Donors - Donors

Das hier ist ein selt­sa­mes Biest. Do­nors aus Nash­ville zo­gen schon vor zwei Jah­ren mit ih­rer ers­ten EP und ei­nem noch nicht ganz so aus­ge­fre­ak­ten Cock­tail aus Ga­ra­ge- und Post Punk mei­ne Auf­merk­sam­keit auf sich, aber das hier ist ein ganz an­de­rer Le­vel an Schräg­heit, wenn sie ih­ren Sound in zu­neh­men­dem Ma­ße mit dis­so­nan­tem No Wa­ve ver­wüs­ten so­wie mit al­tem pro­to-Noi­se­rock á la Flip­per oder No Trend an­rei­chern. Wo­mit könn­te ich die­ses Zeug ver­glei­chen… Ty­vek oder Con­stant Mon­grel als No Wa­ve Band re­inkar­niert? Spray Paint auf'm Ga­ra­gen­trip? Auch wenn ich nicht so si­cher bin was die Band sich hier mal vor­ge­nom­men hat, be­steht doch kein Zwei­fel dass ihr Un­ter­fan­gen ein durch­schla­gen­der Er­folg ist. Und ge­ra­de glaubt man al­les ver­ar­bei­tet zu ha­ben, da über­ra­schen sie ei­nen noch mal im Raus­schmei­ßer Fi­ne Print mit ei­ner an Haun­ted Hor­ses er­in­nern­den In­dus­tri­al-Kan­te.

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B.E.E.F. 39X - Man-Simulator 5

Beim ers­ten Hin­hö­ren den­ke ich bei die­ser Plat­te so­fort an die te­xa­ni­sche (Neo) No­Wa­ve-/Chao­tic Noi­se Rock Con­nec­tion um Fle­sh Narc, Gay Cum Dad­dies und noch ein paar an­de­re Pro­jek­te mit vie­len der glei­chen Be­tei­lig­ten. Die­se Band kommt je­doch aus Phil­adel­phia, was der­ar­ti­ge Ver­stri­ckun­gen eher un­wahr­schein­lich er­schei­nen lässt. Auch der Sound und die Songs kom­men auf den zwei­ten Blick deut­lich struk­tu­rier­ter rü­ber, ver­gli­chen mit dem weit­ge­hend im­pro­vi­sier­ten Lärm der ge­nann­ten Bands. Sound­mä­ßig ist das et­was we­ni­ger im No Wa­ve-, et­was stär­ker im Noi­se­rock-Um­feld zu­hau­se - ab und an scheint da auch mal ei­ne lei­se No­te von Spray Paint, Soupcans oder Big Neck Po­li­ce durch.

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Cakewalk - Wildflower

Post Punk aus Syd­ney, der sich ei­ner­seits schon mal recht groo­vy gibt, als po­ten­tes Ge­gen­ge­wicht aber auch noch ei­ni­ges an Noi­se und No Wa­ve-Ver­satz­stü­cken ins Spiel bringt. An­klän­ge an die ak­tu­el­le Sze­ne-Ge­nera­ti­on á la Slumb Par­ty, Crack Cloud tref­fen auf mit al­tes Cha­os der Mar­ke No Trend und Flip­per.

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Vermute - Vermute

Die spa­ni­sche Sze­ne ist der­zeit ja ein ex­zel­len­tes Pflas­ter wenn es um lär­men­des Punk­zeug der ka­put­ten und durch­ge­knall­ten Art geht und Ver­mu­te aus dem Küs­ten­städt­chen Be­ni­car­ló sind ei­ne wei­te­re Band wie ge­macht, um die­sen gu­ten Ruf zu un­ter­mau­ern. Mit dis­so­nan­tem Ge­schred­der zwi­schen Noi­se Rock, Post Punk und (Neo-)No Wa­ve at­ta­ckiert ih­re ers­te EP das Trom­mel­fell, ver­sprüht da­bei noch ei­nen un­ge­heu­ren Spaß­fak­tor und wirkt nie­mals ver­kopft.

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Eat - Dance and Die /​ Shit

Gleich zwei schön ge­stör­te Tapes hat zu­letzt die­se Band aus Phil­adel­phia raus­ge­hau­en, voll­ge­macht mit kru­dem Dreck, der sich gut mit so man­chen Pio­nie­ren des Art­punk, No Wa­ve und Pro­to-Noi­se­rock as­so­zi­ie­ren lässt. Ir­gend­wo zwi­schen Feed­ti­me-Mo­no­to­nie und Flip­per-Hirn­fick; au­ßer­dem steht das z.B. MX-80, Mental­ly Ill, Mem­bra­nes und Half Ja­pa­ne­se nicht all­zu fern.

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Spring Breeding - Suck Eggs

Noi­se Rock aus Las Ve­gas, der wie­der mal ei­ne stark No-Wa­vi­ge Prä­gung zeigt, was ge­ra­de ja als ziem­lich schick zu gel­ten scheint. Kann man sich in et­wa vor­stel­len wie ei­ne et­was ge­ord­ne­te­re, zeit­wei­lig gar tanz­ba­re, aber kei­nes­falls we­ni­ger schrä­ge Va­ri­an­te von Gay Cum Dad­dies, The Se­di­ment Club oder Fle­sh Narc. Wenn sie mal et­was mehr Gas ge­ben, kann auch ein ge­wis­ser Light­ning Bolt-Vi­be auf­kom­men.

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Eat Avery's Bones - Where's Eat Avery's Bones?

Tra­ding Wre­cka­ge mel­det sich mal wie­der zu Wort, das "Fake La­bel" rund um ein in Aus­tin, Te­xas an­säs­si­ges, nur lo­se de­fi­nier­ba­res Sze­ne­kol­lek­tiv im Dunst­kreis von Noi­se und No Wa­ve. Hier be­reits zu be­wun­dern ge­we­sen in Form der Bands Fle­sh Narc und Gay Cum Dad­dies. Zu de­nen gibt's auch in die­ser For­ma­ti­on wie­der mas­si­ve Über­schnei­dun­gen im Lin­eup, ins­ge­samt war an die­ser Plat­te aber ei­ne ro­tie­ren­de Be­set­zung von min­des­tens elf Kra­wall­erzeu­gern be­tei­ligt. Ge­ring­fü­gig ge­rad­li­ni­ger und zu­gäng­li­cher wirkt das hier als bei den ge­nann­ten Bands, in man­chen Mo­men­ten fast schon tanz­bar. Den­noch ist das Zeug al­les an­de­re als nor­mal und nicht zu­letzt auf­grund der epi­schen Spiel­zeit erst­klas­sig nerv­tö­tend.

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Laxity - Demo Tape 2018

Das ist schon die drit­te Plat­te an ei­nem Stück heu­te, de­ren Song­tex­te in ei­ner mir un­ver­ständ­li­chen Spra­che ge­sun­gen, ge­brüllt oder ge­kotzt wer­den. Das ist rei­ner Zu­fall, echt jetzt. Je­den­falls kom­men La­xi­ty aus Kra­kau und tref­fen ab­so­lut mei­nen Nerv mit ei­nem Sound aus Post Punk, ganz viel Noi­se, No-Wa­vi­ger Dis­so­nanz und ver­ein­zelt et­was Hard­core. Wen Bands wie Soupcans, Vul­tu­re Shit, Gum­ming oder Stran­ge At­trac­tor nicht ab­schre­cken, der ist si­cher auch bei die­ser Band ganz rich­tig am Plat­ze. Aber auch wer sich für ei­ne ex­tra-kru­de Va­ri­an­te von Spray Paint er­wär­men kann, wird hier sei­ne Mo­men­te fin­den.

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Césped De Verdad - Chusma Ocre

Was ist das denn für ein gei­ler Scheiß, den uns da ei­ne Band aus Va­len­cia auf­tischt? Be­grüßt ei­nen mit Post Punk in no-wa­vi­ger Dis­so­nanz und ent­wi­ckelt sich dar­auf hin zu ei­nem un­be­re­chen­ba­ren Bas­tard, der ei­nem un­ver­mit­telt her­ein­bre­chen­de Hard­core­at­ta­cken, Ver­satz­stü­cke von 90er Di­schord-Post­core, ein biss­chen Emo­ge­döns, Mathrock und me­lo­di­schem In­die Rock der ver­gan­ge­nen De­ka­de um die Oh­ren haut. Über all dem schwe­ben die un­kon­ven­tio­nel­len Har­mo­nien á la So­nic Youth der Daydream Na­ti­on-Ära, das ver­bin­den­de Ele­ment wel­ches die­se selt­sa­men Klang­kon­struk­te zu­sam­men­hält. In der Ge­gen­wart könn­te man va­ge Ver­glei­che zu den Leip­zi­gern Mol­de be­mü­hen.

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Old Ghoul - Old Ghoul

Ziem­lich in­ter­es­san­ter Stoff, die ers­te EP von Old Ghoul aus Rea­ding. Es ent­fal­tet sich dar­auf ei­ne selt­sam an­mu­ten­de Misch­kul­tur die zu et­wa glei­chen Tei­len As­so­zia­tio­nen zu Slint her­vor­ruft, zu dis­so­nan­tem No Wa­ve-Lärm und zu Früh­neun­zi­ger-Post­core á la GVSB und art­ver­wand­tem Zeug aus den Dunst­krei­sen der da­ma­li­gen Chi­ca­go/­Wa­shing­ton-Con­nec­tion.

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