Nachdem mich die bisherigen Veröffentlichungen dieser Band aus Portland nicht wirklich zu beeindrucken vermochten, trifft ihre neue EP voll ins Schwarze mit garagigem und verschrobenem Postpunk á la „Parquet Courts treffen auf Half Japanese der späten 80er/frühen 90er“.
31Ø8 ist ein Soloprojekt eines gewissen Tyler Zypreksa aus London und das hier ist sein zweites – wie schon der Vorgänger selbstbetiteltes – Album. Das begrüßt einen im ersten Song mit einem Sound á la „Jesus And Mary Chain der Automatic-Phase treffen auf den Shoegaze von frühen Ride und einen Hauch von Madchester“. Im weiteren Verlauf hört sich die Platte durch wie eine Rundreise durch so ziemlich alles, was es im gleichen Zeitrahmen so an – vornehmlich britischem – alternativem Powerpop gab, angefangen mit dem Spektrum an C86-Style Bands der mittleren Achtziger und dann quer durch dessen spätere Abkömmlinge bis ca. in die mittleren Neunziger. Durchweg versiertes Songhandwerk mit gefährlichem Ohrwurmfaktor.
Auf ihrem neuen Kurzspieler lassen die Powerpopper aus Perth den garagigen Unterton der letzten EP hinter sich und präsentieren zwei makellose Popsongs mit einem klaren Postpunk- und etwas subtilerem C86-Einfluss.
Seit geraumer Zeit sind ein paar mehr oder weniger vergessene Tondokumente der frühen australischen Punkszene zum ersten mal/seit langem wieder zu bekommen.
Cheap Nasties gelten als die erste Punkband aus Perth, die einzigen Tonaufnahmen der Band hielt man bis vor wenigen Jahren für verschollen. Letztes Jahr hat das Reissue-Label Numero Group die Recordings zum ersten mal vollständig veröffentlicht und was man da geboten bekommt ist ein Fest für Freunde von ungeschliffenem Protopunk á la Modern Lovers, Stooges und New York Dolls.
Sänger Kim Salmon verließ später die Band und machte mit den Scientists zuerst Powerpop, in der späteren, zweiten Inkarnation der Band dann bluesigen Post Punk, Swamp Rock und Proto-Grunge. (Fast alle veröffentlichte Musik der Scientists ist übrigens, ebenfalls aus dem Hause Numero, in einem Box Set zu bekommen.)
Die verbleibenden Mitglieder der Cheap Nasties suchten sich einen neuen Sänger und machten unter dem Namen Manikins weiter, veröffentlichten auf zwei Tapes und ein paar 7″s eingängigen Powerpop, der Schwesterband Scientists nicht ganz unähnlich. Der überwiegende Teil des zwischen 1978 und 1981 veröffentlichten Materials ist jetzt auf der bei Manufactured Recordings erschienenen Anthologie From Broadway To Blazes wieder zu bekommen. Besonders interessant sind dabei die Songs der drei frühen 7″s, aber auch im späteren Material findet sich die eine oder andere kleine Perle.
Ruby sind ein Punkquartett aus Berlin. Auf ihrer aktuellen EP gibt’s simplen, melodischen Punkrock zu hören, mit einem garagigen Unterton und einprägsamen Songs, die mich in den besten Momenten an die Powerpop-Hymnen von Radioactivity erinnern.
Auf dieser EP von Halfsour aus Boston wechselt sich mal kraftvoll rockender, mal entspannt dahergeschrammelter Indierock mit ultramelodischem Powerpop und einem gelegentlichen C86-Vibe ab.
Dieses Italienische Trio spielt melodischen, powerpoppigen Garagepunk, der stellenweise sehr an Marked Men oder Radioactivity erinnert. Wenig überraschend wurde dieses Album dann auch von Jeff Burke, dem Frontmann beider genannten Bands, produziert.
Title Tracks, die Band um den ehemaligen Q And Not U Drummer John Davis, betraten erstmals 2009 die Bildfläche mit einer grandiosen 7″ auf Dischord Records. Nicht lange darauf folgten zwei solide Alben und nach einer fünfjährigen Pause haben die Powerpopper aus Washington jetzt ihr bisher stärkstes Album am Start, mit durchweg hochwertigem Songmaterial aus einer nie versiegenden Quelle mitreißender, melancholischer Melodien.
Das zweite Album dieser Band aus dem kanadischen Halifax weiß auf ganzer Linie zu überzeugen mit powerpoppigem Punkrock, der etwas an Rats Rest erinnert, außerdem leichte Spuren von Wipers und dem Indierock und Postcore der 90er/00er Dischord-Ära mit an Bord hat. In einigen Momenten ruft es mir auch die großartigen aber leider sehr in Vergessenheit geratenen Moving Targets in Erinnerung.