Split System - Split System

Hier ha­ben wir es mal wie­der mit ei­nem arsch­tre­ten­den, ge­mä­ßigt old­schoo­li­gen Ga­ra­ge Punk-Ar­te­fakt aus Aus­tra­li­en zu tun, her­auf­be­schwo­ren von Leu­ten die ihr Hand­werk ver­ste­hen. Am Ge­sang ha­ben wir hier nie­mand ge­rin­ge­ren als den groß­ar­ti­gen Jack­son Reid Briggs, der hier frei von den Ver­su­chun­gen und Ab­len­kun­gen des Gi­tar­ren­spiels mal ganz schön vi­tal und be­freit klingt, ei­ne deut­lich nu­an­cier­te­re Ge­sangs­per­for­mance ab­lie­fert als wir das bis­her von ihm ge­wohnt wa­ren. Auch die rest­li­chen Be­tei­lig­ten sind bei­lei­be kei­ne Un­be­kann­ten, sind hier doch un­ter an­de­rem Leu­te von Stiff Ri­chards und Speed Week am Werk. Simp­les aber mit­rei­ßen­des Song­ma­te­ri­al trifft auf ei­nen un­auf­halt­sa­men Dri­ve. Das Zeug klingt schon auf den ers­ten Blick ver­traut, hat da­bei aber ei­ne ge­wis­se Ver­spielt­heit und Viel­sei­tig­keit, wel­che die­se Songs den­noch klar von den zu­vor ge­nann­ten Bands zu un­ter­schei­den ver­mag.

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Print Head - Change

Ein neu­es Tape des mys­te­riö­sen Pro­jekts das mög­li­cher­wi­se in Hicks­vil­le, New York an­säs­sig ist und das Zeug bleibt un­vor­her­seh­bar wie eh und je. Dies­mal be­kom­men wir ei­nen Bat­zen von durch­weg un­ter ei­ne Mi­nu­te lan­gen, me­lo­di­schen Ga­ra­ge-Smas­hern vor den Latz ge­knallt - ab­ge­fuz­z­ter High Speed Power­pop, der ein biss­chen so an­mu­tet wie ei­ne Ga­ra­ge Punk-In­kar­na­ti­on der frü­hen Gui­ded By Voices aus ei­nem al­ter­na­ti­ven Rea­li­täts­strang.

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Isotope Soap - In Need Of Systematic Entropy

Mit or­dent­li­cher Ver­spä­tung - wie heut­zu­ta­ge lei­der so ziem­lich al­les, das mal auf Vi­nyl er­schei­nen möch­te - be­kom­men wir das neu­es­te Opus von Schwe­dens fä­higs­ter Syn­th­punk-Ka­pel­le und mei­ne Fres­se, ist das ein ab­ge­spac­ter neu­er Le­vel an Schräg­hei­ten, auch für die­se Band. Ge­nau so wie ich’s am liebs­ten hab al­so. Zur Hälf­te bestht die LP aus ex­tra ver­spul­ten, in­stru­men­ta­len In­ter­lu­des mit so ei­nem ge­wis­sen Hauch von ei­nem bi­zar­ro John Car­pen­ter Sound­track und die rest­li­chen Songs schei­nen mehr als je zu­vor In­spi­ra­ti­on von al­ten Gen­re-Pio­nie­ren zu ge­win­nen - na­tür­lich ist da auch ein biss­chen De­vo drin, aber noch eher den­ke ich da et­wa an so Zeug wie Screa­mers, Units oder Ner­vous Gen­der, ver­mischt mit jün­ge­ren Acts à la Set-Top Box, Di­gi­tal Lea­ther und ge­le­gent­lich mei­ne ich auch ei­ne grim­mi­ge Post Punk-Ge­ruchs­no­te ähn­lich zu Bands wie Vi­deo oder VHS zu re­gis­trie­ren.

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Animated Violence - Demo

Ein rei­ner Quell der Ga­ra­ge-be­feu­er­ten Hard­core-Glück­se­lig­keit, ab­ge­lie­fert von ei­ner Band die viel­leicht aus Long Be­ach, Ka­li­for­ni­en kommt oder viel­leicht auch nicht. Der Scheiß hält ei­ne ein­wand­freie Ba­lan­ce zwi­schen dumm ge­ra­de­aus bret­tern­der old­school En­er­gie und den di­ver­sen Ma­cken und Ver­schro­ben­hei­ten jün­ge­rer Hard­core-Phä­no­me­ne, was sie auf der Gen­re­land­kar­te in gu­ter Ge­sell­schaft zu ge­gen­wär­ti­gen Sor­gen­kin­dern der Mar­ke Mys­tic Ina­ne, Laun­cher, Fried E/​M, Mo­dern Needs oder Li­quid As­sets lo­ka­li­siert.

The Crawlies - Demos

Scho­nes Schlag­loch voll mit ei­ner tru­ben Brü­he des un­schul­di­gen, dre­cki­gen Spa­ßes, die­se Samm­lung von Lo-Fi De­mo­auf­nah­men ei­ner Band aus Phil­adel­phia, wel­che hier ei­nen Ra­dau der old­schoo­lig pri­mi­ti­ven Mach­art los­tritt. Et­wa wie ei­ne Ver­men­gung der frü­hen Wer­ke von Ed­dy Cur­rent Sup­pres­si­on Ring und UV Race mit der ro­hen En­er­gie frü­he­rer Acts wie Go­ries, Ob­li­vi­ans, Rea­tards.

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F.E.I.D.L. - Wödmusik

Ooooh­kay… noch die Wun­den le­ckend vom fie­sen Deutsch­punk-Hin­ter­halt ges­tern, wid­men wir uns hier mal wie­der un­se­rer Fremd­spra­chen-/Welt­mu­sik-Ab­tei­lung. Wöd heißt Welt, oder? Und au­ßer­dem auch "ziem­lich schei­ße gut", be­haup­tet zu­min­dest das In­ter­net und was da drin steht stimmt ja selbst­re­dend im­mer. Al­so ja, ziem­lich wöd ist auch der lang­spie­len­de Nach­fol­ger zu der schon ganz lei­wan­den 2020er EP der Wie­ner Ga­ra­gen­kin­der aus­ge­fal­len, wenn auch ab und an mal et­was zu nah an volks­tüm­li­chem Um­ta­ta und Blas­mu­sik für mein zar­tes Ge­müt.

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Sex Mex - Vol. 1

Die kürz­lich er­schie­ne­ne di­gi­ta­le Sin­gle Skeleton/​Runaway war ja schon ein Arsch voll feins­ter Ga­ra­gen­qua­li­tät und ein mas­si­ver Quan­ten­sprung im Ver­gleich zu frü­he­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen. Die neu­es­te EP der Band aus Aus­tin, Te­xas legt hoch­wer­tig nach, kla­rer Hö­he­punkt ist da­bei der per­fek­te Power­pop-Dop­pel­schlag na­mens The Ama­zing Su­per Ul­tra Spi­der­man & Shit Me Out, aber der Rest braucht sich auch nicht ver­ste­cken, kommt in et­wa rü­ber wie ei­ne ama­zing su­per ul­tra hei­li­ge Drei­ei­nig­keit be­stehend aus Aus­mu­te­ants, S.B.F. und Set-Top Box.

Rifle - Holloway Demos

Ei­ne äu­ßerst ap­pe­tit­an­re­gen­de ers­te EP ei­ner Band aus Lon­don, die ei­nen et­was schwam­mig ein­zu­ord­nen­den, halb­wegs rau­en aber auch ein­gän­gi­gen Stil­mix spie­len, im gro­ben so 60% Ga­ra­ge Punk und 40% Post­core, was ins­ge­samt an ei­ne eher dif­fu­se An­samm­lung von Bands er­in­nert zu de­nen un­ter an­de­rem et­wa The Aban­dos, Ob­its, Gol­den Pe­li­cans, Mass Li­nes, Dumb Punts und As­cot Stab­ber ge­hö­ren.

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208 - Nearby

Auch wenn ich ab­so­lut glück­lich über die viel­fäl­ti­ge, cle­ve­re und im­mer schön selt­sa­me Evo­lu­ti­on bin, wel­che die di­ver­sen Strän­ge des Ga­ra­ge Punk in jün­ge­ren Jah­ren durch­lau­fen ha­ben, steht mir doch manch­mal der Kopf mehr nach et­was we­ni­ger durch­ge­gar­ter, ru­di­men­tä­rer Haus­manns­kost. Das neue Tape des Ga­ra­gen­du­os 208 aus De­troit trifft ge­nau in die­se Ker­be mit der ro­hen, pri­mi­ti­ven, ver­schwitz­ten und et­was zu be­sof­fe­nen Mach­art von Ga­ra­ge Punk - die Sor­te für die man ei­ne See­le aber kein Ge­hirn braucht. Wo­bei, mir ist na­tür­lich be­wusst, dass die See­le ein dum­mes re­li­giö­ses Kon­zept ist, für das es in der Rea­li­tät null Evi­denz gibt. Al­so gut, sa­gen wir statt­des­sen mal, es ge­nügt ein vom Le­ben durch­ge­schüt­tel­tes, leicht de­fek­tes Ge­hirn um da­mit um­zu­ge­hen oder ir­gend­was in die Rich­tung, okay? Das Klang­bild hier ist ein­fach per­fekt und ein all­ge­gen­wär­ti­ges, di­gi­ta­les wie auch ana­lo­ges Clip­ping ist kein Bug son­dern ein Fea­ture - ein Fuzz-ge­trie­ben­der Zer­mal­mer von Songs, die in ers­ter Li­nie äl­te­ren Scheiß her­auf­be­schwö­ren wie et­wa Ob­li­vi­ans, Go­ries, Pus­sy Ga­lo­re, Feed­ti­me, Rea­tards oder was auch im­mer euch da­zu noch ein­fällt.

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Aspanya - Aspanya

Die spa­ni­sche Sze­ne ist in letz­ter Zeit mal wie­der 'ne ein­zi­ge Gold­gru­be (üb­ri­gens, wo man schon vom Dia­blo spricht, habt ihr al­le schon die ganz fa­mo­se Ho­gar LP ge­hört?) - neu­es­tes Be­weis­stück ist die­se schnu­cke­li­ge EP ei­ner Band aus… Bar­ce­lo­na, den­ke ich mal? Zu­min­dest scheint die Stadt in den Ly­rics ei­ne Rol­le zu spie­len, auch wenn ich sonst über­haupt nichts ver­ste­he. Macht je­den­falls or­dent­lich Spaß, ihr Ga­ra­ge Punk, der sich über­wie­gend zwi­schen ein­fach ge­strick­ten '77er Vi­bes und dem ver­win­kel­ten Groo­ve jün­ge­rer Ver­tre­ter á la Ura­ni­um Club, Pinch Points ab­wech­selt.

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