Autobahn - Autobahn 2

autobahn
Na­gel­bett… äh, Au­to­bahn gab's ja auch schon hier mit ih­rer ers­ten EP zu be­stau­nen. Mit EP Num­mer zwei sind die Jungs et­was vom pa­thos­be­la­de­nen Düs­ter­post­punk ih­res Erst­lings ab­ge­rückt und klin­gen jetzt wie ei­ne et­was grim­mi­ge­re Ver­si­on der Eagulls mit ge­le­gent­li­chen Noi­serock­ein­flüs­sen, be­son­ders im Ope­ner. Dass sie jetzt ge­ra­de mit be­sag­ter Band durch UK tou­ren, scheint auch kein Zu­fall zu sein.

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Puff - Identitätsverlust 7"

Puff
Scheint lang­sam Tra­di­ti­on zu wer­den, dass ei­ni­ge der bes­ten und/​oder ori­gi­nells­ten deut­schen (Post-)Punkbands auf US-La­bels ver­öf­fent­licht wer­den, bei uns aber eher be­grenz­te Be­ach­tung be­kom­men. Da wä­ren in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit et­wa Ban­que Al­le­man­de aus S.S. Re­cords oder Di­ät auf Iron Lung.
Und jetzt be­schert uns Slo­ven­ly die­se schö­ne 7" des bes­ten Puffs in Ber­lin. Ex­zel­lent ge­stör­ter Post­punk, der zeit­wei­se mit sei­nem pro­mi­nen­ten Syn­th­ein­satz den am an­de­ren En­de der Welt be­find­li­chen La­bel­ma­tes Sta­lins Of Sound nicht ganz un­ähn­lich klingt.

Lower - Seek Warmer Climes

lower
Ei­gent­lich hat­te ich nicht vor die­se Plat­te zu pos­ten. So groß­ar­tig sie auch ist, ich ver­su­che doch eher die et­was ab­sei­ti­ge­ren, noch nicht zu to­de ge­rit­te­nen The­men hier un­ter­zu­brin­gen. Da­von aus­ge­hend, dass sich eh schon al­le an­de­ren Mu­sik­blogs auf die­se lang er­war­te­te Plat­te mit hau­fen­wei­se Pitch­fork-Pro­mo und ei­nem eta­blier­ten La­bel im Rü­cken stür­zen wür­den, hab ich erst­mal an­de­ren Din­gen den Vor­zug ge­ge­ben. Nach ei­nem kur­zen Check der In­die Mu­sik Blogs se­he ich dann mit ent­set­zen, dass die Plat­te über­ra­schen­der­wei­se voll­stän­dig igno­riert wird. Was zum Hen­ker ist los mit dir, deut­sche Blog­sze­ne? Muss ich dann wirk­lich al­les sel­ber ma­chen?
Denn oh­ne Scheiß, die vor zwei Jah­ren er­schie­ne­ne 7" Walk On Heads der ko­pen­ha­ge­ner Band hal­te ich für die dich­tes­ten und mit­rei­ßends­ten zehn Mi­nu­ten punk­ver­wand­ten Krachs die in in die­sem Jahr­zehnt bis­her ver­bro­chen wur­den. Das dar­auf­hin an­ge­kün­dig­te Al­bum wur­de seit­dem im­mer wei­ter auf­ge­scho­ben, und ganz ehr­lich, ich konn­te mir auch kaum vor­stel­len wie Mu­sik mit ei­nem der­ar­tig ho­hem En­er­gie­le­vel auf Al­b­um­län­ge funk­tio­nie­ren soll.
Die wahr­schein­lichs­te Ant­wort: Gar nicht so gut. Das wer­den die Jungs auch sel­ber ge­wusst ha­ben, und ent­spre­chend ha­ben sie in den zwei Jah­ren ih­ren Sound ganz schön um­ge­krem­pelt, oh­ne da­bei ih­ren ei­ge­nen Cha­rak­ter zu ver­lie­ren. Das Tem­po der EP wird hier in kei­nem Au­gen­blick er­reicht und den Ver­lust des er­bar­mungs­lo­sen Vor­wärts­schubs ma­chen sie pro­blem­los durch ei­ne neu ge­won­ne Tie­fe wett, die sich ei­ni­gen ge­ra­de­zu epi­schen Song­ko­los­sen nie­der­schlägt. Die un­ge­stü­me Wut ist ei­ner ge­wis­sen Ver­letz­lich­keit und Re­flek­tiert­heit ge­wi­chen und bei al­ler Schwe­re der Dar­bie­tung scheint im­mer wie­der et­was Hoff­nung durch. Denn wie der Al­bum­ti­tel schon an­deu­tet, geht es im Ge­samt­kon­text der Plat­te nicht um Tod und Ver­der­ben, son­dern um Hoff­nung, die rea­le Aus­sicht auf Bes­se­rung, um per­sön­li­che Rei­fungs­pro­zes­se und das fin­den ei­ge­ner We­ge, im Le­ben klar zu kom­men.
Ge­blie­ben sind die zen­tra­len Qua­li­tä­ten und Trade­marks der Band, wie et­wa das stoi­sche Drum­ming und das aus­ge­feil­te Spiel mit der Dis­so­nanz, die ra­sier­mes­ser­schar­fen Gi­tar­ren­fi­gu­ren. Mit die­ser Plat­te tre­ten Lower end­gül­tig aus dem Schat­ten ih­rer gro­ßen Sze­ne-Brü­der Iceage her­aus und fin­den ih­re ganz ei­ge­ne Stim­me. Und der lohnt es sich zu­zu­hö­ren.

Lei­der gibt's kei­ne Streams zum ein­bin­den, dank des be­kann­ten You­tube/­GEMA-Bull­shits. Aber Spo­ti­fy hat's.
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The Abandos - The Abandos 7"s

the abandos 1
The Abandos 2
Die Band aus Phil­adel­phia hat in schnel­ler Fol­ge zwei aus­ge­zeich­ne­te Kurz­spie­ler (bei­de Selbst­be­ti­telt) voll mit an­ste­ckend en­er­ge­ti­schem Post-/Ga­ra­gen­punk raus­ge­hau­en. Die selbst­ver­öf­fent­lich­te Schei­be mit dem dunk­len Co­ver lehnt sich da­bei sti­lis­tisch ein klei­nes Stück wei­ter aus dem Fens­ter mit ih­ren z.b. an Ex-Cult er­in­nen­den, sä­gen­den Gi­tar­ren­tex­tu­ren. Die an­de­re, auf Brui­sed Tongue er­schie­ne­ne EP zeigt sich et­was tra­di­tio­nel­ler im Ga­ra­gen­punk ver­an­kert, ist aber kein Stück we­ni­ger mit­rei­ßend.


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Street Eaters - BLOOD::MUSCLES::BONES

street eaters
Sehr ein­gän­gi­gen, ja ge­ra­de­zu tanz­wü­ti­gen Kra­wall spielt das Duo Street Ea­ters aus Ber­ke­ley, des­sen Sound mal wahl­wei­se im Post-, Ga­ra­gen- oder Noi­se­punk ein­ord­nen könn­te. Das klingt in et­wa so als hät­te man die Ge­ne so un­ter­schied­li­cher al­ter Punk­hel­den wie et­wa Wire, Dead Moon oder Wi­pers kom­bi­niert, könn­te in der Ge­gen­wart aber auch mit Bands wie Milk Mu­sic, Ge­nera­ti­on Loss oder ei­ner ab­ge­speck­te­ren Va­ri­an­te von Ca­li­for­nia X ver­gli­chen wer­den. Your mi­leage may va­ry. Tol­le Plat­te auf je­den Fall, die nicht nur an­ge­sichts be­sag­ter Re­fe­ren­zen bei mir ins Schwar­ze trifft, son­dern auch bes­tens für sich al­lei­ne ste­hen kann.
Brea­king News für Vi­nyl­be­vor­zu­ger: Das Ding be­kommt hier­zu­lan­de ei­nen Vi­nyl­re­lease auf dem köl­ner La­bel Con­traszt! Re­cords. Al­so spart euch die ho­hen Aus­lands­ver­sand­kos­ten und war­tet bis zum 30. Ju­ni, so lan­ge wür­de sonst der Ver­sand aus US ja auch lo­cker dau­ern. Im La­bel-Shop kann man's jetzt schon vor­be­stel­len.


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Sex Scheme - Sex Scheme 7"

sex scheme
Ei­gent­lich ver­mei­de ich es ja ger­ne hier Sa­chen zu pos­ten, die kei­nen "rich­ti­gen" - al­so nicht an den Kauf ei­nes phy­si­schen Ton­trä­gers ge­kop­pel­ten - di­gi­tal-Re­lease ha­ben, aber das hier ist ein­fach zu geil. Ul­tra-kru­der Ga­ra­gen­post­punk aus New York, der ein we­nig den Geist al­ter Bir­th­day Par­ty-Plat­ten at­met und sich auch sonst we­nig um eta­blier­te Hör­ge­wohn­hei­ten schert.
Als Bo­nus gibt's beim Kauf ei­ne von zwei aus­wähl­ba­ren EPs in Form ei­ner CD-R da­zu. Das mil­dert den Schmerz et­was, an­ge­sichts der War­te­zeit auf das Pa­ket aus USA und der hor­ren­den Ver­sand­kos­ten.

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Silver Screams - Creep Joint Scratch

silver screams
Schön ein­gän­gig vor sich hin­riff­en­der Punk­rock aus Bos­ton, der auf der mu­si­ka­li­schen Land­kar­te ir­gend­wo in der Nä­he von Ra­dio Bird­man oder Wi­pers plat­ziert und ge­le­gent­lich auch noch Platz hat für leicht Fu­ga­zi-es­ke Fi­gu­ren und an Hüs­ker Dü er­in­nern­de Har­mo­nien. Drückt bei mir ge­nau die rich­ti­gen Knöp­fe.

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Watery Love - Decorative Feeding

watery love
Grob­mo­to­ri­scher, zeit­wei­se mo­no­ton vor sich hin schred­dern­der Ga­ra­gen- und Noi­se­punk aus Phil­adel­phia, wie er kru­der kaum geht. Trotz­dem un­er­war­tet mit­rei­ßend und ein­gän­gig, wenn man so­was ab kann. Könn­te Freun­den von so un­ter­schied­li­chen Bands wie Soupcans, De­st­ruc­tion Unit, Stran­ge At­trac­tor oder Ex-Cult gut ge­fal­len.

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Jesuslesfilles - Le grain d'or

jesuslesfilles
Sau­mä­ßig Ran­da­le ma­chen Je­sus­les­fil­les aus Mont­re­al mit ih­rem su­per­ein­gän­gi­gen Ga­ra­gen-Post-Punk, auf­ge­lo­ckert durch ge­le­gent­li­che Spu­ren von Surf­rock. Ist mir ei­gent­lich scheiß­egal wor­über die sin­gen (ich ver­ste­he viel­leicht fünf Wor­te Fran­zö­sisch). Wenn je­mand der­art ge­konnt den Putz von der De­cke haut bin ich so­fort an­ge­nehm be­täubt, dank der uni­ver­sel­len Spra­che des Rock'n'Roll.


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Champion Lover - Champion Lover

champion lover
Die­se Noi­se­punk-Com­bo aus To­ron­to lärmt ein biss­chen so als hät­ten die Nach­barn von METZ ih­re ato­na­len Be­stra­fungs­riffs durch ei­ne gu­te Do­sis doo­mi­gen Rock'n'Roll á la De­st­ruc­tion Unit er­setzt. Geht nach vor­ne wie Sau, ist da­bei aber eben auch durch­aus ei­gän­gig und un­ter der rau­hen Ober­flä­che ver­birgt sich so die ei­ne oder an­de­re Me­lo­die, die ei­nem nicht mehr aus dem Kopf will. Auch So­nic Youth-ar­ti­ge Har­mo­nien und Noi­se­at­ta­cken sind mit an Bord, an­ge­rei­chert um sub­ti­le Psych-Ein­flüs­se. Die der­zei­ti­ge Wel­le düs­te­rer Post­punk-Ka­pel­len wie et­wa Lower wä­ren auch kein ganz fal­scher Ver­gleich.


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