The Drin - Engines Sing for the Pale Moon

Ir­gend­wie hab ich die­ses be­zau­bern­de Al­bum aus ei­gen­wil­li­gem Post Punk über­se­hen als es zum ers­ten mal als Tape auf Fu­ture Shock er­schie­nen ist und ich ge­hö­re ge­teert und ge­fe­dert da­für. Nu ja, hier kommt mei­ne zwei­te Chan­ce, denn das Ding ist jetzt noch­mal auf Drun­ken Sailor Re­cords auf zwölf Zoll brei­tem PVC er­schie­nen. The Drin sind ein So­lo­pro­jekt von Dyl­an Mc­Cart­ney, der viel­leicht schon aus so Bands wie Va­ca­ti­on, The Serfs, Crime Of Pas­sing, The Switz­er­lands und noch ein paar an­de­ren ge­läu­fig ist. Die Plat­te be­ginnt mit ei­nem et­was Joy Di­vi­si­on-mä­ßi­gen Beat, der un­ver­mit­telt in Dro­nes ge­tränkt wird, de­nen so ein biss­chen was von Sui­ci­de-meets-Chro­me in­ne­wohnt. Als nächs­tes dann ei­ne Num­mer, die klingt als hät­ten frü­he Ri­de ei­ne Dub-Er­leuch­tung be­kom­men und nach­fol­gend scheint das Zeug hier durch zu­fäl­li­ge Ite­ra­tio­nen des frü­hen bri­ti­schen DIY Post Punk zu krei­sen - mehr als ein­mal füh­le ich mich an Bands wie The Mem­bra­nes, De­spe­ra­te Bicy­cles und Swell Maps er­in­nert. An jün­ge­ren Acts könn­te man in den Dub-las­ti­gen Mo­men­ten Exek als Ver­gleich be­mü­hen und an an­de­ren Stel­len die Neo Kraut- und Space Rock-Aus­flü­ge von Moon Duo. Ei­ne ein­zi­ge Schön­heit, das al­les.

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Schedule 1 - Schedule 1

Wow, ich hat­te nicht er­war­tet, dass die­se Plat­te so ein per­fek­ter Rund­um­schlag wird. Die Band aus Van­cou­ver soll­te durch­aus in der La­ge sein, ei­ne sehr gro­ße Schnitt­men­ge an Post Punk-Lieb­ha­bern zu ver­ei­nen, in­dem sie die Uh­ren ein­fach mal um so ein bis zwei Jahr­zehn­te zu­rück­dreht mit ei­nem aus­e­spro­chen me­lo­di­schen An­satz, voll aus­ge­reif­ten Song­wri­ting-Qua­li­tä­ten und ei­nem Ge­wit­ter an in­fek­tiö­sen Hooks, wo­bei sie die stär­ken gleich drei­er Strän­ge des Gen­res ver­bin­den. Am of­fen­sicht­lichs­ten wä­ren da na­tür­lich Bands der frü­hen 2010er wie The Est­ran­ged, Cri­mi­nal Code, Ho­lo­grams, Au­to­bahn oder den noch nicht ganz so al­ten Girls In Syn­the­sis… aber auch Echos von mehr zu ge­rad­li­ni­gem Punk­zeugs ten­die­ren­de Grup­pen wie Xe­tas, Day­light Rob­be­ry und Anxious Li­ving mei­ne ich da zu ver­neh­men und nicht zu­letzt dürf­ten dann noch knapp am Noi­se Pop vor­bei schram­men­de Bands wie Pi­les, Wild Mo­th oder Die! Die! Die! hier ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen ha­ben.

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Silicone Values - Burn The 1980's ​/​​ 1977

Die bes­te bri­ti­sche Punk­band der Ge­gen­wart hat bis­lang noch kei­nen Song ge­schrie­ben, der ir­gend­was an­de­res als ab­so­lut mit­rei­ßend ist. Ih­re neu­es­te di­gi­ta­le (?) Sin­gle schickt da­bei noch mal zwei ih­rer stärks­ten Songs auf die Rei­se und wird er­neut im Hand­um­dre­hen die Her­zen al­ler Freun­de von Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-in­spi­rier­tem Ge­schram­mel á la Sub­ur­ban Ho­mes, Neu­trals oder Freak Ge­nes er­obern.

Zoids - Zzap!!

Zo­ids blei­ben char­mant und schräg auf ih­rem neu­es­ten Tape, das bald auch phy­sisch aus dem gu­ten Hau­se Good­bye Boo­zy zu be­kom­men sein wird. Im­mer noch klar am äu­ßers­ten Tel­ler­rand des kru­den, dis­so­nan­ten Ga­ra­ge-/Post Punk und voll­kom­men de­men­ten Space Rock zu ver­or­ten, bleibt die­se Band oder Per­son mys­te­riö­ser Her­kunft ei­ne char­mant ka­put­te Ma­schi­ne, de­ren Re­pa­ra­tur ru­hig noch et­was auf­ge­scho­ben wer­den darf.

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Enemic Interior - Enemic Interior

Die­se Band aus Bar­ce­lo­na spielt so ei­ne ge­wis­se Brau­art des Post Punk - die me­lo­disch-ein­gän­gi­ge, von der man ge­ra­de in jün­ge­rer Zeit et­was we­nig ge­hört hat - und ich wür­de mal sa­gen die klin­gen da­bei nach ei­nem recht bun­ten Clus­ter aus ein­schlä­gi­gen Haus­num­mern á la Night­wat­chers. Sie­ve­head, Red Dons, Cri­mi­nal Code und frü­hen The Est­ran­ged. Ab und an streckt man sei­ne Füh­ler auch mal in Rich­tung Hard­core aus und dann kom­men mir spon­tan mal die Acry­lics in den Sinn.

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Self Improvement - Visible Damage

Die De­büt-LP die­ser Band aus Long Be­ach, Ka­li­for­ni­en gibt sich auf den ers­ten Blick un­auf­fäl­lig aber ent­puppt sich bei ge­naue­rem hin­hö­ren als ein ech­ter Le­cker­bis­sen für Freun­de des mi­ni­ma­lis­ti­schen, smar­ten Post Punk. Als ers­tes drän­gen sich mir da mal Li­thics als Ver­gleich auf, au­ßer­dem die Post Punk-Weir­dos Pat­ti und die Ga­ra­ge Punk-Wun­der­kin­der Ura­ni­um Club, wäh­rend Front­frau Jett Wit­challs doch tat­säch­lich ei­nen ge­wis­sen Kim Gor­don-Vi­be her­auf­be­schwört, de­ren Schaf­fen mit So­nic Youth in den Acht­zi­gern hier ins­be­son­de­re bei düs­te­ren Tracks wie z.B. Shapes als In­spi­ra­ti­on ge­dient ha­ben könn­te, eben­so wie di­ver­se Stil­blü­ten von 70er/​80er The Fall.

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Print Head - In Motion

Ei­ne wei­te­re Print Head-Ver­öf­fent­li­chung, ein wei­te­res Kraft­pa­ket aus ver­dammt ex­zen­tri­schem, chao­ti­schem und doch häu­fig un­er­war­tet me­lo­di­schem Ga­ra­ge- und Post­punk-Scheiß, der dies­mal ein biss­chen so rü­ber­kommt wie ei­ne un­wahr­schein­li­che Ver­schmel­zung aus ge­gen­wär­ti­gen Bands der va­ge eieri­gen Schu­le mit den dick­flüs­si­gen Groo­ves von UV Race und au­ßer­dem mit al­ten bri­ti­schen Acts der Sor­te Me­kons und Swell Maps.

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Slimex - Easy Money

Das letzt­jäh­ri­ge De­büt-Tape die­ser Band aus Port­land war ja schon ein durch­aus spa­ßi­ges klei­nes Din­gens, aber das hier ist ein­fach mal so viel stär­ker in je­der Hin­sicht, die Prä­sen­ta­ti­on tigh­ter, die Songs mehr auf den Punkt ge­bracht, sim­pel aber per­fekt aus­ba­lan­ciert und 100% ef­fi­zi­ent in ih­rem Mix aus Ga­ra­ge-, Syn­th- und Post Punk, wel­cher ein paar ernst­zu­neh­men­de Vi­bes á la Re­se­arch Re­ac­tor Corp., Mo­no­ne­ga­ti­ves, Ghoulies oder Warm Exit ab­strahlt.

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Black Mold - Landscape Of Pain

Ei­ne tris­te Mi­schung aus Post Punk, De­ath Rock und An­ar­cho Punk mit ei­ner groß­zü­gi­gen Do­sis Flip­per-mä­ßi­ger Dis­so­nanz gibt es auf dem ak­tu­el­len Lang­spie­ler ei­nes So­lo­pro­jekts aus Ga­les­burg, Il­lin­nois zu be­gut­ach­ten, char­mant kru­de in sei­ner Mach­art und beim Hö­rer setzt es ei­ne ho­he To­le­ranz für di­gi­ta­les Clip­ping vor­aus. Bleibt weit­ge­hend in­ner­halb der üb­li­chen Gen­re-Pa­ra­me­ter oh­ne da­bei zu re­pe­ti­tiv oder vor­her­seh­bar zu wer­den. Freun­de von Dis­joy, Pad­ka­ros­da oder Clock Of Time wer­den das si­cher zu schät­zen wis­sen.

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Nylon & Operants - Split

Ham­mer­mä­ßi­ge Split-EP zwei­er Bands aus New Jer­sey, die mir bis­her noch kein Be­griff wa­ren. Ny­lon ge­hen da­bei so­fort ins Blut über mit zwei star­ken Ga­ra­ge-/Post­punk-Hy­bri­den so grob in der Nach­bar­schaft von frü­hen Teen­an­ger, Pu­blic Eye, Vin­ta­ge Crop und Marbled Eye. Ope­rants ge­hen dann et­was ge­rad­li­ni­ger zur Sa­che, zu­erst mit ei­nem Ga­ra­ge-Klop­per á la Ex-Cult, Ci­vic, The Li­ving Eyes oder Sau­na Youth, ge­folgt von ei­nem et­was Post­punk-mä­ßi­ge­ren Track mit Syn­th-Zu­satz - ein klar an ein­schlä­gi­ge Mu­te­an­ten aus drun­ten un­ter er­in­nern­der Vi­be.

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