Gad Whip - Ward 24 7"

Gad Whip - Ward 24 7"

Neuer Klein­krem­pel von den bri­ti­schen Post­pun­kern. Die A-Seite geht im eher gemäch­li­chen, Dub-infi­zier­ten Beat voran, die B-Seite knallt hin­ge­gen ein ener­gi­sches Minia­tur-Punk­epos in Cine­ma­scope vor den Latz. Dass letz­te­res stär­ker mei­nen Nerv trifft, ver­steht sich von selbst.

Metro Crowd - Planning:

Metro Crowd - Planning:

Mit wahr­lich abge­fah­re­nem Scheiß im Spek­trum von Post Punk und Noise über­rollt das zweite Album von Metro Crowd aus Rom seine Hörer. Eine ein­zige Reiz­über­flu­tung, durch­setzt von Dub-Ver­satz­stü­cken, metal­li­schen Sam­ples und Vocals, die ich mal als schwer gestört bezeich­nen würde. Man stelle sich so ein Zwi­schen­ding aus Mem­bra­nes und Swell Maps auf 'nem extra­bö­sen Trip vor. Aber auch aktu­el­lere Bands wie Ice Bal­loons, House­wi­ves oder Exek kann man zu den ent­fern­ten Ver­wand­ten davon zäh­len.

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The Cool Greenhouse - Crap Cardboard Pet

The Cool Greenhouse - Crap Cardboard Pet

Mit maxi­mal geschä­dig­tem sowie repe­ti­ti­ven DIY-Geschram­mel kommt diese EP einer Lon­do­ner Band ange­latscht wie der sprich­wört­li­che Ele­fant im Por­zel­lan­la­den und schert sich einen Dreck darum, ob dein ästhe­ti­sches Emp­fin­den damit ein­ver­stan­den ist. Das beschwört einer­seits den Geist der alten Bri­ti­schen Szene á la frühe The Fall oder Despe­rate Bicy­cles her­auf, weist aber auch Ähn­lich­kei­ten zur aktu­el­len DIY-Szene in Port­land um Bands wie Honey Bucket oder Mope Groo­ves auf. Musik also, die mit vol­ler Absicht die Geduld stra­pa­ziert.

Eat Avery's Bones - Where's Eat Avery's Bones?

Eat Avery's Bones - Where's Eat Avery's Bones?

Tra­ding Wre­ckage mel­det sich mal wie­der zu Wort, das "Fake Label" rund um ein in Aus­tin, Texas ansäs­si­ges, nur lose defi­nier­ba­res Sze­ne­kol­lek­tiv im Dunst­kreis von Noise und No Wave. Hier bereits zu bewun­dern gewe­sen in Form der Bands Flesh Narc und Gay Cum Dad­dies. Zu denen gibt's auch in die­ser For­ma­tion wie­der mas­sive Über­schnei­dun­gen im Lin­eup, ins­ge­samt war an die­ser Platte aber eine rotie­rende Beset­zung von min­des­tens elf Kra­wall­erzeu­gern betei­ligt. Gering­fü­gig gerad­li­ni­ger und zugäng­li­cher wirkt das hier als bei den genann­ten Bands, in man­chen Momen­ten fast schon tanz­bar. Den­noch ist das Zeug alles andere als nor­mal und nicht zuletzt auf­grund der epi­schen Spiel­zeit erst­klas­sig nerv­tö­tend.

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Gay Cum Daddies - Metal Beach

Gay Cum Daddies - Metal Beach

Der dis­so­nante Krach zwi­schen den Tel­ler­rän­dern von (Neo-)No Wave und Weirdo Noise Rock auf dem aktu­el­len Tape die­ser Band aus Den­ton, Texas kam mir unmit­tel­bar bekannt vor. Und wie sich dann her­aus­stellte sind tat­säch­lich drei von vier Band­mit­glie­dern zumin­dest zeit­weise bei Flesh Narc aktiv, die hier ja auch schon zwei mal ver­tre­ten waren. Kaput­tes aber ebenso spa­ßi­ges Geschred­der.

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Spray Paint And The Rebel - Charles And Roy's Purple Wang

Spray Paint And The Rebel - Charles And Roy's Purple Wang

Für das (wenn ich nichts ver­pass hab) dritte Kapi­tel ihrer Kol­la­bo­ra­ti­ons-Serie bege­ben sich die expe­ri­men­tel­len Noi­sero­cker Spray Paint aus Aus­tin, Texas auf Kol­li­si­ons­kurs mit dem Lon­do­ner Weirdo Folk- und Gara­gen­blues-Pro­jekt The Rebel. Was dabei her­aus­kam ist bis­lang mein Favo­rit der Reihe, aber ich bin ja auch nicht mehr ganz rich­tig im Kopf. Wie schon Dan Mel­chior auf der Con­tri­bu­ters-Platte lockert auch The Rebel aka Coun­try Teasers Front­mann Ben Wal­lers den Sound deut­lich auf, ver­passt ihm gleich­zei­tig aber eine noch viel schrä­gere Kante. Zwi­schen­zeit­lich kann das mal ein biss­chen so klin­gen als wären frühe The Fall in einen Pot(t) aus hal­lu­zi­no­ge­nem Kraut gefal­len.

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Glen Schenau - Phantom Vibration

Glen Schenau - Phantom Vibration

Auf sei­nem ers­ten Vinyl­re­lease führt der Aus­tra­lier - den man unter ande­rem schon als Teil von Kitchen's Floor, Bent, Cured Pink und noch eini­gen ande­ren Bands gehört hat - sein end­los ver­schro­be­nes wie auch lie­bens­wer­tes Geschram­mel fort, wie man's schon vom letz­ten Tape kennt. Aber gleich­zei­tig haben seine selt­sa­men Song­kon­strukte auch eini­ges an Pro­fil gewon­nen. Post Punk ohne Punk. Noise Rock ohne Noise.  Es bleibt span­nend.

Flogging A Dead One Horse Town - Noise Crack /​ EP 4

Flogging A Dead One Horse Town - Noise Crack / EP 4

Auf der aktu­el­len EP die­ser Combo aus Auck­land, Neu­see­land nimmt ihr dis­so­nan­ter und wun­der­bar unkon­ven­tio­nel­ler Sound aus Noise Rock und Post Punk eine deut­lich kon­kre­tere Form an als auf bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen. Ein biss­chen klingt das als träfe der abs­trakte Lärm von Spray Paint oder House­wi­ves auf die uralte AmRep- und Touch&Go-Schule.

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Puss - Antimatter

Puss - Antimatter

Was für'n gei­ler Scheiß ist das denn bitte? Auf der aktu­el­len EP die­ser New Yor­ker For­ma­tion begeg­net einem kaput­ter Lärm zwi­schen Elek­tro­punk, Noise und einer Spur von No Wave. Am Mikro dann eine Art Damo Suzuki auf einem sehr bösen Höl­len­trip, der ihrem schrä­gen Sound den letz­ten Schub­ser in Rich­tung Wahn­sinn ver­passt. Auch wenn mir da Ver­glei­che z.B. zu Pri­mi­tive Cal­cu­la­tors oder Holi­day Inn ein­fal­len - das Zeug ist ziem­lich weit drau­ßen.

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Gad Whip - Post Internet Blues

Gad Whip - Post Internet Blues

Die expe­ri­men­telle Post­punk-For­ma­tion irgendwo aus Eng­land ist an die­ser Stelle ja schon mit der einen oder ande­ren EP auf­ge­schla­gen. Mit ihrem aktu­el­len Lang­spie­ler hie­ven Gad Whip ihren eigen­wil­li­gen Sound aber auf ein ganz ande­res Level, ver­wirk­li­chen zuneh­mend das den frü­he­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen inne­woh­nende Poten­zial. Es ist glei­cher­ma­ßen ihre zugäng­lichste wie auch ihre unvor­her­seh­barste Platte bis­lang, deren urei­gene Vision des ver­ton­ten Unba­ha­gens immer für eine betrüb­li­che Über­ra­schung gut ist. Ein unge­schön­ter Blick auf die häss­li­che Gegen­wart vor der eige­nen Haus­tür und ein hol­pe­ri­ger Trip in eine unge­wisse Zukunft. Das bricht sich auch aber­mals Bahn in den ruhe­lo­sen Rants von Front­mann Pete Davies. Unge­hal­te­ner und auf­ge­wühl­ter als je zuvor ergießt sich ein unge­fil­ter­ter Bewusst­seins­strom über den Hörer, der Inhalt­lich durch­weg vom Zer­fall geprägt ist. Wie­der­keh­rende Bil­der von dahin­rot­ten­der Infra­struk­tur sind nur ein Spie­gel von poli­ti­schen, sozia­len, media­len und mora­li­schen Rea­li­tä­ten, die hier genauso unge­schminkt zum Aus­druck kom­men. Post Inter­net Blues reak­ti­viert die Wut im Bauch und hin­ter­lässt einen Kloß im Hals wie es noch keine andere Platte aus dem 12XU-kom­pa­ti­blen Spek­trum in die­sem Jahr geschafft hat.

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