Liquid Lunch – Road King

Die letztjährige Debüt-EP dieser Band aus Minneapolis war ja schon durchweg exzellenter Scheiß aber hier legen die noch mal locker einen drauf. Moderat verbesserte Produktionsmittel sorgen für reichlich Punch, der seine gleichwertige Entsprechung auch in der Performance dieser Songs mit einem empfindlich gewachsenen Energielevel findet und den schrägen, verspielten Sound aus Garage- und Synth Punk in seinem bisher besten Licht präsentiert. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte sich das, wer irgendwas mit Zeug á la Patti, Reality Group, Research Reactor Corp., Satanic Togas, Erik Nervous, Ausmuteants, Liquids oder Spodee Boy anzufangen weiß.

Album-Stream →

Glaas – Qualm

Zuverlässiger Qualitätsscheiß mal wieder aus der Berliner Post Punk-Szene und natürlich sind da übliche Verdächtige am Werk, die unter anderem auch in so Bands wie Useless Eaters, Idiota Civlizzatto, Clock Of Time und Exit Group verwickelt sind. Danach klingt das ganze dann auch durchaus, wobei die zwei letztgenannten wohl den besten Orientierungspunkt liefern. Ein schlafwandlerischer Balanceakt zwischen klassischen Death Rock-Versatzstücken, eng geschnittenen Grooves und satten Texturen aus Noise ist das. Wenngleich sie hier nicht wirklich den Rahmen des patentierten Berlin-Sounds erweitern, wagen sie sich dennoch weit genug aus der eigenen Komfortzone heraus um spannend zu bleiben und selbst in ihren konventionellsten Augenblicken kann man sich auf eine unnachgiebige Antriebskraft verlassen.

Album-Stream →

Ra!d – Ra!d

Wie der Zufall es will kommt hier sofort schon die nächste Band, deren genaue Herkunft etwas schwammig bleibt, wenngleich auch die vorhandene Evidenz grob in Richtung des Bundesstaates Pennsylvania deutet. Auf ihrem jüngsten Langspieler leitet ein ausgefranstes Lo-Fi akustik-Intro eine Naturgewalt ein, die in etwa so rüberkommt als träfe der halluzinogen vernebelte Post Punk von Piles oder Die! Die! Die! auf die pechschwarzen Welten von Nag. An anderen Stellen gibt es etwas konventionellere - aber kein bisschen weniger gut scheppernde - Sounds irgendwo zwischen dem Doom- und Sludge-lastigen Noise Rock der alten AmRep-Schule und dem abgespaceten Acid Punk-Exzess vom Schlage Destruction Unit, Hamer oder Super-X.

Album-Stream →

Night Babes – NBEP

Ich hab mal gar keinen Schimmer, wo diese Band jetzt herkommt und warum ihre schon im letzten Jahr erschienene Debüt-EP bisher so unbemerkt geblieben ist, denn es handelt sich hier definitiv um keine typische Genrekost. Ihr Sound aus gleichen Teilen Post Punk und -core mit dem gewissen Garage Punk-Nachbrenner spannt unter anderem Bögen zwischen so Zeug wie frühen Protomartyr oder Constant Mongrel und etwas Garage-lastigeren Bands aus der Tyvek-, Parquet Courts- oder Gotobeds-Nische. Außerdem gibt's reichlich Postcore-Vibes etwa im Sinne von Hot Snakes / Drive Like Jehu und vereinzelt sehe ich da sogar ein bisschen Mission Of Burma oder Moving Targets drin aufblitzen.

Album-Stream →

TJ Cabot – King Grove

Der Output des kanadischen Garagenpullis TJ Cabot hat bisher mit jeder Veröffentlichung an Klasse zugelegt und die neueste EP ist da auch keine Ausnahme, trifft hier jeden Nagel auf den Kopf mit 'nem saumäßig catchy daherkommenden Mix zwischen Power Pop und Garage Punk, der mal wirklich keine Vergleiche scheuen muss zu so Größen wie The Marked Men, Erik Nervous, Tommy & The Commies, Andy Human & The Reptoids, Booji Boys, Liquids, Bad Sports oder Nick Normal.

Album-Stream →

Sniffany & The Nits – The Unscratchable Itch

Der erste Langspieler der Londoner ist ein überlaufendes Fass aus wurderbar entgleistem Hard- und Postcore mit einem oft unerwartet melodischen Unterbau. Auf den ersten Blick hat das etwas von einem Mittelweg zwischen Judy and the Jerks und der Weirdcore-Kanone Warm Bodies, aber da ist auch noch mehr Zunder am Start hier mit Momenten, die Vergleiche zu einem diffusen Klumpen recht unterschiedlicher Bands á la Acrylics, Crisis Man, Murderer, Kaleidoscope oder Straw Man Army nahelegen.

Album-Stream →

Spasi – HTCM in Block City / Jerk Squad

Die Debüt-Cassingle (?) dieser dieser Band aus Seattle liefert einen zwar viel zu kurzen aber durchweg aufregenden Schub aus Synth- und Garage Punk, wobei die A-Seite HTCM in Block City mit einer Energie nicht unähnlich zu Acts wie Liquid Face, Klint, Mononegatives, Ghoulies oder Slimex aufwartet. Die B-Seite Jerk Squad hingegen ist, sagen wir mal… Ist Krautwave ein echtes Genre? Genau so würde ich es nämlich beschreiben, was sie darauf abziehen.

Cool Sorcery – With Love, Maggie

Na das ist ja mal ein Ärsche tretendes, beeindruckend selbstsicheres Langspieldebüt von einem Typen aus Brasília, Brasilien, zusammengeschraubt aus nur den fähigsten Bauteilen der gegenwärtigen DIY Garage Punk-Szene - insbesondere kommen mir da Sachen wie Andy Human and the Reptoids, Erik Nervous, Spodee Boy, Nick Normal oder Belly Jelly in den Sinn, gewürzt mit gelegentlichen Ausbrüchen von Skull Cult-mäßigem Chaos und sogar psychedelischere Vibes á la Mononegatives, Osees oder Pow! mischen sich da ein, welche letztendlich in dem monolithischen Acid Punk-Doppelschlag aus Dddelirium und Plague V ihren Höhepunkt nehmen.

Album-Stream →

Vintage Crop – Kibitzer

Erwartet keine zu allzu großen Überraschungen von der neuesten Vintage Crop LP aber erwartet dennoch reichlich hochwertigen Scheiß nach dieser speziellen Garage Punk-Formel, zu deren Etablierung die Band aus Melbourne zusammen mit anderen Bands á la Pinch Points, Dumb, Uranium Club und Aborted Tortoise auch einen sicher nicht unwesentlichen Beitrag geleistet hat. Davon präsentieren sie hier eine etwas weniger verschnörkelte, dafür umso eingängigere Variante, ergänzt um gelegentliche Momente von Patti, Parquet Courts oder Institute. Deutlich herausragend sind dabei die zwei etwas langsameren Jams Impact of Wisdom und The Bloody War, aus denen sich eine beeindruckende Qualität des Songwritings herausschält - in letzterem Beispiel verbunden mit einer deutlichen Wire-Melancholie.

Album-Stream →

Phaselicker – Phaselicker

Irgendwo aus Bayern kommt diese Pracht von einer EP zu uns, die irgendwo in einem nebulösen und Fuzz-lastigen Genrespektrum zwischen Garage- und Acid Punk, Psych- und Space Rock herumfuhrwerkt. Klares Pflichtprogramm für Freunde von Lärmwänden im Umfeld etwa von Destruction Unit, Osees, Super-X, Hamer, Ounce, Faux Ferocious oder Draggs.

Album-Stream →