Hygiene – Hypocrite

Hygiene - Hypocrite

Die­ses schi­cke zweite Kurz­spiel­tape einer Band aus Van­cou­ver gefällt mit sei­nem simp­lem aber den­noch ange­nehm chao­ti­schem Garage- und Post­punk der rauen, exzen­tri­schen Mach­art.

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The Blinds – The Blinds

The Blinds - The Blinds

Wow. Das ist ein­fach sehr, sehr gei­les Zeig was die Band aus Mel­bourne da auf ihrem Debüt-Tape fabri­ziert. Intel­li­gen­ter und für ein Debüt erstaun­lich aus­ge­reif­ter Lärm aus dem Spek­trum von Garage-, Post- und Proto Punk. Aus der alten Schule tref­fen hier die Wel­ten von Wire, frü­hen The Fall (Prime Example für bei­des: Sepa­ra­tion Street) und etwas Sonic Youth-Dis­so­nanz auf­ein­an­der. Und in der Gegen­wart kann man unter ande­rem Ähn­lich­kei­ten zu The UV Race, frü­hen Wireheads und – gerade wegen der star­ken Wire-Ein­flüsse – den B-Boys sehen.



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Tarantüla – Tarantüla

Tarantüla - Tarantüla

Taran­tüla kom­men aus Chi­cago und es spie­len ehe­ma­lige Mit­glie­der von Cülo mit; die aktu­elle EP der Band ist hier­zu­lande mal wie­der bei ETT zu bekom­men. Dar­auf geht’s ohne über­flüs­sige Schnör­kel sofort zur Sache mit ordent­lich drü­cken­dem, strai­gh­tem Punk­rock und einem klei­nen Hard­core-Anteil, dem man eine gewisse Nähe zu alten Naked Ray­gun nicht abspre­chen kann; in man­chen Momen­ten las­sen sich aber auch Par­al­le­len zu neue­ren Bands wie Cri­mi­nal Code, Advlts, Flowers Of Evil oder Xetas zie­hen.



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Plattenbau – Plattenbau

Plattenbau - Plattenbau

Der erste, schon etwas ältere Lang­spie­ler einer Ber­li­ner Band. Dar­auf gibt’s Post­punk, der an vie­len Stel­len noch etwas Fein­schliff gebrau­chen könnte, aber durch­aus mit eini­gen High­lights auf­war­ten kann, die vom unbe­streit­ba­rem Poten­zial der Band zeu­gen. Das macht gespannt auf zukünf­tige Ver­öf­fent­li­chun­gen (für spä­tes­tens nächs­tes Jahr ist neues Mate­rial ange­kün­digt). Der zuletzt hier auf­ge­tauchte neue Song Sleep/​​Paralysis deu­tet schon mal an, wohin die Reise gehen könnte.



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Faux Ferocious – Faux Ferocious

Faux Ferocious - Faux Ferocious

Der Sound die­ser Band aus Nash­ville ließ sich schon immer etwas schwer fest­na­geln und auch auf ihrer aktu­el­len EP geben zei­gen sich wei­ter­hin sehr wand­lungs­fä­hig, aber auch deut­lich gereift. Der Ope­ner Me and Johnny tobt sich auf einer Basis von psy­che­de­li­schem Post­punk aus, ange­rei­chert um Ele­mente aus Kraut, Space- und Math­rock; die gara­gige Kante haben sie sich dabei bewahrt. The Big Kahuna hat dann einen gewis­sen Vel­vet Under­ground-meets-Modern Lovers-meets-Gun Club Vibe; zum Abschluss geht es dann noch mal ordent­lich abge­spa­ced zu.

Traps PS – Lexicon Artist

Traps PS - Lexicon Artist

Noch mal schi­cker Post Punk. Dies­mal kommt der Krem­pel aus Los Ange­les und musi­ka­lisch schlägt das in eine ähn­li­che Kerbe. Traps PS haben bis­her schon ein Album und eine ganze Hand­voll EPs auf’m Buckel, die neu­este davon gefällt mir aber beson­ders gut mit ihrem abge­hack­ten Groove und kna­cki­gen Songs, die nicht viel mehr als andert­halb Minu­ten brau­chen, um auf den Punkt zu kom­men


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Crack Cloud – Anchoring Point

Crack Cloud - Anchoring Point

Der zweite Kurz­spie­ler von Crack Cloud aus Cal­gary, Kanada kommt mit durch­weg über­zeu­gen­dem, in altem New Wave getränk­tem Post­punk und mathe­ma­tisch prä­zi­sen Groo­ves ange­tanzt, die beson­ders in Empty Cell etwas an die letzte Pill EP, ab und zu auch mal das aktu­elle Teen­an­ger Album erin­nern.


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Consolidated Plastics – Live at WFMU

Consolidated Plastics - Live at WFMU

Mit einer fürs Radio auf­ge­nom­me­nen Live-im-Stu­dio Ses­sion ver­öf­fent­licht die New Yor­ker Band zum ers­ten mal Ton­ma­te­rial, das mit etwas Fan­ta­sie einem regu­lä­ren Album nahe kommt. Musi­ka­lisch ist das… Frag­men­tiert wäre viel­leicht ein pas­sen­des Wort dafür. Am deut­lichs­ten las­sen sich da noch Ele­mente aus altem Post Punk und Art Rock aus­ma­chen, gele­gent­lich hört man Mis­sion Of Burma, Vel­vet Under­ground oder frühe Tal­king Heads daher­trap­sen. Dann gesel­len sich hier und da ein gewis­ser Minu­te­men-Vibe oder uner­war­tete Anklänge ans Dischord- und Touch&Go-Universum dazu. Und das bringt die Sache immer noch so was von gar nicht auf den Punkt. Diese Unde­fi­nier­bar- und Unbe­re­chen­bar­keit trägt durch­aus zum Charme der losen, aber mit zahl­rei­chen Höhe­punk­ten gespick­ten Ansamm­lung von Songs und Frag­men­ten bei.



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Housewives – FF061116

Housewives - FF061116

Die Lon­do­ner Band macht bereits seit ein paar Jah­ren von sich reden; mit ihrem neuen, zwei­ten Lang­spie­ler tref­fen sie aber zum ers­ten mal wirk­lich mei­nen Nerv. Zu hören gibt’s schön abs­trak­ten, schlep­pen­den bis abge­hack­ten Post­punk mit Aus­läu­fern in Rich­tung Noise, No Wave, Indus­trial und Ambi­ent. Das erin­nert manch­mal an das sper­rige Früh­werk von Sonic Youth oder an eine Vari­ante von Spray Paint, die mit vier plat­ten Rei­fen im Schne­cken­tempo über gro­bes Kopf­stein­pflas­ter klap­pert.



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Gold Class – Drum

Gold Class - Drum

Da isser. Der kleine Post­punk-Mikro­hype für die­sen Spät­som­mer. Was machen wir uns dar­aus? Ich konnte den Zir­kus um die Platte von vorn­her­ein nicht so wirk­lich nach­voll­zie­hen. Schon der Vor­gän­ger hat mich rela­tiv kalt gelas­sen und die mit gro­ßem Erfolg in ein­schlä­gi­gen Blogs und Maga­zi­nen ver­brei­tete Vorab-Sin­gle Twist In The Dark schnei­det sich mit dem doch sehr dick auf­ge­tra­ge­nen Gesang von Adam Cur­ley für mei­nen Geschmack etwas viel vom Post­punk-Revi­val der 00er Jahre ab, des­sen Bands einem bis heute in jeder Indi­edisse ent­gen­plär­ren. Mem­ber Inter­pol? Oh yes, i mem­ber! Der Rest des Albums schlägt über­wie­gend in die glei­che Kerbe.

Auf der ande­ren Seite muss ich der Platte aber ein­ge­ste­hen, dass sie mit eini­gen sehr run­den, sorg­fäl­tig kon­stru­ier­ten Songs auf­war­ten kann. In den schwä­che­ren Momen­ten klingt’s dann mehr nach einem soli­den aber recht unin­spi­rier­ten Neu­auf­guss. Am bes­ten kommt die Platte auch genau dann, wenn sie ein Stück weit aus den alt­ba­cke­nen For­meln aus­bricht. Und das form­voll­endete, manch­mal an die groß­ar­ti­gen Pro­tom­ar­tyr erin­nernde Gitar­ren­spiel von Evan James Pur­dey ist das defi­nie­rende Ele­ment, dass die Platte zusam­men­hält, gerade wenn das Song­ma­te­rial da nicht mit­hal­ten kann.

Wer weiß, hät­ten wir anno 2005 anstelle der grau­si­gen Edi­tors diese Platte bekom­men, hätte ich die dama­lige Genre-Inkar­na­tion viel­leicht noch ein oder zwei Jahre län­ger ver­folgt. Ich bleibe gespal­ten, was diese Band angeht. Aber sollte das jetzt eine neue Retro­welle bezüg­lich der alten Retro­welle aus­lö­sen, braucht ihr mit mir nicht mehr zu rech­nen. Ich bin dann lie­ber ganz woan­ders, wäh­rend Retro sich selbst bumst.



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