Moth - Machine Nation

Mo­th aus Mel­bourne hat­ten vor ge­rau­mer Zeit be­reits ein ganz or­dent­li­ches De­mo raus, aber ih­re ers­te EP ist da mal um ei­ni­ges bes­ser. Mal ganz un­ro­man­tisch aus­ge­drückt ist das recht ty­pi­sches Ga­ra­ge- und Syn­th­punk-Ge­döns wie man es in der Ge­gen­wart ge­wohnt ist… aber an­de­rer­seits auch durch­weg kom­pe­tent, mit reich­lich viel Punch und ei­nem leich­ten psy­che­de­li­schen Touch. An­sons­ten ge­hen sie weit­ge­hend nach eta­blier­tem Useless Ea­ters-, Pow!-, Ex-Cult-, oder Flat Worms-Re­zept vor. Da kann man ja auch nicht viel falsch ma­chen.

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Sweet Reaper - Closer Still

Auf Al­bum Num­mer drei neh­men die Ga­ra­gen­punks aus Ven­tu­ra, Ca­li­for­nia die Fä­den ge­nau da wie­der auf, wo sie sel­bi­ge vor grob zwei Jah­ren lie­gen ge­las­sen ha­ben. Ei­ne wei­te­re star­ke La­dung von bit­ter­sü­ßen, me­lo­di­schen Ban­gern mit ei­ner Spur von Wi­pers und nicht ganz fern­ab ak­tu­el­ler Acts wie Cheap Whi­ne, Ra­dio­ac­ti­vi­ty, Red Dons oder Da­dar.

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Future - Demo

Na das ist ja mal 'ne or­dent­li­che Wucht, was mir die­se ver­mut­lich pol­ni­sche Band ent­ge­gen schmet­tert. Zu glei­chen Tei­len Hard­core- und Ga­ra­ge Punk, vor­züg­lich an­ge­trie­ben von ul­tra-simp­len Schlag­werk, das den Tex­tu­ren aus der Sai­ten­quä­ler-Ab­tei­lung den nö­ti­gen Raum lässt, sich aus­zu­brei­ten. So et­was ähn­li­ches hat man in der Ver­gan­gen­heit viel­leicht von Bands wie Le­che, Mur­de­rer, Yam­bag, Lux zu hö­ren be­kom­men… oder viel­leicht ver­birgt sich da­zwi­schen so­gar noch ei­ne Spur von Wymyns Pry­syn.

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All Hits - Men And Their Work

Die zwei­te EP/­Mi­ni-LP die­ses Tri­os aus Port­land lie­fert acht mal Nach­schub an or­dent­lich knal­len­der Ga­ra­gen­kopf­wä­sche, die durch­weg dem Iron Lung-Qua­li­täts­sie­gel ge­recht wird und ab­wech­selnd mal an Sau­na Youth, Ex Cult, Teen­an­ger er­in­nern kann… er­gänzt um ei­nen leich­ten '77er Vi­be wie man ihn z.B. bei Amyl and the Snif­fers ge­wiss rich­tig ver­mu­ten wür­de.

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F.E.I.D.L. - F.E.I.D.L.

Ein deut­sches und ein ös­ter­rei­chi­sches Qua­li­täts­la­bel ha­ben ge­mein­sam ei­nen wei­te­ren kur­zen Knal­ler für an­spruchs­vol­le Ga­ra­gen­ken­ner auf La­ger, fa­bri­ziert von ein paar Wie­ner Fi­gu­ren die es ziem­lich gut raus ha­ben, wie man syn­chron sei­ne In­stru­men­te zur rich­ti­gen Zeit, auf die rich­ti­ge Art an den rich­ti­gen Stel­len und in der pas­sen­den In­ten­si­tät an­fasst, wor­auf­hin die­se ei­ne Ge­räusch­ta­pe­te ab­son­dern, die mei­nen Oh­ren gut tut.

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Tony Dork - Struggle Street

Hier noch ein biss­chen schnör­kel­lo­ser, po­po­ver­dre­schen­der, hüft­schwin­gen­der, ge­ra­de­aus­ro­cken­der Ga­ra­ge Punk von ei­ner Bend aus Mel­bourne, de­ren Kra­wall ein biss­chen wirkt wie ei­ne Kreuz­züch­tung aus Mi­ni Skirt und frü­hen Teen­an­ger, viel­leicht noch ein biss­chen Ob­its. Das Re­sul­tat be­kommt dann ei­ne ak­zep­ta­bel ge­rin­ge Men­ge an Oi! ge­füt­tert, au­ßer­dem ein biss­chen früh-80er US West­küs­ten­punk, viel­leicht so­gar ein paar Spu­ren­ele­men­te von Crass. Das aus­ge­wach­se­ne Biest könn­te dann in et­wa so klin­gen wie das, was To­ny Dork hier ver­an­stal­ten und ich fin­de das Er­geb­nis ist ganz präch­tig aus­ge­fal­len.

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Reality Group - Music For Fools Vol. 1

Rea­li­ty Group aus Mel­bourne ha­ben in den Jah­ren '16/'17 be­reits ein ver­dammt star­kes De­mo und ei­ne eben­so hoch­wer­ti­ge EP raus­ge­hau­en, da­nach hat es dann ein paar Jah­re ge­dau­ert bis wir nun ih­ren ers­ten ers­ten Lang­spie­ler vor­lie­gen ha­ben. Dem hört man da­für die ver­gan­ge­ne Zeit auch klar an in Form ei­nes ge­reif­ten, aber dan­kens­wer­ter Wei­se kei­nes­wegs ge­zähm­ten Sounds. Die­se elf Songs lö­sen al­le Ver­spre­chen der frü­hen EPs ein; ein le­cker ge­pansch­tes Ge­bräu ist das, be­stehend aus Ele­men­ten von Ga­ra­ge-, Art- und Post Punk, das Leu­te mit Af­fi­ni­tä­ten zu Bands wie Pinch Points, Ura­ni­um Club, An­dy Hu­man & The Rep­to­ids, Erik Ner­vous, Li­thics oder gar frü­hen Teen­an­ger sich auf kei­nen Fall ent­ge­hen las­sen dür­fen.

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Cells - First Second

Wie ihr si­cher schon mal mit­be­kom­men habt, wer­de ich zum wil­len­lo­sen al­les­fres­ser wenn es um jeg­li­che ka­put­te Sounds von Con­nie Vol­taire, dem Ga­ra­gen­kö­nig von Min­nea­po­lis geht. Wäh­rend neu­es Ma­te­ri­al sei­nes wohl be­kann­tes­ten Pro­jekts Neo Ne­os (oder des­sen aus­ge­wach­se­ner Band-In­kar­na­ti­on Neo­ty­pes) noch auf sich war­ten lässt, zeigt sich die­ser neue Bat­zen von Fla­tu­len­zen sei­nes Hard­core­punk-Al­ter Egos Cells in der Zwi­schen­zeit mehr als taug­lich, mei­ne Sucht zu stil­len.

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Psykik Vylence - Psykik Vylence /​/​ Erik Nervous - Bugs!

Nach­dem sein let­zes Jahr er­schie­ne­nes Lang­spiel­de­büt mit den Be­ta Blo­ckers die ei­ne oder an­de­re So­cke von den Fü­ßen ge­bla­sen hat, gibt es ein paar Neu­ig­kei­ten zu be­rich­ten von ei­ner der schil­lernds­ten Fi­gu­ren des ge­gen­wär­ti­gen Ga­ra­ge Punk. Erst­mal gab es da be­reits im Win­ter ein Tape un­ter dem Ali­as Psy­kik Vy­lence, auf dem er mit an­ge­mes­sen ro­hen Sounds aus der Hard­core-Grab­bel­kis­te ex­pe­ri­men­tiert - das Er­geb­nis ist ei­ne wah­re Freu­de. Und au­ßer­dem ist jetzt ei­ne neue di­gi­ta­le EP zu ha­ben, auf der er wie auch schon bei Psy­kik Vy­lence wie­der al­les so­lo auf­ge­nom­men hat. Aber ob jetzt mit oder oh­ne Be­ta Blo­ckers - Erik Ner­vous macht ein­fach das, wo­für ihn die meis­ten ken­nen und lieb­ge­won­nen ha­ben: Ge­ring­fü­gig ver­strahl­ten und ein­falls­rei­chen Ga­ra­ge Punk mit ein­ge­bau­ter Ohr­wurm­ga­ran­tie. Dies­mal gibt es oben­drein ei­ne mehr als nur ob­sku­re Wahl für ei­ne Co­ver­ver­si­on (in der Tat hab ich noch nie von Tas­te Test ge­hört…) und zum Ab­schluss ei­nen un­fer­ti­gen, aber ver­dammt Wind er­zeu­gen­den In­stru­men­tal­track mit dem Ver­spre­chen, dass die Vo­cals bald nach­ge­lie­fert wer­den. Muss man ein­fach gern ha­ben, so was.

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Cement Shoes - A Love Story Of Drugs & Rock & Roll & Drugs 7"

Wenn ihr mich fragt sind Ce­ment Shoes aus Rich­mond, Vir­gi­nia die ge­gen­wär­ti­gen Kö­ni­ge des Ga­ra­ge­core-Mi­kro­gen­res, in­ji­zie­ren ei­ne mas­si­ve Por­ti­on von na­he­zu schmie­ri­gem Rock'n'Roll in ein Fun­da­ment aus frag­los Hard­core zu nen­nen­der En­er­gie wie man sie nur in we­nig an­de­ren Bands der­zeit fin­det - Cü­lo oder de­ren qua­si-Nach­fol­ger Ta­ran­tü­la, Man Ea­ters könn­te man viel­leicht als ein et­was Hard­core-las­ti­ge­re Ver­glei­che an­bie­ten. Oder wie die aus­tra­li­schen Ga­ra­ge-Slea­ze Ro­cker Gol­den Pe­li­cans klin­gen könn­ten, wenn sie ei­ne Hard­core-Er­leuch­tung ver­passt be­kom­men. Mit ei­ner neu­en 7", auf der zu­ver­läs­si­gen bri­ti­schen qua­li­täts-Plat­ten­pres­se Drun­ken Sailor Re­cords er­schie­nen, gibt es je­den­falls Nach­schub von dem gu­ten Zeug und der Raus­schmei­ßer-Track Go­ing Off The Grid, ein et­was kon­ven­tio­nel­le­rer Ga­ra­gen­ro­cker, könn­te viel­leicht ei­ne zu­künf­ti­ge Ab­kehr vom Hard­core-Tem­po si­gna­li­sie­ren, oder halt auch nicht. Was im­mer die Band als nächs­tes vor­hat, sie sind ein span­nen­der Act, den es wei­ter zu be­ob­ach­ten gilt.