Mick Trouble – It’s The Mick Trouble EP

Ein wunderbares und bis vor kurzem ausgesprochen rares Powerpop-Juwel aus dem Jahre 1980. Dank kürzlich wieder aufgetauchter Master Tapes hat diese Schönheit jetzt vom US-Label Emotional Response eine Wiederveröffentlichung spendiert bekommen.


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Terry Malts & Kids On A Crime Spree – Our Love

Zwei Größen des zeitgenössischen Noise-, Fuzz- und Powerpops versammeln sich auf dieser schicken 10″ Split-EP aus dem Hause Emotional Response. Kids On A Crime Spree tragen dazu zwei psychedelische Popnummern bei, die knietief im Reverb der Phil Spector-Größenordnung getränkt sind. Terry Malts machen das, was sie am besten können und präsentieren zwei unwiderstehliche Ohrwürmer, die wieder deutlich mehr Beißkraft zeigen als das etwas Handzahme letzte Album.


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Landlines – Landlines

2017 war bislang schon ein ausgezeichnetes Jahr für Freunde hochwertigen Powerpops, in dem unter anderem Veröffentlichungen von Big Huge, The Lovebirds, Radioactivity, 31Ø8, Sheer Mag oder Lost Balloons einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Und diese Aufzählung kratzt nur an der Oberfläche.

Hier ist eine weitere Platte von beeindruckender Qualität. Landlines kommen aus Portland und zu ihrer Besetzung zählen sich Mitglieder der von mir hochgeschätzten Woolen Men und von den ebenso tollen Lithics; die Musik auf ihrem aktuellen Langspieler klingt davon wohl eher nach erstgenannter Band. Zu hören gibt es also grandiosen Powerpop und Indierock, der z.B. The Clean, Pavement oder The Soft Boys in Erinnerung ruft, mit detailverliebten, ausgefeilten Arrangements und der mitreißenden Darbietung eines gut geölten Powertrios. Aber das eigentliche Herz dieses durchweg goldigen Albums ist das brilliante Songwriting, das scheinbar mühelos und ausgesprochen trittsicher durch einen nicht enden wollenden Strom von einprägsamen Sätzen, Hooks und Melodien glänzt.



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Blaha – Fresh Horse 7″

Es gibt mal wieder neues von Mike Blaha zu vermelden, den man vielleicht besser von den Garagenpunks The Blind Shake aus Minneapolis kennt, wo er zusammen mit seinem Bruder Jim für Gitarre und Gesang verantwortlich zeichnet; letzterer fiel and dieser Stelle ebenfalls schon mit seinem Soloprojekt Jim And The French Vanilla sehr positiv auf. Auf seiner neuesten Solo-EP macht der gute Mann mal wieder alles richtig. Die A-Seite trifft sofort ins Schwarze mit zwei straighten Rockern im unverwechselbaren Stil seiner Hauptband, die B-Seite entzückt dann mit einer ebenso ausgezeichneten Midtempo Powerpop-Nummer.

Nick Normal – Tour Tape

Hui, das aktuelle Kurzspieltape von Nick Normal aus Portland kann richtig was. Die dreieinhalb Songs darauf wechseln sich im Handumdrehen zwischen Garage Punk, Powerpop mit 77er Feel und stark New-Wavigem Postpunk ab, regelmäßig fühle ich mich dabei an Andy Human and the Reptoids erinnert.


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Woolen Men – Lucky Box

Sind jetzt tatsächlich schon zwei Jahre vergangen seit der letzten Veröffentlichung der Powerpopper aus Portland? Das ist ungewöhnlich lange für die sonst so produktive Songschleuder. Überhaupt wundert es mich, dass Woolen Men nach über acht Jahren immer noch kaum wahrgenommen werden. Denn kaum eine andere Band hat in der Zeit einen so konstant guten Output fabriziert und dabei eine so unverwechselbare eigene Identität entwickelt, mit ihrem in bester DIY-Manier schnell und dreckig aufgenommenen Sound aus Powerpop und Garage Rock, der gleichermaßen von Guided by Voices in ihrer goldenen Ära wie auch vom Protopunk der Modern Lovers beeinflusst scheint. Neues Material soll schon unterwegs sein, in der Zwischenzeit kann man sich an ihrer bereits zweiten Compilation erfreuen. Die enthält Songs, die ursprünglich auf diversen Tapes und EPs erschienen sind; der überwiegende Teil davon ist schon länger nicht mehr zu bekommen.



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Patsy’s Rats – Roundin‘ Up 7″

Die vergangenen Veröffentlichungen des Garagepop-Duos aus Portland sind mir entweder entgangen oder konnten mich nicht so recht begeistern. Eins von beiden. Mein Gedächtnis lässt mich da im Stich. Der aktuelle Siebenzöller der Band ist jedenfalls raus auf Dirtnap Records. Das Label steht normal für Qualität und auch hier wird man keineswegs enttäuscht. Zwei mal ausgezeichneter Powerpop, den man aufgrund seines hohen Zuckergehaltes besser in kleinen Dosen genießt.

Big Huge – Cruel World

Und gleich noch mal ausgezeichneter Power Pop, diesmal aus dem guten Hause des seit jeher absolut geschmackssicheren Mannheimer Labels Erste Theke Tonträger, das den ersten Langspieler der New Yorker Band hierzulande unter die Leute bringt (am anderen Ende der Welt zeichnet sich Don Giovanni verantwortlich).

Um vorweg mal den Elefanten im Zimmer beim Namen zu nennen: Das klingt ziemlich nach Sheer Mag. Wenn auch nach einer etwas garagenlastigeren Variante davon. Sogar die Vocals von Daniel Regelski weisen starke Ähnlichkeiten zur Sheer Mag-Vokalistin Tina Halladay auf. Das ist aber auch alles kein Problem. Es ist ja nicht gerade so, dass die Welt jetzt von Hard- und Southern Rock-beeinflussten Punkbands überwschwemmt wird. Und aufgrund des durchweg starken Songmaterials vermag die Platte auch problemlos auf eigenen Füßen zu stehen.

In einer überwiegend von musikalischer Stagnation und Retrowellen geprägten Zeit begrüße ich doch jede unerwartete Erweiterung des Punk-Vokabulars. Vielleicht kommen in naher Zukunft ja ein paar gelangweilte Kids mit einer ganz anderen, neuen Form von angepisstem Lärm daher, über den wir alte Leute dann die Nase rümpfen können. Bislang lässt die Revolution jedoch auf sich warten und für den Moment empfinde ich auch die Erschließung einer bislang als vollkommen Punk-inkompatibel angesehenen Vergangenheit als eine willkommene Bereicherung.



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The Lovebirds – Filled With Hate 7″

Eine wunderbare Debüt-7″ hat die Band aus San Francisco da rausgehauen. Darauf gibt’s schrammelig-relaxten Indierock, Power- und Jangle Pop zu hören, den man so trittsicher und formvollendet selten auf einer Debütveröffentlichung vorfindet. Irgendwo zwischen Buffalo Tom, Teenage Fanclub und späteren Dinosaur Jr. kann man das verorten, ab und an gesellt sich gar ein subtiler Soft Boys- oder Television-Vibe dazu.


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Cheap Whine – Cheap Whine

Melancholisch-melodischer Punkrock mit Garagenvibe auf dem Debüt einer Band aus Ottawa, bestehend aus Mitgliedern von Feral Trash, Crusades und Steve Adamyk Band (the man himself!). Nach letzterer klingt die Platte dann auch etwas, außerdem auch sehr an Marked Men/Radioactivity, Red Dons und an alte Klassiker á la Undertones und Buzzcocks. Garantiert nichts neues unter des Sonne, aber die Songs überzeugen und das alte Arschloch Punk kann durchaus noch eine Platte davon verkraften.



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