Germ House - World's A Chore

Wie­der mal ei­ne tol­le EP von Germ House, ei­nem So­lo­pro­jekt von Jus­tin Hub­bard aus Rho­de Is­land, der zu­fäl­lig auch bei Far Cor­ners sei­ne Fin­ger im Spiel hat. Die drei neu­en Songs strah­len er­neut den ver­trau­ten Lo-Fi Charme aus und de­cken ei­ne Band­brei­te ab, die von kan­ti­gem Post Punk - wel­cher si­cher ein paar Ein­flüs­se bei The Fall oder De­spe­ra­te Bicy­cles auf­ge­so­gen hat - hin zu klas­si­schem Ga­ra­ge Rock und ge­gen­wär­ti­gem Ga­ra­ge Punk reicht. Gleich­zei­tig of­fen­bart das gan­ze aber auch ein pa­ra­do­xes Ohr­wurm­po­ten­zi­al und ei­nen ver­spiel­ten Vi­be, der mich an The Woo­len Men den­ken lässt.

S:Bahn - Queen of Diamonds

Die­se Band aus Mel­bourne war schon mal frü­her un­ter­wegs, und zwar war das ir­gend­wann in den 90ern mit ei­nem Sound, den man eher als den ty­pi­schen, leicht emo­fi­zier­ten Post­core-Style je­ner Zeit be­schrei­ben kann mit Echos von Cha­vez, Slint und Pol­vo. Ih­re ers­ten neu­en Songs in ei­nem Vier­tel­jahr­hun­dert sind da­ge­gen aber al­les an­de­re als ein nost­al­gi­scher Neu­auf­guss ih­rer al­ten Tricks. Statt­des­sen prä­sen­tie­ren sie ei­nen rund­um er­neu­er­ten Post­punk-Sound, der klar in der Ge­gen­wart zu­hau­se ist und sich gut zwi­schen Bands wie Slee­pies, Go­to­beds oder Drah­la mischt, da­bei gleich­zei­tig aber auch recht zeit­los und ge­reift im bes­ten Sin­ne klingt, was ab und an auch mal leich­te Mo­ving Tar­gets oder Vol­ca­no Suns-Vi­bes wach­ruft.

Al­bum-Stream →

Sarcasm - Creeping Life

Ist schon ein paar Jah­re her, seit ich zu­letzt von den Lon­do­nern ge­hört hab. Auf ih­rer neu­es­ten und - so scheint es - letz­ten EP klingt ihr mi­ni­ma­lis­ti­scher Post Punk mit Spu­ren von Crass und neue­ren Bands wie Marbled Eye, Rank/​Xerox oder La­bor fast als wä­re seit­dem kei­ne Mi­nu­te ver­stri­chen. Geht für mich voll in Ord­nung so. Gut mög­lich so­gar, dass die Auf­nah­men noch aus der glei­chen Zeit stam­men wie die 2017 er­schie­ne­ne Ma­la­ri­al Bog EP.

Al­bum-Stream →

Big Jar of Mayo - Big Jar of Mayo

Wie­der mal Qua­li­täts­wa­re aus dem Hau­se De­lu­xe Bi­as. Die­se Cas­sin­gle von ab­surd kur­zer Lauf­zeit zwi­schen KBD-ge­tränk­tem Weird­core, Ga­ra­ge- und Post Punk wird klar für er­freu­li­che Zu­stän­de bei den­je­ni­gen sor­gen, die be­reits ei­ne ge­sun­de Erek­ti­on für Bands wie Mys­tic Ina­ne, Ro­lex oder Fried E/​M auf­ge­baut ha­ben.

Nag - Observer

Nach dem ge­ring­fü­gig aus­ge­feil­te­ren De­büt­al­bum der Dark-/Post Punk-Com­bo aus At­lan­ta im letz­ten Jahr fühlt sich des­sen Nach­fol­ger wie­der mehr nach den frü­he­ren EPs an - und das mei­ne ich nur im bes­ten Sin­ne. Die­se Songs sind roh wie Tro­cken­fut­ter, die Ar­ran­ge­ments bis auf die Kno­chen re­du­ziert, ge­ra­de so weit wie sich das Gen­re halt noch deh­nen lässt, be­vor die fra­gi­le Kon­struk­ti­on in sich zu­sam­men fällt. War­um ei­nen Ro­man schrei­ben, wenn du nur ei­nen ab­so­lut dring­li­chen Satz los­wer­den must?

Al­bum-Stream →

Poison Ruïn - Poison Ruïn II

Das ers­te Tape der Band aus Phil­adel­phia ge­fiel mir ja schon nicht schlecht, aber auf dem Nach­fol­ger legt ihr Mix aus Ga­ra­ge-, Post- und Dun­ge­on Punk die Mess­lat­te noch mal ein gan­zes Stück hö­her an und schreckt da­bei wei­ter­hin nicht da­vor zu­rück, auf ei­ne gu­te Do­sis des alt­ge­dien­ten "Hea­vy" Me­tal zu­rück­zu­grei­fen - was auf den Film glei­cher­ma­ßen zu­trifft wie auf das Mu­sik­gen­re.

Al­bum-Stream →

Collate - Medicine /​ Genesis Fatigue

Es hat 'ne Hand­voll Re­lea­ses ge­dau­ert um da­hin zu kom­men, aber auf ih­rer neu­es­ten 7" trifft das Trio aus Port­land für mich ge­nau die rich­ti­gen Ner­ven mit ih­rem No Wa­ve-in­fi­zier­ten, Gang Of Four-in­spi­rier­ten Post Punk, der mich in die­sem Fall ganz be­son­ders an die bri­ti­sche Ka­pel­le Aus­teri­ty er­in­nert.

Expert - Phylaxis

Ex­zel­len­ten Post Punk der mo­de­rat düs­te­ren Mach­art mit leich­ten Spu­ren von Post­core, Math- und Noi­se Rock setzt uns die ers­te EP die­ser Aus­tra­li­er vor. Ein biss­chen wie ei­ne Kreu­zung aus B-Boys, Girls In Syn­the­sis und Rank/​Xeros… aber eben­falls nicht ganz un­ähn­lich zu Bands wie Vi­deo, Pu­blic Eye, Tu­nic oder The Est­ran­ged.

ISS - Spikes

Mal wie­der ei­ne ast­rei­ne EP des Elec­tro-/Sam­ple-/Mas­hup Punk Du­os ISS auf der sie ne­ben ih­rem ver­trau­ten Sound auch mal in ast­rei­nen Hard­core­punk (in Fa­ce­mask) ab­ste­chen. Ich glau­be das gab's von ih­nen bis­her noch nicht und es funk­tio­niert ganz vor­züg­lich hier.

Al­bum-Stream →

Night Miasma - Night Miasma

Night Mi­as­ma kom­men aus Chem­nitz und es sind Mit­glie­der von L'appel Du Vi­de mit am Werk, wel­che euch ver­mut­lich schon ein Be­griff sind wenn ihr auf so Zeug steht. Auf ih­rer De­büt-EP fällt der Ap­fel nicht weit vom Stamm, mit ei­ner Va­ri­an­te von Dark Punk /​ De­ath Rock-be­ein­flus­tem Post Punk, der dem Gen­re zwar nichts neu­es hin­zu­fügt, aber grund­sätz­lich al­les rich­tig macht in die­sen vier sau­ber kon­stru­ier­ten Songs.

Al­bum-Stream →