, der offen­bar eini­ges von den prä-Daydream Nation Sonic Youth, Glenn Branca und über­haupt von altem Lärm mit No Wave-Bezug mit­ge­nom­men hat, bei all dem aber auch aus­rei­chend eige­nes Tem­pe­ra­ment ver­sprüht um pro­blem­los auf eige­nen Füßen zu ste­hen.



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Exek - Ahead Of Two Thoughts

Exek - Ahead Of Two Thoughts

Das Schaf­fen die­ser Band ver­folge ich äußerst gespannt, seit Exek mir zum ers­ten mal durch eine Split-EP mit Spray Paint ins Bewusst­sein dran­gen. Mit ihrer eigen­wil­li­gen Mischung aus Dub, Post- und Art­punk, Psy­che­de­lic und diver­sen ande­ren expe­ri­men­tel­len Sounds klin­gen sie wie der­zeit keine ande­ren Band. Nach einer Com­pi­la­tion im vor­letz­ten Jahr ist jetzt das lange erwar­tete Debüt­al­bum der Band erschie­nen und es ist schon erstaun­lich, wie kom­pakt und zugäng­lich ihr Sound dar­auf rüber­kommt, obwohl des­sen Grund­zu­ta­ten eigent­lich eher das Gegen­teil sug­ge­rie­ren wür­den. Kann man jetzt schon zu den abso­lu­ten High­lights des noch jun­gen Jah­res zäh­len.



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Traumatologia - C​.​C.

Traumatologia - C​.​C.

Die aktu­elle digi­tale Sin­gle vom New Yor­ker Solo­künst­ler Zol­tán Sindhu aka Trau­ma­to­lo­gia (der wie's scheint auch bei den Indiero­ckern Pom Pom Squad für den Bass zustän­dig ist) kommt nach zwei auf den ers­ten Blick deut­lich nebu­lö­se­ren, von dich­ten Nebel­wän­den, sinis­te­ren Stim­men und ver­dräng­ten Erin­ne­run­gen durch­zo­ge­nen EPs gera­dezu vor wie eine Pop­sin­gle. Greif­ba­rer als bis­her gewohnt, ver­lie­ren die zwei neuen Songs aber kei­nes­wegs ihren Blick auf die dunk­len Orte der Psy­che, die nach wie vor zwi­schen den Schich­ten aus Noise und Melo­dien ihr Unwe­sen trei­ben.

Die ers­ten bei­den EPs waren wie ein schwar­zer Abgrund, in den man erst mal ver­sin­ken, sich an die Dun­kel­heit gewöh­nen musste um die Schön­heit darin zu erken­nen. Hier nähert sich Sindhu schein­bar von der ande­ren Seite her. Die Musik wirkt im ers­ten Moment ein­la­dend und far­ben­froh, offen­bart erst nach und nach die Risse, den Ver­fall, die Wun­den die sich dahin­ter ver­ber­gen. Alle drei bis­he­ri­gen EPs tra­gen diese Gegen­sätz­lich­keit in sich, ohne jemals stump­fen Elends­tou­ris­mus zu betrei­ben. Es ist die mal offen­sicht­li­che, mal im Dun­keln ver­bor­gene Wärme und Mensch­lich­keit, die mich an die­ser Musik so fas­zi­niert und sie aus der gro­ßen Masse her­vor­hebt.

Trau­ma­to­lo­gia gehört der­zeit zu den inter­es­san­tes­ten Pro­jek­ten im Dunst­kreis von Noise, Ambi­ent und elek­tro­ni­schen Klän­gen. Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise noch gehen wird.