Wax Chattels - Clot

Zwei Jah­re nach ei­ner viel­ver­spre­chen­den, wenn auch stel­len­wei­se noch et­was un­aus­ge­reif­ten ers­ten LP, be­kom­men wir hier ei­nen deut­lich kon­sis­ten­te­ren Nach­fol­ger die­ser Band aus Auck­land, Neu­see­land ge­lie­fert. Ih­re ten­den­zi­ell eher abs­trak­ten, je­doch im­mer ein­präg­sa­men, in den Rand­be­rei­chen von Post Punk, Noi­se Rock und In­dus­tri­al an­ge­sie­del­ten Kom­po­si­tio­nen er­in­nern mich wahl­wei­se mal an Bands wie Girls In Syn­the­sis, Haun­ted Hor­ses, Ice Bal­loo­ns oder Tu­nic - mit ei­nem sub­ti­len Light­ning Bolt-Fak­tor oben­drein.

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Diode - Diode

Ei­ne Band aus Los An­ge­les mit ei­nem hoch­ka­rä­ti­gen All­star Ga­ra­gen-Lin­eup be­schert uns ei­nen an­ge­nehm ver­spul­ten Mix aus Ga­ra­ge-, Post- und Syn­th Punk, der an ei­ni­gen Stel­len nach ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus Nots und Pow! klingt, in an­de­ren Mo­men­ten als trä­fen Pri­mi­ti­ve Cal­cu­la­tors auf Useless Ea­ters.

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Brandy - The Gift Of Repetition

Es ist ab­so­lut pas­send, dass der ers­te Zwölf­zöl­ler auf dem US Ga­ra­ge-Über­la­bel To­tal Punk Re­cords mit ei­nem häm­mern­den Groo­ve á la ISS be­ginnt, war doch de­ren kürz­lich er­schie­ne­ne EP die ver­mut­lich letz­te 7", die je­mals auf La­bel er­schie­nen ist - der Über­gang in ei­ne neue To­tal Punk-Ära könn­te al­so kaum smoot­her und wir si­che­rer sein, dass der Geist hin­ter die­sem La­bel trotz ei­ner Än­de­rung des For­mats der glei­che ge­blie­ben ist. Ein biss­chen er­wach­sen ge­wor­den, viel­leicht. Die New Yor­ker Ga­ra­ge Noi­se-Com­bo Bran­dy klingt hier kom­pak­ter und kraft­vol­ler als je zu­vor, nach­dem sie sich ja schon an ei­nem bril­li­ant ro­hen De­büt­al­bum und ei­ner wei­te­ren 7" die Zäh­ne aus­ge­bis­sen hat­ten - ra­tet mal auf wel­chem La­bel die letz­te­re er­schie­nen ist… Eben­falls deut­li­cher als zu­vor schält sich dies­mal ein ge­wis­ser Feed­ti­me-Ein­fluss her­aus, wäh­rend ih­re abs­trak­te­ren Mo­men­te mal ei­nen leich­ten Spray Paint-Vi­be ent­wi­ckeln. Ganz be­son­ders füh­le ich mich aber an ak­tu­el­le Post Punk Acts wie Know­so oder NAG er­in­nert - bei­de hat­ten eben­falls schon Plat­ten auf To­tal Punk raus. Be­mer­kens­wert, wie vie­le Krei­se sich mit die­ser Ver­öf­fent­li­chung schlie­ßen.

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Girls In Synthesis - Now Here's An Echo From Your Future

Nach­dem die Lon­do­ner über die letz­ten paar Jah­re ver­teilt be­reits ei­nen gan­zen Arsch voll EPs raus­ge­hau­en ha­ben und ihr Sound da­bei zu­neh­mend an Rei­fe ge­won­nen hat, ist es jetzt auch kei­ne be­son­de­re Über­ra­schung, dass ihr De­büt­al­bum ei­ne durch­weg stim­mi­ge An­ge­le­gen­heit ist, die ei­ge­ne For­mel aus Post Punk-, Noi­se Rock- und Post­core-Ele­men­ten zu ei­ner sau­ber ro­tie­ren­den Prä­zi­si­ons-Ma­schi­ne per­fek­tio­niert, wäh­rend die Band wei­ter­hin vor­sich­tig ih­ren Ho­ri­zont er­wei­tert - wie et­wa mit dem ge­wis­sen Wire meets Big Black-Vi­be in Set Up To Fail oder den tris­ten, an frü­he Uni­form er­in­nern­den Doom­scapes in Hu­man Frail­ty.

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Clock Of Time - Pestilent Planet

Mal wie­der ei­ne wei­te­re Ber­li­ner Band, de­ren Mit­glie­der zu­vor be­reits in an­de­ren Ecken des 12XUniversums Wel­len ge­schla­gen ha­ben, und zwar in Bands wie Di­ät, Aus­mu­te­ants und Vexx, wo­bei Di­ät aber der na­he­lie­gends­te Ver­gleich da­von ist - viel­leicht mit ei­nem et­was aus­ge­präg­te­ren 80er De­ath Rock vi­be. Au­ßer­dem gibt's Ähn­lich­kei­ten et­wa zu ei­ner ver­lang­sam­ten In­kar­na­ti­on der Pret­ty Hurts, zu Cri­mi­nal Code oder den ös­ter­rei­chi­schen Kol­le­gen Red Ga­ze zu be­rich­ten.

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Vintage Crop - Serve To Serve Again

Mit Blick auf die bis­he­ri­ge Dis­ko­gra­fie wa­ren mei­ne Er­war­tun­gen an den drit­ten Lang­spie­ler der Grup­pe aus Mel­bourne nicht ge­ring… und Über­ra­schung: Es ist in der Tat ei­ne wei­te­re aus­ge­spro­chen star­ke Plat­te da­bei her­aus ge­kom­men, die es sich in die­ser spe­zi­el­len Ni­sche an der Schnitt­stel­le von schlau­em Ga­ra­ge-, Post- und Art Punk ge­müt­lich macht. An­ge­mes­se­nes Qua­li­täts­fut­ter für Freun­de von Ura­ni­um Club, Pinch Points, Rea­li­ty Group… auch ein biss­chen Sau­na Youth oder Pat­ti sind hier mit an Bord.

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Tom Lyngcoln - Raging Head

Saustar­kes Ding, das zwei­te So­lo­al­bum von ei­nem Ty­pen, der ein­fach weiß was er tut. Tom Lyng­coln hat bis­her un­ter an­de­rem in den Noi­se­rock- und Post­core-Bands Pa­le Heads und The Na­ti­on Blue, so­wie in den eher Folk-las­ti­gen Lee Me­mo­ri­al und Har­mo­ny ge­spielt. Die­ses Al­bum schaut klar in Rich­tung der lau­te­ren Be­stand­tei­le sei­ner Dis­ko­gra­fie, setzt dem gan­zen aber auch noch ei­ne Rei­he bis­lang frem­der Ele­men­te zu. Sti­lis­tisch deckt das ein re­spek­ta­bles Spek­trum ab, das un­ter an­de­rem an Wi­pers-be­ein­fluss­tem, me­lan­cho­li­schen Post Punk á la Red Dons oder Ner­vo­sas an­eckt, an Post­core der ten­den­zi­ell sehr me­lo­di­schen Mach­art, so et­wa im Sin­ne von Me­at Wa­ve, Bloo­dy Ge­ars und ei­nem biss­chen Hot Sna­kes… und oben­drein gibt es auch noch ei­ne ru­he­lo­se Ga­ra­ge­n­ener­gie wie man sie viel­leicht von Jack­son Reid Briggs & The Hea­ters er­war­ten wür­de. Un­men­gen an über­le­bens­gro­ßem Dra­ma wer­den hier in an­ge­mes­sen star­ke Song­sub­stanz ge­mischt, ver­packt in ei­ne mas­siv drü­cken­de Per­for­mance, der man be­reit­wil­lig je­de No­te ab­kauft.

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Knowso - Rare Auld Trip /​ Specialtronics Green Vision

Das Jahr Co­vid stellt sich jetzt schon als ein recht pro­duk­ti­ves her­aus für die Ga­ra­ge-/Post Punk-For­ma­ti­on Know­so aus Cleve­land, wel­che kürz­lich schon wie­der ein neu­es Al­bum und ei­ne EP raus­ge­hau­en hat - be­reits ihr zwei­ter und drit­ter Re­lease in die­sem Jahr. Sound­mä­ßig ist das ei­ne naht­lo­se Fort­füh­rung bis­he­ri­ger Groß­ar­tig­kei­ten - mi­ni­ma­lis­tisch abs­trak­ter Post Punk mit ge­wis­sen Par­al­le­len zu Nag, Bran­dy oder Con­stant Mon­grel oder den jün­ge­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen der Useless Ea­ters. Was sie aber deut­lich von al­len die­sen Bands un­ter­schei­det ist die un­glaub­li­che Ef­fi­zi­enz ih­rer Songs und Ar­ran­ge­ments - als wä­ren ih­re Riffs und Beats spe­zi­fisch da­für ge­schaf­fen wor­den, sich gut mit Fließ­bän­dern zu ver­tra­gen, be­quem auf Pal­let­ten ge­schich­tet und be­vor­zugt mit dem Ga­bel­stap­ler ver­la­den zu wer­den.

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Public Eye - Music For Leisure

Pu­blic Eye aus Port­land wa­ren von An­fang an ei­ner der in­ter­es­san­te­ren Post Punk Acts un­se­rer Zeit und ich hat­te schon ge­ahnt, dass ihr bes­tes Ma­te­ri­al noch be­vor­steht. Aus­nahms­wei­se hat­te ich mal recht… Auf Mu­sic For Leisu­re ent­wi­ckelt sich ihr Sound zu ei­nem ganz ei­ge­nen Ding. Stell dir vor, ei­ni­ge der her­aus­ra­gen­den Bands des Gen­res wie et­wa Di­ät, Marbled Eye, The Est­ran­ged, In­sti­tu­te, Rank Xe­rox, Crea­ti­ve Adult und Brui­sed ver­schmel­zen zu ei­ner Ein­heit. Dann den­ke dir noch ei­ne gu­te La­dung Ga­ra­ge Punk der Teen­an­ger, Sau­na Youth, Flat Worms-Mach­art hin­zu - au­ßer­dem ein klein we­nig Wire und ein paar schram­me­li­ge Folk-Ein­flüs­se á la Vol­ca­no Suns. Das al­les bün­deln Marbled Eye zu­sam­men, schrau­ben das Tem­po zu ei­ner re­lax­ten Spa­zier­ge­schwin­dig­keit her­un­ter und ver­ar­bei­ten die Ge­schich­te aus ei­ner aus­ge­spro­chen song­ori­en­tier­ten Her­an­ge­hens­wei­se. Das Er­geb­nis ist nicht we­ni­ger als ei­ne der aus­ge­reif­tes­ten Post­punk-Plat­ten, die mir seit län­ge­rem un­ter­ge­kom­men ist.

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Vaguess - Directions For Use

Das Ga­ra­ge­punk-Über­we­sen Vin­ny Va­guess aus Los An­ge­les bleibt auch auf sei­ner neu­es­ten EP 'ne span­nen­de Sa­che. Wa­ren die vor­he­ri­gen zwei Lang­spie­ler ei­ne ge­ring­fü­gig ent­spann­te­re, Power­pop-las­ti­ge An­ge­le­gen­heit, über­rascht er hier er­neut mit quir­li­gen Post Punk-Ver­satz­stü­cken - häu­fig un­ter Zu­hil­fe­nah­me von leicht De­vo-mä­ßi­gen Syn­ths. Und wo wir schon vom Teu­fel re­den… mit Les­ser of Two ist hier so­gar ei­ne aus­ge­wach­se­ne Syn­th­pop-Hym­ne mit im Ge­päck, nicht un­ähn­lich zu man­chem was Ali­en No­se­job in jün­ge­rer Zeit ver­bro­chen ha­ben. Wei­te­re Ori­en­tie­rungs­punk­te wä­ren viel­leicht Nick Nir­mal, An­dy Hu­man and the Rep­to­ids, Teen­an­ger, ge­le­gent­li­che Spu­ren von Aus­mu­te­ants. Al­les da­von zün­det ganz vor­treff­lich, was un­ter an­de­rem mal wie­der sei­nem er­war­tungs­ge­mäß ex­zel­len­ten Song­hand­werk ge­schul­det ist.

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