Print Head – Change

Ein neues Tape des mysteriösen Projekts das möglicherwise in Hicksville, New York ansässig ist und das Zeug bleibt unvorhersehbar wie eh und je. Diesmal bekommen wir einen Batzen von durchweg unter eine Minute langen, melodischen Garage-Smashern vor den Latz geknallt – abgefuzzter High Speed Powerpop, der ein bisschen so anmutet wie eine Garage Punk-Inkarnation der frühen Guided By Voices aus einem alternativen Realitätsstrang.

Album-Stream →

Isotope Soap – In Need Of Systematic Entropy

Mit ordentlicher Verspätung – wie heutzutage leider so ziemlich alles, das mal auf Vinyl erscheinen möchte – bekommen wir das neueste Opus von Schwedens fähigster Synthpunk-Kapelle und meine Fresse, ist das ein abgespacter neuer Level an Schrägheiten, auch für diese Band. Genau so wie ich’s am liebsten hab also. Zur Hälfte bestht die LP aus extra verspulten, instrumentalen Interludes mit so einem gewissen Hauch von einem bizarro John Carpenter Soundtrack und die restlichen Songs scheinen mehr als je zuvor Inspiration von alten Genre-Pionieren zu gewinnen – natürlich ist da auch ein bisschen Devo drin, aber noch eher denke ich da etwa an so Zeug wie Screamers, Units oder Nervous Gender, vermischt mit jüngeren Acts à la Set-Top Box, Digital Leather und gelegentlich meine ich auch eine grimmige Post Punk-Geruchsnote ähnlich zu Bands wie Video oder VHS zu registrieren.

Album-Stream →

Big Baby – Big Baby’s Big Fuckin‘ Record

Ach weh, hier ist nochmal eine kleine Ladung von komplett unoriginellem aber durchweg hochklassig arschtretendem Garage Punk, der jenen, die bereits böse unter Sick Thoughts-Entzug leiden ein willkommener Ersatz sein wird und auch Freunde von Dadar, Shitty Life oder – in manchen Augenblicken – Booji Boys nicht allzu nervös machen wird. Diese ziemlich normalen aber durchaus putzigen Babys trinken dann letzten Endes ja doch nur Bier und kein Blut – ich muss zugeben, dass ist doch tatsächlich eine kleine Überraschung bei einer Band aus Trittsburgh, Trennsylvania.

Album-Stream →

Animated Violence – Demo

Ein reiner Quell der Garage-befeuerten Hardcore-Glückseligkeit, abgeliefert von einer Band die vielleicht aus Long Beach, Kalifornien kommt oder vielleicht auch nicht. Der Scheiß hält eine einwandfreie Balance zwischen dumm geradeaus bretternder oldschool Energie und den diversen Macken und Verschrobenheiten jüngerer Hardcore-Phänomene, was sie auf der Genrelandkarte in guter Gesellschaft zu gegenwärtigen Sorgenkindern der Marke Mystic Inane, Launcher, Fried E/M, Modern Needs oder Liquid Assets lokalisiert.

Onyon – Onyon

Simpler und eingängiger Post Punk aus der umtriebigen Leipziger Szene. Das gewinnt jetzt zwar keinen Innovationspreis, ist dafür aber umso stilsicherer in seinem Synth-Unterstützten, minimalistischen Ansatz, der seine vage oldschooligen Kalter-Krieg-Vibes selbstbewusst zur Schau trägt. In Shining River Utah gibt es dann doch mal eine kleine Überraschung in Form ausgeprägter Folk-/Americana-Vibes à la Angst oder Mittachtziger Gun Club und auch im weiteren Verlauf versteht man es durchaus, den Scheiß abwechslungseich und kurzweilig zu gestalten. Überhaupt fällt dabei ein ungewöhnlich spaßiger, warmer, positiver Vibe auf, der trotz der weitgehenden Beschränkung auf etablierte Genre-Parameter einen Großteil der Songs durchzieht.

Album-Stream →

The Crawlies – Demos

Schones Schlagloch voll mit einer truben Brühe des unschuldigen, dreckigen Spaßes, diese Sammlung von Lo-Fi Demoaufnahmen einer Band aus Philadelphia, welche hier einen Radau der oldschoolig primitiven Machart lostritt. Etwa wie eine Vermengung der frühen Werke von Eddy Current Suppression Ring und UV Race mit der rohen Energie früherer Acts wie Gories, Oblivians, Reatards.

Album-Stream →

F.E.I.D.L. – Wödmusik

Oooohkay… noch die Wunden leckend vom fiesen Deutschpunk-Hinterhalt gestern, widmen wir uns hier mal wieder unserer Fremdsprachen-/Weltmusik-Abteilung. Wöd heißt Welt, oder? Und außerdem auch „ziemlich scheiße gut“, behauptet zumindest das Internet und was da drin steht stimmt ja selbstredend immer. Also ja, ziemlich wöd ist auch der langspielende Nachfolger zu der schon ganz leiwanden 2020er EP der Wiener Garagenkinder ausgefallen, wenn auch ab und an mal etwas zu nah an volkstümlichem Umtata und Blasmusik für mein zartes Gemüt.

Album-Stream →

Dead Years – Dead Years

Nicht lange nach der arschtretenden Schedule 1 EP bekommen wir aus dem guten Hause Dirt Cult Records schon die nächste Band vorgesetzt, die den Geist des melodischen Post Punk der späten 2000er und frühen 2010er reanimiert. Diesmal kommen die verantwortlichen aus, ähm… Bielefeld?!? Ist nicht euer Ernst! Nein, nein, nein, das kann so nicht stimmen. Musikalisch haben wir es also mit dem inzwischen schon wieder halbwegs oldschool zu nennenden, Song- und Melodie-lastigen, leicht Wipers-beeinflussten Ansatz zu tun und das Songmaterial ist stark genug um ihnen das abzukaufen. Das ist ohne Frage essenzielles Futter für Freunde von so Gedöns á la The Estranged, Anxious Living, Daylight Robbery, Xetas, Red Dons oder etwas aktueller: DDR und den bereits erwähnten Schedule 1.

Album-Stream →

Sex Mex – Vol. 1

Die kürzlich erschienene digitale Single Skeleton/Runaway war ja schon ein Arsch voll feinster Garagenqualität und ein massiver Quantensprung im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen. Die neueste EP der Band aus Austin, Texas legt hochwertig nach, klarer Höhepunkt ist dabei der perfekte Powerpop-Doppelschlag namens The Amazing Super Ultra Spiderman & Shit Me Out, aber der Rest braucht sich auch nicht verstecken, kommt in etwa rüber wie eine amazing super ultra heilige Dreieinigkeit bestehend aus Ausmuteants, S.B.F. und Set-Top Box.

Rifle – Holloway Demos

Eine äußerst appetitanregende erste EP einer Band aus London, die einen etwas schwammig einzuordnenden, halbwegs rauen aber auch eingängigen Stilmix spielen, im groben so 60% Garage Punk und 40% Postcore, was insgesamt an eine eher diffuse Ansammlung von Bands erinnert zu denen unter anderem etwa The Abandos, Obits, Golden Pelicans, Mass Lines, Dumb Punts und Ascot Stabber gehören.

Album-Stream →