Pigeon – Deny All Knowledge Of Complicity

War ihr selbstbetiteltes 2018er Debüt wohl ihre verspielteste und die darauf folgende Bug-EP ihre kompromissloseste Platte, so präsentiert ihre kürzlich via adagio830 erschienene zweite LP ganz klar einige der bislang präzisesten, schnörkellosesten und doch unverschämt ausgefuchsten Songkonstrukte der Berliner. Wie gehabt erinnert mich das an so viele herausragende Genre-Mitstreiter inner- und außerhalb Berlins. Etwa an Negative Space, Pretty Hurts, Rank/Xerox, Diät, Public Eye, Exit Group, Nag… die Liste könnte ewig so weitergehen. In anderen Worten: Erstklassiger Scheiß!

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Dee Bee Rich – 4

Einer meiner liebsten unidentifizierten Berliner Krachverchecker hat mal wieder etwas Zeug aufgenommen. Seid hingerissen von vier neuen, gleichermaßen straighten wie verspielten Lo-Fi Garage- und Post Punk Jams.

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Maske – Tape 2

Die Berliner Szene, wo jeder Musikant heimlich auch in jeder anderen Partykapelle für Verstimmung sorgt, hat schon wieder etwas fallen gelassen. Kurzspieler № 2 von Maske beginnt in etwa wie S.Y.P.H. gefiltert durch Wire und Crass, kann außerdem auch Weirdcore á la Stinkhole, Stuttgart-Sound-aber-fun und nicht zuletzt an Membranes erinnernde Post Punk- und Proto Noise- Skizzen. Manchmal versucht man etwas Englisch. Auch das hat einen gewissen Charme.

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Can Kicker – Demo

Das Demo dieser Band aus Cardiff lockt den Hörer zuerst mit etwas derbem Hardcoregeklöppel auf die falsche Fährte, dann wird aber schnell klar, dass dieser Sprengsatz aus konzentrierter LoFi-Energie deutlich mehr Substanz unter der Haube hat. Einmal den dichten Nebel aus Fuzz und Distortion durchdrungen, offenbart sich ein melodisches Farbenspiel und ein Klangkostüm mit Zutaten aus Post Punk und Noise Pop, das insgesamt etwas wie ein zotteliger Mischling aus Sievehead und Piles anmutet.

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Flat Worms – The Guest / Circle 7″

Ziemlicher Regelbetrieb auf der neuesten 7″ der Flat Worms aus L.A.. Will meinen: astreiner Qualitätsscheiß mal wieder in Form zweier Songs, die ihre ureingene Formel mit Bestandteilen von Garage-, Post Punk und etwas Noise-Brandbeschleuniger gewohnt kompakt auf den Punkt bringen. Flat Worms bleiben zuverlässige Krachlieferanten meines Vertrauens.

Mononegatives – Apparatus Division

Die Band aus London (Ontario, Kanada) hat inzwischen schon ’ne Handvoll ganz netter EP’s abgesondert, aber erst auf ihrem neuen Langspieldebüt geht die Summe der Teile mal so richtig auf in zwölf 12XU-zertifizierten Killertracks aus charmant verspultem, hocheinfallsreichem und tadellos vorwärts gehendem Garage-, Synth- und Post Punk mit Anklängen an Useless Eaters, Pow!, Ex-Cult und Predator.

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Coach – Coach

Eine raubeinige aber auch ziemlich melodische Wall Of Sound errichtet das Debütalbum dieser Band aus Aarhus, ein Klangbild zwischen den Welten von Noise Pop, Art- und Post Punk, gleichermaßen an Teksti TV 666 und The Men der Open Your Heart-Ära erinnernd, an 80er SonicYouth-ismen und nicht ohne eine gewisse MX-80-Kante. Als ob das alles noch nicht verlockend genug wäre, macht obendrein noch eine ruhelose Bläsersektion jeglichen Widerstand zwecklos.

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VR Sex – Cyber Crimes

Guter aber verstörender Scheiß, die jüngste EP dieser Gruppe aus Los Angeles. Tiefschwarzer Post Punk, der von den hässlichen Abgründen erzählt, welche durch unsere moderne Technik gleichermaßen offengelegt aber auch erst ermöglicht werden (und ja, das beinhaltet ganz explizit auch Kinderpornos und -missbrauch). Soundmäßig würde ich das mal als eine seltsame Fusion aus The Estranged und The Spits bezeichnen, die außerdem durch ganz amtliche Death Rock- und Synth Wave-Vibes komplettiert wird.

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Predator – Spiral Unfolds

Ich war etwas spät dran, diese Band aus Atlanta zu entdecken, die jetzt schon seit über einer Dekade rumlärmt – erst mit ihrer 2018er No Face 7″ wurde ich auf sie aufmerksam. Auch wusste ich da noch nicht, dass sie sich Mitglieder mit den Postpunk-Minimalisten Nag teilen. Jetzt ergibt plötzlich alles mehr Sinn. Nicht nur höre ich da klar den gleichen Sänger, sondern auch soundmäßig kann ich jetzt die Verwandtschaft kaum mehr überhören. Predator klingen etwas wie der etwas geselligere Cousin von Nag, mit stärkerer Garagen-Tendenz und gelegentlichen Hardcore-Momenten. Ich meine… vereinzelt klingen sie fast so, als hätten sie Spaß an der Sache!

Die komplette Bescherung gibt’s auf Bandcamp zu hören→

Hideous Sun Demon – Development Hell

Die neueste EP der Band aus Melbourne fängt gut an, wird dann mit jedem Song besser. Zuerst hat’s was von einem Mix aus (zu beginn) Synth-losen Ausmuteants, Ex-Cult, Sauna Youth, frühen Teenanger… aber auch so eine Postpunk-Kante á la Flat Worms, Constant Mongrel. Letztere Tendenz übernimmt in der zweiten Hälfte zunehmend das Ruder und genau da spielt die Platte ihre größten Stärken aus, welche sich letztendlich zu der epischen Anti-Hymne Australia auftürmen – einem Stinkefinger in Richtung Nationalismus, der sich für seine einfachen, klaren und aufrichtigen Worte nicht entschuldigen muss.

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