Healees – Healees

Die aktuelle Generation von Shoegaze-Bands haut mich selten vom Hocker, scheinen die meisten davon doch schon vollkommen zufrieden damit, einen kuscheligen Klangteppich zu erzeugen zu dem man gut einpennen kann und den man am nächsten Morgen schon wieder vergessen hat. Nicht so diese Pariser Band, die nicht nur die passende Klangästhetik auf Lager hat, sondern auch den nötigen Drive und Hooks, die sich hartnäckig im Gehörgang verkanten, wobei die einen ganz praktikablen Mittelweg finden zwischen den einschlägigen Shoegaze-Acts der goldenen Ära (insbesondere ein starker Bailter Space-Vibe ist hier mit am Start), einem Hauch von frühem Sarah Records-Schrammelpop und jüngeren Bands á la Gold Bears, Seablite oder Flyying Colours.

Album-Stream →

Germ House – Germ House

Die neueste EP der Ein-Mann-Band Germ House aka Justin Hubbard aus Rhode Island liefert wieder einen Klumpen starker Songs in seiner ureigenen Verschmelzung von rustikaler Post Punk-Abstraktion mit einem folkigen Unterbau. Besonders in der ersten Hälfte wirkt das Songmaterial ein kleines bisschen weiter ausgeformt als bisher gewohnt, ohne dabei aber den verschrobenen, Bruchstückhaften Charme einzubüßen.

Album-Stream →

Pigeon – Permanent Quest​ / ​Riged

Sieben neue Zölle unverdünnter Großartigkeit vom Berliner Post Punk-Bollwerk Pigeon. Die A-Seite ist eine unaufhaltsam vorwärts bretternde Walze, gleichermaßen catchy und widerspenstig, während die B-Seite einen etwas sperrigeren, langsameren aber nicht weniger entschlossenen Weg einschlägt, mit einem ebenso zermalmenden Effekt.

Pisse – Lambada

Hat ja sicher schon jeder mitgekriegt, aber einen neuen Tonträger der einzigen deutschen Punkband die ich kenne kann ich natürlich nicht unerwähnt lassen - auch wenn ich dazu nicht viel zu erzählen hab außer dass Pisse halt einfach Pisse sind und ihr Mittelstrahl immer noch so treffsicher wie wenig andere auf das langsame Verrecken der menschlichen Seele in hiesiger Gesellschaft fokussiert ist, ohne dabei aber die Auswüchse in eigenen Kreisen trocken davon kommen zu lassen. Das ganze zu Mucke im Spannungsfeld von Post- und Garage Punk, die einfach mal gar nicht zum Fremdschämen ist. Nicht mal im Rausschmeißer Favorit, der den Synth-Minimalismus von Suicide durch eine deutsche Schlagerhölle schleift.

Album-Stream →

Green/Blue – Paper Thin

Diese Projekt um Jim Blaha (The Blind Shake, Jim and the French Vanilla) und Annie Sparrows (Soviettes/Awesome Snakes) klingt auf dem zweiten Langspieler irgendwie ganz anders als die bisherigen Bands des erstgenannten, wohnt diesen Songs doch ohne Ausnahme ein verträumt-melancholischer Vibe innne, der hier auf eine unwahrscheinliche Postpunk-Kante prallt - ein bisschen wie 'ne Mischung aus Radioactivity, Mind Spiders und The Estranged, zusammengeschweißt von unerschütterlich solider Songsubstanz.

Album-Stream →

Life Forms – Life Forms

Eine starke kleine Ladung melodischen Garage Punk gibt es auf der Debüt-EP dieser Briten. Freunde von so Krempel wie Radioacticity, Sweet Reaper, Ex-White, Booji Boys, Telecult, Steve Adamyk Band und Sonic Avenues sollten definitiv die Ohren aufsperren.

Album-Stream →

Ambulanz – Ambulanz

Die Leipziger Szene liefert mal wieder zuverlässige Qualität ab in Form dieser EP, aus allen Nähten platzend vollgestopft mit verwinkelten, hyperaktiven Garage-/Post Punk-Bastardisierungen, die mir einen Cluster von Bands so á la Onyon, Patti, Big Bopper, Warm Red, Cat Scan, Rogue ins Gedächtnis rufen… oder auch einen Hauch von Ex-Cult oder Constant Mongrel vielleicht??

Album-Stream →

Cult Objects – Secrets of Pain​-​Free Living

Das Debütalbum dieser Band aus Philadelphia ist schlicht gesagt ein verdammt beeindruckendes Ding aus vielseitigem, einfallsreichem Post Punk, wobei man sich irgendwo zwischen so Eckpunkten bewegt wie der repetitiven Abstraktion von Nots, der unverblümten Attacke von Lié, Grooves, Lärmusbrüchen und melodischen Texturen, welche an frühe Protomartyr erinnern, ein paar Sonic Youth-mäßig glitzernden Wänden aus Noise und der unnachgiebigen Antriebskraft von Nervosas, um dann im Rausschmeißer-Track Sainthood noch einen unerwartet psychedelischen Nebelteppich auszurollen.

Album-Stream →

Dehidratált Fejek – Igyad Azt Menjünk

Scheiße Mann, da denke ich, ich hätte für diese Woche fertig gebloggt und dann kommt mir doch noch so ein unerwarteter kleiner Rohziegel von einer Band aus Budapest unter, deren Sound auf mich wirkt wie eine Fusion von potenziell eher eigentümlichem Garage Punk á la UV Race und Eddy Current Suppression Ring mit nicht weniger schrägen Bands auf der Post Punk-/Indie Rock-Achse wie etwa Treehouse, Kitchen's Floor, The Molds und City Yelps.

Album-Stream →

The Wilful Boys – World Ward Word Sword

Hier ist gleich noch eine Platte, die ich bisher verschlafen hab. Die jüngste LP der Wilful Boys aus New York liefert zehn tighte Noise Rock-Geschosse, die offensichtlich so einige Inspiration aus der klassischen, sludge-lastigen AmRep-Ära ziehen - besonders wären da Cows zu nennen - sowie vielleicht ein bisschen U-Men, Feedtime oder 80er Scientists… Gleichzeitig klingt das Zeug aber auch in der Gegenwart keineswegs fehl am Platz mit Momenten, die an Bands wie Help!, Tunic, John (Timestwo), USA Nails oder Death Panels erinnern.

Album-Stream →