Clarko – Medeocre Man 7″

Ein neuer Kurzspieler aus dem Hause Iron Lung Records mit ganz vorzüglichem, devofiziertem Synthpunk, den man aktuell auch irgendwo in der Nachbarschaft von Wonder Bread, Ausmuteants oder Dr. Rot einordnen kann.

Shop Regulars – Fortified Regulars

Tape Nummer zwei des Projekts um Honey Bucket Mastermind Matt Radosevich und wechselnde Mitstreiter aus der DIY-Szene von Portland, wie gewohnt im schnörkellosen Sound von Raf Spielman auf Band festgehalten. Sofort stellt sich der wurderbar rustikale Charme ein, der irgendwie jeglichem Output aus diesem speziellen Umfeld innewohnt. Im Vergleich zum Vorgänger gibt sich die EP aber ein gutes Stück eingängiger und in der aktuellen, zum Quartett angewachsenen Besetzung bekommt das ganze einen leichtfüßig-entspannten Jam-Vibe verpasst.

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Breakout – Say Hello

Fluffig-Powerpoppiges Zeug von einer Band aus Austin, irgendwo zwischen dem Indierock der 90er und dem College Rock der 80er. Das hat ein paar leise Spuren von Superchunk, Mega City Four, Surfa Rosa-Ära Pixies, späteren Replacements, ganz frühen Bitch Magnet, vielleicht sogar ein wenig Slickee Boys.

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Ice Balloons – Body In The Park

Lehnte sich das Debütalbum der New Yorker Combo mit Mitgliedern von u.a. Samiam und TV On The Radio an Bord noch mehr in die Richtung von untekühltem Postpunk und Industrial mit einem Hauch von Ministry, gibt sich ihre neueste 7″ auf Mudguts etwas leichtfüßiger und verspielter, begrüßt den Hörer mit einer infektiösen, leicht dubbigen Groovekanone auf der A-Seite und weiß auch auf der B-Seite mit einer angenehm abgefahrenen Psychedelic Nummer sehr zu gefallen; jeweils mit einer wohldosierten Ladung Noise versetzt.

The Raws – Bat! Bat! Bat!

Garagepunk aus Istanbul von der traditionellen, arschtretenden, hüftschwingenden Sorte mit gelegentlich etwas Surf-Twang und leichtem Cowpunk-Vibe. Macht verdammt viel Spaß und schon mal richtig Bock auf ihre neue 7″, die am Freitag via Slovenly Recordings erscheint.

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Lightfoils – Chambers

Eigentlich mag ich Shoegaze ja sehr. Hätte gerne häufiger was davon im Blog. Dass dies jedoch selten zustande kommt ist wohl der frustrierenden Eigenschaft der aktuellen Genre-Generation geschuldet, dem allgemeinen Klangteppich mehr Beachtung zu schenken als etwa griffigen Songs oder mitreißenden Arrangements. Lightfoils aus Chicago stechen da positiv raus als eine der wenigen Ausnahmen. Auf alte Tugenden besonnen und mit schlafwandlerischer Sicherheit ausgeführt schütteln sie Shoegaze der ultraklassischen Machart aus dem Ärmel, bei dem alle beweglichen Teile tadellos ineinander greifen und jede Handbewegung sitzt.

Launcher & Freakees – Split 7″

No Front Teeth Records trifft mal wieder voll ins Schwarze mit dieser Splitsingle zweier Bands aus Los Angeles. Launcher haben mit vor nicht allzu langer Zeit schon mal mit einem Demotape begeistert und liefern auch hier wieder himmlisch kaputten KBD-Style Punkrock ab, der mich im speziellen an The Mentally Ill erinnert.

Dahinter müssen sich aber die Freakees keineswegs verstecken, sondern kontern erfolgreich mit einer satten Fuzz- und Garagen-Attacke die von meiner Seite vage Vergleiche mit Hank Wood & The Hammerheads provoziert oder mit einer Variante von S.B.F. mit einem Drummer aus Fleisch und Blut.

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Ein paar kommende Releases…

Ich hab in letzter Zeit das Posten von Einzeltracks etwas vernachlässigt und es hat sich natürlich einiges angesammelt. Deshalb gibt’s hier mal ‘nen ziemlich langen Wühltischpost, grob nach Veröffentlichungsdatum sortiert.

8. Februar

14. Februar

15. Februar

22. Februar

28. Februar

1. März

8. März

15. März

18. März

5. April

12XU Radio (die Show) kommt unter die Axt.

Jopp. 12XU Radio wird zumindest vorübergehend auf Eis gelegt. Weil es einfach zu viel wird. Aber jetzt mal von Anfang an:

Normal versuche ich, mein Privatleben aus dem Blog raus zu halten. Jetzt mache ich da mal eine Ausnahme um die Lage zu erklären. Ich hab schon seit längerer Zeit mit einer psychischen Erkrankung zu schaffen. Ich will jetzt kein Mitleid dafür, es ist einfach nur wie es ist. Das hat unter anderem zur Folge, dass ich einfach weniger belastbar bin als andere Menschen, extra-viel Schlaf brauche um zu funktionieren, schnell erschöpft bin. An manchen Tagen will mein kaputtes Gehirn auch einfach gar nicht funktionieren, ich kann mich kaum auf etwas fokussieren und brauche gar nicht erst versuchen, irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Einen gewöhnlichen Job als Broterwerb kann man gerade auch knicken – ich arbeite derzeit in einer Behindertenwerkstatt für Menschen mit Seelischen Erkrankungen. Da kann ich ohne Leistungsdruck arbeiten, bin nach Feierabend aber dennoch vollkommen ausgepowert.

Eine Zeit lang ging das noch ganz gut, mich nebenbei um’s Blog zu kümmern und die monatliche Radioshow an den Start zu bringen. Mit der Zeit stellte es sich für mich aber als immer schwieriger da, beides zu schaffen. Die Show zu produzieren verschlingt immer ein ganzes Wochenende. Zeit, die mir dann für das Blog fehlt und einen Rückstand erzeugt, den ich erstmal wieder aufholen muss. Abgesehen davon dass manchmal, wie gesagt, mein Denkapparat nicht mitspielt und ich dann viel weniger geschafft bekomme als ich mir vorgenommen hab.

Die Radioshow fühlt sich inzwischen mehr nach Arbeit an als nach Spaß. Die letzten paar Sendungen hab ich nur noch mit großer Mühe und etwas Verspätung fertig bekommen. Eigentlich wäre jetzt wieder Produktion angesagt, aber mir wurde gestern klar, dass das nicht so weiter geht; dass ich mich damit nur kaputter mache als ich es eh schon bin. Daher meine Entscheidung, die Show aufzugeben. Stattdessen hab ich mich auf die Couch gesetzt und nach längerer Zeit mal wieder ‘nen Film geschaut, wozu ich heute viel zu selten komme. Hat sich sehr gut angefühlt, einfach mal nichts zu tun.

Daher will ich das auch gar nicht so negativ sehen, sondern freue mich viel mehr auf die gewonnene Zeit, in der ich mal wieder für mich selbst da sein kann. Darauf, dass ich das Blog wieder zuverlässiger und mit weniger Stress machen kann. Ich bedanke mich bei allen die zugehört haben, bei den Sendern die 12XU Radio ausgestrahlt haben und den beiden Syndication-Plattformen Starzz.de und Radiosendungen.com für ihren Einsatz, ein Syndication-Netzwerk für kleine und große (Web-)Radios aufzubauen.

Die Laut.fm-Station wird natürlich weiterhin von mir betreut und wenn’s mich doch noch mal in den Fingern juckt, lade ich vielleicht mal das eine oder andere Mixtape hoch. Und wer weiß, vielleicht werde ich auch die Show zur passenden Zeit wieder reaktivieren. Aber erstmal brauche ich jetzt etwas Luft zum Atmen.

Channel 83 – Internet ALERT ’99

Yay! Drei neue Minuten gepflegte Schrottästhetik vom Synthpunk-Projekt aus Orlando, Florida. Wem die letzte EP schon etwas zu behämmert klang, der wird diese hier erst richtig hassen. Die drei Songs senken nachweislich den IQ des Hörers. Das gute dabei: Einem geschädigten Denkvermögen ist das scheißegal.

Vidro – Allt Brinner

Ganz schönen Wind macht die Formation aus Stockholm auf ihrem ersten Langspieler. Der Sound ist irgendwo an den Tellerrändern von Hardcore und Post Punk zu verorten, bringt aber ebenso den Vibe der aktuellen Dark-/Death Punk-Welle mit. Das klingt geringfügig verwandt mit Acrylics, Dauðyflin, Tarantula, The Bug oder den derberen Momenten von Criminal Code. Jede Menge schlechte Laune also. Und schlechte Laune kann man in diesen Tagen ja nie genug haben.

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Vintage Crop – Company Man 7″

Ein neuer Kurzspieler der Garagepunks aus Melbourne kommt diesmal aus dem guten britischen Hause Drunken Sailor Records zu uns. Darauf wirkt ihr Sound etwas entschlossener als auf ihrem guten, aber leicht orientierungslos wirkendem letzten Album; die groben Koordinaten stimmen aber nach wie vor: Freunde von Uranium Club, Proto Idiot, Sauna Youth und Ausmuteants werden daran einigen Gefallen finden.

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Missing Pages – Long Way Down

Missing Pages sind eine aktuelle Band um Stephen Svacina, der den meisten von euch ja sicher schon mal als Teil von Jonly Bonly und Mind Spiders untergekommen ist. Nach letztgenannter Band klingt ihr kräftiger Mix aus melodischem Punkgedöns, klassischem Indie Rock und Power Pop dann auch ein bisschen, natürlich aber auch nach den anderen zwei Teilen der texanischen Garagen-/Powerpop-Dreieinigkeit, Radioactivity und Marked Men. Außerdem etwas nach Milked, Xetas und Bad Sports. Geht klar!

Public Interest – Between

Der Post- und Synthpunk auf dem ersten Tape von Public Interest aus Oakland gibt sich ziemlich variabel, lässt z.B. mal den kalten Synthwave raushängen, klingt ein anderes mal nach einer elektrifizierten Variante von Diät und nach Useless Eaters im spacigen Abgroovemodus. Oder wie etwa Ausmuteants und Puff vermutlich klingen würden, wenn beide Bands mal irgend etwas mal ernst nähmen.

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Drool – Drool II

Nachdem Drool aus Chicago in den letzten zwei bis drei Jahren mit ein paar EPs schon ordentlich Appetit gemacht haben, gibt’s jetzt den ersten Hauptgang auf die Ohren. Nach wie vor haben wir es mit verwinkeltem Post Punk der Sorte Rank Xerox, Marbled Eye, Labor oder Kommissars zu tun, der sich recht strikt an die etablierten Genremuster hält, seine Sache dabei aber auch durchweg kompetent ausführt. Das meiste Wachstum gegenüber den EPs zeigen sie aber immer in den Momenten, wenn sie sich ein bisschen Melodie trauen. Diese Augenblicke sind der Faktor, mit dem sie sich etwas von guten Genrestandard absetzen können und wenn das die Richtung ist in die es jetzt gehen soll, dann darf man echt gespannt sein auf die nachfolgenden Releases.

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