Die erste Tonkonserve dieser Berliner Band stellt sich als ein vorzüglich fluppendes Energiebündel aus räudigem Punk, Garage und einem Spritzer Hardcore heraus. Klingt jetzt sicher nicht so spannend, aber der Teufel liegt bei sowas ja bekanntermaßen im Detail und in diesen vier Songs kommt einfach alles sowas von auf den Punkt. Es schadet dabei sicher nicht, dass auch die Darbietung ganz hochqualifiziert Popo zu treten weiß.
Eine weitere ausgezeichnete EP von der Band aus Chicago. Die auf dem Vorgänger noch deutlich wahrnehmbaren, der Vorgängerband Cülo geschuldeten Hardcore-Wurzeln treten darauf weiter in den Hintergrund, dafür entfaltet sich der neue Sound aus Garage- und Postpunk, mitt-80er Postcore (Naked Raygun lassen grüßen…) und ein wenig Noise in voller Pracht. Ihr kompaktestes und zugänglichstes Stück Lärm bisher.
CO SONN ist der Name des Soloprojekts von einem gewissen Casper Tengberg aus dem schwedischen Vänersborg. Noch gar nicht so lange unter diesem Alias aktiv, ist dessen Bandcamp aber schon mit einer stolzen Anzahl von EPs vollgepflastert. Auf Lazy Octupus ist jetzt sein erster Langspieler als Tape erschienen und die Songs darauf erwecken den ungezwungenen Eindruck von zwölf ungefilterten Momentaufnahmen. Immer im Garage Punk verankert, decken diese aber auch eine beachtliche stilistische Bandbreite ab. Da kann man sich an sehr unterschiedliches Zeug erinnert fühlen, etwa an Erik Nervous, The UV Race, die unzähligen Bands aus dem Umfeld der kalifornischen Dwyer/Segall-Connection und an den Fuzzpunk früher Wavves, No Age oder Male Bonding.
Einige der jüngeren Releases auf Slovenly Recordings waren nicht so wirklich meine Tasse Tee in ihrer für meinen Geschmack doch etwas zu konservativen Rückbesinnung auf ausgelatschte 08/15 Garage-Formeln; in meinen Augen war da mehr Masse als Klasse am Start. Die neueste Veröffentlichung entpuppt sich jedoch mal wieder als eine einzige Rock’n’Roll-Glückspille.
Proto Idiot aus Manchester existieren wohl schon ‘ne Weile und haben bereits eine ganze Reihe von EPs und zwei Compilations veröffentlicht, mir begegnen sie hier aber zum ersten mal mit ihrem (besagte Compilations nicht mitgezählt) Langspieldebüt. Das entzückt mit einem Sound aus ganz viel Garage- und einem kleinen bisschen Postpunk. Das hat durchaus was von frühen Parquet Courts und Eddy Current Suppression Ring, es kommt aber auch immer wieder der Vibe der Buzzcocks und generell der britischen 77er Schule auf. Angenehm dummer aber auch ausgezeichnet rockender Spaß. Der Opener kündigt unmissverständlich an, was folgen wird: I’m stupid. You’re stupid. Let’s do it!
Diese Band aus dem eh schon für jede Menge Qualitätslärm bekannten Brisbane trifft mit ihrer ersten EP schon mal ziemlich ins Schwarze. Straightes aber ausgefeiltes Punkzeug mit beachtlichem Garage- und Fuzz-Faktor, deutlichen Anzeichen von Hard- und Postcore. Als grobe Orientierungshilfe hätte ich zum Beispiel frühe Video, Flowers Of Evil, Bad Breeding, Hot Snakes oder Davidians anzubieten.
Nach zwei maximal desorientierenden EPs kommt das Duo Skull Cult aus Bloomington, Indiana auch schon mit seinem ersten Album um die Ecke. Wie zu erwarten entfalten sich darauf knappe zwanzig Minuten Chaos, vielleicht ein ganz kleines bisschen geschliffener als auf den EPs. Aber ihr Sound ist und bleibt wunderbar primitiver Synth- und Garage Punk mit dem gewissen Dachschaden. Eine mit auditiver Information überladene Attacke auf die Sinne, die schmerzunempfindliche Garagen-Aficionados ein weiteres mal in angenehme Wallung versetzen wird.
Einfach gestrickten aber ebenso mitreißend dargebotenen Punkrock mit garagigen/postpunkigen Zwischentönen setzt es auf dem Debütalbum der Leipziger Band. Stellenweise könnte man das als eine etwas erdigere Version von Short Days beschreiben, außerdem meine ich leichte Spuren von z.B. Daily Ritual oder Criminal Code zu erkennen. Kann was.
Die letzte LP der Band aus Perth kam mir auf zumindest auf Albumlänge noch etwas eintönig daher, der neue Kurzspieler auf Deranged Records überzeugt mich hingegen vollends. Drei starke Garageklopper, die sofort ins Blut gehen und eine gewisse stilistische Nähe zu Bands wie Uranium Club, Eddy Current Suppression Ring oder Ex-Cult aufweisen.
Der erste Kurzspieler dieser Band aus San Francisco macht schon mal einen ausgezeichneten ersten Eindruck in der Gestalt von fünf ausgesprochen kurz angebundenen Ausbrüchen aus Hardcore, Post- und Garage Punk.
Äh… Weiterentwicklung? In einem Atemzug mit dieser Band? Jedenfalls haben Lumpy & The Dumpers aus Saint Louis mal wieder ein neues Häufchen Dung fallen lassen. Nach wie vor ist das im Umfeld von Noise, Punk und Garage zu verorten, aber was sie auf ihrer neuesten EP fabrizieren könnte man teilweise schon als semi-kompetent bezeichnen. Neu dazu kommt außerdem ein zaghafter Einsatz elektronischer Lärmerzeugung und in Someone’s in the House hat sich überraschend ein No-Waviges Saxofon verirrt. Aber zu keinem Zeitpunkt droht das ganze auch nur annähernd normal zu klingen. L&TD bewahren ihren rohen, abgefuckten Charme.