Constant Lovers - True Romance

Constant Lovers - True Romance
Wie­der mal so eine Ent­de­ckung, die schon etwas Zeit auf'm Buckel hat und auf die ich erst jetzt gesto­ßen bin. Kein Wun­der, denn so rich­tig Wind drum gemacht hat seit­dem auch nie­mand, die selbst­ver­öf­fent­lichte Platte scheint sich fast voll­kom­men unter dem Radar der Medien bewegt zu haben. Noch die­sen Monat soll das neue Album der Band aus Seat­tle erschei­nen, bis dahin begnü­gen wir uns mal mit die­ser tol­len hal­ben Stunde Noise Rock mit leich­ten old­schoo­li­gen Post- und Math­core-Ein­flü­sen, die man viel­leicht als eine etwas zugäng­li­chere Mischung aus The Jesus Liz­ard und frü­hen Shel­lec mit einer leich­ten Dischord-Note beschrei­ben könnte. Bin gespannt auf mehr.

Wei­ter­le­sen & Album Stream →

Island Twins - Spanish Blood

Island Twins - Spanish Blood
Sau­mä­ßig relax­ten, flau­schig war­men Indie­rock beschert die­ses New Yor­ker Trio, der aber trotz­dem genug Beu­len und Kan­ten auf­weist um nicht zur glat­ten Wohl­fühl­be­schal­lung zu ver­kom­men. In eini­gen Momen­ten erweckt die Platte Asso­zia­tio­nen an die Gara­gen­pop­per King Tuff, kommt aber ganz gut ohne deren Retro-Ele­mente aus. Eine aus­ge­spro­chen son­nige Ange­le­gen­heit ist das rein Musi­ka­lisch, gekon­tert durch einen klei­nen Anflug von Tod und Ver­der­ben in den Lyrics. Damit wir auch ja nicht zu gut drauf kom­men.

Wei­ter­le­sen & Album Stream →

Worm Crown - Human Waste

Worm Crown - Human Waste
Worm Crown kön­nen keine hal­ben Sachen. Sie den­ken nicht, sie machen ein­fach. Mit Tun­nel­blick auf ein unsicht­ba­res Ziel fixiert, kennt der Noi­se­punk der Band aus Mel­bourne nur eine Marsch­rich­tung: Stur gera­de­aus. Was ihnen den Weg ver­sperrt wird ein­fach Platt­ge­walzt. Das ist Noise Rock in sei­ner ein­fachs­ten, jedoch viel­leicht auch effek­tivs­ten Form. Die Songs sind auf ein Mini­mum redu­ziert, meist wird ein sim­pels­tes Motiv minu­ten­lang mit beharr­li­cher Aus­dauer auf die Ziel­ge­rade gewälzt. Doch was die Platte an Kom­ple­xi­tät ver­mis­sen lässt, macht sie pro­blem­los durch ihre unauf­halt­same Wucht wie­der gut. Über­haupt machen die Tex­tu­ren den beson­de­ren Reiz die­ser Musik aus, nicht ihre ober­fläch­li­che Struk­tur.

Wei­ter­le­sen & Album-Stream →

Marvin Berry & The New Sound - Bootleg

Marvin Berry & The New Sound - Bootleg
Auch wenn es viel­leicht etwas ver­nied­li­chend bis abwer­tend klingt, Boot­leg, das Debüt­al­bum der Band aus Brook­lyn NY ist ein­fach eine schöne, spa­ßige Platte. So alle paar Wochen kommt mir mal wie­der so eine unwi­der­steh­li­che Power­pop-Scheibe unter, mit einem Sound der so alt ist, dass meine Eltern sich nicht mehr dran erin­nern, mit Ohr­wurm­fak­tor hun­dert und Pophooks die zwangs­läu­fig die sofor­tige Aus­schüt­tung von Glücks­hor­mo­nen trig­gern. Mar­vin Berry & The New Sound ste­chen aber aus dem gan­zen noch­mal etwas raus, ohne ober­fläch­lich etwas anders zu machen als ähn­li­che Bands. Es ist ein­fach die stim­migste Zusam­men­stel­lung von elf melo­di­schen Rockern, die ich seit län­ge­rem gehört habe. Geer­det im bereits erwähn­ten Power­pop der 60er und 70er, mit dem Vor­wärts­drang von 77er Punk­bands gespielt, gucken mehr als ein­mal frühe The Jam um die Ecke. Im aktu­el­len Umfeld fühle ich mich auch stark an die Washing­to­ner Title Tracks erin­nert.

Wei­ter­le­sen & Album-Stream (Spo­tify) →

Dasher - Go Rambo 7"

Dasher - Go Rambo 7"
Die Noi­se­pun­ker aus Atlanta und ihre Debüt-EP Yeah, I Know hatte ich ja schon letz­tes Wochen­ende im Pro­gramm. Jetzt gibt uns das Trio ein klei­nes Update in Form einer neuen Sie­ben­zoll­dreh­scheibe. Ent­hält einen neuen Song und eine noch­mal deut­lich trei­ben­dere Neu­auf­nahme des schon auf der EP ent­hal­te­nen Time Flies.

*edit*
Die Platte ist wie­der von Band­camp ver­schwun­den. Mys­te­riös, mys­te­riös. Mal abwar­ten ob sie irgend­wann wie­der auf­taucht…

Baked - Baked

Baked - Baked
Wenn man ernst­haft ver­sucht sich durch die Medi­en­flut unse­rer Zeit zur guten Musik durch­zu­wüh­len, muss man schnell und effi­zi­ent Fil­tern kön­nen. Dabei geht einem zwangs­läu­fig auch eini­ges gutes durch die Lap­pen. Durch­schnitt­lich bekommt ein Stream weni­ger als zehn Sekun­den, bevor ich ihn weg­skippe, manch­mal reicht auch der erste Ton um schon auf den Weg­werf­but­ton zu kli­cken. Das aktu­elle Tape der New Yor­ker Baked wäre auch fast schon nach so zwei Sekun­den in mei­ner vir­tu­el­len Müll­halde des ewi­gen Ver­ges­sens gelan­det; das nicht gerade sub­tile Tre­mo­lo­ge­schrab­bel mit dem die EP eröff­net, deu­tete ich sofort als Indi­ka­tor für einen wei­te­ren unin­spi­rier­ten Schoegaze-Mit­läu­fer. Aber weit gefehlt, die Band ist viel­mehr im psy­che­de­li­schen Pop á la Crys­tal Stilts zuhause. Gut dass der Lap­top gerade im rich­ti­gen Moment außer Reich­weite war.

Wei­ter­le­sen & Album-Stream →

Thee Mighty Fevers - Fuck'in Great R'n'R

Thee Mighty Fevers - Fuck'in Great R'n'R
Ist dir das alles zu kul­ti­viert hier? Diese gan­zen Muschi­bands mit ihrem Fahr­stuhl-Noise, dem beschis­sen ver­kopf­ten Spie­ßer­punk und die piek­fei­nen Gara­gen­ro­cker, die bestimmt alle mit Mes­ser und Gabel essen? Viel­leicht könnte diese assige Gara­gen­punk­band aus Kobe, Japan dei­nen hohen Ansprü­chen genü­gen. Schnel­ler, unge­hemm­ter Rock'n'Roll in einer Welt­klasse-Dreck­pro­duk­tion, könnte auch dei­ner Mama gefal­len.

Wei­ter­le­sen & Album-Stream →

Teledrome - Teledrome

Teledrome - Teledrome
Nor­mal mach ich um so wavi­ges Zeug 'nen gro­ßen Bogen, aber die­ses total aus der Zeit gefal­lene Ding aus New-/Cold­wave, Punk-, Power­Pop und Goth-Ver­satz­stü­cken ist dann doch ein­fach zu geil um mich kalt zu las­sen. Saugt einen sofort rein in eine selt­same Par­al­lel­welt aus Früh­acht­zi­ger Sci­ence Fic­tion-Fil­men und Teen­ager­ko­mö­dien, Cyber­punk, Dis­co­ku­geln und Laser­ka­no­nen. Voll­kom­men unsub­ti­ler Pop mit einer anste­cken­den Dreis­tig­keit und hau­fen­weise Hits, die in einer gerech­te­ren Welt auch wirk­lich wel­che wären. Zurück in die Zukunft von ges­tern. Sis­ters of Mercy auf Gum­mi­bär­chen. Ramo­nes auf Mikro­chips. Aktu­ell viel­leicht noch Digi­tal Lea­ther in einem gelack­te­ren, drock­vol­le­ren Klang­kos­tüm. Und bes­sere Songs.

Wei­ter­le­sen & Album Stream

Creative Adult - Psychic Mess

Creative Adult - Psychic Mess
Die schon seit gerau­mer Zeit um sich grei­fende Welle düs­te­ren und - mal mehr, mal weni­ger - kom­pro­miss­lo­sen Post­punks scheint sich ein­fach nicht tot zu lau­fen. Klar gibt's auch 'ne Menge unin­spi­rier­ter Drecks­ver­öf­fent­li­chun­gen zu ertra­gen, aber es ist doch erstaun­lich mit welch hoher Fre­quenz der­zeit immer wie­der neue Bands auf­tau­chen, die das Genre wie­der um eine oft sub­tile, aber sehr eigene Geschmacks­note berei­chern.
Die Mit­glie­der von Crea­tive Adult aus San Fran­cisco kom­men ursprüng­lich eher aus der Hard­core-Ecke, auf ihrem Debüt­al­bum haben sie sich sound­mä­ßig aber größ­ten­teils davon frei­ge­stram­pelt. Es ist ohne Frage eine der eigen­stän­digs­ten Plat­ten aus dem Genre-Umfeld, von einer Band, die - sehr sym­pa­thisch - offen­sicht­lich zu kei­ner­lei Kom­pro­mis­sen bereit ist. Die Platte ist schon ein ganz schö­ner Bro­cken mit einer für sol­chen Lärm end­los erschei­nen­den Spiel­zeit von über 40 Minu­ten, aber unter der rau­hen Ober­flä­che ver­ber­gen sich ton­nen­weise kleine Hooks, Melo­dien und böse kleine Wider­ha­ken, die sich irgendwo zwi­schen den Syn­ap­sen fest­set­zen und einen dazu ver­an­las­sen, dann doch auf repeat zu drü­cken, um eine wei­tere Runde musi­ka­li­schen Sadis­mus über sich erge­hen zu las­sen. Außer­dem beher­schen die Jungs das Spiel von Zucker­brot und Peit­sche (na ja, Peit­sche über­wiegt hier), streuen auf Song- wie auf Albu­mebene immer im rich­ti­gen Moment die klei­nen melo­di­schen Licht­bli­cke ein, ändern die Marsch­rich­tung ein wenig oder dros­seln das Tempo. Es tritt nie die Über­sät­ti­gung ein, die weni­ger aus­ge­reifte Gen­re­bei­träge oft aus­zeich­net.
Fans von Bands wie den Kopen­ha­ge­ner Lower und Iceage, den eta­blier­ten Noi­sero­ckern Pis­sed Jeans, The Men in ihrer frü­hen Phase oder altem AmRep-Krem­pel wer­den sich hier schnell zuhause füh­len. Manch­mal kingt's auch wie etwas weni­ger abge­spa­cete Dest­ruc­tion Unit.


Wei­te­le­sen & Album Stream

Slumber Girls - All You Need

Slumber Girls - All You Need
…und wie­der mal lau­ni­ger Pave­ment-Gedenk-Indie­rock. Oder wahl­weise auch an GBV oder Archers of Loaf erin­nernd. Dies­mal von einer noch nicht mal so rich­tig voll­jäh­ri­gen Band aus dem eng­li­schen Hertfordshire. Unter der ver­trau­ten Ober­flä­che ver­ber­gen sich aber vier bril­li­ante, stim­mige (Power-)Popsongs. Zeit­los und schön.

Wei­ter­le­sen & Album-Stream →