Kaleidoscope – After The Futures…

Kaleidoscope aus New York stechen schon seit einigen Jahren als eine der spannendsten Hard-/Postcorebands der Gegenwart heraus. Die Mitglieder verdingten sich in der Vergangenheit bei Bands wie Ivy, Deformity und JJ Doll - ja auch alles nicht die langweiligsten Acts - und auf ihren bisherigen EPs konnte man sich nie so ganz sicher sein, was sie einem dieses mal vorsetzen würden; so konnte der ungeschliffene Hardcorepunk ihrer frühen Veröffentlichungen mal eine etwas postpunkige Richtung einschlagen, ein anderes mal mit psychedelischen Sounds, dreckigem Garage- und Acid Rock versetzt sein. Von all dem finden sich auch auf ihrem ersten Langspieler subtile Echos wieder, aber vor allem darf man feststellen, dass sie dabei noch nie so kompakt, selbstbewusst und druckvoll geklungen haben mit einem endlos popotretenden Postcore-Sound, den ganz besonders Freunde von Institute und Bad Breeding zu schätzen wissen werden. Aber von den genannten Bands heben sie sich dann wiederum auch problemlos ab mit einer nach wie vor ausgesprochen breiten Palette an Einflüssen und Stilmitteln. Da besteht kein Zweifel, dass wir von denen noch öfter hören werden.

Album-Stream →

Dr. Sure’s Unusual Practice – The West

Die vor geraumer Zeit erschienene Cassingle der Band aus Melbourne weckte als erster Teaser schon ganz ordentliche Erwartungen an ihr Debütalbum, aber so einem konsistent hohem Qualitätslevel hatte ich dann doch nicht gerechnet. Die grundlegenden musikalischen Koordinaten bleiben aber die gleichen; es gibt Post Punk von ungewöhnlicher Quirligkeit zu bestaunen, dessen geradezu leichtfüßige und dennoch knackige Grooves ganz Genre-untypisch sogar eine vorsichtige Menge Spaß genehmigen. Dass die Platte dabei nie albern oder käsig klingt ist einer bombenfesten, sorgfältig ausbalancierten Songarchitektur zu verdanken. Aktuellen Bands wie Crack Cloud oder The World steht das nicht ganz fern.

Album-Stream →

Cagette – Chronical Urticaria

Frankreich ist jetzt nicht so das Pflaster welches ich normal mit dieser Art von Postpunk in Verbindung bringen würde, aber diese Band aus Rennes ist fraglos ein bereits sehr schmackhaft anmutendes Früchtchen. Das hat sicher noch ein paar Tage an der Sonne nötig um sein volles Aroma zu entfalten, macht aber auch im gegenwärtigen Stadium schon ordentlich was her.

Album-Stream →

Speck – Dead Air Sessions 2019

Speck aus Los Angeles stachen schon auf ihrer ersten EP Psycho Babble im letzten Jahr deutlich aus der Masse heraus, indem sie ihren Postpunk - der damals vielleicht ein bisschen an Bruised erinnerte - mit einem für's Genre eher ungewohnten psychedelischen Unterton anreicherten. Davon ist auf der neuesten EP nicht mehr viel zu vernehmen. Stattdessen hat ihre Musik seitdem eine satte Ladung Hardcore-Kawumms und Noise in sich aufgesogen, was in dieser Kombination ein bisschen an Anxiety oder Acrylics erinnern mag, und will sich auch sonst nicht allzu sklavisch an etablierte Genre-Strickmuster halten. Spannende Band.

Album-Stream →

Imposition Man – Imposition Man

Neue EP der Postpunk-Formation zwischen den Welten von Graz und Berlin! Die wurde dort aufgenommen wo coole Bands in Berlin halt derzeit ihre Platten aufzunehmen pflegen und auch wenn Big Black meets Diät nach wie vor als eine ganz brauchbare Umschreibung ihrer Musik erscheint, würde ich dem nun gelegentlich auch eine Spur von Criminal Code, vielleicht auch etwas Wymyns Prysyn oder deren Nachfolger Uniform (Nein, nicht die Uniform. Die anderen.) unterstellen, wobei ich ebenso erwähnen muss dass ihre Songs und ihr Sound ein ganzes Stück ausformulierter und kompakter geworden sind. Und das liegt nicht nur an der knackigeren Produktion, auch wenn die natürlich ihr übriges dazu beiträgt.

Album-Stream →

The Baby – Winter Tape

BASF Type 1, no dubley. The Baby aus Sydney scheinen zu wissen gut ist. Ihr kruder Post Punk zum Beispiel ist große Kunst und kommt für mein Verständnis in etwa so rüber als wären Tyvek und The UV Race mit The Membranes, frühen The Fall und 80er Half Japanese gekreuzt worden.

Album-Stream →

Neutrals – Kebab Disco

Nach zwei wahnsinnig starken EPs hätte es mich doch sehr verwundert, wenn das erste Album der Band aus Oakland - erstmals beim Qualitätslabel Emotional Response erschienen - kein verdammter Gewinner wird. Und jau, die Platte hält mit links das Versprechen der EPs. Verspulten Schrammelpunk gibt es zu genießen, der am Morgen wohl viel Television Personalities im Müsli hatte und nicht nur jede Menge verschrobenen Charme sondern auch ausnamslos saumäßig gute Songs mitbringt.

Album-Stream →

Reality Instructors – Ritual Ignorant

Aggro Jangle ist zwar eine wirklich köstliche Genrebezeichnung und es wird in der Tat ordentlich geschrammelt hier, aber eigentlich würde ich das, was diese Band aus Melbourne auf ihrem Debütalbum fabriziert eher im melodischen Grenzbereich des Post Punk, auf der Schnittstelle zu straightem Punk- und Indie Rock einordnen. Und damit in direkter Nachbarschaft zu Bands wie The Estranged, Radar Eyes, Daylight Robbery oder Red Dons, auch wenn Reality Instructor anders als die genannten Acts gerne mal das Tempo und den Knarzfaktor etwas entspannter durchhängen lassen.

Album-Stream →

Dee Bee Rich – Mad Crocodile

In Berlin, an einer im 12XU-relevanten Umfeld gerade ziemlich geläufigen Allee, ist mal wieder ein neues Tape von den Bäumen gefallen. Kruder Synth-/Elektropunk ist es diesmal geworden, der zwischen Genre-Hausnummern wie Mark Cone, Wonder Bread, Clarko, ISIS oder Skull Cult eine ästhetisch ansprechende Figur hergibt.

Album-Stream →

Purple-X – Purple-X 7″

Das erste Demo vor zwei Jahren von der Band aus Oslo versprach schon einiges, basierte für meine Tasse Tee aber noch etwas zu stark auf ausgeleiertem Metal-Riffing. Genau dessen haben sie sich auf ihrer ersten 7" - natürlich wieder via Byllepest veröffentlicht - entledigt und ihr kratzbürstiger Sound zwischen Post- und Hardcorepunk entwickelt darauf eine nicht zu unterschätzende Sprengkraft.

Album-Stream →