Die Band aus Melbourne liefert hier auf ihrer Debüt-EP eine unbeirrt saumäßig geradeaus rockende Ladung des schnörkellosen (Garage-)Punk mit einem geradezu altertümlich anmutenden Vibe der ’77er Schule ab, etwa so wie eine ganz schön fucking viel traditionellere Inkarnation von Amyl and the Sniffers. Dass sie sowas von der Leine lassen können ohne dabei auch nur annähernd abgenutzt zu klingen, spricht sowohl für ihre Fähigkeiten als angemessen tight agierende Combo als auch für die Qualität des zugrundeliegenden Songmaterials.
Nachdem wir schon einen exzellenten ersten Eindruck auf einer Splitkassette mit dem tollen AJ Cortez gewinnen konnten, setzt der Typ aus West Palm Beach, Florida auch auf der Nachfolge-EP das hohe Niveau fort mit seinem Garage- und Synth Punk, der etwa die schrullige Energie von Bands wie Satanic Togas, Erik Nervous, Prison Affair, Mononegatives, RMFC versprüht… dabei aber auch eine subtil powerpoppige ’77er Note à la Tommy And The Commies mitbringt und mit fortschreitender Laufzeit schält sich auch zunehmend ein gewisser Alien Nosejob- / Ausmuteants-Vibe heraus.
Wow, diese Band aus dem französischen Dörfchen Borée jongliert mit einem ganzen Arsch voll unterschiedlicher Genres und bewerkstelligt das mit schlafwandlerischer Selbstsicherheit auf ihrem Debütalbum. Los gehts mit einer kurzen, geradlinigen Hardcoreattacke und im weiteren Verlauf touchieren sie so Styles wir etwa kräftig zupackenden Postcore, hart rockenden Garage Punk eher mittleren Tempos, groovy verwinkelten Post Punk und sogar etwas vage Pixies-mäßigen 80er oldschool Indie-/Alternative Rock mit Surf-Vibe gibt es da mal auf die Ohren. Das alles schütteln die mit bestechender Leichtigkeit aus dem Ärmel und die Platte hat eigentlich keine wirkliche Schwachstelle – durchweg ziemlich beeindruckender Scheiß!
Ein nettes kleines Paket aus moderat eierigem Garage Punk und Fuzz Pop, der etwa gegenwärtige Schrägheiten à la Print Head oder Freak Genes mit einer ordentlichen Dosis Desperate Bicycles, früher Flying Nun Records-Ästhetik – insbesondere The Clean und The Stones – und einem gelegentlichen Hauch von C86 verbindet, wie etwa in Cowboys Aren’t Real… oder man mag auch Vergleiche zu unzähligen Artefakten der 80er Kassettenkultur ziehen, die über die Jahre vielleicht mal auf irgendeiner Messthetics/Homework/Hyped To Death Compilation aufgetaucht sind oder halt auch nicht.
Mit Leuten von Vexx, Gen Pop und Sweeping Promises an Bord, wer würde da schon etwas geringeres erwarten als konzentrierte Großartigkeit? Genau die bekommen wir dann auch auf der ersten LP der Band aus Seattle. Die acht Songs darauf sind Noisepop-Lutschbonbons vom höchsten Kaliber, die auch dem Rezeptbuch von so vage Surfpop- und JMC-beeinflussten Acts entlehnt sein könnten wie etwa den frühen Primitives, Joanna Gruesome, frühen Wavves, Male Bonding und, am aktuellsten, UV-TV. Dabei ist die Songsubstanz stark genug, um auch noch zu funktionieren wenn man den allgegenwärtigen Fuzz-Nebel subtahiert, wie etwa in dem hinreißenden Titeltrack – einer melancholischen Dreampop-Ballade.
Interessanter Mix aus Hardcore-, Anarcho- und Post Punk, den hier eine Band aus Kingston, New York zusammenbraut mit ein paar definitiven KBD-Vibes à la Launcher, ein bisschen UK82-mäßiger Energie, jeder Menge rudimentärer Peni(sse) und dem gelegentlichen Anflug von Crass.
Stark retromäßiger Post Punk, kommt aus Berlin und klingt auch sehr danach. Unüberhörbar nölt hier der gleiche Ersatz-Rio ins Mikro, der das auch bei Maske zu tun pflegt. Der allgemeine Tonfall ist hier aber etwas dreckiger, garagiger als bei erwähnter Band, hat mal so was Wipers-mäßiges oder einen Hauch von S.Y.P.H., auch nicht allzu fern von neuzeitlichen Erscheinungen à la Aus, Hyäne, Die Wärme oder Peter Muffin und die Heilsarmee. Anders ausgedrückt: Hätte so auch um ’81 rum erscheinen können. Es sind auch ’ne Handvoll unterwältigender Füllertracks enthalten, was man ihnen in Anbetracht der unbestrittenen Höhepunkte verzeihen mag. Die sind noch neu hier. Aber den Versuch mit dem Funk, den sparen wir uns beim nächsten mal, ja?
Scheiße, riecht das mal streng hier… aber auf eine gute Art und Weise. Nach anderthalb milde verstörenden Tapes auf Impotent Fetus kommt jetzt per Tetryon Tapes der erste “Lang”-Spieler der Band hinterher und verbreitet erneut helle Freude. Ganz schön eiteriger Hard- und Noisecore ist das, den man vage mit so Acts wie Soupcans, Stinkhole oder Vulture Shit vergleichen mag, aber auch von alten Pionieren wie Flipper, No Trend und Broken Talent hat das ein bisschen was. Als Kind wurde mir von meinem religiösen Umfeld mal suggeriert, man könnte sich durch das hören von böser Rockmusik ganz schnell einen fiesen Dämon einfangen (zum Glück hielt die Panikmache in meinem Fall nicht lange vor…). Keine Ahnung was man sich beim leichtsinnigen Anhören dieser Kassette einfängt, aber zu den Nebenwirkungen gehören wilder Sarkasmus, Durchfall und ein ausgeprägtes Gefühl von alles scheißegal.
Hier haben wir es mal wieder mit einem arschtretenden, gemäßigt oldschooligen Garage Punk-Artefakt aus Australien zu tun, heraufbeschworen von Leuten die ihr Handwerk verstehen. Am Gesang haben wir hier niemand geringeren als den großartigen Jackson Reid Briggs, der hier frei von den Versuchungen und Ablenkungen des Gitarrenspiels mal ganz schön vital und befreit klingt, eine deutlich nuanciertere Gesangsperformance abliefert als wir das bisher von ihm gewohnt waren. Auch die restlichen Beteiligten sind beileibe keine Unbekannten, sind hier doch unter anderem Leute von Stiff Richards und Speed Week am Werk. Simples aber mitreißendes Songmaterial trifft auf einen unaufhaltsamen Drive. Das Zeug klingt schon auf den ersten Blick vertraut, hat dabei aber eine gewisse Verspieltheit und Vielseitigkeit, welche diese Songs dennoch klar von den zuvor genannten Bands zu unterscheiden vermag.
Ein veritabler Schlag in die Magengrube, das Debüt-Tape dieser Band aus St Louis, Missouri. Hardcore Punk mit unkonventionellen und flexiblen Strukturen, in manchen Augenblicken durchaus melodisch und catchy, in anderen dann mit einem düsteren Post Punk / Death Rock-Unterton und außerdem ist da noch der gerade sehr schickliche (versteht mich nicht falsch, ich find’s supi) Garagenvibe am Start. Man mag sich mal an Hüsker Dü in ihrer Hardcore-Phase erinnert fühlen oder an neueren Hard-/Postcore-Krempel wie Nopes, Pink Guitars, Cement Shoes oder den knallbunt-psychedelischen Hardcore-Albtraum von Murderer.