Mehr exzellenter Hardcorescheiß von einer Band aus Dartmouth, Nova Scotia, Kanada und was ich mal als ihre bislang ansprechendste Veröffentlichung bezeichnen möchte. Darauf vermischen sie etwas von einer klassischen '80er Hardcoreattacke mit reichlich garagigen Hooks, '77er Melodien und der rohen Energie der KBD-ära. So ungefähr würde ich es mir vorstellen wenn so puristische Garagenacts wie Jacket Burner, Buck Biloxi oder Bart And The Brats eine Hardcore-Platte aufnähmen.
Oh, hey, genau passend zu dieser anderen Band mit dem Hundenamen, hier ist neuer Scheiß von der einzigen Band der Welt, die nicht The Dogs heißt. Hatten beide Bands irgendwann mal, zur Zeit ihrer ersten EP in 2022, eine gewisse Ähnlichkeit, haben Dog Lips aus Portsmouth, New Hampshire sich doch spätestens mit der letztjährigen Danger Fowrard LP weitgehend davon weg entwickelt und betätigten sich darauf doch mehr in einem recht kontemporär klingenden Post Punk-Sound, aber auch nicht ohne Momente und Flashbacks zu ihrer einfacheren Garage Punk-Vergangenheit. Die neueste EP klingt dann auch nach einer direkten fortführung davon, die aber gleichsam auch graduell ihren Sound verfeinert und erweitert, der mich häufig an diverse Bands erinnert, die irgendwann im vergangenen Jahrzehnt ihren Anfang genommen haben wie etwa Flat Worms, The Cowboy, die frühen Protomartyr, Plax oder Speed Week.
Nach einer Handvoll EPs, die anfangs oft nach reichlich Vibe und Attitüde aber etwas wenig Substanz klangen, hat sich jener Umstand im Schaffern der walisischen Band doch Stück für Stück verbessert und ihre neueste Veröffentlichung auf Gob Nation ist in der Tat mal gar nicht mehr so ein Leichtgewicht und gefällt mir ausgesprochen gut - ein absoluter all-killer-no-filler Stapel von einfach gestrickten aber treffsicheren, '77-beeinflusstem und angenehm schmierigem Garage Punk-Tunes, zu denen man ausgezeichnet Teslas oder Spießer oder KI-Rechenzentren anzünden kann.
Qualitätshardcore von einer Band aus Tokyo, die hier Elemente aus früh-'90er Hardcore-Riffing der post-Thrash-Ära (nicht die Website, haha…) mit einer doch sehr speziell japanisch klingenden Melange aus NWOBHM-infiziertem Garage-, Speed- und Motörpunk vermischt… man könnte sagen geradezu pünklich zur neuen Guitar Wolf-Platte um uns daran zu erinnern, auf welchem Flecken der Welt diese spezielle Art von Leckerei jetzt schon seit vielen, vielen Jahren besonders schmackhaft und konsistent zubrereitet wird.
Brillianter Garage-/Egg-/Synth Punk-Scheiß auf einer tollen Debüt-EP von 'nem Typen oder einer Band aus Montreal, die irgendwie komplett an mir vorbei ging als dieses Tape im Rahmen vom Demo Fest 2025 erstmals erschinenen ist. Nun, hier ist jetzt meine zweite Chance und verdammt, ist das mal guter Scheiß hier! Die Synth-Klänge irgendwo zwischen Kinderkeyboard und Hammond Orgel in den ersten beiden Songs erinnern mich an eine frühere Phase des Egg-Wahnsinns und insbesondere an die beiden Mark Cone-Platten aus den Jahren 2016/'17, woraufhin dann die nächsten beiden mehr von einem stärker elektrischen, Industrial-mäßigen aber dennoch absolut verspielten Feel haben irgendwo zwischen, sagen wir mal, Beef und R. Clown, bevor eine Violet Femmes-Coverversion als Rausschmeißer-Track durchaus plausibel eine primäre Inspiration für den ganzen Krempel nahelegt.
Hier ist noch so ein Leckerbissen aus ziemlich oldschool, vereinzelt '77-angehauchter Garage Punk-Vorzugsware der suchtgefährlichen, unverschämt eingängigen Machart, von der Leine gelassen von einer Band aus Long Beach, Kalifornien auf ihrer jetzt schon fünften EP. Auf jener verleihen sie ihrem Sound eine im Vergleich zu den Vorgängern deutlich ungeschliffenere Kante und das steht diesen Songs ausgesprochen gut, die aber auch für sich genommen schon aus der Masse herausstechen indem sie sich nicht allzu sehr auf den Glanz ihrer Jahrzehnte alten Grundzutaten verlässen sondern die althergebrachten Songs und Strukturen bombenfest in einem Fundament aus unerschütterlicher Songwriting-Substanz verankern.
Die Debüt-EP dieser Band aus San Francisco löst acht Sprengungen aus ganz unverfrohren oldschooligem Garage Punk aus, die auf den ersten Blick häufig ein bisschen zu basic erscheinen mir aber letztendlich immer ein dementes grinsen ins Gesicht zaubern wenn sie sich unfehlbar und mit fachmännischer Routine in einer geradezu obszön ansprechenden Schredderorgie entladen. Wenn der Appetit nach den simpleren Freuden von moderat schmierigem Rock'n'Roll steht, ist das hier einer absolut robuste Wahl. Nicht mehr, aber auch kein bisschen weniger.
Der Sound dieser Garage Punk-Dampframme aus New Orleans hat inzwischen schon ein paar Phasen und Metamorphosen durchlaufen und hat auch erneut wieder ordentlich an den Parametern geschraubt für ihre neueste EP, die - wenngleich immer noch erkennbar dem gleichen Geist entsprungen - weitgehend das Klangkostüm eines NWOBHM-infizierten Hardcore- und Motörpunk-Geschwindigkeitsrausches annimmt, insbesondere im ersten und letzten Song, wohingegen der in der Mitte etwas näher nach den paar solo aufgenommenen Singles und Demos aus dem letzten Jahr klingt, aber gestählt durch eine saumäßig tighte, volle Bandperformance. Der Rausschmeißer Socialized - ebenfalls zuvor bekannt als einer der erwähnten 2025er Demosongs - hat dabei eine so starke Evolution durchlaufen, dass man abgesehen von den weitgehend noch intakten Lyrics eigentlich nicht mehr von dem selben Song sprechen kann.
Die Aidmoozic EP war nicht lang genug? Gute Nachrichten, diese Band aus Auckland, Neuseeland hat gleich mal Nachschub an stark nach britischem DIY Punk schmeckendem Geschrammel, das einer zwar etwas einfacheren aber durchweg effektive Formel davon folgt und sich schwer tut, die zugrundeliegenden Desperate Bicycles-, Mekons- und Television Personalities-Huldigungen zu verschleiern mit gelegentlichen Farbspritzern von Buzzcocks obendrein oder vielleicht auch, um mal ein bis zwei Level tiefer zu graben, Performing Ferrets? Wie auch immer, was etwas zeitnähere Vertretern dieser Zunft angeht, erscheinen mir die Briten Suburban Homes aus dem letzten Jahrzehnt der zutreffendste Vergleich.
Der Nachfolger zur unglaublichen 2024er Gay Boredom LP dieser Band aus Astoria, Oregon erreicht nicht ganz den Level von Originalität und verspielter Kreativität des Vorgängers, wirkt irgendwie ein bisschen reservierter und nähert sich für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr einem ausgelatschten Pop Punk-Territorium an, aber es ist was es ist und das ist für sich genommen immer noch eine ausgesprochen erfreuliche Platte geworden, mit Songs die irgendwo zwischen solide und verdammt gut rangieren und immer noch ausreichend stilistische Breite abdecken. Also ja, das ist ein duchaus willkommener Nachfolger für eine Platte, die irgendwie auch schwer zu toppen ist und es wirkt irgendwie unfair, sie nicht nach ihren reichlich vorhandenen, eigenen Qualitäten zu beurteilen. Auch wenn wir wissen, dass die Band es eigentlich noch viel besser kann.