Protomartyr - Under Color Of Official Right

protomartyr
Nach dem lezt­jäh­ri­gen Bro­cken "No Pas­si­on All Tech­ni­que", der ge­ra­de we­gen sei­ner kom­pro­miss­lo­sen Zer­fah­ren­heit über­zeu­gen konn­te, fin­den Pro­tomar­tyr aus De­troit hier end­lich zu ih­rem ei­ge­nen Sound. Das steht ei­ner­seits den düs­te­ren Klan­g­ent­wür­fen der ak­tu­el­len Ko­pen­ha­ge­ner Sze­ne na­he, aber auch klas­si­sche­re Kan­di­da­ten wie The Fall schei­nen durch und leicht dub­bi­ge Un­ter­tö­ne fal­len beim auf­merk­sa­men Hö­ren auf. Da­zu durch­zieht ei­ne neu ge­won­ne­ne Me­lo­diö­si­tät das Al­bum, das den­noch an al­len Ecken und En­den sei­nen Beiß­re­flex be­weist.
Bis­her war die­ses Jahr ein ech­ter Jung­brun­nen für den zu­letzt et­was ver­schla­fen wir­ken­den Post­punk und Un­der Co­lor Of Of­fi­cial Right ist ein wei­ter her­aus­ra­gen­der Bei­trag in den mo­der­nen Gen­re-Ka­non. Viel­leicht der bes­te, den wir die­ses Jahr zu hö­ren krie­gen, aber das ha­be ich die­ses Jahr auch schon mehr­fach ge­dacht. Und jetzt wo es end­lich ei­nen of­fi­zi­el­len Re­lease­ter­min für's Lower-Al­bum gibt, mag ich mich erst recht nicht vor­zei­tig auf et­was fest­na­geln.


Gang Wizard - Important Picnic

gang wizard
Die­ses Krach­kol­lek­tiv aus Los An­ge­les ist, wie ich aus der all­wis­sen­den Da­ten­kra­ke er­fah­re, schon seit Mit­te der Neun­zi­ger mit der De­kon­struk­ti­on des Rock'n'roll be­schäf­tigt. Auf ih­rem neu­es­ten Al­bum zei­gen sie im­mer noch kei­ne Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen. Das hier ist Noi­se und Post Punk im bes­ten und ex­trems­ten Sin­ne. Vie­zig Mi­nu­ten herr­lich un­prä­zi­ses, ex­pe­ri­men­tel­les Ge­dre­sche aus ka­put­ten Beats und Feed­back-Or­gi­en, Kreis­sä­gen-Gi­tar­ren und ei­ner doch er­staun­li­chen Fül­le an Me­lo­dien und Hooks, die sich un­ter der rau­en Ober­flä­che, dem Ge­schrei und den schrä­gen Groo­ves ver­ber­gen. Auch ge­wis­se Kraut­ein­flüs­se (mu­si­ka­li­scher wie auch psy­cho­tro­per Na­tur) sind nicht von der Hand zu wei­sen.

Die Plat­te kann man im Shop des La­bels als Down­load oder LP er­wer­ben.

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Wireheads - Wireheads

wireheads
Die viel­ver­spre­chen­de EP die­ser Band aus dem aus­tra­li­schen Ade­lai­de schlägt ganz her­vor­ra­gend den Bo­gen vom Pro­to- zum Post Punk. Und was da­zwi­schen kam, igno­rie­ren sie weit­ge­hend. Ein neu­es Al­bum von ih­nen ist auch schon im Kas­ten und soll­te je­den Mo­ment er­schei­nen.

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Sundaze - OK/​/​Then

sundaze
Die­ses lon­do­ner Duo kre­iert psy­che­de­li­schen Krach, im Span­nungs­feld von pri­mi­ti­vem Shoe­ga­ze, Noi­se und Post­punk, un­er­müd­lich vor­wärts ge­scho­ben von ei­ner sim­pel und stur vor sich hin pol­tern­den Drum Ma­chi­ne. Füh­le mich sehr an­ge­nehm an das ers­te Al­bum von A Place To Bu­ry Stran­gers er­in­nert.

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Permanent Collection - No Void EP

permanent collection
Per­ma­nent Collec­tion aus Oak­land ha­ben sich vor kur­zem auf­ge­löst. Vor­her ha­ben sie aber noch ei­ne tol­le EP raus­ge­hau­en. Könn­te man so be­schrei­ben, dass Iceage oder Ho­lo­grams ih­ren düs­te­ren Post­punk um leich­te Shoe­ga­ze-An­lei­hen und Wi­pers-ar­ti­ge Gi­tar­ren­li­ni­en er­gänzt hät­ten. Die hier auch schon ge­fea­tureten Cri­mi­nal Code könn­ten auch so halb­wegs als Ver­gleich her­hal­ten.

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Jessica 93 - Who Cares

jessica 93
Jes­si­ca 93 ist ein So­lo­pro­jekt des pa­ri­ser Mu­si­kers Ge­off­roy Lapor­te. Auf Who Ca­res ruft er die Bra­chia­li­tät al­ter Big Black-Plat­ten in Er­in­ne­rung und lässt da­bei die at­mo­sphä­ri­sche Dich­te der ak­tu­el­len Ge­nera­ti­on düs­te­rer Post­punk-Bands wie et­wa Ce­re­mo­ny, Mer­chan­di­se oder A Place To Bu­ry Stran­gers mit ein­flie­ßen.

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Baston - Alamo 7"

baston
Tol­ler Gara­r­a­gen­pop aus Frank­reich. Die Band aus Ren­nes spielt ei­ne deut­lich Shoe­ga­ze-be­ein­fluss­te, power­pop­pi­ge Va­ri­an­te des Gen­res. Schön zu se­hen, was der­zeit so auf eu­ro­päi­schem Bo­den an tol­len Bands auf­sprießt. Nur bei uns in Doo­f­land ist na­tür­lich im­mer noch über­wie­gend to­te Buch­se.

Meat Wave - Meat Wave

meat wave
Die­se Plat­te hab ich vor zwei jah­ren ir­gend­wie ver­passt. Me­at Wa­ve aus Chi­ca­go ver­mi­schen ul­tras­trai­gh­ten et­wa an Red Dons er­in­nern­den me­lo­di­schen Punk­rock mit dem Noi­se­rock von Je­sus Li­z­ard oder Shel­lac und in­fi­zie­ren das gan­ze dann ge­le­gent­lich noch mit dem Post­pun­k/-core von Les Sa­vy Fav oder Q and Not U. Da­bei kommt am En­de ein le­cke­res Ge­bräu her­aus, das ein­gän­gi­ger kaum sein könn­te, den­noch al­le nö­ti­gen Kan­ten und Wi­der­ha­ken auf­weist um nicht zu seich­tem Ea­sy Lis­tening zu ver­kom­men.

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Typewriter. - Nobody Clears Out a Room like

typewriter
Die­se Band aus Sy­ra­cu­se, New York ver­ur­sach­te beim ers­ten Hö­ren mas­si­ves Stirn­run­zeln mei­ner­seits. Ich bin ein gro­ßer Freund von Gen­re-Schub­la­den. Ge­ra­de eben, weil kaum ei­ne hö­rens­wer­te Band sich wirk­lich in ei­ne sol­che rein­zwän­gen lässt, die­nen sie mir als Hil­fe, das ge­hör­te auf ei­ner art mu­si­ka­li­schen Land­kar­te zu ver­or­ten und Be­zü­ge her­zu­stel­len. Wie soll das aber mit die­ser Band bloß ge­hen?
Sie ma­chen mit je­dem der acht Songs näm­lich ei­ne kom­plett neue Bau­stel­le auf, be­zeich­nen­der Wei­se be­ti­teln sie das auf ih­rer Face­book­sei­te ein­fach mit "In­die", was ja nun mal al­les und nichts be­deu­ten kann. Scheiß In­die!
Aber ich ver­such mal zu um­schrei­ben was ei­nem hier so ent­ge­gen kommt: Zum Bei­spiel al­ter 90er In­die­rock á la Ar­chers of Lo­af oder Su­per­chunk, son­nig an­ge­surf­ter Fuzz-Pop, Noi­se-Pop der al­ten C86-Schu­le, schnör­kel­lo­ser Ga­ra­gen- und Post Punk, re­lax­te Psych-Groo­ves und an die al­te Sadd­le Creek-Con­nec­tion er­in­nern­des, an­ge­folk­tes In­die­rock-Ge­döns.
Das klingt aber al­les dann doch nicht nach ei­ner Band, die ein­fach noch nicht ih­ren Sound ge­fun­den hat, son­dern nach ei­nem Hau­fen selbst­be­wus­ter Mu­si­ker, die sich sehr sou­ve­rän eklek­ti­zis­ti­sche Ein­flüs­se an­zu­eig­nen wis­sen. Denn je­der Song hier drauf ist ein Tref­fer.

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Rollercoaster Kills - Evil Debt

rollercoaster kills
Rol­ler­coas­ter Kills sind ein Trio aus Ma­drid. Ihr fri­sches­ter Out­put schlägt ganz mü­he­los die Brü­cke zwi­schen dem me­lo­di­schen Punk- und In­die­rock der mitt­neun­zi­ger, Post­core, Ga­ra­gen­punk und al­tem Emo­core-Ge­döns. Klingt hier und da mal et­was nach Wi­pers, ein paar Schrit­te wei­ter schie­len dann klas­si­sche So­nic Youth-Gi­tar­ren um die Ecke und wenn sie so rich­tig Gas ge­ben fühlt man sich an­ge­nehm an Hot Sna­kes oder Dri­ve Li­ke Je­hu er­in­nert.

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