Ukryte Zalety Systemu - Sposób Użycia

Ukryte Zalety Systemu - Sposób Użycia

Mit denen hier hatte ich eigent­lich schon gar nicht mehr gerech­net. Aber in der Tat scheint es die Band aus Bres­lau noch zu geben und ihr neuer, zwei­ter Lang­spie­ler nimmt mit sei­nem unter­kühlt wavi­gen, mecha­nisch groo­ven­den Post Punk die Fäden genau dort wie­der auf, wo das Debüt sie lie­gen gelas­sen hat. Die ver­stri­che­nen Jahre seit­dem machen sich aber den­noch durch jede Menge Fein­schliff im Arran­ge­ment und eine rou­ti­nierte, deut­lich geschärfte Dar­bie­tung bemerk­bar.

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Patti - Good Big

Patti - Good Big

Mit zwei EPs vol­ler glor­rei­chem Chaos haben Patti aus Oak­land schon län­ger für Auf­hor­chen gesorgt. Jetzt ist ihr Lang­spiel­de­büt via ETT zu bekom­men und immer noch droht ihre Musik kei­nes­falls nor­mal zu wer­den. Im Gegen­teil, sti­lis­tisch sind ihre Zuta­ten noch wil­der über die Stre­cke von 16 Songs ver­teilt als das bis­her eh schon der Fall war. Gleich­zei­tig kom­men ihre Arran­ge­ments aber noch mal auch ein gan­zes Stück aus­ge­reif­ter rüber, ange­feu­ert von einer ent­schlos­se­nen Groo­ve­kom­pa­nie, tigh­ter als es jene Hosen heute sind, dir mir vor gerau­mer Zeit mal um den Arsch gepasst haben. Ver­glei­che kann man unter ande­rem zie­hen zu den rotie­ren­den Mikro­groo­ves aus dem Hause Ura­nium Club. Dem ver­win­kelt-ver­spiel­ten Art­punk der Lithics. Tanz­ba­rem Post­punk der Slumb Party- oder N0V3L-Varie­tät. Immer wie­der scheint ein fun­ki­ger Minu­te­men-Vibe durch, ver­ein­zelt auch mal ein 90er Dischord-Ver­satz­stück zwi­schen sehr spä­ten Fugazi und dem kan­ti­gen Math Rock von Far­aquet. Oh, und ein­ge­klemmt zwi­schen all die­sem Gerüm­pel stre­cken auch Devo mal vor­sich­tig die Nase her­aus. Also wie gehabt, eine Schwei­ne­rei von höchs­tem Genuss­fak­tor.

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Emergency Contact - EP 4

Emergency Contact - EP 4

Hier ist auch schon wie­der der nächste Schwung an quir­li­gen Post­punk­wip­pern von der Band aus Seat­tle, die doch tat­säch­lich so klin­gen als hät­ten die Betei­lig­ten Spaß an der Sache. Patti und Rolex sind da immer noch ganz plau­si­ble Ori­en­tie­rungs­hil­fen.

Arse - Safe Word

Arse - Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Syd­ney erneut an der ers­ten Theke auf­schlägt. Wie zu erwar­ten sind auch die vier neuen Songs ein Feu­er­werk der kana­li­sier­ten Wut und des Unbe­ha­gens - unter roher Kraft­an­wen­dung auf so engen Raum kom­pri­miert, dass eine gleich­wer­tig hef­tige Ent­la­dung schon vor­pro­gram­miert ist. Der auf der Debüt-EP teil­weise erzielte Geschwin­dig­keits­rausch wird hier etwas zurück­ge­fah­ren, was dem all­ge­mei­nen Ener­gie­le­vel aber nicht son­der­lich scha­det - sebst oder gerade wenn sie wie in Ill Nature mit ange­zo­ge­ner Hand­bremse eine an alte Amphet­amine Rep­tile-Schule erin­nernde Hydrau­lik­presse zum bes­ten geben.

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Basic Human - Adult Baby

Basic Human - Adult Baby

Diese 7" auf Meat­s­pin von einer Band aus Syd­ney weiß den Hörer zu über­rum­peln mit drei kon­zen­trier­ten Atta­cken aus ultra-unge­dusch­tem Garage Punk mit über­res­ten von Noise und Post Punk. Pam­pers kom­men mir hin und wie­der in den Sinn. Nicht die Win­deln, son­dern die Band - unge­ach­tet der the­ma­tisch pas­sen­den Asso­zia­tion. Außer­dem bilde ich mir da ein wenig Ex-Cult ein, eine leichte Dosis von Flip­per und frü­hen Low Life.

La Rabbia - Shock Tactics

La Rabbia - Shock Tactics

Tol­len Lärm aus post-pun­ki­gem Grund­ma­te­rial und noi­si­gen Tex­tu­ren macht diese Lon­do­ner Band auf ihrer Debüt-EP. Die haben sich defi­ni­tiv eine gute Scheibe Cri­sis abge­schnit­ten, aber auch von Proto-Noi­sero­ckern wie Flip­per, No Trend. In der Gegen­wart wer­den außer­dem Freunde von Soup­cans, Blank Veins oder Dis­joy sicher Gefal­len dran fin­den.

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LVIV - LVIV

LVIV - LVIV

Schon wie­der eine Band aus Mel­bourne, schon wie­der exzel­len­tes Zeug. Einen Mix aus Garage- und Post Punk gibt's zu hören, der mal an den Garage Punk von Pinch Points erin­nert - deren Adam Smith zeich­net hier auch für die Pro­duk­tion ver­ant­wort­lich - mal an den Post Punk von Rolex und ganz beson­ders oft an einen Mix aus Dumb Punts, Sauna Youth und Ex Cult. Läuft also.

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The Missed - The Missed 7"

The Missed - The Missed 7"

Nach dem Gamma World-Demo zuletzt ist hier schon die nächste Band aus der Asche von Ner­vo­sas. Wobei ich jetzt erwäh­nen muss: Jüngste Ereig­nisse wei­sen dar­auf hin, dass letz­tere Band noch gar nicht so tot ist wie zuvor gedacht. The Mis­sed ist jeden­falls die aktu­elle Band von Ner­vo­sas-Gitar­ris­tin Mickey Marie. Die hatte vor einer Weile schon mal ein Demo raus, dem es noch etwas an kon­sis­ten­tem Song­ma­te­rial man­gelte, aber auf ihrer neuen EP kli­cken sowohl ihr Sound als auch die Songs rich­tig in die Gänge. Das hat klar noch ein biss­chen von der Vor­gän­ger­band, bewegt sich aber über­wie­gend im Fahr­was­ser von gerad­li­nig melo­di­schem Punk­rock, Power Pop und kräf­ti­gem Indie Rock. Mal bekommt das einen Hauch von frü­hen Sheer Mag-Sin­gles ver­passt, hat den einen oder ande­ren Red Dons-mäßi­gen Ohr­wurm-Cho­rus und einen melan­cho­li­schen Unter­ton von The Est­ran­ged an Bord; in wei­te­ren Momen­ten hört man den dich­ten Alter­na­tive Rock von Bob Mould's Sugar an die Tür klop­fen. Aus­nahms­los erfreu­li­che Asso­zia­tio­nen, also.

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Blotchouts - Warsaw

Blotchouts - Warsaw

Okay, das musste ja irgend­wann pas­sie­ren. Knappe sechs Jahre hält sich die­ses Blog jetzt über Was­ser und ich poste hier doch tat­säch­lich mal etwas mit Joy Divi­sion-Bezug. Hab ich bis­her gerne ver­mie­den, weil diese Band und ihre Geschichte ein­fach in einem für alle Ewig­keit aus­rei­chen­den Maß von den Musik­me­dien aus­ge­brei­tet und platt getre­ten wurde. Weil ein sich vor lau­ter Ehr­furcht ein­pis­sen­der Lei­chen­kult um Ian Cur­tis ein­fach nur noch nervt. Gerade des­halb finde ich es aus­ge­spro­chen erfri­schend, wie voll­kom­men respekt­los sich da irgend so eine Gara­gen­band aus Mobile, Ala­bama an der Track­list des ursprüng­lich geplan­ten, lange Zeit unver­öf­fent­lich­ten ers­ten Warsaw/​Joy Divi­sion-Albums abar­bei­ten und die all­seits bekann­ten Songs zu einem dis­so­nan­ten, unge­sund quiet­schen­den, nur vom Rost und Dreck noch zusam­men­ge­hal­te­nen Unwerk for­men, dass am Ende ein ganz eige­ner, absur­der Glanz übrig bleibt.

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Warm Red - Big Tiger /​ S.A.M. 7"

Warm Red - Big Tiger / S.A.M. 7"

Die erste EP die­ser Band aus Atlanta wusste ja schon sau­gut zu gefal­len und auch der neue Sie­ben­zöl­ler auf Chun­klet kann nicht viel tun, um den her­vor­ra­gen­den Ein­druck zu schmä­lern. Ordent­lich gela­de­ner Post Punk, genauso exzen­trisch wie auch intel­li­gent und aus­ge­reift. Wie gehabt ist das ein wah­res Fest für Freunde von Bands wie Patti, Labor, Drool oder auch der Band aus dem vor­letz­ten Post.