Seafog - Dig It On Up

Ei­ne nicht mehr brand­ak­tu­el­le aber um­so ex­zel­len­te­re EP kommt von ei­ner Band aus Dun­edin, Neu­see­land. Ei­nen Sound rol­len sie dar­auf aus, bei dem ich mir kaum vor­stel­len könn­te, dass er ir­gend­ei­nem an­de­ren Ort ent­sprän­ge. Das hat ein­fach die­sen spe­zi­el­len Fly­ing Nun-Vi­be. Re­lax­ter In­die­rock und Jang­le Pop mit post­pun­ki­gen Groo­ves, durch­zo­gen von psy­che­de­li­schen Dro­nes, im­mer ei­ne Ze­hen­spit­ze vor­sich­tig in die Avant­gar­de ge­taucht. Und na­tür­lich er­in­nert mich das an The Clean so­wie an ak­tu­el­le Bands á la Surf Friends, T54 und Boom­ga­tes.


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Proto Idiot - Leisure Opportunity

Ei­ni­ge der jün­ge­ren Re­lea­ses auf Slo­ven­ly Re­cord­ings wa­ren nicht so wirk­lich mei­ne Tas­se Tee in ih­rer für mei­nen Ge­schmack doch et­was zu kon­ser­va­ti­ven Rück­be­sin­nung auf aus­ge­latsch­te 08/​15 Ga­ra­ge-For­meln; in mei­nen Au­gen war da mehr Mas­se als Klas­se am Start. Die neu­es­te Ver­öf­fent­li­chung ent­puppt sich je­doch mal wie­der als ei­ne ein­zi­ge Rock'n'Roll-Glückspille.

Pro­to Idi­ot aus Man­ches­ter exis­tie­ren wohl schon 'ne Wei­le und ha­ben be­reits ei­ne gan­ze Rei­he von EPs und zwei Com­pi­la­ti­ons ver­öf­fent­licht, mir be­geg­nen sie hier aber zum ers­ten mal mit ih­rem (be­sag­te Com­pi­la­ti­ons nicht mit­ge­zählt) Lang­spiel­de­büt. Das ent­zückt mit ei­nem Sound aus ganz viel Ga­ra­ge- und ei­nem klei­nen biss­chen Post­punk. Das hat durch­aus was von frü­hen Par­quet Courts und Ed­dy Cur­rent Sup­pres­si­on Ring, es kommt aber auch im­mer wie­der der Vi­be der Buz­zcocks und ge­ne­rell der bri­ti­schen 77er Schu­le auf. An­ge­nehm dum­mer aber auch aus­ge­zeich­net ro­cken­der Spaß. Der Ope­ner kün­digt un­miss­ver­ständ­lich an, was fol­gen wird: I'm stu­pid. You're stu­pid. Let's do it!



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Eight - Eight

Eight kom­men aus Phil­adel­pia und spie­len die­se sel­ten ge­wor­de­ne Art von klas­si­schem In­die­rock, des­sen Wur­zeln klar in den frü­hen 90ern zu fin­den sind. Ul­tra­ein­gän­gi­ges Zeug, das Sound­mä­ßig den­noch kräf­tig zu­bei­ßen kann. Ne­ben vie­len an­de­ren Bands sind hier An­klän­ge an Swer­ve­dri­ver, Su­per­chunk, Su­gar oder Ar­chers Of Lo­af wahr­nehm­bar.


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Ascot Stabber - Bad Spell

Die­se Band aus dem eh schon für je­de Men­ge Qua­li­täts­lärm be­kann­ten Bris­bane trifft mit ih­rer ers­ten EP schon mal ziem­lich ins Schwar­ze. Strai­gh­tes aber aus­ge­feil­tes Punk­zeug mit be­acht­li­chem Ga­ra­ge- und Fuzz-Fak­tor, deut­li­chen An­zei­chen von Hard- und Post­core. Als gro­be Ori­en­tie­rungs­hil­fe hät­te ich zum Bei­spiel frü­he Vi­deo, Flowers Of Evil, Bad Bree­ding, Hot Sna­kes oder Da­vi­di­ans an­zu­bie­ten.


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Autobahn - The Moral Crossing

Wer die­ses Blog schon et­was län­ger ver­folgt, dem sind die Post­pun­ker aus Leeds hier si­cher schon mal mit ih­ren ers­ten zwei EPs be­geg­net. Ihr ers­tes Al­bum Dis­sem­ble hab ich sei­ner­zeit dann mal aus­ge­las­sen. Das war kei­nes­wegs schlecht, aber mei­nen Er­war­tun­gen wur­de das auch nicht ge­recht; für mei­nen Ge­schmack war das al­les et­was zu nah am "si­che­ren" aber un­be­mer­kens­wer­ten Gen­re-Stan­dard­fraß ge­baut.

Ih­re zwei­te LP The Mo­ral Cros­sing ist im Ver­gleich ei­ne viel, viel stär­ke­re Plat­te. Wenn auch ei­ne von der Sor­te, der ich mehr Re­spekt als Lie­be ent­ge­gen zu brin­gen ver­mag. Ein zu Be­ginn sorg­fäl­tig kon­stru­ier­tes, at­mo­sphä­risch dich­tes Werk, das ei­nen be­acht­li­chen Sog ent­wi­ckelt, in der zwei­ten Hälf­te aber auch zu­neh­men­de Ab­nut­zungs­er­schei­nun­gen zeigt. Den­noch, al­lei­ne schon der Mit­tel­teil mit den Über­songs Fu­ture /​ The Mo­ral Cros­sing /​ Torment, die sich als der emo­tio­na­le Kern des Al­bums her­aus­schä­len, ist ei­ne be­acht­li­che Leis­tung.

Mehr als je zu­vor schöp­fen Au­to­bahn ih­re In­spi­ra­ti­on aus klas­si­schem 80er Go­th. Wer mit ei­nem ge­wis­sen Maß an Pa­thos und Kitsch nicht klar kommt, wird sich mit die­ser Mu­sik schwer tun. Die Songs kön­nen die­sen Bal­last größ­ten­teils aber auch pro­blem­los tra­gen. Aus­ba­lan­ciert wird das gan­ze dann aber von den hyp­no­ti­schen Kraut- und Psy­che­de­lic-An­lei­hen, die ir­gend­wie auch schon im­mer Teil ih­res Sounds wa­ren, aber hier erst­mals ver­mehrt ins Zen­trum rü­cken. Manch­mal be­we­gen sich die Songs ge­fähr­lich nah an der Schwel­le zum Al­ter­na­ti­ve Rock, oh­ne mich da­bei all­zu sehr an­zu­pis­sen.

Ne­ben der neu­en Pro­tomar­tyr ist The Mo­ral Cros­sing wohl die zwei­te dies­jäh­ri­ge Post­punk-Ver­öf­fent­li­chung mit stark Gen­re-über­grei­fen­dem Ap­peal. Mal ab­war­ten was jetzt pas­siert. Nicht viel, ver­mut­lich.



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Skull Cult - Skull Cult

Nach zwei ma­xi­mal des­ori­en­tie­ren­den EPs kommt das Duo Skull Cult aus Bloo­m­ing­ton, In­dia­na auch schon mit sei­nem ers­ten Al­bum um die Ecke. Wie zu er­war­ten ent­fal­ten sich dar­auf knap­pe zwan­zig Mi­nu­ten Cha­os, viel­leicht ein ganz klei­nes biss­chen ge­schlif­fe­ner als auf den EPs. Aber ihr Sound ist und bleibt wun­der­bar pri­mi­ti­ver Syn­th- und Ga­ra­ge Punk mit dem ge­wis­sen Dach­scha­den. Ei­ne mit au­di­tiver In­for­ma­ti­on über­la­de­ne At­ta­cke auf die Sin­ne, die schmerz­un­emp­find­li­che Ga­ra­gen-Afi­cio­na­dos ein wei­te­res mal in an­ge­neh­me Wal­lung ver­set­zen wird.



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Blacklisters - Dart 7"

Die ak­tu­el­le EP der Noi­sero­cker aus Leeds wur­de im Rah­men des Too Pu­re Sin­gles Club von der Lei­ne ge­las­sen und frag­los han­delt es sich da­bei um das kom­pak­tes­te, run­des­te Stück Lärm, das die Band bis­her ab­ge­lie­fert hat.

Exhalants - Democore

Ein durch­aus viel­ver­spre­chen­des De­mo kommt von ei­ner Band aus Aus­tin, Te­xas. Noi­se­rock mit ei­nem ge­wis­sen Post­core-Ein­schlag, ten­den­zi­ell von der eher un­ge­müt­li­chen Sor­te, der die Ge­duld öf­ter mal in aus­gie­bi­gen in Mathrock-Ma­nö­vern stra­pa­ziert. Man­ches kommt noch et­was halb­gar und klo­big rü­ber, zeigt aber auch schon je­de men­ge Po­ten­zi­al. Wei­ter im Au­ge be­hal­ten.


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Patsy's Rats - Is It Alright? /​ Givin' Up 7"

Schon ei­ne gan­ze Wei­le an­ge­kün­digt, als 7" ver­mut­lich schon län­ger ver­füg­bar, jetzt end­lich über's ei­ge­ne Band­camp auch für ei­nen, äh… fast schon be­zahl­ba­ren Be­trag in di­gi­tal zu be­kom­men. Der neu­es­te Kurz­spie­ler des Power­pop-Du­os be­sticht mal wie­der mit zwei schnör­kel­lo­sen Song­per­len. Be­son­ders die A-Sei­te Is It Al­right? ist ei­ne un­wi­der­steh­li­che Pop­gra­na­te, de­ren Ohr­wurm­qua­li­tä­ten man sich nur schwer ent­zie­hen kann.

Abschaum - Moon Tango

…und gleich noch mal sehr psy­che­de­li­sches Ge­schwur­bel. Ab­schaum kom­men aus Ly­on und das Kraut-/Psy­che­de­lic-Süpp­chen, dass sie auf ih­rem ak­tu­el­len Al­bum kre­ieren, ist ein­fach mal sau­gu­tes, stil­si­che­res Zeug, dass sich zwar ei­ner­seits nicht all­zu sehr aus dem Gen­re-Fens­ter lehnt, an­de­rer­seits aber auch nie lang­wei­lig wird. Da gibt's nicht viel dran zu rüt­teln.