Dee Bee Rich - Demo

Dee Bee Rich - Demo

Nach einem stark Synth-las­ti­gen Tape vor gar nicht so lan­ger Zeit gibt's auch schon 'nen klei­nen Nach­schlag von dem Typen der schein­bar auch in so ziem­lich jeder ande­ren Ber­li­ner Band seine Fin­ger drin hat. Dies­mal stär­ker Gitar­ren­be­tont, was den Sound mehr so Rich­tung Garage ver­schiebt und ein biss­chen vom frü­hen Erik Ner­vous-Vibe hat.

Italia 90 - III

Italia 90 - III

Auch wenn in den letz­ten Jah­ren deut­lich mehr Rum­mel um andere bri­ti­sche Bands aus ihrem musi­ka­li­schem Spek­trum gemacht wurde, ver­kör­pert kaum eine Band so sehr die Seele und DIY-Atti­tüde der Szene und einen nach­drück­li­chen Appell an das ver­drängte, schlechte Gewis­sen einer Gesell­schaft wie die Lon­do­ner Art-/Post­punk-For­ma­tion Ita­lia 90. Es ist lang­sam echt mal an der Zeit, dass mehr Leute auf sie auf­merk­sam wer­den. Wie gehabt höre ich hier vor allem Echos alter bri­ti­scher Post Punk Haus­num­mern wie Cri­sis, Mem­bra­nes, Swell Maps und frühe Mekons raus. Gleich­zei­tig baut die Band ihr Klang­spek­trum aber wei­ter aus. Wenn Punk­bands einen auf lang­sam machen, endet das meis­tens in einem schreck­li­chen Unfall. Aber erstaun­li­cher Weise sind die zwei lang­sams­ten und lei­ses­ten Momente die ein­deu­ti­gen High­lights die­ser EP. In Open Vains kol­li­diert dabei die milde Dar­bie­tung mit einer mar­kerschüt­tern­den Anklage, was in die­ser Kom­bi­na­tion ein wenig an aktu­elle Pro­tomar­tyr erin­nern mag. Der Raus­schmei­ßer Against The Wall hat hin­ge­gen einen gewis­sen psy­che­de­li­schen Unter­ton mit Wire so anno Chairs Mis­sing gemein.

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Austerity - Anarcho Punk Dance Party

Austerity - Anarcho Punk Dance Party

Die Platte hält ein, was der Titel ver­spricht. Tanz­ba­rer Scheiß? Aber hallo! Anar­chis­ti­sches Gedan­ken­gut? Wird hier Ton­nen­weise aus­ge­brei­tet. Sti­lis­tisch ist das nicht unbe­dingt etwas, was man mit Anar­cho Punk in Ver­bin­dung bringt, aber klar aus dem glei­chen Geist gebo­ren. Infek­tiö­sen Post Punk mit Post­core-Nach­bren­ner bekommt man gebo­ten, der trotz sei­ner Tanz­flä­chen­kom­pe­tenz sich seine Kan­tig­keit bewahrt und auch in der Lärm­ab­tei­lung keine Skru­pel zeigt, die Nach­barn zu wecken. Das und die unüber­hör­ba­ren poli­ti­schen Ansa­gen unter­schei­det die Band aus Brigh­ton doch recht stark von der kurz­le­bi­gen Dan­ce­punk-Welle im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt. Statt New Yor­ker Cool­ness gibt es eine aus­ge­spro­chen bri­ti­sche, ange­pisste unver­blümt­heit, auch wenn die musi­ka­li­schen Ein­flüsse ähn­lich gela­gert sein mögen. Bei jenen sind natür­lich wie­der mal Gang Of Four zu nen­nen, Minu­te­men, spä­tere Mem­bra­nes und The Pop Group. In der Gegen­wart ste­hen dem Bands wie Tics, Pill und Slumb Party, Spe­cial Inte­rest und UZS nicht ganz fern.

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Basement Boys - Basement Boys

Basement Boys - Basement Boys

Ein etwas selt­sa­mes Geschöpf, diese Platte der Base­ment Boys aus Min­nea­po­lis. Was mit einem post­pun­ki­gen Vibe á la Plax, The Cow­boy sei­nen Lauf nimmt, trifft sogleich auf gara­gi­ges Geschrab­bel, eine Schau­fel Noise und ein wenig Beach Goth Melan­cho­lie, irgendwo zwi­schen Shark Toys, Ex-Cult, Co Sonn oder frühe Wav­ves.

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Sandré - Ave Muñón

Sandré - Ave Muñón

Einen gewag­ten Rund­um­schlag aus Ver­satz­stü­cken von Post Punk, Post- und Noi­se­core setzt eine Band aus Bar­ce­lona hier abso­lut treff­si­cher ab, hält dabei über­zeu­gend die Balance zwi­schen unmit­tel­ba­rer Spreng­kraft und selbst­be­wus­ter Ambi­tion. Auch die mög­li­chen Inspi­ra­ti­ons­quel­len sind recht breit gefä­chert. Auf der inter­na­tio­na­len Bühne kann man da etwa Down­town Boys, frühe Die! Die! Die! und Les Savy Fav her­an­zie­hen, dar­über hin­aus brin­gen San­dré aber auch einen klar in der hei­mat­li­chen Szene ver­an­ker­ten Vibe, nicht ganz unähn­lich zu Bands wie Juventud Juché, Betu­ni­zer und Cubano Vale.

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Rita Repulsa - Rita's Revenge

Rita Repulsa - Rita's Revenge

Das Bostoner Duo Rita Repulsa betritt die Bild­flä­che mit einer ers­ten EP, deren Sam­ple-getrie­be­ner Inhalt in etwa den Charm einer extra gehirn­am­pu­tier­ten Vari­ante von ISS ver­sprüht, ange­rei­chert um einen Tee­löf­fel Noise Rock und eine the­ma­ti­sche Fixie­rung auf… Power Ran­gers?!? Na gut, kann man machen.

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Spray Paint - Into The Country

Spray Paint - Into The Country

Die stark No Wave-inspi­rier­ten Noi­sero­cker aus Aus­tin haben die letz­ten Jahre mit diver­sen Kol­la­bo­ra­tio­nen und dar­aus resul­tie­rend einem Lang­spie­ler, einer EP und zwei Sie­ben­zöl­lern sehr anspre­chend kurz­wei­lig über­brückt. Jetzt gibt's seit län­ge­rem mal wie­der ein "regu­lä­res" Album, wenn auch die Auf­nah­men bereits aus dem Jahr 2016 stam­men. So klingt das Mate­rial auch eher nach einer logi­schen Fort­set­zung der in jenem Jahr erschie­ne­nen LP Feel The Clamps. Wie mit jeder ihrer Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­su­chen sie keine Neu­erfin­dung ihres Sounds, son­dern erwei­tern ihr Klang­spek­trum gra­du­ell und sorg­fäl­tig um ein paar neue Facet­ten. Dies­mal fal­len vor allem die deut­lich ent­schlack­ten Arran­ge­ments sowie auch der groß­zü­gige Ein­satz von Syn­ths und elek­tro­ni­schen Drums auf. Das Ergeb­nis läuft wie immer rund.

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Red Gaze - Red Gaze

Red Gaze - Red Gaze

Die neu­este EP der Gra­zer Post­punk-For­ma­tion fällt schon vom ers­ten Takt an durch einen im Ver­gleich mit dem Vor­gän­ger noch mal deut­lich poten­zier­ten Wumms auf und auch die Songs haben ordent­lich an Pro­fil zuge­legt. Meinte ich auf dem Vor­gän­ger noch leise Post­core-Ein­flüsse zu ver­neh­men, kon­zen­triert man sich dies­mal ganz auf den kan­ti­gen Post Punk mit Anklän­gen an Cri­sis, Insti­tute, Diät.

Nick Normal - Windows Painted Shut

Nick Normal - Windows Painted Shut

Nick Nor­mal aus Port­land ist in der Ver­gan­gen­heit bereits mit einer Hand­voll eher LoFi-mäßi­ger EPs in will­kom­mens­ter Art und Weise auf­fäl­lig gewor­den. Nicht nur hat der Bur­sche neu­er­dings zwi­schen den gan­zen ande­ren schrä­gen Kas­pern auf Dis­con­ti­nuous Inno­va­tion Inc. eine per­fekte Label­hei­mat gefun­den, son­dern er hat nun auch zum ers­ten mal eine EP in einer Qua­li­tät auf­ge­nom­men, die das hör­bare Spek­trum gering­fü­gig bes­ser aus­nutzt. Ansons­ten wie gehabt ein mäch­ti­ger Spaß auf hal­bem Weg zwi­schen Post- und Gara­ge­punk mit einem deut­lich wavi­gen Schliff. Auf­grund von letz­te­rem kann man sich an Andy Human oder Erik Ner­vous erin­nert füh­len, dar­über hin­aus auch mal an Aus­mu­te­ants oder Useless Eaters.

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Dumspell - Dumspell

Dumspell - Dumspell

Post Punk aus Hat­ties­burg, Mis­sis­sippi, den ich mal als ange­nehm boden­stän­dig bezeich­nen möchte. Die zackige Ener­gie der Nots kommt mir da in den Sinn, Day­light Rob­bery, Pri­mi­tive Teeth, ein Hauch von The Est­ran­ged, gemä­ßig­ten Cri­mi­nal Code… manch­mal gar etwas Wire. Oben­drein ist noch ein gewis­ser Fuzz­punk-Fak­tor im Spiel, wie ich ihn bei­spiels­weise mit den Bri­ten Fea­ture ver­binde.

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