Mess – Traidores

Die Band aus Guadalajara, Mexiko hat zuletzt noch eine neuere EP rausgelassen, die in ihrer penetranten Oi!-Seligkeit für mich ehrlich gesagt doch etwas schwer zu ertragen ist. Ganz im Gegensatz zu den zwei Songs dieser digitalen Single hier, die eine Woche zuvor erschienen ist. Das sind einfach mal zwei astreine Knaller.

Dead Finks – The Death and Resurrection of Johnathan Cowboy

Nach einem etwas inkonsistenten Debüt-Tape im letzten Jahr kommt die neue LP dieser Berliner Band mit einem deutlich gereiften Postpunk-Sound daher, dem ein starker Roots- und Folk-Einfluss innewohnt und ein allgemeiner Vibe der mich etwa an den Americana-/Cowpunk von Angst erinnert, an Post-Miami Gun Club und an Solozeug von Rikk Agnew, während man in der Gegenwart Vergleiche etwa zu Jackson Reid Briggs & The Heaters oder Low Life ziehen mag. Außerdem schwingt in Songs wie Reanimation, Pissing und Look Of Disgust so eine British Invasion-mäßige Melancholie mit, die etwa an The Resonars oder The Bevis Frond erinnert. Also anders ausgedrückt: Das sind ganz und gar nicht die üblichen Grundzutaten für ein Punkalbum, was den Krempel ja auch wie Arsch auf Eimer für den kommenden EU-Release an der ersten Theke prädestiniert.

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Algara – Absortos En El Tedio Eterno

Algara aus Barcelona fielen erstmalig letztes Jahr auf, damals noch als ein Elektropunk-Duo, welches aber schnell zu einer vierköpfigen Band anwuchs und unverzüglich ein Tape hinterher schob das aus Neuaufnahmen der EP-Tracks bestand und weiteren, für ihr Debütalbum bestimmten Songs. Besagtes Album dürfen wir jetzt aus dem Hause La Vida Es Un Mus Discos in voller Länge bestaunen. Ihr Sound hat sich derweil zu einer kompakten Wucht in einer Fusion aus Post-, Garage- und Elektropunk entwickelt, die man vielleicht als eine Mischung aus ISS, Straw Man Army, Rank/Xerox und UZS bezeichnen könnte – lediglich einmalig aufgebrochen von den starken Synthwave-Versatzstücken in Hedonistas.

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Big Bopper – New Mutations

Sieht nicht so aus als ob diesen Texanern in absehbarer Zeit die Songs ausgehen werden, immerhin haben die gerade ihren zweiten Langspieler innerhalb von nur wenigen Monaten abgeliefert – dankenswerter Weise diesmal in einer etwas weniger Tinnitus-induzierenden Abmischung. Ansonsten wird hier nahtlos an das glorreiche Chaos angeknüpft das Big Bopper mit dem Vorgänger etabliert haben. Jenes besteht etwa zu etwa gleichen Teilen aus Post- und Garage Punk, Noise- und Math Rock, hat dabei unter anderem vage Ähnlichkeiten zu Patti, Rolex, Cutie, Mystic Inane oder Brandy plus ein paar Krümeln früher Minutemen.

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Smirk – Smirk

Es ist ja fast kriminell, dass ich die zwei vorherigen EPs von Smirk hier ausgelassen habe, dem Soloprojekt von Nick Vicario, dessen andere Bands Public Eye, Crisis Man und Cemento regelmäßigen Besuchern dieses Blogs sicher nicht gänzlich unbekannt sind. Nach dem beide EPs vor nicht allzu langer Zeit auf einer LP von Drunken Sailor Records neu aufgelegt wurden, kommt jetzt auch schon der neueste Kurzspieler via Total Punk / Iron Lung Records ins Haus, auf dem der ultra-relaxte aber niemals schläfrige Garage Punk mit Verstärkung aus der Sample-Kiste noch mal einen Tacken präziser und besser ausbalanciert rüberkummt, dabei jederzeit unverschämt catchy bleibt.

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Deck In The Pit – In A Lane

Ganz schön schräger Scheiß, diese Archiv-Veröffentlichung der gesamten/einzigen Tondokumente einer kurzlebigen Band aus Brisbane, die irgendwann im oder um das Jahr 2016 entstanden sind. Da braucht es kein Genie um sofort zu erkennen, dass es sich nur um eine weitere Band des exzentrischen Avantgarde-Saitenquälers Glen Schenau handeln kann – auch als Teil von Kitchens Floor bekannt – verstärkt um jeweils einen Typen von Sydney 2000 und Piss Pain. Deren Beteiligung ist es dann vermutlich auch, was diese Platte fast schon zugänglich erscheinen lässt. Mit zugänglich meine ich in etwas konkreter: Etwa so zugänglich, wie frühe The Fall- oder Membranes-Platten zugänglich sind. Findest du sowas zugänglich? Dann das hier bestimmt auch!

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Fashion Pimps & The Glamazons – Fashion Pimps & The Glamazons

Eine Band aus Cleveland, Ohio erzeugt auf ihrer ersten EP einen rauen, dissonanten Mix aus Noise Rock und Post Punk mit einer scharfen Garagenkante, was sie auf der musikalischen Landkarte in etwa zwischen so Bands wie The Cowboy, Spray Paint, Flat Worms and Plax verorten lässt, manchmal auch ergänzt um einen gewissen Flipper-Vibe.

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Heavy Metal – V: Live At The Gas Station Fighting The Devil

Ich glaub diesem mysteriösen Berliner Act habe ich hier bisher nie das volle Spotlight gegeben und kann rückblickend auch nicht mehr so genau sagen ob das so ist weil Heavy Metal noch nicht bereit für mich waren oder weil ich noch nicht bereit für Heavy Metal war. Definitiv kann ich aber sagen, dass ich ihr wildes und äußerst produktives Schaffen über die letzten Jahre konstant verfolgt habe und dass ihre verspulten Garage-/Elektro-/Hirnfickpunk-Machwerke mit jedem neuen Release etwas besser in meinem kaputten Gehirn resoniert haben. Dieser stetige Trend gipfelt jetzt in ihrem fünften Langspieler, auf dem sie meines Erachtens einen Sweet Spot getroffen haben und ein bisschen an ein gewisses Duo aus North Carolina erinnern, von dem man sagt sie seien nicht Punk genug für Heavy Metal oder irgend sowas… ebenfall im Mischbehälter befindet sich aber noch eine gesunde Dosis Swell Maps und Métal Urbain/Dr.Mix & The Remix. Noch nie haben die so nebulös und im besten Sinne falsch geklungen.

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DDR – The Morning Grey

Eine ziemlich unerwartete und ausgezeichnete Musikeinreichung kam hier rein von einer Band aus Zagreb, Kroatien. DDR spielen eine Abart des melancholischen oldschool Post Punk mit einem Fitzelchen Goth im Mix, was mich in verschiedenen Augenblicken mal an gegenwärtige Bands wie Daylight Robbery, The Estranged, Primitive Teeth, Anxious Living, Criminal Code oder Xetas erinnert, während sich aus dem Altbestand auch klar ein bisschen Wipers-mäßige Gitarrenarbeit feststellen lässt und vielleicht etwas spätere Naked Raygun? In der zweiten Halbzeit wird man zunehmend melodischer, was der Sache einen gewissen melancholischen Vibe á la Leatherface, HDQ oder Government Issue der Mitt- bis Spätachtziger hinzufügt.

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Credit Bureau – Credit Bureau

Echt ’ne Menge eierige Qualität unterwegs diese Woche. Um mich nicht zu wiederholen, fasse ich mich kurz: Hier ist die jüngste Kassette des immer exzellenten Labels Deluxe Bias, welche passenderweise auch ziemlich nach Bias-Regler auf fünf Uhr klingt. Fragt eure Eltern was das bedeutet.

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