Wie’s der Titel schon andeutet, bekommt man Kid Chrome auf dieser EP zum ersten mal in voller Bandbesetzung zu hören. Klingt verdammt gut. Demons wird hier bereits zum (mindestens) dritten mal verbraten. Ist aber auch echt unkaputtbar, die Nummer.
Neue Single der Punk Supergroup (u.a. mit personellen Überschneidungen zu Video, OBN IIIs und Radioactivity) aus Denton, Texas. Im Vergleich zum ausgezeichneten letzten Album Living With Secrets wird hier der Garagen-Knarzfaktor deutlich runtergeschraubt. Was dabei übrig bleibt sind zwei nach wie vor tadellose Powerpop-Granaten.
Mit der neuen EP haben Bad Breeding aus dem britischen Stevenage erneut einen waschechten Gewinner am Start. Ihre zwei Hammeralben haben bisher ja schon mal Maßstäbe gesetzt – in ihrer speziellen Nische aus Hard- und Postcore, Noiserockigem Sägewerk und oldschooligem Vorwärtsdrang macht ihnen derzeit niemand was vor. Auf der neuen Platte läuft nun das Beste von beiden – die konzentrierte Wucht des ersten und der etwas wüstere Sound des zweiten Albums – zusammen. Abandonment ist genau die Platte, die man sich von ihnen gewünscht hat.
Zwei Bands/Projekte irgendwo aus Indiana zusammen auf einem Demo. Vermutlich handelt es sich in beiden Fällen um die gleichen Leute, vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls scheppert die Musik darauf es sehr sympathisch. Stellenweise sehr Powerpoppiger Synthpunk und Noisepop mit diskretem Garagenvibe, der ein bisschen an die verspulten LoFi-Machenschaften des frühen Flying Nun Katalogs erinnert. Schick.
Die meisten haben es ja sicher schon mitbekommen, dass der internationale Anarchopunk-Untergrund derzeit auf ’nem ganz schönen Todestrip ist. Gerne auch unter dem Buzzword Dark Punk gehandelt. Dem bin ich an sich ja durchaus zugeneigt, mit der großen Masse an neuen Veröffentlichungen wird aber auch zunehmend der begrenzte Horizont der aktuellen Genre-Generation deutlich. Wenn’s dann aber so kraftvoll und stilsicher rüber kommt wie auf der aktuellen EP dieser Truppe aus Melbourne, mit durchweg solidem Songfundament, dann gebe ich mir auch gerne noch etwas mehr vom ewig gleichen Lied.
Oh my, das ist ja mal ein… Ding. Soft Issues sind ein Duo aus Leeds und ihre erste EP kommt mit einem räudigen Brocken von Geräusch daher, einer kompromisslosen Klangattacke im Spektrum von purem Noise, Power Electronics, Industrial. Das alles mit einer primitiven, punkigen Energie, die selbst in diesen extremen Genres recht selten geworden ist.
Relativ schlichtes, aber durchaus Spaß bereitendes Garage-/Postpunk-Zeug aus Melbourne. Wer mit Uranium Club, Parquet Courts, Proto Idiot oder Sauna Youth was anfangen kann, wird hier dran sicher auch Gefallen finden.
Schön abgefucker Fuzzpunk mit Raketenantrieb aus Los Angeles, der sowohl Anklänge an diverse Hardcore-Pioniere aus ihrer direkten Nachbarschaft als auch an die exzentrischsten Auswüchse alter Killed By Death Compilations inne hat. Im speziellen fühle ich mich angenehm an The Endtables erinnert. Kann was.
Album Nummer vier der New Yorker Postpunk-Formation kann man eine deutliche Verfeinerung und konsequentere Umsetzung ihrer Vision gegenüber dem Vorgänger attestieren. Musikalisch könnte man’s irgendwo zwischen Marching Church, Nick Cave und aktuellen Protomartyr einordnen. Geblieben sind die mal deutlichen, mal eher subtilen Einflüsse aus Ambient und Shoegaze, zusätzlich rücken aber die bislang eher unterschwellig vorhandenen Einflüsse aus Blues und Country zunehmend ins Zentrum ihres Sounds. Ich spare mir an dieser Stelle mal den albernen Cowpunk-Begriff. Nennen wir es lieber Roots Punk.
Ultraeingängiger Garage-/77er Punk mit leicht new-wavigem Touch. Macht schon richtig Lust auf den ersten Langspieler, der irgendwann via Slovenly erscheinen soll.