Woolen Men – Post

Also das neue Album der Woolen Men aus Portland ist...  nicht ganz was ich jetzt von ihnen erwartet hätte. Was keinesfalls heißen soll, dass die Überraschung eine von der negativen Sorte wäre. Auch Post liefert ohne Ende hochwertige Songkost, wie gewohnt in schnörkelloser Vierspurtechnik aufgenommen. Aber waren vergangene Veröffentlichungen der Band immer eine stilistisch breit gefächerte Angelegenheit, die irgendwo zwischen Post-/Garage Punk und zeitlosen Powerpop-Melodien abwechselte, konzentrieren Woolen Men sich hier ganz auf eben letztgenannte, verschrammelte Popmelodien. Die transportieren trotz der allgemein sehr beschwingten Vibes diese spezielle Melancholie, die ihren Output seit jeher durchzieht. Ein Sommeralbum wie für den Herbst gemacht.

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Hyäne – Demontage Und Zerfall

...und gleich noch mal betrübliches Zeug, diesmal aus der zuverlässigen Berliner Szene. Hyäne ließen ja bereits mit einer ziemlich guten 7" und ein paar Demosongs gespannt aufhorchen. Via Static Age Musik ist jetzt der erste Langspieler zu bekommen. Darauf hat ihre relativ trockene und triste Spielart von Post Punk einiges an Feinschliff erfahren, kommt noch mal eine ganze Nummer stimmiger rüber. Des öfteren klingen sie dabei nach einer Schnittmenge der Berliner Nachbarn AUS und Pretty Hurts. Vorzüglicher Scheiß.

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Alpha Strategy – The Gurgler

Auf Album Nummer drei - erneut aus dem Hause Albini und Weston mit reichlich Knarz und Druck ausgestattet und erstmals von der polnischen Genre-Festung Antena Krzyku in PVC gepresst - hat die Noiserock-Formation aus Toronto ihr Marschtempo mal locker halbiert und das Drama bis zum Anschlag aufgedreht. Schmerzhaft im besten Sinne ist diese Musik, deren epische Qualitäten keinen Platz in herkömmlichen Songstrukturen fänden. Und als wäre das alleine noch nicht bedrückend genug, konfrontieren Alpha Strategy den Hörer mit tiefschwarzer Lyrik, deren Bilder sich nur als vage Konturen im Nebel erschließen, aber deren menschlichem Spiegelbild ich nicht in einer unbeleuchteten Gasse begegnen will. In seiner spröden, schleppenden Art klingt das ein bisschen als träfe das sperrige letzte Album der Berliner Heads auf die kriechenden Arrangements der Postpunker Behavior, die Theatralik aktueller Iceage und die Bösartigkeit von The Birthday Party. Ein klares Highlight, selbst in diesem an hochkarätigem Noiserock nicht gerade armen Jahr.

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The Trendees – TRENDEESXXX

Fünf neue, wunderbare Unfälle gibt's auf der aktuellen EP der neuseeländischen Avantgarde-Punks, deren kühner Dilettantismus mir immer wieder von neuem die Kinnlade gen Boden fallen lässt.  Subtil ist das nicht, aber dafür laut und abgefuckt. Etwa so als hätten sich frühe Half Japanese mal ein Stimmgerät gekauft. Was will man denn mehr?

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Tenement Rats – Crime Pays

Tenement Rats aus Los Angeles fielen schon mit zwei EPs sehr positiv auf und aktivieren jetzt erneut den Nachbrenner in Form ihrer neuesten 7" mit drei nahezu perfekten Garagenkloppern.

Pist Idiots – Princes

Nachdem mich die erste EP der Garagenkapelle aus Sydney ganz schön kalt gelassen hat bin ich umso überraschter anlässlich des unerwartet starken Nachfolgers, der nicht nur einiges an Druck zugelegt hat sondern sich auch bezüglich des Songwritings als brilliant erweist.

Caveman & Bam Bam – Early Man

Das Duo Caveman & Bam Bam aus Detroit klingt ganz exakt so wie man sich eine Band vorstellt, die aus Detroit kommt und sich Caveman & Bam Bam nennt. Und das ist gut so. Eine aufgeputschte, nervös zuckende Garagenexplosion der Extraklasse. Was da nicht mitzuckt ist entweder taub oder sollte mal dringend vier bis fünf Tassen Kaffee auf ex trinken.

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Nag & Lip – Split 7″

Eine sehr gelungene Splitscheibe zweier Bands, die jeweils irgendwo zwischen den Eckpfeilern Noise, Post Punk und ein wenig Garagezeug agieren. Dass Nag aus Decatur, Georgia ordentlich die Scheiße lostreten können, haben sie ja schon mit mehreren EPs bewiesen. Gänzlich unbekannt waren mir hingegen Lip aus Baltimore, die ihrem Krawall eine dezent psychedelischen Note verpassen. Eine überaus erfreuliche Überraschung.

Vanity Plates – Cerebral Winter Comedies

Einwandfreier Garagepunk der relaxt vor sich hin groovenden Machart aus Charleston, North Carolina, irgendwo in der musikalischen Nachbarschaft von Uranium Club, Useless Eaters, The UV Race, Ex-Cult.

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Blood Cookie – Empty Your Mind

Hochpotenter Scheiß, was dieses Trio aus Minneapolis auf ihrem bereits dritten Langspieler veranstaltet. Melodische Fragmente und shoegazige Texturen kollidieren mit dissonantem Lärm. Wuchtig nach vorne gehender Post Punk á la Lié, Death Stuff, Shit Giver oder Dasher trifft auf den Fuzz Punk/Noise Pop etwa von Slowcoaches oder UV-TV, Noise Rock der Marke USA Nails oder Batpiss. Unvorhersehbar, eigenwillig und doch erstaunlich homogen, absolut eigenständig kommt diese wilde Mixtur rüber.

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