Dick Hick – Evil Music !!!

Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.

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C-Krit – C-Krit

Scheiße, riecht das mal streng hier… aber auf eine gute Art und Weise. Nach anderthalb milde verstörenden Tapes auf Impotent Fetus kommt jetzt per Tetryon Tapes der erste “Lang”-Spieler der Band hinterher und verbreitet erneut helle Freude. Ganz schön eiteriger Hard- und Noisecore ist das, den man vage mit so Acts wie Soupcans, Stinkhole oder Vulture Shit vergleichen mag, aber auch von alten Pionieren wie Flipper, No Trend und Broken Talent hat das ein bisschen was. Als Kind wurde mir von meinem religiösen Umfeld mal suggeriert, man könnte sich durch das hören von böser Rockmusik ganz schnell einen fiesen Dämon einfangen (zum Glück hielt die Panikmache in meinem Fall nicht lange vor…). Keine Ahnung was man sich beim leichtsinnigen Anhören dieser Kassette einfängt, aber zu den Nebenwirkungen gehören wilder Sarkasmus, Durchfall und ein ausgeprägtes Gefühl von alles scheißegal.

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Liquid Face – II

Auf seiner zweiten 7″ für Goodbye Boozy Records erhöht Cal Donald aka Liquid Face mal ganz empfindlich den Energielevel und Distortion-Faktor – als Resultat davon kommt sein spezielles Garage-/Synth-/Post Punk-Gebräu jetzt ein wenig rüber wie ein zotteliger Bastard irgendwo zwischen den welten von Powerplant, Mononegatives und dem Noise Punk von Brandy.

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Super Cheap – Volume II

Habt ihr schon diese Super Cheap EP gehört, die man superbillig von Painters Tapes bekommen kann? Das ist ein schräger kleiner Klumpen aus Baustellenlärm – ziemlich wild, schnell und angenehm kurz. Etwa so wie ein Mischling aus Soupcans, Lumpy and the Dumpers, Stinkhole und Connie Voltaires diversen Hardcore-Projekten.

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Prized Pig – PPEP

Eine durchweg angenehme Hörerfahrung, dieser Debütkurzspieler einer Band aus Los Angeles. Heraufbeschworen aus Zutaten von Noise Rock, Post- und Garage Punk erinnert mich das an eine stark garagige Inkarnation von Nag, gewürzt mit etwas kaputter Fickerei aus dem Soupcans-, Stinkhole oder Lumpy & The Dumpers-Universum. Leckerer Saustall.

Gunky – Ectoplastic

Als ein seltsamer (Post-) Punk/Noise-Bastard, der sich ganz frech durch die Geschichte des Punk und Noise-Untergrunds plündert, stellt sich die Debüt-EP von Gunky aus Philadelphia heraus. Ich meine Echos von MX-80 und Mittachtziger Sonic Youth zu hören, von The Mentally Ill und Saccharine Trust. Oder auch von jüngeren Bands wie Patti oder Plax.

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Maximum Roach – Dry Rot

Hochexplosiven Noise Punk mit Garagecore-Raketenantrieb liefert uns das Debütaubum von Maximum Roach irgendwo aus Arizona. Abwechselnd darf man sich mal an Bands wie Beast Fiend, Anxiety, Soupcans, Bo Gritz oder Mystic Inane erinnert fühlen.

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The Resource Network & Big Hog – Split 7"

Zum zweiten mal kommen die beiden Bands aus Indianapolis für eine Splitveröffentlichung zusammen – diesmal ist es ein Siebenzöller auf Goodbye Boozy Records geworden. Nicht nur ist die Aufnahme hier etwas weniger roh, sondern auch soundmäßig haben beide ihr Vokabular deutlich diversifiziert. The Resource Network hauen uns mal schlauen Garagepunk zwischen Uranium Club und Yammerer um die Ohren, mal Post Punk/-core, der sich z.B. irgendwo zwischen Rites of Spring und frühen Slovenly verorten lässt, und zu guter Letzt noch eine straighte Punknummer mit Launcher-mäßigem KBD-Vibe.
Letzterer ist auch im Hause Big Hog am Start, vom Hardcore des Split-Tapes ist nun aber nicht mehr so viel zu spüren. Dafür gibt es eine Postpunkabfahrt á la Patti treffen auf frühe Minutemen zu bestaunen, eingerahmt von zwei mal Noise Punk, der etwas wie Lumpy & The Dumpers auf ’nem leichten Sludgetrip klingt.

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Nag – Red Panda

Wie gewohnt keine Experimente bei Nag aus Atlanta und das ist voll ok so. Auch ihr neuester Kurzspieler überzeugt dafür mit einer schnörkellosen Melange aus Post-, Fuzz- und Noise Punk, die keinen Anlass sieht, sich schlauer zu geben als sie eigentlich ist und genau deshalb so reibungslos funktioniert.

Blotchouts – Warsaw

Okay, das musste ja irgendwann passieren. Knappe sechs Jahre hält sich dieses Blog jetzt über Wasser und ich poste hier doch tatsächlich mal etwas mit Joy Division-Bezug. Hab ich bisher gerne vermieden, weil diese Band und ihre Geschichte einfach in einem für alle Ewigkeit ausreichenden Maß von den Musikmedien ausgebreitet und platt getreten wurde. Weil ein sich vor lauter Ehrfurcht einpissender Leichenkult um Ian Curtis einfach nur noch nervt. Gerade deshalb finde ich es ausgesprochen erfrischend, wie vollkommen respektlos sich da irgend so eine Garagenband aus Mobile, Alabama an der Tracklist des ursprünglich geplanten, lange Zeit unveröffentlichten ersten Warsaw/Joy Division-Albums abarbeiten und die allseits bekannten Songs zu einem dissonanten, ungesund quietschenden, nur vom Rost und Dreck noch zusammengehaltenen Unwerk formen, dass am Ende ein ganz eigener, absurder Glanz übrig bleibt.

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